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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-10 · 50 (10.12.1909) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
50 (10.12.1909)
Date
1909-12-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 858 Dr. Bkochs Wochenschrift. übrig, als die englische Gesellschaft aufzufordern, dasjenige zu tun, was der Staat zu tun sich weigert. An der Spitze der Aktion stehen, wie erwähnt, hervorragende Mitglieder der englischen Gesellschaft, und es ist bezeichnend, daß auch das Kriegsministerium „seine Sympathie für diese patriotische Aktion" ausgedrückt hat. Gutachten der Helfingforser medizinischen Fakultät über das Schächten. Wie erinnerlich, hat seinerzeit der finnländische Generalgouverneur Bermann die Erklärung abgegeben, die Schächtfrage nochmals in Beratung zu ziehen und zunächst ein Gutachten -der Helfingforser medizinischen Fakultät zu provozieren. In der Fakultät haben sich nun zwei Parteien — fünf gegen drei — gebildet, von denen jede ein Separatgutachten abgab. Beide Gutachten liegen vor. Das eine lautet: „Wir Unterzeichneten, fünf von den acht Mitgliedern der medizinischen Fakultät, haben die Schächtfrage nur von dem Standpunkte der Medizin studiert, um festzustellen, inwieweit das Schächten nach jüdischem Ritus dem Vieh mehr Qualen bereitet, als die von den Ehristen in Finnland geübte Schlachtmethode? Auf diese Frage antworteten wir, daß das Schächten an sich, wenn es nur von einer sachkundigen Person, mit flinken Händen nach den Vorschriften der Rabbinen ausgeführt wird, dem Tiere einen Schmerz von einem Augenblick zufügt, da es das Bewußtsein sofort verliert. Die Zuckungen, die nach dem Schächten beobachtet werden, sind nicht Ausdruck des Schmerzes, da die Sinne bereits erloschen sind, sondern bekannte Reflerbewegungen. Anderseits finden wir, daß die Vorbereitungen zum Schächten, wie das Werfen des Tieres, das Spannen des Halses, dem Tiere große Schmerzen verursachen und in ihm ein Angstgefühl erwecken. Alles das könnte jedoch durch die Betäubung, wie sie vor kurzem in Finnland eingeführt wurde, vermieden werden. Auf Grund des Gesagten findet die medizinische Fakultät, daß das Schächten nach jüdischem Ritus, wie es bisher geübt wurde, wegen der Vorbereitungen nicht als human bezeichnet werden kann." Demgegenüber erklärt das Minoritätsvotum der drei Mitglieder der Fakultät auf Grund eigener Erfahrung, sowie auf Grund der Gutachten hervorragender deutscher Gelehrten, daß das Schächten der Juden, wenn es nur von kundiger Hand vorschriftsmäßig ausgeführt wird, als die beste Schlachtmethode bezeichnet werden müsse. Auch die Vorbereitungen zum Schächten, wie das Werfen usw., verursachen nur dann besondere Qualen, wenn sie mit besondererRoheit vorgenommen werden. Werden diese Vorbereitungen aber mit der nötigen Vorsicht und mit Anwendung der auch von den Juden als erlaubt angesehenen Hilfsmitteln getroffen, so können sie durchaus nicht als Tierquälerei bezeichnet werden. Auf Grund des Gesagten können wir nur erklären, daß vom Standpunkte der Verhütung einer Tierquälerei für ein Verbot des Schächtens kein Grund vorliegt. Die amerikmischen Sozialdemokraten gegen die jüdische Einwanderung. Man weiß es schon lange, daß die amerikanische „Federation of Labour" die größte Gegnerin einer liberalen Einwanderunspolitik in Amerika ist. Während sie aber bisher bloß im Allgemeinen jede Erleichterung der Einwanderung hintertrieb und z. B. das Verhalten des gestrengen Einwanderungs-Kommissärs Williams auf der „Teufelsinsel" Ellis Island in Schutz nahm, ist sie jetzt mit einer Resolution herausgetreten, die sich klipp und klar gegen die jüdischen Einwanderer kehrt. Die Resolution besagt kurz und bündig : „Die Gesetze gegen die russische Einwanderung sind nicht hinreichend und müssen noch wesentlich verschärft werden." Daß man unter „russischer" Einwanderung die jüdische zu verstehen hat, ist für jeden, der die Verhältnisse kennt, klar. IDermLsebtes. Spenden zur Plenarsitzung vom 14. November. Von Herrn Emil Braun nos. * der Kinder Edith, Titti und Hansi für israelitische Waisenkinder . . . X 30.— „ „ Mandel anläßlich der Konfirmation seines Sohnes für wohltätige Zwecke.„ 15.— „ „ Franz Diwald für arme russische Juden ... „ 8.— Von Herrn Karl Morawitz. Präsidenten der Anglobank, anläßlich der Vermälung seiner ältesten Tochter, für den Uuterstützungsverein für hilfsbedürftige Waisen X 4000.— Von Herrn Josef C. Berger für isr. Arme . . . . . . . „ 100.— Von Madame Rudolfine Morpurgo für das Mädchenwaisenhaus, XIX., Ruthgasse ......... 100.— Von Gouverneur Theodor Ritter von Taussig anläßlich der Vermählung seiner Tochter: für die Armenanstalt......... X 300.— für das Blindeninstitut..„ 300.— für den Frauenverein .. 300.— für das Taubstuwmen-Jnstitut . ... „ 100,— für die Talmud-Thora.. 100.— für den Frauenhort .. 100.— für die Kinderbewahranstalt.„ 100.— für den Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger Waisen . . . . . . . . . „ 100.— für den Mädchen - Unterstützungsverein „Volksküche".. 100 — für den Theresienkreuzerverein . . .. . . „ 100.— für den Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten „ 100.— für das „Ferienheim".„ 100 — für die Sammlung für arme Bräute . . ., 100.— X 2000.— Von Herrn Sigmund Mandl für israelitische Wohltätigkeitsinstitute, und zwar : ' - - für die Armenanstalt.X 50.— für den Handwerkerverein... > 0.— für das Blindeninstitut.. 25 für das Taubstummeninstitut. 25.— für den Waisenverein. 50.— für die Speiseanstalt.„ 20.— X 20(>.— Von Frau Paula Lederer für den Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder.. ».. „ 25.— Von „Anonymus" für arme Witwen und Kinder (Jeiteles- Ltiftung).. 20.— Von einer ungenannt fein wollenden Dame durch Amtsleiter Michael Brösler zur Armenunterstützung . . . „ 20.— Von Frau T. W. für die Jeiteles-Pfründnerstlftung . . . „ 10.— Von Herrn Josef Franz für arme russische Juden. . . . „ 4.— Entnahme aus den Sammelbüchsen: Auf dem Zentralfriedhofe: Für den Waisenverein. . . . „ 425 56 Im Stadttempel: Für den Wöchnerinnenverband . . . . „ 15.93 Im Matrikelamt: Für den Waifenverein.. „ 11.90 Von Frau Emilie Pollak ein Luster für das temporäre Bethaus in der Rudolfskaserne. Ara«zablösurrgSspe»de»r»grmste« derEhetora-Kadischa iu Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ableben» der sel. Katharina Müller: Von Pauline Beruat X 5.—. Anläßlich de» Ableben» de» sel. Karl Abele»: Von kais. Rat W. Anninger X 20.—. F. und W. Sommernitz 5.—, Jg. Simon 20.—. Blanca Schwarz 10.—, Eduard Mende 5.—. Zusammen X 60.— Anläßlich des Ablebens der sel. Laura Glaser; Von Hermann Spitzer X 4.—, Leopold Spitzer 4.—. Zusammen X 8.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Regine Brunn: Von Robert Neubauer X 10.—, Sigmund Baderle 5.—, Adolf Neuhauser b. -, Arch. Wohlmuth 5.—. Zusammen X 25.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Ignaz Frankl: Von Julius und Ludwig Frankl X 10.—. Anläßlich der Ablebens des fel. Eduard Wiener: Von Julius Baad X 10,—, Josefine Bächer 20.—, Karl Josef Kraus 30.—, Jacques Krau» 20.—, Ludwig Kraus 20.—. Zusammen X 100.—.

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