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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-02-18 · 7 (18.2.1910) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
7 (18.2.1910)
Date
1910-02-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 132 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 7 an 148 Abenden Veranstaltungen stattgefunden haben, hievon an 103 Abenden populär-wissenschaftliche Vorträge aus den verschiedensten Wifsensqebietcn, 23 Konzert- und 22 Bibelabende. Die Frequenz beträgt durchschnittlich 200 Personen pro Abend, sohin insgesamt zirka 30.000 Personen pro Jahr. Filialveranstaltungen der Toynbee-Halle finden an jedem Samstag im XV. Bezirke, in den Räumen des Kinderhortes statt und es ist auch dier der Besuch ein recht befriedigender. Auf das Jahr 1909 entfallen dort 16 Abende mit mehr als 3000 Personen Frequenz. Eine höchst erfreuliche Entwicklung nehmen die unentgeltlichen Untcrrichtskurse des Vereines, welche von bewährten Berufslebrkräften abgehalten werden. Dermalen sind 2 Anfängerkurse und 1 Kurs für Vorgeschrittene aus englischer Sprache mit je 40 Schülern und 1 Stenographiekurs mit 35 Schülern imBetriebe. An 6 Sonntag-Nachmittagen haben die unter der Bezeichnung „Kinderjause" stattfindenden Belustigungen, Bewirtungen und Beschenknngen von armen Schulkindern fast 2000 Schützlinge in den Räumen der Toynbee-Halle versammelt. Die Aermsten hiervon wurden mit Kleidern beteilt. Kränkliche der ärztlichen Obsorge zugcführt. Die Vorträge wurden von 65 Dozenten bestritten. Das Arrangement ganzer Konzertabende hatte an 16 Tagen je eine Persönlichkeit übernommen, darunter auch 4 Orchesterkonzerte und 3 Kammermusikabende. Als erfreulich must noch begrüßt werden, daß gerade im Berichtsjahre eine gesteigerte Frequenz von jugendlichen Besuchern wah nehmbar wurde. Nach Erstattung des Kaffaberichtes durch Herrn Franz Katz und des Revisionsberichtes fand die Wiederwahl der bisherigen Funktionäre, ferner der Herren Komerzienrat Roseuzweig, und Hermann Ellbogen, in die Vereinsleitung statt. In den nächsten Tagen gelangt der Detailbericht des Vereines zur Versendung. Jüdische ToynbeehaUe. XV., Herklotzgaffe 21. In der gewohnten feffelnden Weise verstand es Herr Oberlehrer Riesenfeld in seinem am 12. d. M. abgehaltenen Vortrage über „Machtkämpfe und Judenschicksale im XIV. Jahrhundert" den Hörern einen tiefen Einblick in wahrhaft intercfiante Phasen der Geschichte des Judentums zu bieten. Der Reiz der Darstellung Riesenfelds liegt in der gemeinverständlichen, vielfach durch Humor und Satire durchsetzten Form, mit der er selbst die Besprechung der wichtigsten geschichtlichen Probleme dem Verständnis seiner Zuhörer anzupaffen vermag. Der künstlerische Teil des Abends stand ebenfalls auf besonderer Höhe. Ein junger Künstler, Hugo Gottesmann, gab in einigen Vorträgen auf der Violine Beispiele einer Virtuosität, die ihm die vollste Anerkennung seiner Zuhörer verschaffte. Frl. Stella W a n g, seine treffliche Begleiterin auf dem Klaviere, batte an dem Erfolge redlichen Anteil. Die folgenden Vorträge des Herrn Rott verrieten die Schule seines trefflichen Meisters Kutsch er a. Der Erfolg wäre jedoch bei weitem ein befferer geworden, wenn Herr Rott bei der Wahl der vorgetragenen Gedichte etwas mehr Rücksicht auf Geschmack und Empfinden des Publikums der Toynbeehalle genommen hätte. Einen besonderen Erfolg batte Herr Leo F i n k e l st e i n zu verzeichnen, der mit guten Stimmitteln und richtiger Empfindung einige Lieder vottrug. Die Klavierbegleitung besorgte Fräulein Gifa Singer, eine tüchtige Schülerin Alfred Grünfelds. Am 19. d. M. findet ein großes Konzert unter Leitung der Frau Professor Funk-Freund mit reichhaltigem Programm statt. Die Vorträge finden im Jüdischen Vereinshause (XV, Herklotzgasse 21) statt und beginnen genau halb 8 Nhr abends. Anmeldungen für künstlerische Mitwirkung sind an Herrn Kommerzialrat Leop. Baß, XII., Schönbrunnerstraße 209 zu richten. Wien. Der akademische Verein „Jüdische Kultur" veranstaltet anläßlich des fünfzigsten Todestages des berühmten Schriftstellers I. B. Lewinsohn eine Gedenkfeier. Ort: Vereinslokal (II,Blumauergaffe 20). Tag und Zeit: Montag, 21. Februar 1910. 8 Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen. Jüdischer Verein „Einheit". Mit Bezug auf den in Ihrem geschätzten Blatte vom 5. Februar veröffentlichten Artikel eines Studenten beehre ich mich, dem Schreiber folgendes zu erwidern: Es freut den Vorstand, anerkannt zu finden, daß die Lokalitäten schön, die Speisen gut sind und alles nett ist; es ist natürlich, daß dadurch der Zuspruch ein bedeutender ist und die Lokalitäten zu klein werden. Vor zirka 4 Monaten haben wir mit unzureichenden Mitteln begonnen und bedeutende Schulden für die Jnvestation gemacht. Dank der Munisizenz unserer vielen Glaubensgenossen, konnten wir schon vieles abzahlen, können uns aber nicht entschließen, bevor nicht die alten Schulden gedeckt sind, neue Lasten auf uns zu nehmen. Obwohl 800—1000 Personen täglich speisen, müssen viele Leute, sowohl in dem großen Speisesaal, als auch in der Studenten-Mensa wegen Raummangel ungespeist fortgehen. Wenn uns sowohl die dazu Berufenen, als auch munifizente Glaubensgenossen pekuniär an die Hand gehen würden, wollen wir uns gerne der schwierigen und verantwortungsvollen Aufgabe einer Vergrößerung unterziehen. Auch unsere Ehrendamen, die wirklich Uebermenschliches leisten. sind zu noch größerer Arbeit bereit. Bernhard Hosbauer, Obmann des Jüdischen Vereines „Einheit". Wien. Der Vorstand des Vereines „Lipias Ehen« gibt hiemit bekannt, daß der Talmudist Herr Abr. Landmann aus Wilna jeden Samstag von halb 4 bis 5 Uhr nachmittags Vorträge über den laufenden Wochenabschnitt im Bethause II., Stephaniestraße 2, abhalten wird. Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk, Grünethorgasse iS. Die ordentliche Generalversammlung findet am 20. d. M., 8/44 Uhr nachmittags, im Vereinslokale statt. Sollte diese Generalversammlung nicht beschlußfähig sein, so findet eine Stunde später eine Generalversammlung mit gleicher Tagesordnung statt, welche ohne Rücksicht auf die anwesende Anzahl von Mitgliedern beschlußfähig ist. Wien. (Hietzinger Frauen-Wohltätigkeitsverein.) Samstag den 19. Februar 1910 findet im „Parkhotel Schönbrunn", Wien, XIII., Hietzinger Hauptstraße 12, eine Wohltätigkeitsakademie mit anschließendem Ball des Hietzinger Frauen-Wohltätigkeitsvereines statt. Wien. (Anmeldungen für die Ferienkolonien und das Seehospiz.) Die Ansuchen um Ausnahme von Schützlingen für die Kolonien des Kaiser Franz Josephs-Ferienheim und für das Oesterr. Kaiser Franz Josephs- Jubiläums-Seehospiz beginnen am 23. d. M. und werden allwöchentlich Mittwoch und Freitag von 3 Uhr nachmittags ab im Vereinsbureau IX., Türkenstraße 17, entgegengenommen. Hiezu haben Vater, Mutter oder Pflegeeltern mit dem betreffenden Kinde unter Mitbringung eines Mittellofigkeitszeugniffes sich persönlich einzufinden. Die Anmeldungen werden Ende April geschloffen und können später vorgebrachte Ansuchen keinesfalls Berücksichtigung finden. Wien. (Todesfall.) Aufrichtige Teilnahme erweckt der Heimgang des Hausbesitzers und Bürgers der Stadt Wien Herrn Ignaz Reschovsky. Der Heimgegangene war ein treuer Jude und hat vielfach Zeit, Mühe und materielle Opfer den jüdischen Angelegenheiten in vielen Vereinen für Kultus und Wohltätigkeit in Mariahilf gewidmet. Seine persönliche Güte und Liebenswürdigkeit haben ihm viele Freunde erworben, die ihm ein treues Gedenken bewahren. Wien. Sonntag, den 13. d. M. fand im Bethause des Allgem. Oesterr.-Israel. Taubstummeninstitutes eine Andachtsfeier für den verstorbenen Prokuristen des Bankhauses S. M. v. Rothschild, Herrn Emil Horner, statt. Er war ein hochgeschätztes Mitglied des Kuratoriums der Anstalt. Herr Dr. Arthur Kuranda, der Präsident, und alle Mitglieder des Vorstandes, mit Ausnahme des Herrn k. k. Baurates Wilhelm Stiaßny. der durch Krankheit verhindert war, waren anwesend. Von den Familienangehörigen des Verstorbenen erschienen: Frau Helene Horner, die Witwe, mit einem ihrer Söhne, Herr und Frau Dr. Horner: Frau Carlota Horner , Herr und Frau Dr. Mahler, Herr und Frau Süß, Herr und Frau Dr. Singer, Herr und Frau S. Vierer und andere Angehörige. Herr Richard Bettelheim vom Bankhause Rothschild und andere Freunde nahmen auch an der Trauerkundgebung teil. Dr. M. Friedeberger, der Direktor des Institutes, gedachte in einer ergreifenden Ansprache des Grundzuges in den ausgezeichneten Charaktereigenschaften des seligen Herrn Emil Horner, welcher sein Wirken, wie in so vielen anderen, so auch in diesem Rate der Verwaltung der Wohltätigkeitsanstalt so unschätzbar wertvoll gestaltete. Mit dem Verlesen des Kaddischgebetes durch einen Zögling der Anstalt schloß die Trauerfeier. Austritte aus dem Judentum Vom 6. bis 12. Februar 1910. Brunner Julie, Komptoiristin, geb. 9. März 1880, Wien, XX., Wolfsaugasse 9. Bury Felix, Bankbeamter, 25. Oktober 1883, XVIII., Währingerstrasse 117. Ebermann Jakob Leo, Dr., Schriftsteller, geb, 16. Jnli 1863, Draganowka, VII., Neubaugasse 53.

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