Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 50 (10.12.1909)
- Date
- 1909-12-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 860 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. so „Humanitärer Verein der Eisenstädter" in Wien. Bei der am 4. d. M. stattgefundenen Generalversammlung des genannten Vereines wurden, nachdem dem abtrctendcn Ausschuss: das Absolutorium erteilt worden war, die Neuwahlen vorgeuommen. Es wurden gewählt: Herr Alexander Pollak zum Obmann, die Herren Emanuel Sinai und Valentin Austerlitz als Stellvertreter, Herr Isidor Hirsch und Oskar Austerlitz als Kassiere, Herr Friedrich Weil und Michael Figdor als Revisoren, Herr. Moriz Markbreiter und Sigmund Wiudholz als Schriftführer. .Als Ausschüsse fungieren die Herren: Seliamann Deutsch, Samuel Hirsch, Gustav Heß, Heinrich Kapper, Sigmund Linduer, Elias Schön, Bertbold Machlup; als Beiräte die Herren Sigm. Figdor, Max Breyer. Wilhelm Janowitz und Sigmund Fischer. Der „Humanitäre Verein der Elsenstädter" hat in seinem III. Vereinsjahr zahlreiche Unterstützungen an bedürftige, in Wien lebende Landsleute gegeben und ist damit seiner Bestimmung völlig „achgekommen. Dem geselligen Verkehr seiner Mitglieder soll heuer in höherem Maße als früher Rechnung getragen werden und finden an jedem 2. und 4. Samstag des Monates Zusammenkünfte seiner Mitglieder m Erfä „Co.icordia" am Salzgries, 8 Uhr abends, statt. LI. M. Wien (Beth-Hamidrasch Talmud-Thora- Malz g asse Nr. 16.) Freitag den 10. Dezember 1809, abends halb 8 Uhr, findet ein Vortrag des Herrn Prof. Moritz Antscherl statt. Thema: „Ein ruhmreiches Blatt aus unserer Geschichte." — „Vortragszyklus über jüdische Geschichte und Literatur." Vortragi.: ,.R. Mosche Chajim Luzattos Werke." Herr Rabbinatskandidat Bßla Fischer. — Beginn: Samstag den 1l. Dezember, nachmittags 3 Uhr. Wien. (Humanitärer Geselligkeit s verein „B e n e i Zion") Sonntag den 12. d. M. veranstaltet dieser Verein im Souterrainsaale des „Cafe City", IX., Porzellangafie 1, eine Cbanukafeier mit Festr de, Gesangs- und deklamatorischen, sowie Musikvorträgen unter Mitwirkung beliebter Kunstkräfte. Nach Schluß der Vorträge Tanzkränzchen. Beginn präzise halb 3 Uhr nachmittags. Regiebeitrag für Mitglieder 30 Heller, für N'chtmitglieder 60 Heller. Der Verein „Benei Zon" bezweckt unter Anderem dre Bekleidung armer Schulkinder des 2. und 20. Bezirkes. Die konstituierende Versammlung fand am 28 November d. I. statt und wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Fritz Löhner (Beda). Präsident; Bernard Gnmhut, Vizep äsident; Israel Kohn, 1. Schriftführer; Ignaz Herrnfeld, 2. Schriftführer; Leo Hanser, l. Kassier: David Russe 2. Kafiier. ferner Fräulein Auuie Blttsteiu und Jda Suschny als Beisitzerinnen. Zuschriften für den Verein sind zu richten au Herrn Ignaz Herrufeld, H., Lilienbrunngaffe 10.! Austritte aus dem Judentum Vom 28. November t>is 4. Dezember 1909. Diamant Eduard, Markör, geb 30. Oktober 1875, Kosolna, Komitat Poszony, XIV., Fenzlgasse 20. Eisler Josef, Privatbeamter, geb. 18. April 1581 zu Abony, Komitat Pest. Ungarn, IX., Kolingasse 17. Griinberg Anna, geboren 31. März 1881 zu Brünn, XVI., Herbststrasse 63. Hu88 Isidor, k. u. k. Art.-Zeugsoffizial, geb. 11. Juni 1864 zu Eibeuschitz, III., Hoblweggasse 30. Kellner Dr. Friedrich, Privat, geb. 30. September 1885 zu Saaz, Böhmen, IV., Wohllebe r.gasse 10. Löwith Ella, Private, geb. 20. Mai 1887 zu Wien, I., Goldschmiedgasse 3. * Schwarz Bertha, Sdckerin, geb. 1.. Mai 1881, Wien, VI., Strohmayergasse 15. Siodmak geb. Bayer, Reisei vel Rosalia, Private, geb. 10. Jänner 1876, Czernowitz, Bukowina, VIII., Schlösselgasse 19. Stern Inder, Beamter, geb. 3. April 1864, Wien, III. Hörnesg. .2. Sucharipa Friedrich, Beamter, geb. 13 Jänner 1883 zu Brünn, VIII.. Albertgasse 8. Wahringer Rosalia, Artistin, geb. 5. August 1887, Wien, II., Kleine Mohrengasse 5. Weiss Friedrike, Schneiderin, geb. 8. Februar 18o7, Wien, IX., Bote Löwengasse 8. Zierer Alfred, Privat, geb. 31. Mai 1872, Wien, IV., Alleegasse 33. Klattan. Der hiesige jüdische Chor- und Geselligkeitsderein hielt in der verflossenen Woche seine Generalversammlung ab. Der Obmann, Herr Rudolf Fleischer, begrüßte die Anwesenden und. entwarf ein Bild über die Tätigkeit des Vereines im verflossenen Jahre. Er erwähnte auch des in Prag verstorbenen Ehrenmitgliedes Herrn Simon Lux und widmete ihm Worte innigen Gedenkens. — Die Anträge des Ausschusses, eine Theatergruppe zu bilden und 20u Kronen zur Anschaffung neuer Bibliotheksbücher zu widmen, wurden einstimmig angenommen. Der Tätigkeit der Chanukagruppe, die alljährlich arme Schulkinder bekleidete, wurde Anerkennung gezollt. In den Vereinsausschuß wurden folgende Herren gewählt: A. Baum, R. Fleischer, F. Laschansky, I. Lederer, A. Schütz, L. Schleißner und V. Vogel. Das neue Vergnügungskomitee besteht aus den Herren: Gustav und Georg Hahn, N. Grünwald, P. Massarek, H. Schneider, D. Schwarz, M. Singer und L. Winternitz. Nikolsburg. Der Verein israelitischer gedienter Soldaten in Nikolsburg feierte am 2. Dezember 1909 das 61jährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät und die Jahresfeier seiner Gründung. Es war eine von jüdischem Geiste beseelte patriotische Kundgebung. In der vom Obmanne Herrn S. 'Krakauer eröffneten Fe st Versammlung hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Lewin die patriotische Festrede. Seine Worte, die mit dem Hinweise auf den Patriotismus und die Tapferkeit der Makkabäer auch den jüdischen Soldaten der Gegenwart Mannesmut und Vaterlandsliebe als hervorragende Eigenschaften nachrühmen,.mahnten die Anwesenden, auch im Frieden m t patriotischem Wirken für das Allgemeinwohl sich auszuzeichnen. An diese Versammlung schloß sich die F e stp o r st e l l u n g auf der vom Vereine neu aebanten Bühne an. Ein Prolog, vortrefflich gesprochen von Frl. Martha Graßl eröffnete den Reigen der Theaterstücke, deren erstes „Im Wartesalon erster Klasse" den Darstellern Frl. Irma Abe.es und Herrn Emil Schlesinger Gelegenheit bot, ibr schauspielerisches Können zu zeigen. Herr D. Läwitz war ihnen ebenbürtig, umsomehr als er in der folgenden Nummer, vom Frl. Gisa Schey sehr gut begleitet, auch gesanglich ausgezeichnete Leistungen darbot. Aeußerst gelungen war der Einakter „Die Tante kommt", in welchem Frau Frieda Hirsch die Rolle der Frau Wacker äußerst gelungen wiederqab. Einige ausgezeichnete Partnerinnen hatte sie an den Damen Nella Binder, Martha Graßl und Irma Schey. Die letzte Piece „Der geprellte Dorfpolizrst", dargestellt von den. Herren D. Läwitz und A. Epstein, war ein äußerst gelungener musikalischer Scherz, der den Darstellern wohlverdienten Beifall brachte. Meran. Hier verschied plötzlich am 30. November 10 Uhr vormittags Herr Dr. Wilhelm Hersch, Ehrenmitglied und geschäftsiührender Vizepräsident des Vereines „Asvl für mittellose kranke Israeliten in Meran". Der Verblichene, der in früheren Jahren als Advokat in Reichenberg und Prag tätig war, erfreute sich wegen seiner vorzüglichen Charaktereigenschaften der vollsten Ächtung und Wertschätzung Das Hauptwerk seines Lebens war der Wohltätigkeit gewidmet. Er hat nämlich das herrliche Genesungsheim in Meran in seiner, jetzigen Größe und Ausgestaltung ins Leben gerufen. Ec hat unermüdlich gearbeitet und in kürzester Zeit durch persönliches Sammeln, wobei ervon edlen Freunden unterstützt wurde, die Mittel aufgebracht, um das große schöne Genesungsheim aufzubauen und mit allen Einrichtungen der modernsten Hygiene-auszustatten. Seither hat er die ganzen Geschäfte dieser Anstalt geleitet und unermüdlich für die Aufbringung der Mittel zur Deckung der großen Regie gesorgt. Er selbst hat nicht nur für dieses Wohltätigkeitswerk die größten materiellen Opfer gebracht, sondern war wegen seiner opferwilligen Freigebigkeit gegen Arme und Leidende weit und breit bekannt. Von echtem jüdischen Geiste erfüllt und in den Traditionen des Judentums aufgezogen, brachte er der Entwicklung des Kultus in Meran das größte Interesse entgegen. Sein Familienleben 'war ein äußerst glückliches.; seine Gattin, Frau Rosa Hersch, geborene Petschek, war ihm die liebevollste, hingehendste und verständnisvollste Mitarbeiterin bei seiner edlen Lebensaufgabe. Für den Verein „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" bedeutet sein H'inscheiden einen unersetzlichen Verlust, dem die tiefe allgemeine Trauer bei der am 2. Dezember abgehaltenen Leichenfeier im Genesungsheim, wo der Sarg des Verstorbenen aufgebabrt wurde, Ausdruck gab. Eine überaus zahlreiche Trauergemeinde von Freunden und Bekannten folgte dem Sarge und Herr Rabbiner Dr. Kurrein und der Präsident Herr Dr. Koref widmeten den großen Verdiensten des Verblichenen tiefempfundene-Worte der Würdigung, welche alle Anwesenden tief ergriffen. Der Verein „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" erleidet durch das Hinscheiden des Herrn Dr. Wilhelm Hersch einen unersetzlichen Verlust und wird der Name Dr. Hersch im Vereine nie vergessen werden. Budapest. Die von Herrn Lazar Tauchner gegründete und unter dem Präsidium des Herrn Samuel Billes) stehende Tischgesellschaft zur Bekleidung armer Greise hat am 2. d. M. im Rahmen einer erhebenden Feier 30 Greise bekleidet Der Feier, die wie alljährlich im Ludmerischen Gasthause stattfand, wohnten auch die Stadtrepräsentanten Gustav G. Ehrlich. Max Grünfeld und Julius Neffi bei, welche Gegenstand sympathischer Ovationen waren. Auf Antrag des Präsidenten wurde beschlossen, der Tischgesellschaft den Namen des Stadtrepräsentanten Gustav G. Ehrlich beizulegen und die Stadtrepräsentanten Max Grünfeld und Julius Neffi zu lebenslänglichen Ehrenmitgliedern zu ernennen. Daruvar (Slavonien). Se. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Dr. Moritz Frankfurter wurde vom königlich ungarischen Honvedministerium unter Zahl 122.035/2 —1909 zum Feldrabbiner i. R. des Preßburger Honvedregimentes Nr. 13 ernannt. Ernennung zum Militärarzt in der Türkei. Wie aus Salonichi berichtet wird, wurde der dortige Arzt Dr. Maurice Gabbay mit dem Range eines Kapitäns zum Militärarzt an dem Militärspital in'Serres ernannt. Dr. Gabbay erfreut sich in Salonichi großen Ansehens als Mediziner.