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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-25 · 26 (25.6.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
26 (25.6.1909)
Date
1909-06-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 26 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 459 Kpiefkasten» A. F. Der berühmte Botaniker Prof. Dr. Ferdinand Cohn starb am 2ö. Juni 1898 in Breslau. K. in S. Herr von Gerlach, der politische Parteigenosse des verstorbenen Dr. Theodor Barth, spricht sich in der „W. a. M." über die getauften Juden sehr abfällig mit folgenden Worten aus, denen wir von unserem jüdischen'Standpunkte ans nur beistimmen können. „Wenn sich heutzutage ein Jude taufen läßt, wird mau ihm meist mit Recht höchst praktische Motive unterschieben. Es ist wenig glaubhaft, daß in unserer unfrommen Zeit plötzlich irgend ein Großkaufmann jüdischen Stammes von heißer Liebe zum Gekreuzigten erfüllt wird. Viel wahrscheinlicher ist es, daß er mit dem Uebertritt aus dem mosaischen Bekenntnis zu einer christlichen Konfession den Ausweg aus einer eng umgrenzten, genierenden Gemeinschaft sucht. Aber wenn ein Manu sich taufen läßt, um alleruntertänigst in den Bezirk der fürstlichen Gnadensonne zu kriechen, das ist schäbig. In der Natur des Schäbigen liegt es, dreist zu sein. Innere Unsicherheit geht Hand in Hand mit Zudringlichkeit. Es ist vorgekommen, daß ein Mann, der gestern noch — sagen wir — Naphthali hieß, heute als Träger eines kerndeutschen Namens — sagen wir — Günther aufwachte. Und während dieses Aufwachens versinkt seine Naphthalische Existenz hinter ihm wie ein Traunr. Er will nichts mehr von ihr wissen. Er verkehrt nur noch mit Christen, vorausgesetzt, daß sie betitelt oder berühmt sind, er drängt sie dazu, sich bei ihm abfüttern zu lasten und der Gipfel seiner Glückseligkeit ist es ihm, einen leibhaftigen Prinzen bei sich zu empfangen." G- P. in Agram. Das Exemplar vom 26. Februar d. I. und die Broschüre, den Bericht über Simon von Trient enthaltend, an die uns angegebenen Adresse abgesandt. S. K. Antisemitische Hotels in Karlsbad sind: Elisabeth, Morgenstern, National de Rnstie, Residenz Grillparzer, Römischer Feldherr, Jtalia, Florenz, Germania, Stadt Warschau, Insel Malta, Rosenstock, Kaiser-Straße, Brandenburger, Th., Preußische Krone, Egeria, Diamant, Englische Krone, Haus Lerchental, Haus Abbazia (Otto Löw), Schützenhalle (Thomas) Buchhandlung Hermann Jacob); in Frankfurt a. M. (Bahnhofs-Hotel Köln. Hof: Besitzer Laaß.) K. S. Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage an den Herrn Rabbiner Mayersohn selber. Alter Abonnent, Stanislau. In Gräfenberg gibt es eine Koscherrestauration. Israel Sch. in Jalozee. In Wien existiert ein Reform- Lyzeum behufs Vorbereitung zur Matura, VI., Getreidemarkt 3. Dort erhalten Sie nähere Auskunft. Aufruf/ Ein jüdischer Sportklub ist in Bildung begriffen, der einem längst fühlbaren Mangel im Sportleben Wiens abhelfen will. Allgemein bringt man diesem Plane das lebhafteste Interesse entgegen. Es soll insbesondere das Fußballspiel, dann Leichtathletik (wie Laufen, Springen rc.) und auch Schwerathletik gepflegt werden. Erstklassige Spieler und begeisterte Freunde des Sports, zahlreiche unterstützende und ausübende Mitglieder sind bereits gewonnen. Zwei komplette Mannschaften sind bereit, ihre jungen Kräfte im Training zu stählen. Diesem Verein die ersten Schwierigkeiten zu ebnen und sein Bestehen zu sichern, fordern die Unterzeichneten Proponenten alle Diejenigen, welche an der vornehmen Arbeit der körperlichen Hebung drs jüdischen Volkes teilnehmen wollen, auf. dem jüdischen Sportklub als ausübende oder unterstützende Mitglieder beizutreten. Gleichzeitig laden wir alle Interessenten zu der Sonntag den 27. d. M. im Lesesaale der «Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler" stattfindenden Besprechung ein. Beginn präzise '/AO Uhr vormittags. Dr. Fritz Löhner, L. Weisz, S. Ruf eisen. S. Benedikt, W. Ullmann, S. W e i n b e r g e r. Zuschriften sind zu richten an S. Weinberger, Beamter, II., Rembrandtstraße 19, Tür 9. All Misere geehrten P. T. Abonnenten! Wir bitten um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zusendung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Zur Einsendung der Keträge wolle man sich der in heutiger Nummer beigelegten Posterlagscheine bedienen. Da wir im Begriffe sind, neue Adreßschleifen drucken zn lasten, ersuchen wir unsere geschätzten Abonnenten um Bekanntgabe der Adressänderungen, eventuell um Richtigstellung von mangelhaften Adreffen. Die Administration der „Oesterr. Wochenschrift" IX/1, Hahngaffe 15. Israelitische Kultüsgemelnde Wien. Z. 7760 ex 1909. Wien, im Juni 1909. Schluss des Jagendgöttesdienstes Schuljahr 1908/09. a) Volks- und Bürgerschulen Bethau.3 Schiller Beginn Tag Stunde 1., Seitenstettengasse 4 11., Tempelgasse 3 Knab. u. Mädch. 3. Juli 11 Uhr 20 M Mädchen 26. Juni U „ Knaben 3. Juli U „ II., Malzgasäe 16 Mädchen 26. Juni 2 „ Nchm „ n Knaben 3. Juli ti n n 111., TJut. Viaduktgasse 13 Knab. u. Mädch. 3. „ 11 „ 20 M. V.. Margarethenstrasse 73 n » 8. „ 3 n 40 N. VI., Schmalzhofgasse 3 3. „ 11 „ 20 M. VIII., Neudeggergasse 12 „ „ 3. „ 11 „ „ IX., Müllnergässe 21 „ „ 3. „ 11 „ » X., Humholdtgasse 29 n » 3. „ 2 „ 30 N. XL, Braunhubergasse 7 3. „ Freitag Abds. XIII., Penzingerstrasse 132 n n 3. „ 3 Uhr Nchm. XV., Pnrnergasse 22 „ „ 3. „ 3 ri n XVI. Hubergasse 8 n n 26. Juni 3 „ 15 N. XVIII., Schopenhauerstr. 39 „ „ 3. Juli 3 „ 45 „ XIX., Dollinergasse 3 „ „ 3 „ 3 » 45 „ XX., Kluckygasse 11 Mädchen 26. Juni 2 „ Nchm Knaben 3. Juli 2 ,, y> XXI., Schindleräasse 4 b) Knab. u. Mädel Mittelschule 3. „ n 4 n » I, Seitenstetteugasse 4 3. Juii 3 Uhr — Min. II, Tempelgasse 3 3. „ 3 r> — n VI. Schmalzhofgasse 3 3. „ 3 » — » IX., Müllnergässe 21 26. Juni 3 „ - „ XIIL. Penzingerstrasse 132 2ö. „ 1 „ - * XV., Turnergasse 22 26. Jnni 3 » — » XVI., Hubergasse 8 26. r 3 n 15 „ XVIII., Schopenhauerstrasse 39 3. Juli 2 „ 30 „ XIX., Dollinergasse 3 26. Jnni 3 n 30 „ DieSchuljugenderscheintimFestgewande. Nach dem Gebete für den Landesvater wird von den Schülern bei offener Bnndeslade die I. und IV. Strophe der Volkshymne gesungen. Der Vorstand. Konkurs. Bei der Kultusgemeinde Jamnitz (Kahren) deren Rabbinate die Kultusgemeinde Piesling angeschlossen ist, gelangt die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Fixum K 1600. Freie Wohnung, zirka K 300 Stiftnngsbezüge und sonstige Emolumente. Bewerber mit erlangtem Doktorgrad, die österreichische Staatsbürger sind, wollen bis längstens 15. Juli beim gefertigten Vorstande unter Vorlage der Dokumente ihre Gesuche einreichen. Reisespesen werden nnr dem Akzeptierten vergütet. Wv Samuel Kohn, Kultusvorsteher. Konkurs. Beim k. k. Staatsgymnasium in Sambor, ist der Posten eines jüdischen mit einem jährlichen Gehalte von 2000 Kronen zn besetzen. Der Religionsunterricht soll in polnischer Sprache und 12 Stunden wöchentlich erteilt werden. Kompetenten, die um diesen Posten sich zn bewerben beabsichtigen, wollen die Gesuche unter Nachweis der Qualifikation, insbesondere der absolvierten theologischen Studien, beim gefertigten Vorstande längstens bis 1. August 1. J. überreichen. Der Vorstand: Dr. Hamerman Beim Bethausverein in Ustron, Oesterr.-Schlesien, ist ab I. September I. J. die Stelle eines Kantors der zugleich Schächter und Religionslehrer sein muss, provisorisch zn besetzen. Der Anfangs-Jahresgehalt beträgt 1000 K nebst Stolagebühren und Geflügelschlachtungen. Anmeldungen bis I. Juli erbeten.

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