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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-17 · 51 (17.12.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
51 (17.12.1909)
Date
1909-12-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Ja. 51 Dr. Vlochs Wochenschrift. Sette 879 wart, Herrn Rudolf Pollak mnstergiltig geleitet. Nach Abmarsch der Turner wurden Turngeräte aufgestellt, und in 8 Riegen Geräteübungen ausgeführt, welche den Beweis lieferten, daß der Verein in turnerischer Hinsicht ganz Hervorragendes zu leisten imstande ist. Unter lebhaftem Beifall der Besucher führte sohin eine Damenriege sehr exakt Bärrenübungen vor, denen vier von den Turnern der I. Riege ausgeführte Barrenpyramiden folgten. Den Abschluß der turnerischen Uebungen bildete die Vorführung von „volkstümlichen Uebungen", welche gleichfalls von den Mitgliedern der''!. Riege durchgeführt wurde. Ein animiertes Tanzkränzchen beschloß den wohlgklungenen Abend, der dem Ersten Wiener jüdischen Turnvereine viel Ehre brachte. Der Turnrat hat aus Anlaß des Vereinsjubiläums eine Festschrift herausgegeben, die eine zusammenfassende Gesch chre der Entwicklung des Vereines enthält und, mit statistischen Daten reichlich versehen, ein interessantes Dokument der nationalen Entwicklung werden wird. Eine graphische Darstellung der Turnerzahl seit der Gründung des Vereines beweist den großen Aufschwung, den der Verein in dem Jahrzehnt seines Bestandes genommen hat. In einer außerordentlichen Hauptversammlung würdigte der Vereinsobmann Herr Dr. Krasny die großen Vrdienste, die sich das Ehrenmitglied Herr Fabrikant Hermann König um den Verein erworben hat. Unter jubelndem Beifall wurde "der verdienstvolle frühere langjährige Vereinsobmanu Herr Dr. Ludwig Werner zum Ehrenpräsidenten des Vereines ernannt. Jenen Vereinsmitgliedern, die seit der Gründung des Vereines demselben angehören, wurden Ehrenzeichen für 10jährige Mitgliedschaft überreicht. Es sind dies die Herren Oberingeuieur Emil Fried, Dr. Artur Jmmerglück, Dr. Max Jerusalem, Fabrikant Hermann König, Ingenieur I. Löwenbein, Fachlehrer Rudolf Pollack, Fabrikant Hugo Spitzer, Kaufmann Gustav Löbl und Doktor Ludwig Werner. Von allen in der „Jüdischen Turnerschaft" vertretenen Vereinen langten Glückwunschkundgebnngen ein. Die Bielitzer und Proßnitzer Brudervereine waren durch Delegierte vertreten. Eine besondere Ehrung erwies dem jubilierenden Vereine der jüdische Turnverein Fünfhaus, der eine künstlerisch ausgestattete Widmung und ein Gruppenbild, die Vereinsmitglieder darstellend, durch den Obmann des jüdischen Turnvereines Fünfhaus Herrn Elkan überreichen ließ. Durch die wohlgelungene Veranstaltung hat sich der „Erste Wiener jüdische Turnverein" große Sympathien erworben, die dieser vorwärtsstrebende Verem auch in reichlichem Maße verdient. Wien. (Jüdisches Museum.) Daselbst find uen aufgestellt: Porträt des Präfidenten Dr. Alfred Stern, gemalt von Frau Annie Straus-Goldberger. Ferner drei Porträts, des Präfidenten des Jüdischen Museums Baurat S t i a ß n y, Adolf von Sonnenthal, Hofrot Professor Politzer, gemalt von Fräulein Emma L ö w e n st a m m, Schülerin des Meisters David Kohn. Das Museum, Praterstraße 28, ist jeden Samstag und Sonntag von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Bethausverein „Aw Bolkert". Ueber Vorschlag der Schulsektion veranstaltete der Belhausvorstand am 8. Dezember d. I., nachmittags, anläßlich der Gründung und Einweihung der Sprach- und Bibelschule (Talmud-Thora) im Vereinstempel einen Chanuka-Festgotteedienst. Nebst demGrsamtvorstaude mit dem Obmanne Herrn Adolf Schrämet an ver Spitze und den Mitgliedern der Schulsektion unter Führung des Obmannes Herrn Samuel Adler waren erschienen: Die Herren Rabbiner Dr. David und Dr. Bauer, die Vertreter der Sprach- und Bibelschule des XX. Bezirkes Herr Josef Kohn als Obmann und Herr Heinrich Weiner als Beirat, H'rr W. Pappenheim als Vertreter der Bibelschule in der Schiff'chule, die Herren Bernhard Hofbauer, Moritz Rosenb'att, Isidor Wünsch. Josef Popper, I Frommer u. v. a. Nachdem Overkantor Giblichmann bas von ihm selbst in Musik gesetzte Ma-Towu trefflich vorgetragen hatte, hielt der Tereinsradbiner Herr I. L. Abeles die Festprenigt, die allgemeine Anerkennung fand. Nach dem Anzünden der Chanuka-Lichter unternahm es der Vereinsrabbiner, die versammelten 52 Schüler der Bibelschule für die Gotteslehre und deren heiligen Satzungen anzueifern und die Bedeutung des Chanuka-Festes zu erläutern. Mit den beiden das Cbanuka-Fest verherrlichenden Vorträgen zweier Schüler der beiden Abteilungen schloß sodann dieses schöne Chanuka-Fest. Zum Schluffe sei noch Hervorgehoden, daß der Obmann der Schulsektion Herr Samuel Adler aus eigenen Mitteln die ganz modern ausgestattete Schulemrichtung beigestellt hat. Wien. Im Madchenwaisenhause der Charlotte Merores- Itzeles - Stiftung wurde Sonntag nachmittags das Chanukafest abgebalten. Nachdem sich die zahlreich Erschienenen im geräumigen Turnsaal versammelt hatten, begann das Anzünden der Lichter durch ein Mädchen, hierauf sangen die Zöglinge das Weihelied „Laauss Zur“. „Menorah“, Gedicht von Xheobot Herzl, ebenfalls von einem Mädchen trefflich wiedergegeben, machte tiefen Eindruck, der aber seinen Höhepunkt in der begeisterten Ansprache des Rabbiners Dr. Feuchtwang erreichte. Ein vom Mufiklehrer des Institutes I. Herz vertontes Lied „O, ihr lieben Lichtelein" ließ die gute musikalische Schulung der Zöglinge bekunden, so wie die Rezitation der Dichtung „Die Lampe" von M. Hartmann den eifrigen Besuch der Schule durch die Mädchen erkennen ließ. Nach dem Vortrage eines Liedes wurden die Zöglinge in den großen Sitzungssaal geleitet, woselbst ihrer die für sie bestimmten Geschenke harrten. Nach einer Jause führten die Zöglinge zwei Märchenspiele auf: „Rotkäppchen" und „Katzenschule" und konnten sich hier ganz der Lustigkeit hingeben, die ihnen denn auch große Freude bereitete. Um das Gelingen des Abends machten sich in erster Linie die ihres Ehrenamtes umsichtig waltende Frau Adele von Mises, sowie die ausgezeichnete Direktrice Frl. Lehmann verdient, welch beide Damen durch die dem edlen Zwecke sich gerne widmenden Schutzdamen liebevolle Unterstützung fanden. Unter den Anwesenden, waren zu bemerken: Präsident Dr. Alfred Stern mit den Vorstandsmitgliedern kaiserliche Räte Wilhelm Pollak und Jonas Weil. Sekretär kais. Rat Dr. Lieben, Kommerzialrat Engel von Ianosy vom Kuratorium die Herren Hofrat Rappaport und Dr. Felix Katzau mit Schwester Frau Adele Wertheimber, ferner Professor Dr. Guido Adler, die Vorsteher der Arwenanstalt Josef Jelinek und Wilhem Pappenheim, Rabbiner Dr. Taglicht, der Anstaltsarzt Dr. Haafe, Direktor Max Fischer von der Ämderbewahranstalt, viele Damen u. a. m. Emil Jelinek. Wien. (Hietzinger israelitischer Frauenverein.) Am 9. Dezember 1909 fand im ..Parkhotel Schönbrunn" die Chamrka-Feier des Vereines statt, anläßlich welcher 86 Kinder bekleidet wurden. Es sind dies die verlassenen Kinder, welche seitens einer Kinderschutzbehörde gemeinsam mit der Kultusgemeinde 'zumeist bei fremden jüdischen Familien in Pflege gebracht sind. Der Verein iM seit zwei Jahren die Inspektion über diese Kinder aus und beteilt sie aus eigenen Mittel je nach Bedarf in streng individueller Wcise. Es erhielten die Kinder nach Maß gearbeitete Kleider, Wintermäntel, Schuhe und je drei Stück der nötigen Leibwäsche, außerdem Spielsachen, Unterhaltungsbücher und eine ante Jause. Die Pflegeparteien bekamen je zwei Laib Brot und ein Päckchen Tee. Eine Frau erhielt für die außordentliche Fürsorge, die sie ihrem Pflegekinde angedeihen läßt, eine Prämie von einem Dukaten. Zur Feier hatten sich als Gäste des Vereinsvorstandes, an dessen Spitze die Damen Lanra Krenberger. Hermine Bernfeld und Gisela Zirner stehen, ein» gefunden: Herr kais. Rat Dr. Liebe», Frau Regine Landeis, Frau Dr. Rappaport („Zuflucht"), Frau Dr. Helene Scheu-Riesz, Frau Hofoprrnsängerin Franeillo Kaufmann, Herr Howpen, länger Josef Schwarz, Herr Anton Pick. Amtsleiter Rudolf KranS und Frau. Nach der Begrüßung durch die Präsidenten wurden die Chanuka-Lichter durch den Kantor des Hietzinaer Bethauses angezündet. Sodann h elt Hrer Direktor Dr. S. Krenberger an die Kinder eine das Chauuka-F-st erklärende, formvollendete Ansprache. Nach dem Gesänge der Votkshymne erhielten die Kinder ihre Geschenke durch die Vorstandsdamen. L. X. Eine Erinnerungsfeier der „Holleschaner". Der gesellschaftlich bekannte humanitäre Verein der Holleschauer in Wien, der bereits 170 Mitglieder zählt, veranstaltete am 7. d. M., am ersten Chanuka-Abende, im" Prachtlokale des Hotel Guth, II. Bez., Stefaniestraße, einen geselligen Vereinsabend, der jedoch einen ebenso ernsten, wie erhebenden Verlauf nahm. In feiner herzlichen Begrüßung der zahlreich erschienenen Käste erinnerte der verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Albert Löw, an die vor 10 Jahren am Chanuka stattgefundenen traurigen Ereignisse, an die bekannten Judenexzeffe in Holleschau. die trotz ihres finsteren, mittelalterlichen Charakters, dennoch im Zeitalter des Fortschrittes, im liberalen Oesterreich sich abspielen konnten. Hierauf ergriff der als Festgast erschienene Sr. Ehrwürden Dr. I. Freimanu aus Hollefchau das Wort und schilderte in einer unvergleichlichen Art den Werdegang der Gemeinde Hollefchau. Auf Z'fferu uns statistischen Daten gegründet, wuchs das entworfene Bild zu einem prachtvollen Gemälde. So unsäglich schwer hat sich ehemals das Leben der Judengemeinden gestaltet. Jedes, auch nur das kleinste Lebensrecht mußte mit schweren Opfern erkauft und errungen werden. Endlich kam die Zeit Kaiser Josefs II. und die Emanzipation der Achtundvierziger-Jahre, wobei ein Schein von papierener

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