Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 36 (3.9.1909)
- Date
- 1909-09-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite'617 Gratulationen anläßlich des - Festes zngnnften der Chewra-Kadischa. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „Oesterreichischen Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung einer unserer ältesten und würdigsten jüdischen Anstalten. Die Einschaltung solcher Anzeigen erfolgt in der dem Roschhaschanoh-Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom 16. September l. I. gegen Einsendung einer Spende Von mindestens K 4.— zugunsten der Chewra-Kadischa Wien. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 13. September 1909. Sportklub Hakoah. Der in Bildung begriffene jüdische Sportklub bat in der toten Saison sich sehr lebenskräftig und ersprießlich betätigt. Die Statuten des jungen Vereins, der Mitte September seine konstituierende Versammlung abhält, sind bereits von der n. ö. Stalthalterei genehmigt, zwei komplette Fußballmannschaften trainieren, Jeben Dienstag, Donnerstag und Sonntag nach 5 Uhr abends nächst der Reichsbrücke und die Leitung unter dem Präsidium Dr. Fritz Löhners schickt sich an, Sektionen für Laufen, Leichtathletik und Schwimmen ins Leben zu rufen. Die Mitglieder, meist junge begeisterte Sportfreunde, erhoffen für den Saisonbeginn einen starken Zuwachs für ihren Klub und werden nach der Generalversammlung sich mit ihrem schönen Programm jüdischer Körper-Renaissance an die Oeffentlichkeit wenden. Es wäre aufs wärmste zu begrüßen, wenn die jüdischen Kreise dieser hoffnungsreichen, prächtigen Gründung moralische und materielle Unterstützung zuteil werden ließen. — Eventuelle Anmeldungen, Anfragen, Zuschriften und Subventionen sind zu richten an Herrn S. Weinberger, Beamter, II, Rembrandtstraße 19. Palästinareise der Israeliten. Abfahrt per Sonderzug und Extraschiff von Budapest am 21. Oktober 1909. Reisedauer 21 Tage. Streng rituelle Verpflegung. Mit Programmen und näheren Auskünften dient bereitwilligst die Ungarische Reise-Unternehmung A. G., Budapest, VII., Erzsebet Körut Nr. 12. Anmeldungen werden bis 20. September 1909 angenommen. Austritte aus dem Judentum. Vom 22. bis 28. August 1909. Fersten Anna, Schülerin, geb. 20. April 1895, Wien, IV., Schäffergasse 21. Fersten Heinrich, Student, geb. 7. Oktober 1891, Potokzloty (Galizien), IV., Schäffergasse 21. Fersten Leo, Magister der Pharmazie, geb. 1. Februar 1862, Nadworna (Galizien), IV., Schäffergasse 21. Jordan Julius, Geschäftsdiener, geb. 10. August 1877, Wien, XII., Meidlinger Hauptstrasse 32. Kirschbaum Adele, geb. 1887, Wien, XVIII., Hockgasse 13. Löwinger Irene, Sängerin, geb. 2. Jänner 1888, Wien, XVIII., Dittesgasse 5. Platschik Otto, Friseur, geb. 9. November 1875, Wien, IX., Rauchfangkehrergasse 23/25. Popper Rachel, Private, geb. 23. September 1863, Fiume, XVIII., Kreutzgasse 3. Resler Anna, geb. 23. Jänner 1888, Wien, I., Rauhensteiugasse 5. Ringer Johanna, Private, geb. 1. November 1880, Wien, VI., Mariahilferstrasse 57. Stäuber Alfred, Ingenieur, geb, 26. Jänner 1874, Wien, II., Obere Donaustrasse 57. Prag. (Konfiskation eines jüdischen Kalenders.) Der Kalender, den die tschechischen Juden für das Jahr 1909—1910 herausgegeben haben, wurde konfisziert. Anstößig befunden wurde der Artikel „Einige Bemerkungen zu den tschechischen volkswirtschaftlichen Bestrebungen in der Theorie und Praris" und ein Absatz des Artikels „Ueber die Germanffation". Holleschau. (Ged ä ch tnisfei er.) Montag den 6. September, 4 Uhr nachmittags, findet die feierliche Enthüllung des Leichensteines für den verstorbenen Rabbiner David Frankfurter mit anschließender Gedächtnisfeier statt. Kuttenberg. (Doppeljabiläum.) Dieser Tage feierte der hiesige Zahnarzt B. Beran ein Doppeljubiläum. 25 Jahre sind es, seitdem er seine Gattin Johanna geb. KrauK zum Altäre geführt, und 25 Jahre wirkt er im Vorstande unserer Gemeinde, davon 18 als Präses, selbstlos und aufopfernd, bei jeder Gelegenheit für Arm und Reich warm eintretend. Auch als Freund und Förderer der Kultusbeamten und deren Jntereffen könnte Herr Vorsteher V. Beran als Muster eines Chefs so manchem seiner Herren Kollegen auf dem Lande dienen. Dieses Fest nun begeht der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde durch Veranstaltungeines. Fest-» gottesdienstes am 4. September d. I., 10 Uhr vormittags, sowie eines Freundschaftsabends am Sonntag den 5. September, 1 Uhr abends, für welche Veranstaltungen sich allgemeines Interesse äußert. Auch in den weitesten Kreisen der Oeffentlichkett erfreut sich Herr Vorsteher B. Beran allgemeiner Wertschätzung, denn viele Wahlperioden hindurch ist er Mitglied der Bezirksvertretung und wurde als solches auch in den Bezirksausschuß mit Stimmeneinheit berufen Selbstlos und menschenfreundlich wirkt der Gefeierte auch . in allen- Vereinen, die Humanität, Wohltun zum Zwecke haben, und als Zahnarzt widmet er tagräglich einen großen Teil seiner Zeit der unentgeltlichen Armenpraxis. Dürrmaul. Dieser Tage verließ der Kantor und Religionslehrer Herr Samuel Fried! unsere Gemeinde, nm seinen neuen Posten in D u x anzutreten. Das Scheiden dieses Funktionärs, der sich besonders als tüchtiger Pädagoge bewährte und .in unseren Kindern die Liebe für jüdisches Wissen erweckte, wird hier allgemein sehr bedauert. Am letzten Samstag Abend fand sich der Kultusvorsteher und der Vorsteher der Chewra-Kadischa in der Wohnung des Scheidenden ein und dankte demselben in bewegten Worten für sein eifriges, sechsjähriges Wirken in unserer Gemeinde. An Stelle des Herrn F r i e d l wurde Herr Adolf N"e u aus Kolinetz engagiert, depen guter Ruf zur Hoffnung berechtigt, daß er ein würdiger Nachfolger des Herrn Fried! sein werde. — Letzten Samstag hielt Herr Rabbiner Dr. S. Ochser aus Kuttenplan in unserer Synagoge eine Gastpredigt, die allgemeinen Beifall fand. Aus diesem Anlasse besichtigte der Herr Rabbiner alle Institutionen unserer Gemeinde und sprach sich über dieselben lobend aus. Groß - Meseritsch. (Vierzigjähriges Kantorepj u b i l ä u m.) In der alkehrwürdigen Stadt Mährens, in- Groß- Meseritsch, feiert dieser Tage Herr Joief Steiner sein vierzigjähriges Jubiläum als Kantor in ein und derselben Gemeinde. Herr S t e i n e r der sein erhabenes Amt noch zu einer Zeit versah, wo Groß-Meseritsch zu den angesehensten Gemeinden des Landes gehörte, die aber in letzter Zeit durch die Ungunst der Verhältniffe sehr stark gelitten hat, erfreut sich heute noch infolge seines edlen Charakters und seiner wirklichen Frömmigkeit der größten Gunst seiner Gemeindegenossen. Bregenz. (K a i s e r t a g e.) Zum Empfange Seiner Majestät war auch der Landesrabbiner für Tirol und Borarlberq Dr. Josef Link eingeladen und Sr. Majestät vorgestellt worden. Se. Majestät beehrte unseren Rabbiner mit einer Ansprache, erkundigte sich nach den Verhältnissen der Gemeinde und war von der gegebenen Auskunft sehr befriedigt. Als der Kaiser unseren Rabbiner über seinen Studiengang befragte und erfuhr, daß derselbe aus Ungarn gebürtig sei, bediente fich der Kaiser der ungarischen Sprache. Nachmittags war unser Rabbiner als Ehrengast auf der Kaisertribüne geladen. Ai 8ch. Erlangen. Der Geheime Hoftat Profeffor Dr. metk Isidor Rosenthal, Direktor des Physiologischen Justituts an der Universität Erlangen, der erst vor einigen Tagen das goldene Doktor-Jubiläum feiette, wurde von der Erlanger philosophischen Fakultät zum Ehrendoktor ernannt. Berlin. (Der Nachfolger GustavKarpe.les'.) Der bekannte Literarhistoriker Geheimer Regierungsrat Profeffor Dr. Ludwig Geiger übernimmt am 1. Oktober d. I. die Hauptleitung der „Allgemeinen Zettung des Judentums" (Berlin, Verlag von Rudolf Moffe) die jetzt im 73. Jahrgange steht..