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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-17 · 51 (17.12.1909) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
51 (17.12.1909)
Date
1909-12-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 878 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 61 Wie«. Das hohe k. t. Ministerium für öffentliche Arbeiten hat dem Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim in Anerkennung der ersprießlichen Tätigkeit desselben auf dem Gebiete der gewerblichen Ausbildung jugendlicher Arbeiterinnen eine Subvention im Betrage von 500 Kronen bewilligt. Wien. Der Verein Israelitische Kinderbewahranstalt veranstaltete am 7. Dezember in seiner Hauptanstalt, II., Schiffamtsgasse 15, seine alljährliche Chnnukafeier. welche in Anwesenheit des unter Führung der Frau Präsidentin Sara von Stern stehenden Vorstandes und eines sehr zahlreichen Publikums stattfand, unter welchem wn den Präsidenten der israel. Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, Herrn Rabbiner Dr. David und Frau, Herrn Hofrat Kurauda und Frau, das Ehrenmitglied des Vereines Frau Fanny Biach. Frau Regine Landeis, Frau Regiue Mayer, Herrn Dr. Arnold Ascher und Frau. Herrn Sigmund Kauders, Herrn Amtsleiter Rudolf Kraus u. v. a. bemcrtten. Nach dem Entzünden des Weihelichtes durch einen fünfjährigen Zögling der Anstalt zeigten die versammelten 2C7 Kinder den Gästen, m welcher Weise auch für ihre geistige Aus» bildung an dieser humanitären Anstalt Sorge getragen wird, worauf eine reichliche Jause die Feier schloß. Als die Kinder die Anstalt verließen, wurden ihren Eltern, die tells von den Mitgliedern des Vorstandes, teils von den Freunden und Gönnern der Anstalt gespendeten Geschenke mitgegeben, wobei 227 Kinder vollständig bekleidet und mit Spielsachen beschenkt wurden. In ähnlicher Weise vollzog sich am 9. Dezember in der Zweiganstalt des Vereines, XX., Klosterneuburgerstraße 14. die Chanukaseier, an welcher 112 Kinder teilnahmen und 120 Kruder bekleidet und mit Spielsachen bedacht wurden. Wie«. (Chanukaseier in der isr. Versorgungsanstalt.) Unter zahlreicher Beteiligung geladener Gäste fand am 11. d. M. im Festsaale der israel. Versorgungsanstalt für die Pfleglinge eine Chanukafeicr statt. Erschienen waren: der Präsident der Kultusgemeinde Herr Dr. Alfred Stern, der Referent der Anstalt Herr k. k. Hofrat Dr B. Rappaport. die Präsidentin des Ehrendamenkomitees Frau Jda Diamant mit den Ehrendamen Frau Dr. David, Frau Dr. Eiseuschitz, Frau Dr. Grnnfeld. Frau Doktor Feuchtwang, Frau Hermiue Kadifch. Frau Direktor Kolm, Frau Dr. TeleH, Frau Kommerzialrat Wiener, ferner die Damen Therese Geiseuheimer. Frau Hermiue Kolisch. Frau Seligmanu, Sofie Seligmanu, Frau Dr. Paffauer, Frau Aeuuy Mordo-Diamant; ferner die Herren Adolf Singer, Magister Rochmiß, Kassier Josef Peterselka. Amtsleiter Rudolf Kraus, Armenrat Isidor Trebitsch, Leopold Mein, Josef Silbermark, Matrikelamtsbeamter Julius Roseufeld u. a. Der Festgottesdienst wurde von Oberkantor Dein Guttman«, begleitet von dem Leopoldstädtcr Chor unter Leitung des Dirigenten Heiumn«, versehen. Oberkantor Guttman« erfreute die Gäste und Pfleglinge mit seinem glänzenden Vortrage und seiner unvergleichlichen Stimme. Herr k. k. Restgionsprofeffor Dr. Heinrich Pollak würdigte in der Festrede die Verdienste des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde um die Erhaltung der Versorgungsanstalt, in welcher 300 greise und sieche Menschen verpflegt werden und gedachte der 10 jährigen ersvrießlichen Tätigkeit des Ehrendamenkomitees. Nach dem Gottesdienste wurde» die Pfleglinge reichlich bewirtet dnd mit Geschenken edler Wohltäter bedacht, wofür denselben herzlichst Dank gesagt wird. Jüdische Toyubeehalle, Wie«, XX., Othmargaffe 46. In der abgelaufenen Woche gab es in der Wiener Jüdischen Totmbee-Halle recht viel Freude für Groß und Klein. Im Hinblick auf die Chanukawoche waren 4 Abende speziell der jüdischen Geschichte gewidmet. Samstag den 11. d. M. nahm Herr Oberkantor Don Fuchs, assistiert von einem Männerchor das feierliche Entzünden der Chanukalichter vor und daran schloß sich ein von demselben arrangierter Kouzertabend, welcher das Auditorium, das die Halle bis auf das letzte Plätzchen füllte, zu stürmischen Beifallskundgebungen hinriß. In Arien, Liedern und Duetten kam die herrliche Stimme und die sympathische Gesangsweise des Herrn Do» Fuchs zu schönster Geltung. Ein junger Baffist, Herr Arthur Wolf fand in Solo-Vorträgen und im Duett mit Herrn Don Fuchs (Duett aus der Oper „Die Jüdin") Gelegenheit, schöne Stimmittel und gute Schulung, zu zeigen und man lernte diesen Sänger auch als höchst begabten Komponisten kennen, der zu Dichtungen von Morris Roseufeld tief ergreifende und klangschöne Melodien erdachte. Von mächtiger Wirkung waren die von Herrn Oberkantor Don Fuchs, mit Mitgliedern des Wiener Shnagogensänger-Vereines einstudterten Chöre. Wohlverdienter Dank und herzliche Anerkennung wurden dem Arrangeur des schönen Abends zuteil. Lebhaften Beifall fand der 11jährige Pianist Hupka. Der Sonntag war der armen Schuljugend des XX. Bezirkes gewidmet. Da gab es in der Toynbee-Halle eine Chanuka-Festjause, mit welcher die Serie der diesjährigen Kinderjausen eröffnet wurde. Diese Feste für die Kleinen gehören zu den schönsten Einrichtungen der Institution. Sie bezwecken, den armen Kindern, die aus den allerärmsten stammen und sonst den Sonntag-Nachmittag auf der Straße zubringen würden, in der Halle angemessene Unterhaltung durch Spiel und Gesang zu bieten, sie zu bewirten und mit Gegenständen zu beschenken, deren sie bedürfen. Bald sind es Kleider und wärme Wäsche, bald Bücher und Spielzeug, kurz, jeder der kleinen. Gäste erhält sein „Souvenir". 1132 Kinder hatten sich für die Chanukajause angemeldet, doch die Raumverhältnisse gestatten nur die Teilnahme von 300, so daß die übrigen erst an den folgenden Sonntagen , der für sie be-. retteten Freuden teilhastig werden. Beteilt wurden jedoch, bereits in der Chanukawoche 500 Kinder. Und wahrlich! Viel. Not gibt es da zu lindern. Die Vorräte an Bekleidungsgegenständen können nicht groß genug vorgesehen werden. . . .. Der Obmann-Stellvertrettr der Toynbee-Halle, Herr Karl Freuud ist es. der diese Veranstaltungen,-umsichts voll leitet nnd die Mittel dazu herteischafft. Ihm stcht ein Damen-Komitee, bestehend aus den Damen: Frau Prof. Dr. Ehemann und Tochter, Frau Marie Freuud, Frau Dr. Kornfeld und Frau Tugendhat, zur Seite. Zur Chanuka-Feier hatten sich eingefunden: Der Präsident der israel. Kultusgemeinde Herr Alfred Stern mit dem ersten Sekretär Herrn kail. Rat Dr. Lieben, Kultusvorsteher Professor Dr. S. Ehrmann, Schulinspektor Prof. M. Kanitz, die kaiserl. Räte Direktor Frendenberg und Jaques Feitler, Kommerzialrat Rosenzweig, Bankier Tugendhat, Bethausobmann Hermann Ellbogen u. v. a. Mit einer herzlichen Begrüßungsansprache eröffnete Obmann-Stellvertreter Karl Freund die Feier. Hortleiter Rosenheck schilderte den Kindern in einer trefflichen Rede die Bedeutung des Chanukafestes und nun folgten musikalische und deklamatorische Darbietungen der Kleinen, ernsten und heiteren Inhalts. Bewirtung und Beteiligung schlossen sich daran. Der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Stern nahm Anlaß, den Veranstaltern freundliche Worte der Anerkennung zu zollen, und wandte sich hierauf den Kindern zu, für die er liebevolle und herzliche Worte fand. Es war schon abend, als die Kleinen glückstrahlend die Räume verließen. Montag den 13 d. M. sprach Herr Dozent Dr. I. Zappert in der Toynbee-Halle über: „Jüdische Mädchenberufe". Auch' dieser Vortragsabend, an dem sich eine rege Dislusston schloß, war durch die Anwesenheit des Herrn Präsidenten der Kultusgemeinde Tr. Stern ausgezeichnet, welch letzterer Gelegenheit nahm, das Interesse der Frauen und Mädchen für den Krankenpflegerinnenberuf zu wecken, indem er auf die verdienstlichen Bestrebungen des Kaiserin Elisabeth- Institutes zur Heranbildung jüdischer Pflegerinnen hinwies. Ihm sowohl, als auch dem Vortragenden des Abends wurden seitens der Hörerschaft lebhafte Ovationen dargebracht. Das nächstwöchentliche Vortragsprogramm wurde wie folgt festgesetzt: Samstoa den 18. Dez. Konzert. — Sonntag den 19. Dez. Kustos Dr. B.. Wachstein: Jüdische Familiennamen.— Montag den 20. Dez. Dr. M. Reiß: Rechtswissenschaft!. Zyklus.— Dienstag den 21. Dez. Literarischer Abend: Lehrer Josef Weiß.— Mittwoch den 22. Dez. Prof. Dr. Edm Jerusalem: Das Zeitalter der Auf-. klarung (III.).— Donnerstag den 23. Dez. Dozent Dr. Roth:' Körperliche Erziehung.— Freitag den 24. Dez. Bibelvortrag. Jüdische Toynbee-Halle. XV., Herklotzgasse 21. Eine stimmungsvolle Chanukaseier leitete den Vortragsabend am 11. d. M. ein. Der freundlichen Mitwirkung des Herrn Oberkantors Schleifer, des Herrn Lehrers Hnschak und des Frl. Lehrerin Sachs, die mit einer größeren Anzahl von Zöglingen des Kinderhortes die rituellen Gesänge und einige hübsche Chöre zum Vortrage brachten, war es zu danken, daß ein ebenso schönes als sinniges Festt veranstaltet werden konnte. Besonderen Beifall erntete die kleine Hilde Rosner, Schülerin des Kinderhortes, die meisterhaft ein der Stimmung des Abends Rechnung tragendes Gedicht deklamierte. Auch Fräulein Katz, eine bekannte junge Künstlerin, die mehrere Gedichte zum Vortrage brachte, hatte an dem Gelingen des Abends redlichen Anteil. Nach der Feier las Prof. Mehl eine Anzahl Dichtungen von Hugo Salus vor, die reichen Beifall anslösten. Samstag den 18. d. M. spricht Herr Dr. Isidor Samuely über das Thema: „Die richtige Ernährung!" Sodann Konzertvorträge. Anmeldungen für musikalische Vorträge werden an. Herrn Kommerzialrat Leop. Daß, XII., Schönbrunnerstraße Nr. 205 erbeten. Jubiläum des erste» jüdischen Turnvereines. Aus Anlaß des 10jährigen Bestandes des „Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines" fand am 11. d. M.. in den Sofiensälen ein großes Schauturnen statt, das einen glänzenden Verlauf nahm und die Tätigkeit dieses Vereines in schönstem. Lichte zeigte. Nach dem überaus wirkungsvollen Aufmärsche von 84 in weiß nnd blau gekleideten Turnern hielt der Vereinsobmann Herr Dr. Emil Kr asny an die Gäste und die Turnerschaft eine von nationalem Geiste getragene zündende Ansprache, die von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Es folgten sodaun Freiübungen mit Holzstäben, von dem ersten Veremsturn-

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