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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-11-05 · 45 (5.11.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
45 (5.11.1909)
Date
1909-11-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 776 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 45 Oberrabbiuer Doktor Güdemaun im Vereine der Sabbathfreunde. Am 23. November, 8 Uhr abends, wird Herr Oberrabbiuer Doktor Güdemann im Festsaale des „Hotel Continental" den Zyklus unserer diesjährigen Vereinsabende mit einem Vortrage „Ueber den Sabbath" eröffnen. In jüdischen Kreisen gibt sich selbstverständlich großes Interesse für diese Vorlesung kund. N. Die Thora - Vorlesung beim Jugendgottesdienst* Einer der wichtigsten Bestandteile unseres Gottesdienstes überhaupt und doch auch unseres großstädtischen Zugendgottesdienstes ist die Thora-Vorlesung und diese gerade läßt vieles zu wünschen übrig. Anstatt aus dem „Born des Lebens" einen guten, kräftigen Trunk der Jugend in schönen Pokalen zu verabreichen, wird gerade dieser heiligste Akt unserer Synagoge zumeist leider sehr stiefmütternch behandelt. DaS Vorlese-Pensum wird im Automobil-Tempo absolviert — Ausnahmen gibt es zum Glück auch da — so daß ein erfahrener Thorakenner, selbst in den vorderen Bänken, Mühe hat, das Vorgelesene zu verstehen. Da muß eine Remedur kommen und zeigen uns die alten Synagogen auf ihrer „Bimah" in der Mitte des Gotteshauses den richtigen Platz für den Vorleser der Thora. Zum mindesten muß in den großen Tempeln das Vorlesepult der Jugend — wie dies in großen Kultustempeln in Budapest schon seit Jahren geschieht — näher gerückt werden. Dann muß die Thora Wort für Wort und laut vernehmbar vorgetragen und der Jugend der Text deutlich gedruckt in die Hand gegeben werden. In geeigneter Weise kann der Lehrer schon vorher die Schüler auf den am Sabbath zu lesenden Abschnitt aufmerksam machen und ihr Interesse dafür, wachrufen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir erwähnen, daß der Wiener Kultusvorstand, der vor bald 40 Jahren den Jugendgottesdienst überhaupt ins Leben rief und auf deffen Hebung und Förderung stets bedacht ist, schon vor Jahren angeregt hat. daß zur Thora gerufene Schüler, besonders aber Konfirmanden, die die Eignung dazu besitzen, ihren Abschnitt selbst aus der Thora lesen mögen Die Gelegenheit, flch hierzu vorzubereiten, wird Smdenten und Präparaten gewiß gerne geboten werden. Die Hauptsache ist und bleibt: Die Jugend soll und muß wie für den öffentlichen überhaupt, so auch für die Jahrtausende alte und hochwichtige Institution der Thoravorlesung gewonnen werden. M. A. Wie«. (Bet h-H amidrasch-VereinTalmu d-T Hora, Wien. II., M alz gass e.) Freitag den 5. November präzise halb' acht Uhr abends findet ein Vortrag Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Schenk statt. Thema: Die Akeda. Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe in Wie u.) Mit Rücksicht auf die im Gemeinderate der Stadt Wien zur Beratung und zum Beschlüsse gelangende neue Bauordnung, welche nicht nur für die Baugewerbetreibenden, sondern auch für jeden einzelnen Bewohner unserer Stadt von immenser Tragweite ist, hat der Vorstand des Vereines zur Hebung der Gewerbe sich veranlaßt gesehen, einen Diskussionsabeud für Montag den 8. November d. I. um halb 8 Uhr abends, im Annasaale, IX., Berggasse Nr. 5, abzuhalten. Referent: Herr Bezirksrat und Stadtbanmeister Edmund Melcher. Wie«. (B o r t r a g.) Samstag, 7 Uhr abends, hält der Schriftsteller N. Lubetzky im „Hebräischen Konversatiousklub", II., Stephaniestraße 2, einen Vortrag über den bekannten Schriftsteller Berdizewsky. Gäste willkommen. Saisonbeginn der Wiener Jüdische« Toynbee- Halle. In der kommenden Woche nimmt die Toynbee-Halle ihre Tätigkeit in vollem Umfange auf. Die Einschreibungen für die u nentgeltlichen Unterrichtskurse (Englisch für Anfänger und Vorgeschrittene, ferner Stenographie) finden Samstag den 6. November d. I. von 7 bis halb 9 Uhr abends und Sonntag den 7. d. M. von 10 bis halb 12 Uhr vormittags im Unterrichtslokale, I., Seiten st ettengasse 2, statt. Der Unterricht wird von staatlich geprüften Lehrkräften erteilt. Die Einschreibegebühr beträgt pro Kurs eine Krone. Die populär-wissenschaftlichen Vorträge in der Toynbee-Halle, XX., Othmargaffe 46, beginnen Sonntag den 7. November d. I., 7 Uhr abends. Rabbiner Dr. Feuchtwaug liest Skizzen aus dem jüdischen Leben. Das Wochenprogramm wurde, wie folgt, festgesetzt: Montag den 6. d. M.: Dr. Theodor Jenner: „Bilder aus dem Rechtsleben". Dienstag den 9.: Lehrer Rafael Löw: „Erziehung zur Selbständigkeit". Mittwoch den 10.: Universitätsprofessor Doktor Josef Pollak: „Der Philosoph Senecca". Donnerstag den 11.: Fachlehrer Georg Schmiedl: Der moderne Mensch und die Natur". Freitag den 12.: Lehrer N. Löw-Vogel: „Bibelvortrag". Samstag den 13.: Konzert. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Dr. I. Samuely, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen. Die Vorträge beginnen an Wochentagen um halb 8 Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Akademischer Verein „Jüdische Kultur". Samstag, den 13 d. M., 7 Uhr abends, findet im Cafä Rahnhof, IX., Porzellangasse 31, ein Vortrag statt. Thema: Die letzte Reichsgerichtsentscheidung, betreffend bte jüdische Nationalität. — Referent: Dr. Karl Lifezis. Gäste herzlich willkommen. Die Kurse für jüdische Sprache und Literatur finden jeden Dienstag von 7—6 Uhr abends im Vereinslokale (II., Blumauergasse 20s statt. Einschreibungen in diese Kurse finden Montag, Mittwoch und Freitag von 7—9 Uhr abends statt. Wien. (Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Wien, IX., Hörlgasse 11.) Bei der am 23. Oktober 1909 stattgefundenen Plenarversammlung wurden folgende Herren in den Ausschuß für das Wintersemester 1909/10 gewählt: I. U. C. Fritz Oberländer, Präses, phil. Berthold Hirschl, I. Vize-Präses, I. U. C. Max Körner, II. Vize-Präses, I. U. E. Heinrich Schiffmann, I. Schriftführer, phil. Isidor Goldberger, II. Schriftführer. I. U. C. Fritz Engel, I. Kassier, iur. Rudolf Wiener, II. Kassier, cand. phil. Theodor Reik, Bibliothekar, ing. Eugen Knebel, Hausverweser, cand. phil. Jsak Barbag, Zeitungsverweser. Austritte aus dem Judentum. Vom 24. bis 30. Oktober 1909. Bab Fritz, Fabrikant, geb. 26. Dezember 1872 zu Wien, XIX. Hasenauerstrasse 12. Bacher Edwin Nikolaus, Ingenieur, geb. 19. Oktober, 1862 Wien, IV., Paulanergasse 9. Bretisch Katharina, Private, geb. 14. Februar 1885 zu Wien, V., Diehlgasse 52. Dubs Anna, Kontoristin, geb. 16. Juli 1884 zu Czurin, Bukowina, VIII., Zeltgasse 11. Frankel Berthold, Buchhalter, geb. 19. Juli 1873 zu Engels, Schlesien, II., Untere Augartenstrasse 26. Goldschmidt Bertha, geb. Ehrlich, Private, geb. 10. April 18,0, Wien, VIII,, Laudongasse 3. Kurth Dr. Ernst, geb. Wien, derzeit Barmen. Marcus Julius, Bankbeamter, geb. 12. März 1860 zu Berlin, VIII., Schlösselgasse 3. Papier Dora, Variete-Sängerin, geb. 18. Jänner 1880 zu Wieu, II, Zirkusgasse 1. Parola Josef Otto, geb. 8. November 1889, Wien, VI., Kasernengasse 13. Rosenbaum Paul, Lithograph, geb. 2. August 1877 zu Wien, II., Castellezgasse 33. Roth Dr. Wilhelm, Advokaturs-Kandidat, geb. 23. Oktober 1878 in Waltershausen bei Gotha, Sachsen-Koburg-Gotha, II., Lntere Augartenstrasse 39. Schick Julius, Klavierhändler, geb. 27. Oktober 1862 zu Nimburg iu Böhmen, I., Tuchlauben 19. Sterk Siegfried, geb. 2. August 1883, Wien, XXI., Leopoldauerstrasse 79. Bilin. Hier erregte allgemeine Teilnahme der Heimgang der Frau Franziska Schwenger — einer Schwester unseres Kultusvorstehers Dr. Kraus — die Mittwoch am 27. zu Grabe getragen wurde. Am Friedhofe widmete Herr Rabbiner Löwy der Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf, der auf die in große Trauer Versammelten einen tiefen Eindruck machte. Sodann ergriff der Neffe der Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. Schwenger, Neuhaus, namens der Familie das Wort und pries in beredter Sprache die Tugenden der Verblichenen als aufopfernde Mutter und als Liebling und Vorbild der Familie. Pakrae. Herr Israel Steiner aus Preßburg, Oberkantor in Pakrac, vermählte sich am 12. v. M. in Wartberg mit Fräulein Elsa Reis aus Koritschan (Mähren). Przemysl. In Przemysl, jenem strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, ist Herr Bahnoberingenieur Heinrich H o ch f e l d zum Vorstand der Eisenbahnbau- und Erhaltungssektion vom Ministerium ernannt worden. Aufhebung des Schächtverbotes in Potsdam. In der letzten Stadtverordnetenversammlung in Potsdam wurde die Aufhebung des Schächlverbotes im städtischen Schlacht- und Viehhause beschlossen. Potsdam war außer Angermünde die einzige Stadt Deutschlands, in der das Schächtverboh noch bestand.

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