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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-10-01 · 40 (1.10.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
40 (1.10.1909)
Date
1909-10-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 40 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette m. Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Markus Spitzer und Samuel Steiner und Sekretär kaiserlicher Rat Dr. Lieben, in Vertretung des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhortes kaiserlicher Rat Dr. S. Krüger und Vorstandsdame Frau May, die Präsidenten des Ferienheims Frau Dr. Sophie Grünfeld. Oberrabiner Dr. Güdemann widmete ihm einen würdigen Nachruf, die kantoralen Funktionen versah Oberkantor G u t t m a n n. Am Grabe sprach sodann für den Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort kais. Rat Dr. S. Krüger ehrende und teilnehmende Worte des letzten Abschiedes. Wien. (E manuel Frank l.) Freitag den 24. Sept. fand vom Trauerhause, II., Rotensterngasse 31, aus unter sehr großer Beteiligung das Leichenbegängnis des Vizepräsidenten des Vereines Reisender Kaufleute, Emanuel Frankl, statt. Im Zeremoniensaale des Zentralfriedhofes erschienen unter den nach Hunderten zählenden Trauergästen unter anderen: der Präsident und der Vorstand des Vereines, Delegierte des Zentralverbandes der österreichischen Kaufleute, des kaufmännischen Vereines, des Vereines der kaufmännischen Angestellten, der Genoflenschaft der Handelsagenten, sowie vieler Wohltätigkeitsvereine. Ferner waren der Gehilfenausschuß im Gremium der Wiener Kaufmannschaft, eine Deputation des Verbandes der Papierinteressenten, sowie Mitglieder des Vereines „Treue", letztere in corpore, anwesend. In der Zeremonienhalle hielt das Vorstandsmitglied des Vereines der Reisenden Kaufleute Gustav Oser und am offenen Grabe Advokat Dr. Scharsmesser namens des Vereines „Treue", dem Frankl durch Jahrzehnte in ungemein reger Wirksamkeit angehört hatte, einen tiefempfundenen Nachruf. Wien. Herr Professor Dr. Max Eisler hält am 31. Oktober in Wien einen Vortrag über „Meister Jozef Israels und die jüdische Kunst". Wien. Ueber Einschreiten des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hatte das k. u. k. Militär-Stationskommando verfügt, daß an den Tagen des Roschhaschano-Festes und am Jom Kippur die jüdischen Soldaten nach Zulässigkeit des Dienstes dienstfrei belassen und daß die Einjährig-Freiwilligen am Jom Kippur tunlichst von jedem Dienste befreit werden. Die Einjährig-Freiwilligen-Abteilung des hier garnisonierenden Train-Regimentes, in welcher 35—40 jüdische Freiwillige dienen, sollte am Jom Kippur um 6 Uhr früh zu einer Uebung in das Brücker Lager abrücken. Mehrere Väter von Freiwilligen wandten sich an die israelitische Kultusgemeinde und diese intervenierte am Vortage des Versöhnungsfestes mit Erfolg beim k. u. k. II. Korpskommando. Es wurde auf kurzem Wege dem Kommando des Train-Regimentes aufgetragen, die Israeliten von der Uebung zu befreien. Wien. (I i'l d i s ch e s T h e a t e r.) Voranzeige: Es wird dem geehrten P. T. Publikum bekannt gemacht, daß ab 1. Oktober 1909 im „Hotel Stefanie" II., Taborstraße 12 eine deutsch-jüdische Gesellschaft aus Lemberg, zusammengestellt nur von erstklaffigen Artisten, ihre Vorstellungen beginnen und einen Zyklus von neuen Stücken bringen wird. Näheres die Straßenplakate und im „Extrablatt". Ab Freitag den 1. Oktober gelangt zur Aufführung das berühmte Meisterwerk „Schabes Koidesch". Selbstmord des Religionslehrers Buxbaum. Am 26. d. früh hat der 72jährige Religionslehrer Herr Leopold B u x b a u m einen Selbstmord ausgeführt, indem er sich vom dritten Stocke seiner Am Werd Nr. 6 gelegenen Wohnung auf die Straße hinabstürzte. Der alte Mann war sofort tot. Die Nachricht von dem Selbstmorde wird nicht verfehlen, große Teilnahme hervorzurufen. Herr B u x b a u m war als Bibelforscher und Gelehrter, wie als Religionslehrer sehr geschätzt. Den Selbstmord hat der alte Mann aus Kränkung darüber ausgeführt, daß eines seiner Kinder einen Glaubenswechsel vollzogen hatte. Samstag war Herr Buxbaum, anläßlich des jüdischen Feiertages den ganzen Tag im Tempel gewesen und hatte sich Abends zeitlich zur Ruhe begeben. Sonntag stand er um 1/25 Uhr morgens auf und nahm von einem seiner Kinder, einem kränklichen Sohne, Abschied. Gleich darauf beging er den Selbstmord. Der Verewigte sandte unmittelbar vor seinem Tode der Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift" nachstehende Zuschrift: „Teile der geehrten Redaktion mit, daß ich bereits am ‘b 9. Mai d. I. beschloffen habe in der Nacht nach Jom-Kippur in den Tod zu gehen, weil sich mein Sohn Dr. Max Josef v", praktischer Arzt in Hütteldorf, getauft hat. In einer Niederschrift: vin oder: „Der dreifach zureichende Grund für die Berechtigung meines Selbstmordes" habe ich nachgewiesen, daß sowohl nach den Natur-und Vernunft-, als nach den allgemeinen ethischen und den speziell jüdischen Gesetzen mein Tod kein Verbrechen, im Gegenteil die größte Gottes-Verherrlichung ist. Einer geehrten Redaktion ergebener L. Buxbaum, Religionslehrer II/z, Leopoldsgafse 26. Obige Nacht %1. Wien. In der Nachhilfeschule des Herrn H. Lötv-Bogel wurden hebräische Sprachkurse für Volks-, Bürger- und M i t t el s ch ü l e r eröffnet. Einschreibungen finden am Montag und Donnerstag von 11 Uhr an statt. Honorar für Volksschüler K S und für Mittelschüler K 8 monatlich. Wien. (Brigittenaur Bibelschule.) Anläßlich der bevorstehenden Einschreibungen an Bibelschulen wird es von Jntereffe sein, etwas über die Leistungen der Bibelschule im XX. Bezirk, Kluckygasse 7, zu erfahren. An derselben wirken vier ausgezeichnete Lehrer, welche die ihnen anvertraute Jugend nicht nur in Thora und in den Gebeten, sondern auch im Hebräisch-Sprechen und im Hebräisch-Schreiben nach den neuesten Methoden unterrichten. Von den Erfolgen, welche diese Bibelschule, dank den selbstlosen und verständnisvollen Bemühungen der Herren Tempelvorsteher Josef K o h n und Julius Kotzn. erzielte, konnte man sich bei der gegen Ende Juni l. I. im Tempel, XX., Kluckygasse, veranstalteten Prüfung am besten überzeugen, bei der die Herren Bethausvorsteher Dr. Markus Spitzer, Max Frank, Herr Inspektor Prof. M. K a n i tz, der Tempelvorstand und die Eltern der Schüler anwesend waren. Nachdem die Schüler aller vier Abteilungen im Lesen, Sprechen, Uebersetzen und in hebräischer Grammatik von ihren Lehrern als auch von Herrn Inspektor und Herrn Dr. Spitzer geprüft und die schriftlichen Arbetten vom Obmann Herrn H. Ellbogen und Herrn Kultusvorsteher M. Frank besichtigt wurden» hielt Herr Tempelvorsteher Josef Kohn eine Ansprache an die Kinder, in welcher er die Schüler belobte und sie zum ferneren Studium der hebräischen Sprache aneiferte. Herr Inspektor M. Kanitz betonte in seinen Ausführungen, daß er die Lehrer bei ihrer mühevollen Arbett gesehen hat und daher auf die großen Schwierigkeiten, gegen welche die Lehrer zu kämpfen haben, Hinweisen muß. Er dankte den Lehrern für ihre vorzüglichen Leistungen und bat die anwesenden Eltern, die Lehrer in ihrem Bestreben zu unterstützen. Auch Herr Dr. Spitzor zollte den Lehrern und Kindern aufrichtige und verdiente Anerkennung und sprach dem Vereins- und Tempelvorstande seinen besonderen Dank aus. Es darf bei diesem Anlässe nicht unerwähnt bleiben, daß die Bibelschule von der Kultusgemeinde durch materielle Unterstützung stark gefördert wird. H. Löw-Voget. Jüdischer Sportklub „Hakoah". Am 26. September d. I. fand in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler die konstituierende Generalversammlung des Jüdischen Sportklubs „Hakoah" statt. Die stiüutenmäßig vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: Präsident: Dr. Fritz Löhuer» Vizepräsident: Dr. Emil Reich, Sekretär: S. Weinberger, Kaffier: Albi« Fuchs; Ausschüffe: Ritter von Banret, Schriftsteller Otto König, Dr. Gabriel Wolf, Alfred Brückner; Ersatzausschüffe: Rudolf Pollak, Willy Fautl, Revisoren: Oskar Läufer. Ernst Sträußler. Wir teilen ferner mit, daß die Ruder- und Schwimmfektion bereits begründet und die Sektion für Leichtathletik im Entstehen begriffen ist. Zuschriften und eventuelle Spenden, insbesondere Sportartikel, erbitten wir an den Sekretär des Vereines, S. Weiuberger, Beamter, II., Rembrandtstraße 19. T. 9. Wien. (Das neue Konservatorium für Musik im II. Bezirk.) Der musikalische Sinn der Wiener ist zu jederzeit gerühmt worden, und zwar nicht mit Unrecht. Denn große Künstler haben in der Residenzstadt, in der Zentrale der geistigen Kultur der Monarchie das Licht der Welt erblickt, haben hier, um mit Walther von der Vogelweide zu sprechen, fingen und sagen gelernt, um als Meister und große Künstler glänzenden Ruhm einzuheimsen. Sinn und Herz des Volkes mit wundervollen Weisen und tonenden Melodien gefangen zu nehmen. Wenn Wiens musikalischen Sinnes rühmende Erwähnung getan wurde, wenn die Freude an guter Musik in Wien stets gewahrt wird, ist das in allererster Linie den vorzüglichen Mufikanstalten zu danken, unter denen das Konservatorium, das jetzt de» verdienten Titel einer k. k. Akademie erhielt, die erste Stelle einnimmt. Eine bemerkenswerte Schöpfung auf diesem Gebiete ist da-

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