Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 3 (21.1.1910)
- Date
- 1910-01-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 52 Dr. Vlochs Wochenschrift. Jlt 8 „Wenn wir von Emigranten sprechen," sagte Nazim Bey, „so verstehen wir darunter nicht gerade Mohammedaner. Wir würden Juden ebenso willkommen heißen, wie Mohammedaner. Ungefähr 5000 rumänische Juden, nahezu lauter tüchtige Feldarbeiter, die durchschnittlich je 5000 Franken besitzen, haben bereits offiziell ungefragt, ob wir ihnen erlauben würden, sich in Mazedonien pnzusiedeln." Und das ist bloß ein Anfang. Nazim Bey hatte in Paris eine Zusammenkunft mit den Vertretern der „Jca", die dem Plane zustimmt. Die „Jca" habe die Zusage gemacht, die türkische Regierung bei der Bewässerung der betreffenden Gebiete mit Geldmitteln zu unterstützen. „In diesem Falle," sagte Nazim Bey weiter, „könnten wir einige tausend jüdische Familien nicht weit von Salonique, an den Ufern des Vardar-Teiches kolonisieren." Nazim Bey schloß die Unterredung: „Oh ja, ich hoffe, wir werden Erfolg haben. Das ganze ist jetzt bloß eine Zeitfrage. Das nötige Geld werden wir haben: die Regierung allein hat für diesen Zweck 1 Million 200,000 türkische Pfund assigniert. Damit können 1 Million Mohammedaner und 200,000 Juden in Mazedonien kolonisiert werden. Verrechnung der Pogrom-Sammlungen. Anläßlich der schrecklichen November-Pogroms im Jahre 1905 wurden in allen Ländern Europas und in Amerika jüdische Hilfskomitees gebildet, die für die Opfer der Massakres Sammlungen einleiteten. Die einzelnen Komitees sandten die gesammelten Summen an das „Russo-Jewish-Komilee" in London, das als Zentralstelle für die Hilfsaktion gewählt wurde. Das genannte Londoner Komitee veröffentlicht nun die Verrechnung der eingelaufenen Summen. Es sind insgesamt rund 474,000 Pfund Sterling eingelaufen, und zwar von: Jewish Relief Commitee, Newyork 240,000 Pfund Sterling, Russo-Jewish Commitee, London (inkl. Großbritannien und die Kolonien) 113,141, Hilfsverein der deutschen Juden, Berlin 39,000, Alliance Jsraelite Universelle, Paris 31,000, Israelitische Allianz zu Wien 22,101, Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden, Frankfurt a. M. 20,000, Jüdisches Hilfskomitee, Brüssel 3000, Hilfskomitee Basel 3828 Pfund Sterling. Nach verhältnismäßiger Befriedigung aller Ansprüche ergab sich Ende 1906 ein unverbrauchter Ueberschuß von 35,000 Pf. St.: da jedoch damals die Zustände in Rußland noch keine Beruhigung gewährten, wurde diese Summe vorläufig in London belassen. Die internationalen Komitees betrachten wohl auch heute noch die Lage in Rußland nicht als zufriedenstellend, glauben jedoch, daß in nächster Zeit an den Londoner Hilfsfonds keine Ansprüche gestellt werden dürften, weshalb der Vorschlag gemacht wurde, die erübrigte Summe den einzelnen Komitees im Verhältnisse ihrer Beiträge zu restituieren. Um jedoch im Falle eines Ausbruches neuer Unruhen für den ersten Moment gerüstet zu sein und um die so bewährte Organisation der internationalen jüdischen Hilfskomitees weiter zu erhalten, wurde schließlich beschlossen, von dem Gelbe 5000 Pfund Sterling als gemeinsamen Katastrophenfond bei der Vankfirma Rothschild u. Söhne in London anzulegen. Der letzte jüdische Staatsrat. Die russischen reaktionären Blätter haben eine schreckliche Entdeckung gemacht: Im russischen Finanzministerium dient ein Jude, namens Wilenkin. Und wird nach- «gefcrscht, wie ein Jude in diese Staatsstellung und zu dem Titel und Charakter eines wirklichen Staatsrates gelangt sei. Hierauf gibt die „Nowoje Wremja" die folgende Erklärung: Als Witte Finanzminister war, da wurde ihm Wilenkin von besonderer. Seite als tüchtiger Beamter empfohlen. Wilenkin wurde nach London als Gehilfe des dortigen russischen Finanzagenten Tatischtschew gesandt. Wilenkin erwies sich hier als so tüchtig, daß Tatischtschew ihn als seinen Nachfolger in London verschlug. Er erhielt jedoch den viel verantwortungsvolleren Posten eines Finanzagenten in Newyork. In Rußland heiratete Wilenkin die Tochter des bekannten Millionärs Seligmann und sein Einfluß in der Finanzwelt wurde so gefestigt, daß er selbst nach dem Sturze Wittes im Amte blieb und mit dem Titel „Wirklicher Staatsrat" Mch Tokio versetzt wurde, woselbst er noch heute gi.. einziger Jude eine so hohe russische Staatsstelle bekleidet. Vermischtes, KranzablösrmgSfpeude« zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenftetteugasse 4 für arme kranke Glaubensgeuoffen. Anläßlich des Ablebens des iel. Dr. Ludwig Freiherr von Oppenheimer: Von Philipp Fleisch! X 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Ko ll mann: Von Karoline Kollmann X 50.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Flora S t e i n b a ch : Von Finanzrat Dr. Jerome Stern X 20.—, kais. Rat Alois Lemberger 50—, Dr. Emil Lemberger 20.—, Hugo Perutz 20.—. Zusammen X 110.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Martin Braun: Von Albert Kohn X 20.—, Julius Neustadt und Frau 30.—, Sigmund Popper 40.—, Familie Karl Zilzer 15.—, Arthur Adler L 20.—, Direktor Wilhelm Kux 20.—. Zusammen X 145.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emil Schüler: Von Agnes Mandel X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Geza Bloch: Von Jakob und Marie Kann X 20.—, Arthur Kola 10.- , Em. Lustgarten 5.—, Adolf Zolles 20.—, Familie Moritz Berl 50.—, I. Z. Pollaczek 20.— Ludwig Spiegler 20.—, Richard Berl 20.—, Zisarsky 20.—. Zusammen X 185.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Reif: Von Frau Julius Reif X 3.—. Moriz Kohn, Alfred Alten, Max Kohn je X 2, zusammen X 6.—, B. B. 5.—. Zusammen X 14.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosalie Hülfreich: Von Mathilde Steiner X 5.—, Hugo Steiner 5.—, Otto Braun 5.—, Isidor Hülfreich 20.—, .Hans Niemak, Oberleut. 5.—. Zusammen X 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jykob L a u t e r st e i n: Von Dr. Ernst Adler jun X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Weiß: Von Moritz Breitncr und Frau X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Ludwig Schweiger: Von Julius Hertzka X 30.—, Ernst und Alice Klinger 20.—, Karl und Therese Lemberger 20.—, Karl Bondy 10.—, Armin und Elsa Lemberger 10.—, Max und Minna Schweiger 50.—, Charlotte Klinger 60.—, Paul und Emma Lemberger 20.—, Alois Schweiger 20.—. Zusammen X 230.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Heinrich Adler: Von Hofrat Dr. A. Politzer X 20.—, Julius Klein und Frau 30.—, Alfred Spielmann 10.—, Ing. Josef Spielmann 20,—, Dr. H. Grün 10.—, Dozent Dr. Karl Ullmann 15.—, Friederike Löw- Beer, Brünn, 50.—, Moriz Perles 20.—, Oberstabsarzt Doktor Haas 5.—, Oberstabsarzt Professor Dr. Albert Pick 5.—. Zusammen X 185.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emil Morgen st ern: Von Jakob Morgenstern X 10.—, A. Resek, G. Herrmann, M. Winter, Gustav Hermann, S. Kornmehl, I. Mährischl, Emil Stern, A. Grünwald 15.—. Berthold Lichtschein 10.—. Zusammen X 35,—. Anläßlich des Ablbens des sel. Sigmund Fischer: Von Rudolf Gahr X 5.—, Wilhelm Tycho 5.—, Eduard Weil, M. Schwarz 4—. Zusammen X 14.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Helene R ü b n e r; Von Reiß und Breths X 10.—, Alfred Rübner 10 —. Zusammen X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Michael Eisler: Von Max Blau X 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Adolf Klein: Von Rudolf Kohn X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Samuel Friedmann; Von Direktor Richter-Roland X 4.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Bela Haas: Von Doktor Johann Tolnay, Arad,' X 20.—, Adolf Naumann 20.—, Ignatz Schnitzer 10.—. Zusammen X 50.—.