Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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©etU 230 Dr. Blochs Wochenschrift' Nr. 13 Künstler. Max Slevogt schmückte die Initialen, die von E. R. Weiß gezeichnet wurden, mit kleinen entzückenden Bildern, Karl Walser entwarf den Umschlag. Die Drucklegung überwachte Julius Meier-Graesc. Es ist auf diese Weise eine Jugendschrift entstanden, wie sie dem deutschen Buchhandel wohl noch nicht geboten worden ist. Whistler. Meisterbilder in Farben. „Harmonie", Verlagsgesellschaft für Literatur und Kunst, Berlin. Dieses Unternehmen, in bunter Wiedergabe und mit literarischem Erläuterungstext, die Meisterwerke der Malerei dem größeren Publikum zu den billigsten Preisen zugänglich zu machen, hat auch mit dieser Nummer einen Haupttreffer zu verzeichnen." Liebe und Ehe im alten Orient. (Aegypter, Araber, Aramäer, Babylonier, Phönizier, Kanaaniter, Hebräer, Juden, Hetiter, Ercnier und Inder.) Von Ferd. Frhr. v. Reitzen st ein, Stüttgart, Franckhsche Verlagsbuchhandlung. Elegant geheftet M. 2.—, fein gebunden M. 3.—. Das große Interesse, das die beiden Bändchen „Urgeschichte der Ehe" und „Entwicklungsgeschichte der Liebe" in allen Kreisen gefunden haben, wird durch die vorliegende Arbeit noch erhöht werden. Das vorliegende Bändchen hat das reiche und neueste Material gründlich verwertet; es wird so dem Fachmann wie dem Laien in gleicher Art von Nutzen und Interesse sein und bietet vor allem auch jenem Kreise sehr viel, der den kuvlischen Schriften und ihrer Auslegung besondere Aufmerksamkeit widmet. Wer auch nicht mit des Verfaffers Darstellung der Ehe bei den Hebräern, Israeliten und Juden in allem übereinstimmt, wird doch sein Streben nach Objektivität anerkennen. Illustrativ bat der Verlag kein Mittel gescheut; denn wir sehen es ermöglicht, daß eine große Zahl noch unveröffentlichter Abbildungen beigegebcn werden konnte. Möge daher das Bändchen ebenso viele Verbreitung finden, wie seine beiden Vorgänger. Vom griingoldneu Baum. Humoristische Plaudereien von Otto Ernst. Mit Buchschmuck von Max Bernuth, broschiert Mk. 2-50, gebunden Mk. 3 50. „Du hast ein gutes Arbeitsmotto, Von dem Du niemals Dich entfernst; Denn den Humor betreibst Du, Otto, Mit wahrhaft künstlerischem Ernst." Diese dem Dichter gewidmeten Verse der „Lustigen Blätter" treffen den Nagel auf den Kopf. . Der Humor, der hier zu Worte kommt, läßt sich nicht besser in seiner^ Eigenart erfassen, als wenn man Vierbaum oder Blumenthal rhm als Folie gegenüderhätt. In diesem Otto Ernst, wie er hier viel reiner üdch und freier als im „Frohen Frrbenspiel" und in den „Gerühigen Leben" zu Worte kommt, ist etwas von der Wucht der Nordseewotze und der satten Schwere der. Scholle des Marschlandes. einTon/ der an die besten Engländer und unter den Deutschen an Fritz Reuter erinnert. Einige der hier gesammelten Humoresken kennt man hierzulande schon aus der „Neuen Freien Presse". Sie lassen aber auch in der Wiederholung nichts von ihrem Reiz vermissen, wozu frettich auchdie geschmackvollen Kopf- und Schlußbrldchen des Illustrators ein wenig beitragen. Etwas so Inniges, heut sagt man in gewiffen Kreisen „Deutsches", wie „Die späte Hochzeitsreise" hat die' moderne Literatur nicht oft aufzuweisen. Daß vollends die Philijqnca gegen die emanzipierte Frau („Meine Damen!") fast einzig in ihrer Art dasteht und ein ganzes Meer nüchterner Beweisgrwcke reichlich aufwiegt, wird dem Dichter niemand bestreiten könnem Das Erfreulichste an dem Buche, das in seiner Reinheit jedem Alter und Geschlecht warm empfohlen werden kann, ist die Erkenntnis, wie Ernst in seiner Art immer Vollkommeneres bietet. / Wir erhoffen noch aus seiner Feder viele solch köstliche Gaben, v'; ' ■ a. Kriefkastenwährend des Kindesaltcrs der Bechorim) fasten Donnerstags 12. Nissan. Beziehungsweise die Veranstaltung des Sejum findet Donnerstag statt. Renegat. Gelegentlich einer Zeichnung des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Wien schreibt der Feuilletonist der ,-Köln. Zeitung^ (19. März): „Die zahlreichen Getauften werden oft zu Antisemiten, noch ehe das Wasser verdunstet ist." So macht sich die Ehrlosigkeit der Wiener Täuflinge auch in nichtjüdischen Kreisen recht unangenehm bemerkbar. Arier. Der verstorbene Baritonist Leopold Demuth von der Wiener Hofoper wurde von der christlichsozialen Preßmeute viele Jahre hindurch regelmäßig verunglimpft, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil man ihn für einen Juden hielt. Er sah sich deshalb genötigt, seine christliche Abstammung dokumentarisch nachzuweisen. Etliche Tage später sang Demuth den Almaviva im „Figaro" und in dem führenden, christlichsozialen Blatte war wörtlich zu lesen: „Unser Demuth ersang sich einen großartigen Applaus, er war glänzend wie immer." Die moralische Qualität der arischen Rasse offenbart sich auch in der Kunstkritik. W. W. in K. Die Behauptung antisemitischer Blätter, daß der französische Liquidator Duez, dessen Millionenbetrug die Gemüter in Frankreich jetzt so sehr erhitzt, Jude sei, ist vollständig aus der Luft gegriffen. Duez legte nach außen hin immer großen Wert auf streng kirchliche Gesinnung und hatte vor einigen Jahrennoch eine Audienz beim Pavste. Jüdische Tischgesellschaft, Brünn. S. T. ist Jude. Notiz. Jüdisches Theater, Regie M. Siegler, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag. 1. April: „Tate Mames Zu res". Samstag, 2. April: „Das X. Gebot". Ab Sonntag, 3. April: „Der Ger". Dienstag, ö. April: Benefize und Ehrenabend des Frl. Elise Weintraub und J. Aschkenasy. Zur Aufführung gelangt: „Die Wahnsinnige aus Liebe". Die weiteren Tage: „D e r G e r". Danksagung. Anlässlich meines 70 jährigen Wiegenfestes sind mir von seiten meiner Gönner und Freunde so viele Glückwünsche und Beweise des Wohlwollens zugekommen, dass ich ausserstande bin, selben speziell zu danken, und bitte auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank entgegenzunehmen. David Schwarz, Schiiftenmaler 111., Radetzkystrasse 10. Konkurs. Bei der israel. Kultusgemeinde in Teschen (Oesten.- Schlesien) gelangt die Stelle eines zur Besetzung. KantOPS Gesuche um Verleihung dieses Postens, welchen der Nachweis über entsprechende musikalische Bildung, alltällige Befähigung zur Vornahme sonstiger ritueller Funktionen, sowie ein vollständiges Curriculum vitae beizuschliessen sind, müssen bis I. Mai 1910 beim gefertigten Kultus Vorstände eingebracht werden. Teschen am 23. März 1910. Dr' S-, Mitglied des Zentralwahlkomitees.; , Was Herr Hofbauer sagte, entspricht vollständig der Sachlage. Leute, die sich aus dem Judentum geflüchtet haben, jüdische« Wählern als Kandidaten empfehlen, heißt au sie eine. ehrlose Zumutung richten, sie einem argen Gewiffensnväng «nterwersen. Selbst die Wahl eines christlichsozialeu Paxjerruaunes ist iu diesem Falle keine solche Ehrlosigkeit als die Wahl eines Renegaten. Darüber ist die große Majorität jüdischer Wähler mit sich einig. Äd^Sommer. Zelleudorf. I. Bedikaß Chomez findet iu der Nacht auf An 13. Nissan, also Donnerstag Abend vor Peffach statt, und-zwar ganzen gleicher Weise, wie sonst am Abende auf den 14l Mssäu. .2. .Am 13'. Nissan, Freitag 10 Uhr, findet das Verbrennen des Chomez statt, ohne baß dabei Köl Chamiro gesprochen wird. 3. Am Mäbbath Erew Peffach darf, wie immer an Erew Peffach, nurl bis M der vom Gesetz vorgeschriebenen Tageszeit, in diesem Jqhöe btC9 Uhr morgens, Chomez gegessen werden. .4. Um 10 Uhr/ wirdriras Kol Ehachiro gesprochen, wie es in anderen Jahren beim' Chopnez-Verbrermeu geschieht. 6.. Die Bechorim (oder deren Väter der Präses der isr. Kultusgemeinde: Jac. Sil berstein. Mi$cb-ttieologi;ctie$ Seminar, Breslau. Das Sommerhalbjahr beginnt Dienstag den 3. Mai. Anmeldungen sind zu richten an den derzeitigen Vorsitzenden Dr. S. Horowitz. Q/aVk'rn'PToTollnr» se^ drei Jahren an einem für die OLrlll lJLuöuüilcI Juden der Österreich.-ung. Monarchie höchst nützlichen statistischen Werke arbeitend, dabei bereits seine Ersparnisse eingebüsst hat, bittet um nachmittägige Beschäftigung — sei es als Sekretär, Korrespondent oder Buchhalter, welch alle Tätigkeiten ihm sehr geläufig sind — die ihm die Vollendung seines Werkes ermöglichen würde. Gef. Zuschriften erbeten an die Redaktion dieses Blattes unter „Schriftsteller“. G.