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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-09-17 · 38 (17.9.1909) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
38 (17.9.1909)
Date
1909-09-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Blochs Wochenschrift. «eite 653 Oesterreichs in fesselnder Darstellung eingehend mit den Ereignissen bekannt w machen, deren Jahrhundertfeier wir in diesem Jahre begehen. Die zu'm Teil bisher noch nicht veröffentlichten Jümttationen verleihen dem Schriftchen einen besonderen Weit. Für die Leser dieses Blattes ist die Erinnerung vielleicht am Platze, daß der auch in unserem Büchlein nach Verdienst perühmte Feldmarschall-Leutnant Josef Armand von Nordmann, der sich bei Aspern und Wagram so hervorgetan und in dieser zweiten Schlacht den Heldentod gefunden hat, der Sohn jüdischer Eltern war. Der Bitte eines (jüdischen) Mitgliedes seiner Familie in der „Straßb. Jsr. Woch." um Angaben über dielen von allen Quellen (Wurzbach, „Allg. Deutsche Biog." usw.) einstimmig hochgerühmten Offizier sei auch an dieser Stelle Raum gegeben. Zum Schluffe teilen wir ein Dankschreiben (im Besitze des Referenten) mit, das der Magistrat von Bozen 1799 an den bekannten Führer in den Tiroler Freiheitskämpfer:, Theimer, gerichtet hat. Dem Herrn Hauptmann Martin Theimer bey der Stadt- und Landgerichtlichen Vertheidigungs-Kompagnie. Da wir von der hohen südlichen Defensions-Deputation die höchst erfreuliche Nachricht von dem ausgezeichneten Benehmen der mübvollen biedern Botzner-Compagnie bey der jüngsthin erfolgten Vorrückung in das Engedein erhalten, so eilen wir mit wahren Vergnügen dem Herrn Hauptmann, d.ffen vorleichtenden Beyspiele dieses Benehmen seiner unterhabenden Mannschaft vorzüglich zuzuschreiben ist, für seine dissfällige, so rühmliche Auszeichnung unsere Volleste Zufriedenheit und unseren lebhaftesten Dank zu erkennen zu geben, und ersuchen zugleich, diese unsere Gesinnung allen mit dem Herrn Hauptmann aus Engedein vorgerückten Individuen in unserm Namen zu eröffnen. Rathshans Botzen, den 9 May 1799. Bürgermeister und Rathe. Joh. Ant. v. Kager, Bürgermeister. x. Deutsch-Oesterreichische Klassiker-Bibliothek. KarlProchaska. Wien, Teschen, Leipzig. Bd. 9 und 10. In rascher Folge hat der rührige Verlag die Herausgabe dieser geschmackvoll aus ge statteten und äußerst preiswerten Bibliothek, deren erste Bändchen wir in diesen Blättern vor einiger Zeit empfehlen, konnten, nun bis zur 10. Nummer gefördert. Diesmal liegt der 1. Teil der ausgewählten Werke I. Eh. v. Zedlitz' und einige der prächtig gemütlichen Dramen Karl Meisl's, des Lieblings der Alt- Wiener, vor, dessen Prophezeiung von den Luftschiffen und Automaten im 20. Jahrhundert (in dem phantastischen Zeitgemälde ,,1723, 1823, 1923") durch unsere Gegenwart glänzend bestätigt wird. Franz Grillparzers Selbstbiographie. Mit Anmerkungen. Herausgegeben von Dr. A. Keller. Frankfurt a. M. und Berlin 1908, Mor. Diesterweg. ^28 Seite r. Mk. 1 60, geb. Mk. 2*40. Diese gut ausgestattete Ausgabe der Selbstbiographie unseres größten österreichischen Dramatikers wird auch in den Kreisen seiner Verehrer, denen sie nichts wesentlich Neues bietet, willkommen geheißen werden. Die ganze drückende Atmosphäre des Vormärz atmet aus jeder Seite. Wie ein Aufleben empfindet der früh Vergrämte seine Reisen ins Ausland, die ihn u. a. mit Meyerbeer, mit Börne, dem er hohe Anerkennung zollt, mit Heine, Rothschild, Thalberg und — Saphir zusammenführen. x. Neue Bücher. Dr. B. Placzek. „Der Vogelfang nach seiner Tendenz und Entwicklung^ — in weiterer Ausführung. Sonderabdruck aus „Die gefiederte Welt", Jahrg. XXXVII. 1908. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Blau. Berlin-Halensee, Johann Sigmundstraße 3. 5. Jahrgang. September 1909. Heft Nr. 9. Inhalt: I. Abhandlungen: 1. Dr. S. Weißenberg, Elisabethgrad: Die autochthone Bevölkerung Palästinas in anthropologischer Beziehung. 2. Dr. Arthur Ruppin: Jüdische Schulkinder in preußischen Schulen. III. Statistisches Archiv. Der Zu- und Abzug von Juden in Breslau in den Jahren 1906/07. Ehetrennungen von Juden in Ungarn im Jahre 1907. Die Budapester Juden nach ihrer Nationalität. Jahresbericht der „Alliance Jsraolite Universelle" für 1908. Der IV. jüdische Turntag. Die jemenitischen Juden. IV. Literatur. Statistische Ueberfichten der Bevölkerungs- und Medizinalstatistik , in graphischer Darstellung. Eine literarische Novität. Im Oktober dieses Jahres wird im Verlage der Wiener Buchhandlung Wilh. Braumüller ein interessantes Werk des Herrn Dr. Ignaz Z o l l s ch a n über die „Theoretisch e n G r un d l a g e n der jüdischenRassenfrage" erscheinen, auf welches wir bereits jetzt unsere Leser aufmerksam machen. D r. Franz Mayr. „Geschichte Oesterreich s". Mit besonderer Rücksicht auf das Kulturleben. Dritte Auflage Sechste Lieferung. Verlag Wilhelm B r a um ii l l e r, Wien Leipzig 1909. Briefkasten« A. M. Daß die Anzahl der Gestirne genau festzustellen schwerlich gelingen kann, daran hat zweifellos die Bibel recht. Indessen haben es sich die Menschen nicht verdrießen lassen, auch am Firmament immer wieder Zählungen zu veranlassen. Man darf sich aber nicht darüber wundern, daß die Ergebnisse recht verschieden ausgefallen sind. Die beiden neuesten Zählungen sind einmal von der Sternwarte in Groningen von Profeffor Kapteyn und andererseits von der Harvard-Sternwarte durch Professor Pickering veranstaltet worden. Die erste kam bis zur Sternaröße 147» auf 38 Millionen und bis zur Sterngröße in73 auf 98 Millionen Sterne. Die zweite gibt sehr abweichende Ziffern, hat allerdings auch nicht so viel Sterne in Betracht gezogen. Nach der Harvard-Zählung würden nämlich bis zur Größe von 1072 nicht ganz 7 Millionen und bis zur Größe von 137etwas mehr als 147» Millionen Sterne vorhanden sein. Der große Unterschied zwischen den Zählungsergebnissen dentrt auf die erhebliche Unsicherheit hin, jedoch hat es den Anschein, als ob die Harvard-Sternwarte besser gezählt hat, denn nach der Feststellung von Burns im Observatory stimmen die Untersuchungen in Greenwich d. mit besser überein, als mit den Schätzungen des holländischen Astronomen. G. Prister, 'Agram 26. Wir haben Sie zu Ihrer kroatischen Ausgabe der „Dokumente der Aufklärung" beglückwünscht und den Erhalt der zwanzig Exemplare bestätigt. Ihr selbstloses Unternehmen ist in der Tat ein sehr verdienstliches. Auf die Leitung der Wiener «Israelitischen Allianz" haben wir leider keinen Einfluß „Klarheit". Die Veranstaltnng von Festkommersen, Tanzbelustigungen. Frühschoppen an einem der zehn Bußtage widerspricht wohl der altjüdischen Tradition. Uns über die Vorgänge in Teplitz zu äußern, haben wir keinen Anlaß, wir wollen uns kein Richteramt anmaßen. Schono towo! Alef Die hohe Stufe der arischen Moral und christlichen Zivilisation beleuchtet auch folgende verbürgte Geschichte, die aus Wilna gemeldet wird. Im benachbarten Städtchen Nowo-Wileisk soll jetzt eine katholische Kirche errichtet werden. Ein dafür tätiger Stadtverordneter hat den dortigen Rabbiner aufgefordert, für diesen Zweck unter den Juden Geld zu sammeln, da sonst ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung veranstaltet würde. Der fromme Held fügte noch hinzu, daß auch der Geistliche gegen ein derartiges „Strafgericht" nichts einzuwenden bätte. — — Das ist das Erziehungsresultat des zweitausendjährigen Ehristentums. T. L. Wenn die jüdischen Finanzmänner Europas ihre Pflicht getan hätten, so wäre die Lage der ruffischen Juden längst eine günstigere. Das erhellt auch aus dem soeben publizierten Journal über eine russische Ministerberatung vom 22. Juli 1909. In der genannten Sitzung wur e über das Aufenthaltsrecht der jüdischen Kaufleute in Moskau, die seit dem Jahre 1899 in der Stadt ansässig find, beraten. Der Finanzminister Kokowzew und der Handelsminister Timirjasew erklärten, eine Liquidierung der großen jüdischen Handelshäuser, deren Umsatz hunderte Millionen Rubel jährlich beträgt, würde nicht nur die Inhaber derselben treffen, sondern auch den mit den Juden durch Handelsbeziehungen verbundenen christlichen Bürgern Schaden bringen. Außerdem würden dadurch viele ausländische Firmen, die den jüdischen Kaufleuten in Mo-kan Kredit gewähren. Schaden erleiden; eine Ausweisung dieser Juden aus Moskau würde ihren Bankerott verursachen. Und da die Einigkeit der Juden groß ist und sie alle, geeigneten Mittel zum Schutze ihrer Jntereffen anwenden und einen großen Einfluß in den kapitalistischen Kreisen und der Presse besitzen — würden sie wegen der Ausweisung einer ganzen Gruppe von Juden aus Moskau heftige Angriffe gegen die ruffische Regierung Hervorrufen und der Regierung die Aufnahme einer auswärigen Anleihe im Bedarfsfälle sehr erschweren." Dieses Dokument sollte vor allem der jüdischen, aber auch der nichtjüdischen Finanzwelt beweisen, daß sie bei wirklich solidarischem Verhalten in der Lage wäre, das Los der russischen Judenheit zu bessern und so durch die Macht des Geldes ein wirkliches Werk der Humanität und der Kultur durchzuführen! Sig. Kurz in A. Wollen Sie sich mit Ihrer Anfrage an Herrn Rabbiner P of. Dr. B r e t t h o l z wenden, da wir nicht in der Lage, sind Ihnen die gewünschte Auskunft zu erteilen. Dr. D. in London. Herzliche Gratulation.

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