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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-04-29 · 17 (29.4.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
17 (29.4.1910)
Date
1910-04-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ar. 1? Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 399 seitens der Anwesenden am Schlüsse der Feier wohlverdiente. Unter den Anwesenden Bemerkten wir insbesondere: In Vertretung des Unterrichtsministers Ministerialrat Doktor Sig. Pilat, Polizeipräsident Brzesowsky, Statthaltersirat Philipp Freiherr v. Winkler, als Vertreter der Gemeinde Wien Magrsträtskat Dr. B ib l. weiters Alfons Freiherrn v. Rothschild, David Ritter v. Gutmann. Bezirksvorsteher Josef Schwarz, Magistratsratsamtsleiter Magistratsrat H a n i s ch, Polizeibezirksleiter Polizeirat Bkück, Leiter des Bezirksgerichtes Oberlandesgerichtsrat Dr. Traunwieser, I. Vizepräsident der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, kaiserl. Rat Doktor Lieben, sämtliche Wiener Rabbiner, die Kultusvorsteher kais. Rat Kauders, kais. Rat Wilhelm P o l l a ck, Doktor Samuely, Schramek, S. Steiner, Em. Grün w a l d, Vorstand des Sekretariats des Bankhauses S. M. von Rothschild, Herrn Richard Bettelheim, die Obmänner Und Vorsteher der Bezirkstempelvereine Gottl. Bettelheim, Herm. Beck, Dr. Jakob Engel, Herrmann E l t b o g e n, Direktor Ignaz I oll es, Direktor Kronberger, Julius Kopstein, Herrmann Liebermann, Architekt Modern, Ruh bäum, Jakob S. Straßberg, Schidrowitz, I. Steiner, Philipp Weih, Ignatz Klein u. a., Präsident des Vereines zur Hebung der Gewerbe S. Brod, den k. k. Hof-Kustos Doktor Frankfurter, Gremialrat S. Bernhardt, kaisel. Rat Ignatz Wilhelm, welcher dem Vereine unschätzbare Dienste erwiesen u. a. » Beim Verlassen des Tempels dankte Obmann Adolf Hofmann nochmals dem Stellvertreter des Kaisers, Statthalter Grasen Kielmansegg, für die dem Verein erwiesene Ehre und erhielt die Versicherung, daß es dem Statthalter besonders sympathisch war, dieser schönen und erhebenden Feier beigewohnt zu haben, deren würdigen Verlauf und patriotische Kundgebung er Seiner Majestät getreulich berichten werde. Von den eingelangten zahlreichen brieflichen und telegraphischen Glückwünschen, Begrüßungen, > Entschuldigungen seien besonders erwähnt: Schreiben des Herrn Generaladjutanten Grafen Paar, Bürgermeister Dr. Josef Reumayer, Bezirksvorstehers Franz Rienößl, kommandierenden Generals Grafen Versbach-Hadamar, der Abgeordneten Dr. Mahler und Dr. K u r a n d a, der Kultusvorsteher Dr. Leopold Kohn und Dr. Alfred Berger, von letzterem unter Beifügung einer Spende von 100 Kr., welche er vor Jahren zu dem Tage der Einweihung zugesagt hatte, Dr. Mar G r ü n w a l d, Verein „Adaß Iisroel", Oberkantor kais. Rat Singer, von Herrn Hermann Weiß, dem Vater des Oberkantors Herrn Simon Weiß. Besonders würdig gestaltete sich der Festgottesdienst am erften Passahtage. Das neue Gotteshaus war in allen Räumen von Andächtigen überfüllt. Vor Beginn der Thoravorlesung erschienen zwei weißgekleidete Mädchen, Schülerinnen der Bürgerschule IV. Bezirk, Preßgasse, welche namens der Schülerinnen dieser Schule dem Vorstande ein prächtiges, von den Schülerinnen selbst angefertigtes Thora-Rollenband aus blauem Plüsch mit goldgestickter Inschrist überreichten. Gemeind-'radblner Tr. Reich bob in seiner Predigt i?.se Widmung der Mädchen besonders bervor und wies darauf bin. d.-ß dieses Band nicht nur die Tbora sondern auch deren Spender'« nn treu und innig an unsere Gotteslebre schließen wäre. Redrei erwälmte ferne-, daß es zwei 10- und 12jährige Schulknaben, die Brüder Rudolf und Ernst Wollner, Kinder des Kaufmannes Herrn Tesider Wollner. waren, welche die Zustimmung ihrer Eltern erbaten, ihre durch Jahre gesammelten Ersparnisse dem neuen Gotteshause widmen zudiirfen und zwei schöne Bronzelnfler für den Betrag von K 300— beistellten, welche nicht nur dem Tempel sondern dem kindlichfrommen Sinn der Spender zu hoher Ehre gereichen. Liegt ja die ganze Zukunft unserer Religion in dem Heranziehen der Jugend zu deren Ausübung; uns geben die angeführten Beispiele Zeugnis für das religiöse Empfinden der Jugend beider Bezirke. Noch ist manches zu vollenden, insbesondere aber ein Betrag von zirka 25.000 Kronen zur Deckung des noch rückständigen Betrages für die Kosten des Baues und der Einrichtung aufzubringen. Mögen unsere Glaubensgenossen, insbesondere jene des IV. und V. Bezirkes, welchen in dem herrlichen Gotteshaufe eine Stätte der Andacht und Erbauung geschaffen wurde, würdig seiner Bestimmung, nach Kräften zur Beschaffung dieser Mittel beitragen. Wien-Mariahilf. Am 19. d. M. fand im SitzungSsaale des Tempelvereines die 16. ordentliche Generalversammlung des israelitischen Frauen - Wohltätigkeitsvereines für Mariahilf und Neubau unter dem Vorsitze der Präsidentin Frau Frieda Strauß und in Anwesenheit des Ehren-Präfidenten Herrn Dr. Jacob Engel, des Herrn kais. Rat I. T o f f l e r als Vertreter des Tempelvereines und Herrn Dr. Carl Löwy, Präsidentin des Humanitätsvereines „Nachlat Jeschurun" statt. Der von Frau Hermine Schüller verlesene Jahresbericht gibt ein erfreuliches Bild von der vielseitigen segensreichen Tätigkeit des Vereines, der in der abgelaufenen dreijährigen Funktionsperiode des Vorstandes rund K 25.000 für reine Wohltätigkeitszwccke verausgabt hat. Die anwesenden Vereins- Delegierten anerkannten auch in warmen Worten die musterhafte Verwaltung des Vereines, der sich eine Anzahl edler Frauen mit rühmenswertem Eifer widmen. Der umfassende Bericht des Revisors Herrn Dr. Ludwig Landau gestaltete sich zu einer herzlichen Sympathie-Kundgebung für die ausgezeichnete, mit seltener Gewissenhaftigkeit ihres Amtes waltenden Kafsierin Frau Josefine Engel, die zum allseitigen Bedauern infolge Erkrankung am Erscheinen verhindert war; sowohl die Präsidentin als auch Herr kais. Rat T o f f l e r gaben dem aufrichtigen Wunsche Ausdruck, daß diese verdienstvolle Funktionärin recht bald ihrem edlen Wirkungskreise wiedergegeben sein möge. Die schließlich vorgenommenen Vorstandswahlen ergaben folgendes einstimmiges Resultat: Präsidentin Frau Frieda Strauß; Vizepräfidentin Frau Fanny Fröhlich; Schriftführerin Frau Therese König; Kafsierin Frau Josefine Engel; Kontrollorin Frau Friederike Szücs; Ernestine Goldberger, Rosa Hummel, Marie Landau, Hedwig Sachs, Hermine Schüller, Rosa T a g l i ch t, Jda Wolf. Böhmisch-Leipa. Gelegentlich der Hauptversammlung des Deutschen Schulvereines kam wieder einmal die unzweideutige antisemitische Haltung dieses Vereines eklatant zum Vorschein. Herr Dr. M. Altschul, ein unentwegter deutschnationaler Jude, brachte nämlich ein Vorkommnis des jüngsten Schulvereinskonzerles zur Sprache, bei welchem zwei Studierenden das Tanzabzeichen nicht offeriert worden war, weil sie Juden sind. Es wurde der Wunsch nach einer Erklärung der Hauptversammlung ausgesprochen, der Schulverein stehe nach wie vor auf dem Standpunkte, daß er auch die Mitarbeit seiner „israelitischen" Mitglieder willkommen heißt. In der darüber sich entspinnenden längeren Debatte betonte Herr T h u m e jun. insbesondere, daß er damals das Sprachrohr von 15 Herren gewesen sei. welche drohten, den Saal zu verlassen, falls eine Verabfolgung von Tanzabzeichen an die erwähnten Gäste erfolge, und hielt im übrigen seinen Standpunkt aufrecht. (!) Seitens des Vereinsausschusses wurde betont, der Verein stehe nach wie vor auf dem Boden seiner Satzungen. Ein Antrag des Herrn Bankvorstandes Grund, „die Hauptversammlung bedauere den Vorfall, die Ortsgruppe fei der Anschauung. daß die Mitwirkung aller Deutschen ohne Unterschied der Partei- und konfessionellen Angehörigkeit beim Schulvereine erwünscht und jederzeit willkommen ist," erlangte nicht die Mehrheit, ebenso nicht der Antrag des

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