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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-25 · 12 (25.3.1910) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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SsuBSflaMB Seite 212 den Delegierten der Kultusgemeinde Herr Vertreter Dr. Markus Spitzer in einer geistreichen und schwungvollen Rede den Verein des Wohlwollens der Kultusgemeinde versicherte, wofür ihm vom Vorstande der wärmste Dank ausgesprochen wurde. Wie». (Beth-Hamidraich Talmud-Thora, II., Malzaaffe 16.) Samstag den 26. Marz, nachmittags 3 Uhr. findet daselbst ein Vortrag des Herrn Rabbinats-Kandidaten Böla Fischer statt. Thema: «Jbn Esras Exegese zur Megilath Esther." — Sonntag den 27. Marz, halb 7 Uhr abends, findet ein Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Dr. M. Roseumanu. Gemeinde- Rabbiners statt. Thema: »Die Anuffim oder die Marranen des spanischen Judentums". Wie«. (JüdifcherSch ul verein für den IX. Bezirk) IX., Grüne Torgasie 19. (IX. Vereinsjahr.) Die Aufnahme für den Bar-Mizwah-Kurs findet Montag und Mittwoch von 7*5 bis 7 Ubr. Dienstag und Donnerstag von 7-5 bis 7-6 Uhr, Sonntag von 10 bis 12 Uhr statt. Wie«. (Todesfall.) Freitag den 18. d. M. fand das Leichenbegängnis des am 16. d. M. nach langem Leiden verstorbenen Herrn Ernst Lederer, Sohn des Herrn Adolf und der Frau Emma Lederer, unter überaus starker Beteiligung von Verwandten. Freunden und Bekannten statt. Der Verstorbene, der erst im 24. Lebensjahre stand, war im Geschäfte seines Vaters, welcher Generalvertreter der königl. landesbef. Agramer Lederfabrik ist, tätig und erfteute sich infolge seiner ausgezeichneten Charaktereigenschaften und seines liebenswürdigen Wesens in allen Kreisen besonderer Beliebtheit. Namens seiner Freunde hielt Herr Oberingenieur Fritz Eisler dem Verblichenen am Grabe einen warm empfundenen Nachruf. Von Nah und Fein langten zahlreiche Kondolenzen und Kranzspenden ein. Wleu-Floridsdorf. (Purimfeier für die israel. Schuljugend Floridsdorfs.) Sonntag den 27. d. M., präzise 10 Uhr vormittags, findet im Amtsgebäude der israel. Kultusgemeinde, XXI,Holzmeistergaffe 12, eine Purimfeier für dieFloridsdorfer Schuljugend statt. Dieselbe wird eröffnet mit einer Auivrache des Herr Rabbiners Dr. Rosenmann, hierauf folgt die Auffiihrung eines Purimfestspieles. Austritte aus dem Judentum Vom 13. März bis 19. März 1910. Bernat Isidor, Sänger, geb. 8. November 1898, Wien, 18. Bezirk, Antonigasse 50. Fischer, Oskar, Ing., Chemiker, geb. 1. November 1886, 3. Bezirk, ' Hauptstrasse 15. Fischl Clara, Private, geb. 6. Dezember 1878, Wien, 1. Bezirk, Kolowratring 8. Goldarbeiter Paul, Verkäufer, geb. 26. Jänner 1885, Wien, 1. Bez., Bäckerstrasse 6. Goldfinger Louise, Kontoristen, geb. 6. Juni 1893, Mödling, 4. Bez., Alleegasse 48. Hirsch Marie, Ladenmädchen, geb. 27. Oktober 1891, Wien, 10. Bez., Hardtmuthgasse 65. Hofmann Dr. Moritz, k. k. Oberkontrollor, geb. 24. Juni 1865, in Polnisch-Ostrau. Kraus Hermine, Private, geb. 1. Februar 1886 in Marienbad, 4. Bez., Weyringergasse 19. Seiboldt Anna, geb. Weiss, Skontistensgattin, geb. 26. Dezember 1868, 2. Bezirk, Taborstrasse 5. Wiener Johanna, Geschäftsführerin, geb. 15. Juni 1862 in Wien, 3. Bezirk, Hauptstrasse 115. Winter Rosa, Private, geb. 1. August 1875 in Wien, 18. Bezirk, Gentzgasse 15. * . * Perl Karl Wilhelm, Fabriksbeamter in Troppau, geb. 1. März 1875 in Ober-Gerspitz. Klattau, 18. März. (Aus der Kultusgemeinde.) Unser Synagogenvorsteber Herr Lazar P o l l a k, der sein Amt durch mehrere Dezennien mit seltener Gewiffenhaftigkeit verwaltet, feierte dieser Tage sein achtzigstes Geburtsfest und war deshalb Gegenstand zahlreicher verdienter Ovationen. — Herr J.U.Dr. I. Steiner. Landesadvokat, hat aus Gesundheitsrücksichten auf seine Stelle als Ortsschulinspektor zum Leidwesen der Gemeinde und unserer Schule verzichtet. Der Genannte war stets ein aufrichtiger Freund der Lehrer und Zöglinge und zeichnete sich dnrch besondern Takt aus; an seine Stelle wurde Herr Moriz Löwy gewählt. — In der hiesigen Gemeinde ist der Posten eines Oberkantors sofort zu besetzen. Gesuche sind an den Kultusvorstand zu richten. SP. - W? Hamburg Die hiesige Tempelgemeinde hat in diesem Winter eine neue Veranstaltung eingeführt, welche, wie die überaus rege Beteiligung beweist, allgemeinen Anklang findet. An einem Sonntag Vormittag jeden Monats findet im Tempel eine Versammlung statt, bei der abwechselnd einer der Herren Prediger Dr. Leimdörfer und Dr. Sonderling einen Nr. 12 religiös-wissenschaftlichen Vortrag hält. Der Betreffende erscheint nicht im Ornat, um zu kennzeichnen, daß es sich nicht etwa um einen Sonntagsgottesdienst handelt. Am verflossenen Sonntag sprach Herr Dr. Leimdörfer über das Thema: Das Problem der Erhaltung Israels". Ausgezeichnete jüdische Landwirte. Das Pariser „Journal Officiel" registriert folgende Ernennungen: Joseph Bluin, Maire von Ain-Sidi- Cherif (Oran), zum Offizier do Merite Agricole. Zu Chevaliers desselben Ordens die jüdischen Landwirte Elicha Bechiinol. Edelobstgärtner in Cette (Algier), Elie Kermoun in Calle (Algier) und Sadia Chohen in Vougie. Ein jüdischer Staatssekretär in Italien. Wie römische Blätter melden, wurde der Deputierte Elia Morpurgo zum Staatssekretär der Post- und Telegraphenverwaltung ernannt. Feuilleton. ILngUngssahre. Roman von Hermann Blumenthal. XVII. Ein „jüdischer Künstlerabend". Eines Samstags fiel der Diskussionsabend aus. Dafür gab es einen „jüdischen Kunstabend", den Markus schon lange vorbereitet hätte. „Was stellen Sie sich unter „jüdischer Kunst" vor?" fragte Dawid, als ihm Markus die Einladung überbrachte. „Sie werden einwenden, die Kunst sei international"^ erwiderte Markus. „Doch ich sage Ihnen, wir haben eine Kunst, die jüdisch ist. . . . Unsere Künstler stehen heute noch zum großen Teil dem jüdischen Volksbewußtsein fern und so opfern wir unsere besten Kräfte den anderen Nationen. . . . Wir liefern den Völkern Künstler und Staatsmänner. Wenn Sie von einem großen Manne hören, können Sie in ihm einen Juden wittern. Er selbst muß kein Jude sein, aber jüdisches Blut rollt gewiß in seinen Adern. Bedenken Sie. wie viele Massentaufen vor Jahrhunderten in Deutschland allein stattgefunden haben! Ganze Gemeinden sind übergetreten, um nicht zum Scheiterhaufen gieschlepvt zu werden. Zweifeln Sie da noch an dem „jüdischen Geist"?" „Sie stellen gewagte Behauptungen auf", sagte Dawid. „Doch Sie wollten von der Existenzberechtigung einer „jüdischen Kunst" sprechen".... „Jetzt komme ich darauf. , Ich wollte Ihnen sagen, daß wir uns zu viel um die Interessen anderer kümmern und dabei das Judentum im Stich lassen. Wir Zionisten wollen die jüdischen Kräfte für uns ausnützsn, denn wir haben jüdische Sorgen. Wer tritt für uns in Stunden der Not ein? — lleberall sind die Juden die Ersten — solange man sie braucht. Dann gibt man ihnen einen Fußtritt. So ist es auch in der Kunst! Warum treiben die Nationen einen Kult mit ihren Dichtern? Jedes Volk hat das Bestreben, eine Heimaiskunst, ein-m Nationalschatz zu haben und darum verlangen auch wir, daß unsere Dichter und Denker für das jüdische Volk schreiben sollen. ..." Sie redeten noch lange und jeder wollte den anderen überzeugen. Dann ging Markus und seine letzten Worte waren: „Wir sprechen uns am Samstagabend. Sie werden sehen, daß wir eine jüdische Literatur haben. . . . Sie haben ein starkes, jüdisches Gefühl, Segenreich, nur Dr. Blochs Wochenschrift.

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