Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 53 (31.12.1909)
- Date
- 1909-12-31
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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«eite 920 4? . Sie gingstz genossen einen halben Tag im Freien, lärmentttickte Vorstadtstraßen, die so wenig GroßstädkischesL^ hatten, daß man auf dem Lande zu sein glaubte. Dann nahm Dawid den Arm Adolfs und sie führten Gesprächs von einem stillen Leben in der Natur. . . . Sie konnten sich über den Sonnenuntergang freuen und laut singend durch menschenleere Alleen wandeln. . . . Wenn sie am Abend durch die lauten Gassen nach Hause fuhren, schämten sie sich fast ihrer Ausgelassenheit. . Nach einiger Zeit tauchte auch Heinrich Liebermann im Verein auf und schloß sich den beiden an. Liebermann, mar Kontorist in einem Konfektionshause. Auch er benützte seine freie Zeit zum Studium, und da er ein eifriger Parteigenosse wurde, hatten die drei bald viel Gemeinsames. Sie waren fast jeden Abend zusammen. Wenn sie das Vereinslokal verließen, strichen^ sie noch lange durch -hie Gassen. Sie sprachen über Literatur und Politik und wenn sie mit einem Thema nicht zu Ende kamen, blieben sie noch eine Zeitlang vor Adolfs Haustüre stehen oder schritten Die Straße auf und ab. Dawid freute sich auf diese Zusammenkünfte. Er erkannte.erst jetzt, wie wenig er gelernt hatte und bestrebte sich, das Versäumte nachzuholen. .... Koch blieb es nicht bei den Spaziergängen. Es wurde ausgemacht, daß sie alle drei zusammen wohnen sollten, um gemeinsam zu lernen. Bald darauf mieteten sie einen großen Salon, besorgten die nötigen Bücher und die Arbeit sollte beginnen. Aber schon am dritten Abend zeigte Liebermann nicht die richtige Lust. Er saß schweigend,, die Hände in den Taschen und blinzelte in die Lampe, während Adolf aus einem Buche vorlas. Plötzlich geschah etwas Unerwartetes : Liebermann war auf seinem 'Sessel eingesch lasen. Als es Adolf bemerkte, klappte er unwillig das Buch zu und. wollte nicht weiter lesen. „Das find also seine durchwachten Nachte, von denen er uns vorgefluntert", sagte er bitter. Dawid suchte Liebermann zu entschuldigen, aber Adolf war verstimmt. „Er hätte sich nicht zu uns gesellen sollen", rief er. „Er stört uns nur. Es ist jetzt kaum elf Uhr. . , . Jetzt weiß ich, was ich von ihm zu halten habe." Dieser Vorfall führte Zu einem ernsten Konflikt zwischen Schatz und Mebermann^ Die beiden sprachen kein Wort mehr miteinander. (Fortsetzung folgt.) 'Wochenschrift. Äir-j ■‘Jt zrr. 53 Notiz. Neue Bücher. I. Jufeld, Oberlehrer und Sekretär der israelitischen Aultusgemeinde Baden. G esäng e d e r V o r z e i t, II. Teil. Im Selbstverläge des Verfassers. Professor Dr. Mei'r, Weißberg. Wölwel Zbarazer, der fahrende Säuger des galizisch-jüdischen Humanismus. Leipzig 1909. Verlag von M. W. Kaufmann. Krieskastr«, M Braun, Pilse». Der 16. Adar 5608 war am 20. Fe» bmar 1648. Ignaz Tauber» .Wien. Der betreffende Wiener Rabbiner, wÄcher die von Ihnen erwähnte Witwe ohne Chalizah getraut hat, beteuerte wiederholt, daß er das Opfer einer Mystifikation und einer Irreführung geworden ist.^ Adolf Singer in Ricatt. Im Jahre 1891 hat es einen Adar Rischan und einen Adar Scheni gegeben. ' R. in P., W. in O. Wir bedauern, Berichte über Vorträge von Knaben nicht publizieren zu können. . L. G., Wien, Cafe Adler. Der Leibarzt Ritter von Basch war aus dem Judentum ausgetreten. „ K. I. in Wien, Wir können uns mit Ihrem Vorschläge nicht identifizieren. Die Jugend hat die Aufgabe, erst zu lernen. Ä>r. K. in Ä. 'Besten Dank und Gruß. (Jüdisches Theater, „Hotel Stefanie", II., Taborstraße 12.} Freitag den 31, Dezember 1909; „Der Gememderat", Komödie von M. Richter. Samstag den 1. Jänner 1910: „Schabes Kojdesch", Operette von Sig. Feinmann. Sonntag den 2. Jauner 1910: „Kreuzersonate", von I. Gordin. Sonntag den 2. Jänner 1910, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Jeschiwe-Bochcr", von Rakow. Ab Montag den 3. Jänner 1910: „Vlumele", Operette, Text von Lateiner, Musik von Magolezka. Studenten zahlen an Wochentagen halbe Preise. (Drei Worte) fallen jetzt häufigem den Kontors: Perles Kalender 1910.,Der Bureauchef mghnt im großen Fabriks- oder Bankhause den mit der Materialverwaltung betrauten Beamten an die Bestellung der Perles' Kalender 1910. In der ganzen Monarchie ist der Kalenderverlag der k. u. k. Hofbuchhandlung Moritz Perles in Wien, I., Seilergasse 4 als der reihaltigste und größte bekannt. Bei den Fachleuten aller Berufe haben sich die praktischen, handlichen Kalender aufs beste eingebürgert; die meisten haben schon ein paar Jubiläen gefeiert, wie die Kalender für Advokaten, Apotheker, Aerzte, Lehrer, Pharmazeuten, u. a. Sehr beliebt sind die Portcmonnaiekalrnder, Briestaschenkalender, Bijoukalender. Die Damen schätzen den geschmackvoll ausgestatteten Damenalmanach ebensosehr, wie die Hausfrau den zum täglichen Einschreiben der Ausgaben bestimmten Haushaltungsnotizkalender, das Haushaltungsbuch und den durch novellistische Beiträge unterhaltenden Hausfrauenkalender. Der Universalblockkalender mit seinen historischen, Daten und die Pultmappe als praktische Schreibunterlage sind ebenfalls sehr gesucht. Die Liste der Kalender aus dem Verlag Perles ist aus dem vollständigen Kalenderverzeichnis der Hofbuchhandlung Moritz Pert.'s in Wien, I., Seilergasse 4 ersichtlich. Die Zusendung erfolgt auf ein Ersuchen mittel t Karte unentgeltlich und portofrei. Serena Neulians Leopold Roth Verlobte. Danksagung. Für die uns anlässlich unserer goldenen Hochzeit in so zahlreicher Weise zuteil gewordenen Ehrungen und Freundschaftsbeweise, insbesondere seitens des Israel. Kultusgemeinde-Vorstandes Kolm, erlauben wir uns hiemit auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank abzustatten. Lolin, 28. Dezember 1909. Oberkantor Uoriz Kulka und Fran Kundmachung. ‘ Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, dass die Bereitung und der Verkauf von Mazzot unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates dieser Gemeinde für das iahr 1910 (5670) hiemit zur Ausschreibung gelangt. Mit derselben ist die Mazzotliefernng für die Anstalten der israelitischen Kultusgemeinde Wien (Erfordernis zirka 2500 kg.) verbunden. Reflektanten haben ihre Offerte bis längstens tO. Jänner 1910 einzubringen, sich zu verpflichten, allen Anforderungen des ehrwürdigen Rabbinates in Bezug auf das Kaschrus nachzukommen, den Preistarif für den allgemeinen Verkauf dem Knltnsvorstande zur Genehmigung vorzulegen und auch die für die Lieferung an die Gemeindeanstalten zu berechnenden allerniedrigst gestellten Preise der einzelnen Sorten anzngeben. .Nähere Auskünfte hierüber werden im Sekretariate der Israel. Kultusgemeinde Wien (Abteilung für Kultusangelegenheiten) täglich (Samstag ausgenommen) von 9 bis 12 Uhr erteilt. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. In meinem Selbstverläge erschien soeben: JerKomoientar des Maimonides zu den Sprüchen derlläter“ zum erstenmale ins Deutsche übertragen. Preis 2 Mark. Dr.N. Rawicz, Bezirksrabbiner in Offenburg (Baden)* Einjährige Haushaltungskurse für junge Mädchen ans bürgerlicher, israelitischer Familie beginnen wieder anfangs April 1910. Prospekte stehen gern zu Diensten. Israelitische Erziehungsanstalt Ahlem bei Hannover; Zur Notiz Die zweijährigen Haushaltungskurse und die Sehülerinnenabteilung des Mädchenhauses werden durch obige Kurse nicht berührt. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII-