Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 39 (24.9.1909)
- Date
- 1909-09-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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oG Nr. 39 Jahrgang XXYI Dr. Bloch’s Zentralorgan kür die gesamten Ilnteressen des Zudentums. A. kr. PofisxarKsstensink Lleartng-VerK ebr Mr. 810.976. Redaktion und Administration: <• Wir» IX/i, Hahngaffe Nr. 15. >) Telefon Nr. 14.847. QO - ' -n1.—n- Wien, 24. September 1909 Brscbetnt jeden Frettag. Brief-Adresse: Wie», ix/i. Hahngaffe 15. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. OCi..—-o p p Vexugsprris für Vesterrrilh: Q Halbjährig 8 Kronen; j Einzelexemplare 50 Heller.! Für's Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Dis 4malgespaltene Petitzeile 24 Heller. C, nP -■■■- -Oo Inhalt: Leitartikel: Die gr.-or. theologische Fakulkät in Czernowitz. — Die Freiheit und das Glück der rumänischen Inden. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Em jüdischer Weltreisender. Alexander Strakosch. Die Entstehungsgeschichte des Kol Nidre. — Blüten des antisemrtiscken Regimes in Oesterreich. Grundlegende Ideen des Judentums. Eine moderne Jabnehakademie. Korrespondenzen: Zam Bukowlnaer Wahlreformentwurf. Doppeljubiläum des Mariahilfer Tempelvereines. Zum Tenipelbesuch. Grundsätzliche Entscheidung des V^rwaltungsgerichtshofes den israelitrschen Religionsunterricht in den Religionsstationen betreff nd. Victor Jstüczy's neueste Aktion. Jüdische Patronage-Gssellschaft in Ungarn. Die Enquete der galizischen Schänker. Berlin. Neue Pogroms in Südrußland. Georg v. Rosenthal gestorben. Der jüdische Sekretär des türkischen Finanzministers. Terminverlustige Täuflinge. Der offizielle Bericht über Mesopotamien an die türkische Regierung. Die Juden von Turkestan. Die Auswanderungsbewegung via Galoeston. — Vermischtes. — Feuilleton: Die Rothschilds. — Literatur. — Neue Bücher. — Briefkasten. Inserate. We gr.-or. theologische Fakultät in Cxernowitz. „Eine sensationelle Feststellung." w II. Das Dekanat der theologischen Fakultät an der k. k. Universität Czernowitz sendet der „Oesterreichischen Wochenschrift" folgende Zuschrift: „Czernowitz, den 18. September 1909. Löbliche Redaktion! Auf Grund des § 19 des Preßgesetzes ersucht das gefertigte Dekanat der theologischen Fakultät in Czeryowitz um Aufnahme folgender Berichtigung: Der Leitartikel Ihres Blattes, „Dr. Blochs „Oesterreichische Wochenschrift", Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums" vom 10. S ptember 1909, Nr. 37, enthält eine Reihe von Unrichtigkeiten, Ungenauigkelten und Entstellungen, welche dem richtigen Sachverhalte durchaus nicht entsprechen. Ebenso enthält dieser Artikel eine Reihe von Beschuldigungen und Schmähungen sowohl an die Adresse der griechisch-orientalischen theologischen Fakultät im allgemeinen als auch an die der Fachdozenten Dr. Basil Tarnawski und Dr. Oktavian Jsopescul insbesondere, welche ebenso ungerechtfertigt sind. Der Sachverhalt ist wahrheitsgemäß nachstehender: Am 34. Juli l. I. wendete sich die Schriftleitung des „Bukowinaer Volksblatt" an die gr.-or. theologische Fakultät mit der Bitte (wörtlich), „eine authentische Uebersetzung des Kol Nidro-Gebetes, welcher ein von jüdischer Seite anerkannter Urtext zugrundegelegt werden müßte, verfassen zu lassen und der Redaktion zur Verfügung stellen zu wollen." Daraufhin haben die Fachdozenten des Hebräischen Dr. Basil Tarnawski und Dr. Oktavian Jsopescul in ihrem eigenen Namen mit dem Schreiben vom 29. Juli 1909 erwidert, daß ein solcher authentischer Text samt einer richtigen vom Berliner Professor Hermann Strack verfaßten Uebersetzung sich in der Realenzyklopädie für protestantische Theologie, III. Aust., X. Band, pag. 650, befindet und haben diese Uebersetzung mit der Bemerkung reproduziert, daß dieselbe genau dem Originaltexte entspricht. Daraus folgt: 1. Es ist unrichtig, daß die Schriftleitung des „Bukowinaer Volksblatt" sich an die griechisch-orientalische theologische Fakultät um Erstattung eines Gutachtens gewendet hätte, sondern nur um Verfassung einer authentischen Uebersetzung des Kol Nidro»Gebetes. 3. Folglich ist es ganz unrichtig, daß die gr.-or. theologische Fakultät ein solches Gutachten erstattet hätte: es haben bloß die beiden Fachdozenten auf eine von Professor Hermann Strack bereits verfaßte Uebersetzung des Kol Bistro-Gebetes hingewiesen und dieselbe der ergangenen Einladung gemäß ohne irgend welche Bemerkung und Kommentar reproduziert. Dieses erhellt ganz klar selbst aus dem Wortlaute des in Ihrem Blatte reproduzierten Schreibens der betreffenden Fachdozenten, wofür das gefertigte Dekanat als Beweis auch noch das an die Redaktion der „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemltismus" vom 8. September 1909, Z. 36 mitgeteilte Schreiben des Professors Hermann Strack anführt, wo es wörtlich heißt: „Die Antwort der Herren Professor Dr. B. Tarnawski und Dr. O. Jsopescul an das „Bukowinaer Volksblatt" ist kein G u tachten über „Koi Nidre", sondern nur eine Bestätigung der Richtigkeit meiner Uebersetzung der Formel. Ueber die Bedeutung dieser Formel für den Wert oder lln wert des vom Juden geleisteten Eides sagen die Herren kein Wort!" 3. Aus dem Gesagten erhellt daher zweifelsohne, daß die unmittelbar im Anschlüsse zum erwähnten Schreiben der beiden Fachdozenten befindliche abfällige Bemerkung über die Bedeutung jüdischer Eide, nämlich: „Dieses Dokument ist von hervorragender Bedeutung, weil es uns klipp und klar den Wert jüdischer Eide vor Augen führt" nicht von den erwähnten Dozenten