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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-24 · 52 (24.12.1909) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
52 (24.12.1909)
Date
1909-12-24
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 904 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 52 im besten Sinne, nicht in der Art gequälten Up to date Posierend und ranzigen Geistreichelns und Wortspielens, sondern sie sprechen stets von dem, was ewig aktuell bleibt, von den großen praktischen Fragen, die jede fühlende Menschenbrust in Atem halten. Daß sie durch die Frische des Tones selbst beim Lesen ansprechen, muß ihrer Wirksamkeit im lebendigen Vortrag das günstigste Zeugnis ausstellen. Wo große Themen behandelt werden, ist alles gesagt, was sich in knappem Rah nen an solcher Stelle vom jüdischen Standpunkt darüber ausföhren läßt. Wir können das Buch warmstens empfehlen x. Laugevscheidt Paul. Graf Cohn. Verlag Dr. P. Langenscheidt, Groß-Llchterfelde. Oktober 1909. Wer diesen Gesellschaftsroman zur Hand nimmt, wird ihn nicht weglegen, bevor er die letzte Zeile gelesen hat. So spannend weiß der Verfasser das Schicksal eines Juden zu schildern, der auf der Basis eines von ehrlichen, emsigen Eltern erworbenen und ersparten Vermögens sich trotz aller Widerwärtigkeit seines Aeußeren zum Gatten einer armen Nichte des Hofmarschalls eines deutschen Duodezhofes aufschwingt, oder bester — schwindelt, indem er, Inhaber eines renommierten Verlages, diesem Oheim um den Preis der Hand seiner Nichte ein sonst unmögliches Werk verlegt. In Wahrheit zahlt er für diesen Sprung in einen ihm nichts weniger als adäquaten Lebenskreis den Preis mit Hab und Gut und Leben. Die ganze Handlung spottet aller Wahrscheinlichkeit, der Jude ist unmöglich abstoßend gezeichnet. Der Verfaffer muß seine Beobachtung eigens auf ein solches Ausnahmsmonstrum eingestellt oder es nach der Eingebung seines nicht« weniger als den Juden gerechten Herzens frei erfunden haben. Unser Waffermann oder einer seinesgleichen sollte, mit gleicher Kraft der Darstellung begabt, dieser Karikatur einen wahren Juden auch aus der Gesellschaft entgegenstellen. Um das Buch zu übergehen, ist es — im Interesse der historischen Wahrheit: leider — zu gut geschrieben. R. 8. M Kuustadt, Maler und Kalligraph. Trauer-Gedenkbuch, Grotz-Oktav, Leinwandband. K 1.60 per Exemplar beim Herausgeber M. Kunstadt, Wien, II., Große Pfarrgaffe 5. Wer möchte nicht gerne die Erinnerung an ein teures, hingeschiedenes Familienmitglied oder an einen lieben Freund wach erhalten? Dieses kunstvoll illustrierte Andachtsbuch mit Original- Illustrationen ist dazu besonders geeignet. Der Bilderschmuck, von lauter Original-Entwürfen gebildet, erweckt in uns eine ernste, weihevolle Stimmung, dazu die traditionellen Gebete, Dichtungeu, Trauervorschristen und Maskir-Tabellen für fünfzig Jahre berechnet, sie alle räumen diesem prachtvoll ausgestatteten und im Preise doch sehr mäßig gehaltenen Gedenkbuch einen ersten und würdigen Platz in jedem jüdischen Hause ein. - JI. A. Rene Bücher. Dr. Eugen Tärrdler. Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden. Zweiter Jahrgang erstes Heft. Leipzig. Buchhandlung Gustav Fock. 1909, Dr. Ignaz Zollscha«. „Das Raffenproblem". Unter Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Raffenfrage. Inhalt: 1. Die anthropologischen Grundlagen des Raffenproblems. — 2. Die historischen und physiologischen Grundlagen des Rassenproblems. — 3. Untersuchungen über den Kulturwert der jüdischen Raffen. 31 Bogen Groß-Ottav. Preis broschiert M. 6 Kr. 7.20; gebunden in Ganzleinwand M. 7.40 ---- Kr. 8.80. Verlag von Wilhelm Brau müller, Wien und Leipzig. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin 0 2. An der «pandauerbrücke 15. Begründet von Dr. Arthur R u p p i n. Redigiert von Dr. Bruno Blau. 5. Jahrgang. Dezember 19«,9. Heft Nr. 12. Inhalt: I. Abhandlungen: 1. Dr. Sara Rabinowitsch-Margolin—St. Petersburg: Die Heiraten von Juden im europäischen Rußland vom Jahre 1867—1»02. (Schluß.) 2. Dr. Bruno B l a u— Berlin: Fehlerquellen in der Statistik der Jud'n. 3. Der Jahresbericht des Hilfsverein der deutschen Juden für 1908. II. Statistisches Archiv: Eheschließungen und Ehescheidungen von Juden in Charlottenburg 1906—1908. — Zahl der Schü er im Großherzogtum Hessen im Schuljahr 1907—1908. — Die Zahl der Juden in Rußland im Jahre 1867. — Die Zahl der Juden in Costarica im Jahre 1892. — Zahl der Juden in Barbados im Jahre 1891. — Verteilung der Konfessionen in Venezuela. HL Literatur: Lazarus, Die Erneuerung des Judentumes. H o r w i tz. Die Verwaltung der judenschaftlichen Angelegenheiten im ehemaligen Kurhessen. Kraus, Sittlichkeit und Kriminalität. _ Notiz. (Jüdisches Theater, „Hotel Stefanie", H., Taborstraße 12.] Heute und täglich: „Die schöne Mirjam", Text von I. Gordin, Musik von Mogolescu. Studenten zahlen an Wochentagen die Hälfte. — Samstag den 25. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Die jüdische Neschome", von I. Gordin. — Sonntag den 26. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Der jüdische Hamlet". Halbe Preise. §ntfkaftm* F. L. Bartseld. Nach dem offiziellen Almanach der Budapester Universität über das Studienjahr 1908 bis 1909 waren in diesem Jahre im ersten Semester 7048 und im zweiten 6491 Hörer inskribiert. Der Konfession nach waren 2016 (41-3 Proz.) römisch-katholisch, 2440 (34-6 Proz). jüdisch, 738 (10-4 Proz.) reformiert rc. Der Fakultät nach verteilte sich die jüdischen Hörer, wie folgt: juristische Fakultät 1252 (3:1-6 Proz.), medizinische 868 (50-5 Proz.), philosophische 218 (17-7 Proz.), pharmazeutische 102 (38-2 Proz.). Der hier angegebene Prozentsatz bezieht sich auf die Gesamtzahl der Hörer. Interessant ist es aber auch, festzustellen, in welchem Verhältnisse die jüdische Jugend den einen oder den anderen Lebensberuf gewählt hat. Von den jüdischen Hörern haben sich 51-3 Prozent der juristischen, 35-6 Prozent der medizinischen, 8 9 Prozent der philosophischen und 4-1 Prozent der Apothekerlaufbahn zugewendet. Aus dieser Statistik geht deutlich hervor, daß die jüdischen Studierenden immer mehr diejenigen Laufbahnen wählen, auf welchen sie selbständig, ohne auf eine Staats- oder Kommunalstelle rechnen zu müssen, vorwärts kommen können. Am deutlichsten zeigt sich das in dem Rückgang der jüdischen Hörer der philosophischen Fakultät. Die Zahl der jüdischen Mittelschullehrer wird von Jahr zu Jahr geringer, da die ungarische Regierung nicht so sehr auf geordnete Studienverhältniffe als auf „geordnete Religionsverhältnisse" Rücksicht nimmt. Dr. F. in Berlin. Da ist weder „Erschreckliches" noch Verwunderliches. Stirbt der Gatte, ohne Kinder zu hinterlassen, die am Leben sind, so kann die Witwe, bevor sie vom Bruder des verstorbenen Gatten Chaliza erhalten hat, keine neue Ehe eingehen. Daran ändert die Tatsache nichts, daß die Witwe etwa bereits einen Knaben zur Welt gebracht hat, welcher aber vor dem Tode des Vaters gestorben war. Daß Wiener Rabbinen in einem solchen Falle, wenn die Frau ohne Chaliza eine neue Ehe zu schließen im Begriffe war, sich weigerten, die Trauung zu vollziehen, ist nur selbstverständlich und wir sind überzeugt, daß auch Berliner Rabbinen, Prof. Maibaum, Dr. Weiffe oder Dr. Eschelbacher nicht anders Vorgehen würden. »Zephira". Das Gewünschte müssen Sie von den Anstalten selber verlangen. „U". Der 29. Mai 1837 war am 24. Jjar 5597. „Bodenkultur". In Galizien existieren zahlreiche jüdische Großgrundbesitzer und in Palästina werden jetzt jüdische landwirtschaftliche Gesellschaften gegründet. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgebübr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der in der letzten Nummer beigelegten PosteHagscheines bedienen . .« -:- Vre Administration der „Orsterr. Wochenschrift''. israelitische Kultusgemeinde Wien. Zahl 15317 ex. 1909. Wien, 19. Dezember 1909. Kundmachung. Der vom Knltusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 19. Dezember 1909 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen nnd Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kattasgemeinde stehenden Fonde und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1910 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettenga3se 4, III. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäss § 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Dr. Theodor Liehen Der Präsident: Erster Sekretär. Dr. Alfred Stern. Israelitische Dame?utoÄ“,.iätrswtaS als Verwalterin, Kassierin oder ähnlichen Posten in einem Verein, Sanatorium u. dgl. Gefällige Anträge erbeten unter Bertha Lenzberg, II., Stefaniestrasse 2, 3. Stiege, Tür 56. G. Herausgeber unb verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck von L. Beck L Sohn, Wien, VII.

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