Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 47 (19.11.1909)
- Date
- 1909-11-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 47 Dr. Blochs Wochenschrift. SeUe 807 Wien. Das Lokal der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler" befindet fich ab 12. d. M. in der Hahngasse 15, I. St., T. 19. Wien. (Humanitärer Geselligkeits-Verein ,.R u d o t f s b u n t>".) Am *24. d. M. um 7 Uhr abends findet im Klublokale, „Cil'6 Orietit“, II., Praterstraße 66, die Beteilung von 80 Klndern mit kompletter Winterbekleidung und Schuhen, sowie die Bewirtung derselben mit einer reichlichen Jause statt. Ausjerdem veranstaltet der Verein zu Gunsten des Kinderbekleidungssondes eine Wohltätigkeitsvorstellung am 27. d. M im Kaiser-Jubiläums Stadttheater, bei welcher „Hoffmanns Erzählungen" zur Aufführung gelangen. Der Verein wurde im Jahre 1888 kurz nach dem Hmscheiden Sr. k. k Hoheit unseres Kronvrtn.en zu dess-n Erinnerung gegründet und hat während seines 20jährigen Bestandes schon nahezu 2000 Kinder mit je vollständiger Winterbekleidung und Schuhen beschenkt und e ne g-oße Anzahl verschämter Armen mit Unterstützungen deteilt. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein derPohrlitzer in Wien hielt Sonntag den 14. d. M. seine diesjährige Generalversammlung ab. in welcher der Obmann Herr Dr. Karl Steiner den Bericht über die Tätigkeit des Vereines im abgelaufeuen Veremsjahre erstattete. Dem Berichte ist zu entnehmen, daß der genannte Verein im abgelaufeuen Vereinsjahre arme Landsleute in Wien mit einem Betrage von 336 K 42 h unterstützt hat. In den drei Jahren seines Bestandes hat der Verein für Unterstützungen armer Pohrlitzer in Wien einen Gesamtbetrag von ln«2 K 4 h verausgabt. Leider stader aber der in so eminent humanitärem Sinne wirkende Verein von Seite der Landsleute nicht jene Unterstützung, deren er dringend bed irf, wenn er allen Anforderungen gerecht werden soll. Trotz des io minimalen Jahresbeitrages von 5 K sind nur 12 außerhalb Pohrlitz und Wien lebende Pohrlitzer — in Pohrlitz sell st niemand! — dem Vereine als unterstützende Mitglieder beigetreten, was wohl Ehrenpflicht eines jeden Pohrlitzer wäre. Bei den Neuwahlen wurde die frühere Vereinsleitung, bestehend aus den Herren Dr. K. Steiner, Dr. S. Frei. G. Frankl, W. Ellinger, S. Frankl. O. Nassau, L. Donnebaum, S Bondi, H. Singer, M. Kriwacek, E. Donnebaum und I. Stagl, wredergewählt. Wien. Das Lokal des Jüdisch-akademischen Philosophenvereines befindet fich ab 15. November IX., Hahngasse l5. Jüdische Toynbeehalle, Wien, XX., Othmargasse 46. Samstag den 13. d. M. fand in der Toynbeehalle ein Konzertabend statt, der den Mitwirkenden wohlverdienten Beifall brachte. Das geschmackvoll gewählte Programm wurde von den Damen: Frl. Heller und Frl. Kirchhofer (Gesang) Frl. Wodniansky (Klavier) und den Herren Adolphe Wiener (Violine) und M. Ankini (Gesang) bestritten. Das Akkompagnement der Ke'angsvorträge besorgten in dankenswerter Weise Frau Else Freund-Funk und Frl. Ringelheim. Das nächstwöchentliche Vortragsprogramm wurde, wie folgt, festgesetzt: Samstag den 20 d. M: Konzert, Arrangement Frau Gesangsmeisterin Else Freund-Funk, Sonntag den 21.: Ingenieur Josef Weißmann: „Die Lyrik in der Literatur der ostjüdischen Volkssprache". Montag den 22.: Dr. Heinrich Grün: „Medizinisches des Alltagslebens". Dienstag den 23.: Oberlehrer M. Grünspan : Elternabend. Mittwoch den 24.Professor Otto Simon : „Zufall und Notwendigkeit". Donnerstag den 25 : Kantor I. Grob: „Jiddisches in Literatur und Musik". Freitag den 26.: Dr. G Frendmann: Bibelvortrag. Jüdische Toynbee Halle. XV., Herklotzgaffe 21. Der Eröffnungsabend der Fünfhauser Toynbee-Halle gestaltete sich zu einer hübschen Feier. Namens des Vorstandes begrüßte der kais. Rat Strach die zahlreich erschienenen Gäste und nahm Gelegenheit, die Ziele der beiden Toyubee-Hallen. sowie deren bisher erreichte schöne Erfolge klarzulegen. In der nun folgenden Akademie besorgte Herr Finanzrat Glaubt mit einem trefflichen Salonorchester den musikalisch-künstlerischen Teil. Die Orchestervorträge, ausgeführt von Herrn und Frau Finanzrat Glaubt, Fräulein Hedda und Herrn Hans Glandt, Frau Alice Engel. Finanzassistenten Glitz, dem Komponisten Ottavis Borri und dem Studierenden Theodor Brnn. fanden wohlverdienten, reichlichen Beifall. Herr Ottavis Borri trug mit vielem Erfolge eigene Kompositionen vor. Enthusiastischen Beifall erntete eine junge Künstlerin, Fräulein Gisa Ste>n, die mit hinreißendem Empfinden Gedichte von Morris Rosenfeld zum Vortrage brachte. Das Publikum brachte der vielversprechenden Künstlerin geradezn Ovationen. Für den heiteren Teil des Abends sorgte mit trefflicher Laune Herr Leo Werter. Lieder vom Gesangsquartett Glandt. ein Flötenkonzert des zwölfjährigen Theodor Brun und einige Wiener Musikstücke des Salonorchesters schlossen den nach jeder Richtung hin gelungenen Abend. Die Vorträge finden jeden Samstag (Herklotzgaffe Nr. 21) statt. Beginn regelmäßig halb 8 Uhr abends. Am 20. d M. spricht Herr Oberlehrer Rieseufeld über die „Geschichte des gelben Fleckes". Jedem Vortrage schließen sich mufikal sche Darbietungen an, deren Leitung in den künstlerisch bewährten Händen des Herrn Kommerzialrates Leopold Baß liegt. Jüdisches Volkstheater. (Stefanie-Saal, Taborstraße.) Das vorwöchentliche Repertoire der polnischen Theater-Gesellschaft gestaltete sich so ziemlich intereffant, namentlich „Das goldene Land" und „Der jüdische Hamlet" fanden allseitigen Beifall und verdiente Anerkennung. Speziell hervorzuheben wären im letzteren Stücke von Zelakowsky der Darsteller des „Hamlet" Herr Siegler und dessen tüchtige Partnerin Frl. Weintraub — nur sollte bei der Rezitation des »Ei mole raedarrüm«-Gebetes auf strengere Harmonie mit den Gesetzen der hebräischen Grammatik gesehen werden Im ersteren Stücke von N. M. Scheikowicz wird das amerikanische Ghetto-Leben drastisch geschildert und brillierten in demselben die Herren A s ch k e n a s y, R a u t e n st e i n und Weinberg. Die „Jüd sche Neschomo" war relativ am schwächsten, doch der Besuch am stärksten, weil der Reinertrag dem humanitären Vereine der Tarnower gewidmet war. Wien. (Beth-Hamidrasch Talmud-Thora.) Freitag den 19. November 1909, abends halb 8 Uhr, findet ein Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Gold st ein statt. — Thema: „Naclimanides, dessen Standpunkt, Religionskampf, Wirken und Werke." Austritte aus dem Judentum. Vom 7. bis 13. November 1909. Eisenmann Ilona, geb. Singer, Molkerei-Direktors-Gattin, geb. 23. August >879k Ve*zprim (Ungarn), IV., Wiedner Gürtel 8. Gerbel Eugenie, geb. Fantl. Privatbeamtensgattin, geb. 9. September 1882, Wien, III., Radetzkystrasse 1. Grünblatt Richard, Dr. Zahnarzt, geb. 24. Februar 1876, Wien, I., Lichtenfelsgasse 7. Hartmann Ludwig, Kelluer, geb. 31. Dezember 1889, Wien, V., Schönbrunuerstrasse 110. Kappel Dezsö, Kaufmann, geb. 7. Februar 1881, Grosswardein, VIII., Lerchenfelderstrasse 32. Lederer Eduard, Ingenieur, geb. 1883 zu Kassel, I., Singerstrasse 3. Löwy Emil, Kaufmann, geb. 11. September 1865, Wien, VI., Stnmpergasse 47. Moser Heinrich, Dr., Sekundararzt im k. k. Allgem. Krankenhanse geb 23. Oktober 1879, Freiberg (Mähren), XV11I, Semperstrasse 48. Neumann Josofine, geb. Färber, Private, geb. 13. Februar 1876, Wien, IX-, Währiugerstrasse 52. Rauch Hermine, Studentin, geb. 17. Februar 1891, Wien, VII., Burggasse 100 A. Seifert Erna, Private, geb. 17, Februar 1892, Wien, VIIL, Wickenburggasse 2 . Weber Antonia Anna, geb. Reiger, Geschäftsinhabern, geb. 13 Februar 1875, Teschen, III., Hauptstrasse 63. Wessely Hugo, Photograph, geb. 17. Juli 1878, Wieu, VII., Siehenstemgasse -9. Weise Emil Moritz, Ingenieur, geb. 12. Juni 1885, Sopron (Ungarn), IV., Hauptstrasse 39. Weiss Hugo, Hilfsarbeiter, geb. 13. Jänner 1883, Wien, IX., Marktgasse 49. Baden, 16. November. Unter ungemein großer Beteiligung der Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde Baden und der Stadtbewohner fand heute, 4 Uhr nachmittags, die Trauung der Tochter des langjährigen und verdienstvollea Kultuspräsidenten der Gemeinde Baden Herrn Moriz L e i t n e r, Fräulein Marianne L e i t n e r mit Herrn Dr. M.-U. Robert P o l a t s ch e k—Wien, im hierortigen Tempel statt. Die Trauung vollzog Herr Rabbiner W. Reich, deren gesanglichen Teil Herr Oberkantor Friedrich Roth exekutierte. Unter den Hochzeitsgästen befanden fich: Vizebürgermeister der Stadt Baden B r u s a t i mit den Gemeinderäten V i n b a u e r und H ub ler, k. k. Bezirkshauptmann R. v. G a l a t t i, Theaterdirektor Alfred Schreiber und viele andere angesehene Bürger der Stadt. Abg. Prof. Dr. Masaryk wird in diesem Monat einen Vortrag in der jüdischen Toynbeehalle in Lemberg halten. Piruitz. Unter massenhafter Beleiligung der gesamten Bevölkerung von Pirnitz und Umgebung fand am 15. d. M. das Leichenbegängnis unseres um die Knltusgemeinde hochverdienten Vorstehers Herrn Simon Kalbe statt. In Trauerhause h!<lt Se. Ehnvü-.d n