Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 15 (15.4.1910)
- Date
- 1910-04-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 15 Dr. Blochs Wochenschrift. Lcllt 261 Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Hermann Rieß: Von Familie Heinrich Sträußler X 10, Ludwig T eutsch 10, Familie Julius Rieß 20. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl Kodier: Von Albert Winterstein X 20, Johann Kobler 10, Zusammen X 30. Anläßlich des Ablebens des sel. Eduard Grün Wald: Von Leopold Frommer X 5, Anton Julius^Mawer 5, Wilhelm Zmran 5. Zusammen X 15. Anläßlich des Ablebens des sel. Otto K o h n: Von Jakob und Janka Karpeles X 10, Josef und Marie Kohn 10. Zusammen X 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Lonise S ch u d m a k: Von Joachim Rittmann X 10, Leon Schudmak 20. Zusammen X 30. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Spitzer: Von Karl Cohn X 6, Adolf Fried 10, Jacques Kellermann 10, Alexander Kraus 10, Dr. Leopold Brady 10, kais. Rat Josef Heidler 10, Sigmund Heidler 10, Bernhard Rein 5. Zusammen X 70. Anläßlich des Ablebens des sel. Natan B a ch r a ch : Von Harfner X 10, Dr. Karl Unger 10, E. K. 20, Margarethe Bachrach 10, Rudolf Bachn ch und Frau 20, Karl und Math. Ostersetzer 5. Zusammen X 75. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund Wender: Von Henriette Rottenberg X 12, S. Simon u. Frau 25. Dr. A' Mandl 20, M. Breitner 10, Jgn. Simon 5, Anonym 5, Zusammen X 77. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Hochsinger: Von Anna Mosler 20, Agnes Fischer 10, Lene und Käthe Fischer 20, Prof. Dr. K. A. Herzfeld 20, Alois Lemberger 30, Olga Spiegler 20, Wilhelm Beer's Nachfolger 20, Martin und Mathilde Cohn 30, Karl Abel und Frau 20, Helene Kern 30, Bernhard Hirsch 10, Familie Dr. H. Minich 20, Dr. H. Minich 20, Fanni Mosler 20, Elise Jakobi 10, S. Bachrach und Frau 25, Eduard Engel 25, Louis Arensberg 25, Eugen Bieber und Frau 25, Karl Egon Mosler 20. Zusammen X 420. Israelitische Kultusgeweinde Wie». Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien, findet Mittwoch den 20. April 1910, halb 6 Uhr abends, I., Seitenstettengaffe 4, 2. Stock statt. Gegenstand: Rechnungsabschluß über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten pro 1909. Wie». Herr Simon H o r w i tz, Amtsleiter der Kultnsgemeinde, Sohn des seligen Rabbiners Horwitz, feiert am 29. April d. I. seinen 70. Geburtstag in voller, geistiger und körperlicher Frische. Wien. (Trauung.) Im Tempel des IX. Bezirkes fand am 15. d. M. die Trauung des Fräulein Pauline L i b k o w i tz, Tochter des Herrn und der Frau Ph. L ibkow itz, mit Herrn Bankier Carl Kohn statt, welche Herr Gemeinde- Rabbiner Dr. Gelbhaus vollzog und eine erhebende Rede hielt. Das Gotteshaus war in allen seinen Räumen von Gästen aus den distinguiertesten Kreisen der Wiener Gesellschaft gefüllt. Die Gesänge exekutierte Herr Oberkantor Kläger mit Chor und Orgel in exakter Weise. Wien. (Israelitischer Synagogenverein „Beth Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus.) Sonntag den 17. April d. I., präzise 3 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale, II., Leopoldsgaffe 29, die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Verlesung des Rechenschafts- und Kaffaberichtes. 2. Bericht der Rechnungsrevisoren. 3. Wahl von drei Bereinsvorstehern, zwei Bethausvorstehern, drei Rechnungsrevisoren und 3 Schiedsrichtern. 4. Eventualien. Dr. Alois Klemperer. Am 8. b. M. ist in Wien der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Alois Klemperer den Folgen eines Schlaganfalles erlegen. Er war einer der Gründer und Präsidenten der „Wiener Bnei Brith" und hat allen ihren Institutionen die größte Förderung gewidmet. Er zählte zu den vornehmsten, einflußreichsten Persönlichkeiten dieser Vereinigung. Mit dem Dahingeschiedenen verliert auch das Wiener Barreau eines seiner hervorragendsten und angesehensten Mitglieder. Dr. Klemperer zeichnete sich nicht bloß durch gediegenes juristisches Wissen und größte Gewissenhaftigkeit, sowie ernste und vornehme Auffassung seines Berufes, welchem er mjt unermüdlichem Eifer anhing., aus. sondern er erfreute sich auch außerhalb seiner beruflichen Sphäre wegen seiner strengen Rechtlichkeit und seines edlen Charakters in den weitesten Kreisen aufrichtiger Verehrung. Der Verblichene hat sich auch auf praktisch-sozialpolitischem Gebiete große Verdienste dadurch erworben, daß er den Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis gründete und bis zu seinem Ableben leitete, welcher alljährlich Tausenden von armen Stellensuchenden zu einer Eristenz verhilft. Herr Dr. Klemperer erreichte ein Alter von 64 Iahren, war 31 Jahre Advokat, nachdem er vorher sich durch mehrere Jahre in der Kanzlei des hervorragenden Advokaten und Stadtanwaltes Dr. Theodor Kratky als Konzipient betätigt hatte. Um den Dahingeschiedenen trauern nebst zahlreichen Freunden seine Witwe und zwei Söhne. Unter ungemein zahlreicher Beteiligung fand Sonntag, den 10. d. M., das Leichenbegängnis statt. Auf dem Zentralfriedhofe widmete Oberrabbiner Dr. Güdenrann dem Heimgegangenen wehmütige Worte der Er innerung, sodann hielt namens der Advokatenkammer Präsident Dr. v. Fei st mantel dem Verblichenen einen warmen Nachruf. Nach ihm sprachen Dr. Knöpfmacher im Namen des Israelitischen Humanitätsvereines. Dr. Ignaz Carl, welcher mit dem Verstorbenen durch eine mehr als vierzigjährige, innige Freundschaft verbunden war, für den engeren Kollegenkreis und Dr. Gustav Lang st ein im Namen des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, dessen Präsident der Verstorbene war. Wien. (Pflegerinnenheim.) Die Neuaufnahmen von Schülerinnen im Kaiserin Elisabeth-Institut für israelitische Krankenpflegerinnen, IX., Sechsschimmelgaffe 7, erfolgt im Mai. Wien. (Todesfall.) Am 12. d. M. wurde der emeritierte Hauptschullehrer Herr Moses Pick zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der ein Alter von 88 Jahren erreichte, war viele Jahrzehnte in verschiedenen Gemeinden Böhmens als Lehrer tätig. Er verfaßte mehrere von der Fachliteratur anerkannte pädagogische Werke und Jugendschriften. Lehrer Pick ging in seinem Berufe ganz auf und oblag demselben mit jugendlicher Begeisterung bis zu seinem Lebensende. Bei seinen zahlreichen Schülern war er sehr beliebt und sie bewahrten chm ein dankbares Gedenken. Der Verstorbene zeichnete sich auch durch innige Frömmigkeit und Gottesvertrauen aus und beschäftigte sich unermüdlich mit dem Studium des hebräischen Schrifttums. Bei dem Leichenbegängniffe, an welchem eine stattliche Trauergemeinde teilnahm, hielt Herr Rabbiner Doktor Gelbhaus dem Verewigten einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er ihn sowohl als Pädagogen und Freund der Jugend, als auch als einen Mann pries, der durch seinen Lebenswandel zeigte, wie Glaube und Wiffen miteinander vereint sein können. Am Grabe sprach der Rektor der Jsraelitisch-Theologischen Lehranstalt Dr. A. Schwarz, der in warmen Worten die Tugenden des Verewigten schilderte und besonders hervorhob, daß sich derselbe durch seine Lieblingsbeschäftigung — das Thorastudium — die jugendliche Frische des Geistes bis zu seinem Tode bewahrte. Akademie der Toynbeehalle des IS. Bezirkes. Sonntag den 10. April fand zugunsten unserer Toynbeehalle eine Akademie im großen Saale des Arbeiterheims statt. Unter den zahlreichen bewährten Kunstkräften stach eine Erscheinung hervor. Frau Nony "Paldo^ eine Schülerin der Opernfängerin Frau Kusmitsch, machte ihrer Lehrerin die größte Ehre. Die Glockenhelle ihrer so einschmeichelnden Stimme überraschte nicht weniger als die Sicherheit der Intonation und die vollendete Technik, die sie mit klugem Verfügm über die ihr eigenen Kräfte in den Dienst der Komponisten zu stellen verstand. So sang sie „Feldeinsamkeit" von Brahms, „In der Fremde" von Taubert und als Zugabe das „Ständchen" von Strauß. In dem bekannten »Chanson provencal« von Del Aqua befand sich auch Frau Paldo so recht in dem auf sie zugeschnittenen Milieu und die feine Ciselierung der Koloraturpartien riß das volle Haus zu stürmischer Begeisterung hin. Das Erträgnis der Akademie hat den Bestand der Toynbeehalle für die nächste Saison ausreichend gesichert.