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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-03-18 · 11 (18.3.1910) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Wachs Wochenschrift. Sette 195 Wien. <Trauerand acht.) Am 15. d. M. fand zur Erinnerung an den jüngst verstorbenen Herrn David Horwitz s. A., Sohn des verstorbenen Rabbiners Lazarus Horwitz, in der Schönlatern- Synagoge, deren langjähriger Obmann der Verstorbene war, einen Hesped statt. Die Synagoge war in allen ihren Räumen von Trauergästen dicht gefüllt. Es waren erschienen: Der Präsident der israelitischen Knltusgemeinde Herr Dr. Alfred St ern, Vertreter Doktor Markus Spitzer, Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, die Rabbiner M a y e r s o h n, Kramer. Dr. Bach, Friedmann und Schenk; Erster Sekretär kais. Rat Dr. Lieben, Sekretär Doktor Adler, Amtsleiter F r e i st a d t, Sekretär des Gemeindebundes Jakob Kraus, Vertreter der Tempelvereine: Adolf Hoffmann, Jakob Straßberg, Bernhard Hofbauer, Markus B o n d i; ferner Bethausvorsteher Theodor K o h n, Dr. Jakob Nierenstein. Alexander K a l l i e r, Professor Dr. Heinrich P o l l a k, Maler David K o h n u. v. A. Der Vorstand der Schönlatern-Synagoze war in Abwesenheit des Obmannes Herrn Dr. Alfred Berger mit Obmannstellvertreter S. Goldmann vollzählig erschienen. Von den Leidtragenden waren die zwei Söhne, eine Tochter, die Geschwister, Enkel und alle in Wien wohnenden Verwandten des Verstorbenen anwesend. Nach dem Minchagebete hielt Oberrabbiner Dr. Güdemann den Hesped. In althergebrachter traditioneller Weise schilderte er die hervorragenden Charaktereigenschaften des Dahingeschiedenen, der in allen seinen Lebenslagen, sowohl in seinen zum Wohle des Judentums ausgefüllten Ehrenstellen in Brody, wie auch später in seiner Zurückgezogenheit nicht nur dem berühmten Stammbaum Horwitz, dem der Tahingeschiedene entsprossen, alle Ehre gemacht, sondern auch aus sich heraus zu einem Manne herangebildet habe, der die Hochschätzung aller, die ihn kannten, in vollstem Maße verdiente. Geistreich führte Herr Oberrabbiner aus,. daß David Horwitz, wie jede Charaktergröße, nicht nur einen Eigennamen besessen, der ihm auf seinem Lebensweg mitgegeben wurde, sondern auch einen eigenen Namen erworben habe, der ihm erst den wahren dauernden Wert verleiht. Und diesen eigenen Namen erwarb sich David Horwitz von seiner frühesten Jugend als Kämpfer für sein Volk und seine Religion, später in Brody als Schöpfer jüdischer Schulen und Förderer jüdischer Wissenschaft und dann in Wien als Stütze wahrer, echter Frömmigkeit. Und auf allen seinen Lebenswegen geleitete ihn die Anerkennung seiner Mitmenschen, die ihm bis übers Grab hinaus gewahrt bleiben wird. Nach dieser eindrucksvollen Trauerrede trug Herr Kantor Weinstein in tiefempfundener Weise das „El mole Rachamim" vor, womit die erhebende Trauerfeier einen würdigen Abschluß fand. Jüdische Toynbeehalle XX., Othmargasse 46. Eine Reihe höchst anerkennenswerter Leistungen wiesen die in den letzten Wochen stattgehabten Samstagabend-Konzerte der Toynbeehalle auf. — Am 19. Februar war es ein Kammermusiktrio, in welchem Herr Bettelheim jun., Schüler des Herrn Prof. A u b e r, und der Pianist Czerniawsky mitwirkten, das künstlerisch Hochzuwertendes bot. Frau Dr. Reif, eine Schülerin der Gesangsmeisterin Frau M i t t e r, erzielte für ihre Vorträge reichen Beifall. — Am 26. Februar verblüffte der elfjährige Geiger Mischa Stielmann durch sein virtuoses Spiel die Zuhörerschaft, welche au diesem Abende auch Gelegenheit hatte, sich an den reizenden Rezitationen des Fräulein Lolly Lederer und den Klaviervorträgeu der Pianistin Marianne Lederer zu ergötzen. — Am 5. März hatte die Gesangsmeisterin Frau Else Frennd-Funk das Arrangement des Abends übernommen und deren treffliche Schülerschar bewährte sich, gleichwie in den früheren Konzertabenden, auf das Beste. — Am 12. März brachte das Dilettantenorchester der Frau Wodniansky, dirigiert von Herrn Kapellmeister Adolfe Wiener ernste und heitere Weisen exakt und wirkungsvoll zum Vortrage. Das nächstwöchentliche Vortragsprogramm wurde wie folgt festgesetzt: Freitag, den 18. d. M. Bibelvortrag, Religionslehrer Leopold Weiß. Samstag den 19. d. M. Konzert, Arrangement Herr Organist Menzer. Sonntag den 20. d. M. „Der gerechte Fürst" in Tausend und eine Nacht (Harun al Raschid), Schriftsteller Adolf Gelber. Montag den 21. d. M. „Medizinisches des Alltagslebens", Fräulein Dr. Amalia Friedmann. Dienstag den 22. d. M. „Jiddisches in Literatur und Musik", Herr I. Grob. Mittwoch den 23. d. M. „Unsere Mädchenerziehung", Sekretär Jacob Kraus. Donnerstag den 24. d. M. „Aus der jüdischen Geschichte" Rabb.-Kand. Bola Fischer. Jüdische Toynbeehalle. XV., Herklotzgasse 21. Mit einem hochinteressanten Vortrage des Präsidenten der „Jüdischen Toynbeehalle", Herrn Dr. Samuely, über das jüdische Kunstgewerbe in Jerusalem und das segensreiche Wirken der „Bezalel"-Schulen schloß die diesjährige Vortragssaison der Fünfhauser Toynbeehalle. Den künstlerischen Teil des Abends besorgten die Herren Fritz Hausner und Hans Baß. Herr Hausner brachte einige Violinstücke zum Vortrage und Herr Baß bewies neuerdings seine oft bewährte Meisterschaft in der Begleitung auf dem Klaviere. Das Publikum lohnte sämtliche Vortragenden durch reichen Beifall. Wien. (Heimann-Kostümkränzchen.) Das diesjährige Kostümkränzchen des Tanzinstitnts I. Heimann wird Samstag den 19. März im Kursalon unter der Devise: „Im Reiche der Blumen" abgehalten. Die Beliebtheit, deren sich das Institut und seine Veranstaltungen erfreuen, sowie die Vorbereitungen, welche zu dem Feste diesmal getroffen werden, versprechen auch heuer eine rege Teilnahme und animierten Verlauf. Wien. (Israel. Frauen-Wohltätigkeits- Verein für Hausarme in Wien.) Dienstag den 22. März 1910, 6 Uhr abends, findet im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock eine Fest-Generalversammlung anläßlich des 40 jährigen Vereinsbestandes statt. Wien. (Bethausverein „M ontefiore", II., Tabor st aße 38.) Die Installierung des Bereinsrabbiners Herrn Moriz F l e s ch, derzeit Religionsprofeffor in Ungarisch- Brod, findet Freitag den 18. d. M. um 5 Uhr 40 Minuten abends, die Antrittsrede am Samstag den 19. d. M., 10 Uhr vormittags, statt. Wien. Die 25. Generalversammlung des Krankenunterstützungsvereines „Liwias Chen" findet Sonntag den 20. März 1910, Präzise 5 Uhr abends, im Vereinslokale, II., Stefaniestraße 2 (Stefaniehof) statt. Wien. Die XIII. ordentliche Generalversammlung des Vereines „Kinderheim", Verein zur Gründung und Erhaltung von Heimstätten für verkrüppelte, rekonvaleszente und schwache Kinder jüdischer Konfession, findet am 19. März 1910, abends halb 8 Uhr, im „Restaurant Tonello", II. Obere Donaustraße 99, statt. Gäste willkommen. Wien. (Beth-Ha midrasch Talmud-Thora, II.. Malzgasse 16.) Freitag den 18. März, abenls halb 8 Uhr, findet ein Vortrag des Herrn Professor Atoritz Avtscherl statt. Thema: „Was erzählt uns der Monat Adar".— Samstag den 19. März, nachmittags 3 Uhr, Vortrag des Herrn Rabbinats-Kandidaten Bsla Fischer. Thema: „Targum Scheut". — Sonntag den 20. März, halb 7 Uhr abends, findet ein Vortrag Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Rosenmann statt. Thema: „Die Anuffim oder Marranen des spanischen Judentums". Wien. (Humaniärer Verein derMattersdorfer i n W i e n.) Dieser Verein veranstaltet am 27. d. M, 9 Uhr abends, in den Prachtsälen des Hotel „Bayrischer Hof", II.. Taborstraße 39, eine „Pu, im - Feier", Wohltätigkeitsakademie mit Tanzkränzchen, welche voraussichtlich sehr animiert verlaufen wird. Ihre Mitwirkung haben bi sh er bestimmt zuqesagt: Fräulein Mimi Marlow, Fräulein Trude Boigt, Herr Sigwart Grnder, Herr Hofopernsänger Hans Bnrkstädt, Herr Ernst Oesterreicher. Die Musik besorgt die Kapelle des k. k. bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regimentes Nr. 1 unter persönlicher Leitung des Herrn Kapellmeisters Ferdinand Domansky. Das Tanzarrangement hat Herr Tanzlehrer Rudolf Heimann übernommen. Entree im Vorverkauf K 2.—, an der Kasse K 2. 50. Familienkarten K 6.—, an der Kasse X 8.—. Lektor Mayer Friedmann Stiftung des humanitären Vereines zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger. Der Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger, deffen Sitz beim Vereinsobmann Dr. I. Braun, II., Große Stadtgutgasse 7, sich befindet, hat zum Andenken an den Protektor und Begründer des Vereines, Herrn Lektor Friedmann sel. Andenkens eine Stiftung für arme, jüdische Kurbel ürftige in Bad Hall kreiert. Bisher sind für diese Stiftung Kronen 1030 gezeichnet. Der Vorstand bittet Spenden für diese Stiftung an den Obmann Dr. Jfidor Braun» Wien, II., Große Stadtgutgasse 7, einsenden zu wollen, welche in der „Oesterreichischen Wochenschrift" ausgewiesen werden. Wien. Der Brigittenauer israel. Unterstützungsverein veranstaltet Sonntag den 27. März 1910 im „Hotel Savoy", VI., Mariahilferstraße 81, einen Theaterabend mit Tanzkränzchen. Beginn präzffe 8 Uhr. Ballmusik der Kapelle des k. u. k. boSn.-herz. Infanterie-Regiments Nr 1. Das Reinerträgnis fließt dem Unterstützungsverein zu. Eintrittskarten k K 2.— sind bei den Vereinsmitgliedern sowie in den Kaffee- und Gasthäusern des XX. Bezirkes erhältlich. Wien. (Hebr. Konversationsklub „Jvriah"» Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1.) Samstag, den 19. d. M. 77* Uhr: Diskussion über die verschiedenen Auffaffungen des Judentums.

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