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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-04 · 23 (4.6.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
23 (4.6.1909)
Date
1909-06-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 408 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 23 Die amerikanische Diplomatie in der Marokkofrage. Das amerikanische Ministerium des Aeußern hat soeben eine Sammlung von Dokumenten betreffend den Anteil der amerikanischen Diplomatie an der denkwürdigen Marokkokonferenz veröffentlicht. Aus diesen Dokumenten geht hervor, daß die Delegierten der Vereinigten Staaten in der Konferenz auch die Judenfrage zur Diskussion stellten und im Namen ihrer Regierung die Forderung vorlegten, daß in das Marokko-Abkommen ein Punkt ausgenommen werde, wonach den Juden in Marokko volle Gleichberechtigung zugesichert wird. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. Die Konferenz einigte sich bloß dahin, daß der Wunsch ausgesprochen werde, daß die Juden in Marokko in Hinkunst eine bessere Behandlung erfahren mögen. Aus den Dokumenten ist ferner ersichtlich, daß die amerikanischen Delegierten, die sich anfangs mit allem Nachdrucke für die Gleichberechtigung der marokkanischen Juden eingesetzt hatten, schließlich diese Forderung selbst fallen ließen. Diese Wendung wird damit erklärt, daß die englischen und französischen Diplomaten auf ihre amerikanischen Kollegen einwirkten und sie baten, die Frage fallen zu lassen, um durch das „Aufwerfen nebensächlicher Fragen" nicht die Hauptsache zu gefährden. Ueberdies versicherten die englischen und franzöfiichen Delegierten, daß die judenfeindlichen Gesetze in Marokko mehr auf dem Papier, als in der Praxis bestünden (?). Die türkische Regierung und Botschafter Oskar S. Straus, Die „New-Uorker Times" veröffentlichen eine offizielle Depesche, welche die türkische Regierung an den Präsidenten Taft gerichtet hat. In dieser Depesche nimmt die türkische Regierung die Ernennung Oskar Straus' zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel mit großer Befriedigung zur Kenntnis. Oskar S. Straus wird seinen Posten in nächster Zeit antreten. Der Terrrtorialisrnus in Rußland legalisiert. Wie erinnerlich, wurden im Vorjahre alle territorialistischen Vereine in Rußland von der Negierung aufgehoben. Gleich nach dem Sistierungsbeschluß setzte sich der Sekretär der „Jto"-Organisation in Rußland, Herr Dr. Jochelmann mit den kompetenten ruffischen Behörden, in Verbindung, um auf Grund geänderter Statuten, die Emigrationstätigkeit der „Jto" möglich zu machen. Nach längeren Verhandlungen hat nun die Regierung die neuen Statuten genehmigt. Der offizielle Titel der Gesellschaft heißt jetzt „Jüdische Emigrationsgesellschaft" und hat ihre legale Tätigkeit bereits begonnen. Aussichtslosigkeit der amerikanisch-jüdische» Pässe in Rußland. Der Handelsvertrag zwischen Rußland und Amerika wird Ende dieses Jahres ablaufen und die Verhandlungen über die Erneuerung desselben find bereits im Zuge. Wie erinnerlich, hat bei der letzten Präsidentenwahl in Amerika die Forderung der Republikaner nach Anerkennung des amerikanischen Passes in Rußland ohne Rücksicht auf die Konfession des Paßinhabers eine große Rolle gespielt. Der gewählte Präsident William Taft hatte sich auch verpflichtet, auf die gewünschte Anerkennung der Pässe amerikanischer Bürger jüdischen Glaubens zu bestehen. Diese Forderung der amerikanischen Regierung liegt nun der ruffischen Regierung vor. Wie nun „Rjetsch" und andere russische Blätter melden, hat jedoch diese Forderung der amerikanischen Regierung gar keine Aussicht auf Erfolg. Interessant find die Gründe der Ablehnung russischerseits. Zunächst befürchtet die russische Regierung, daß im Falle der Anerkennung der Pässe von amerikanisch-jüdischen Bürgern, zahlreiche Juden bloß zu dem Zwecke nach Amerika fahren würden, um dort das Bürgerrecht zu erwerben und dann mit amerikanischen Pässen versehen, nach Rußland zurückzukehren und sich daselbst ständig niederzulaffen und die Rolle amerikanischer Bürger in Anspruch zu nehmen. Außerdem hat die ruffische Regierung das Bedenken, daß die Anerkennung der amerikanisch-jüdischen Pässe seitens der übrigen Staaten als Präzedens betrachtet und auch von diesen die gleiche Forderung gestellt werden könnte. Schließlich meint man, in Rußland habe Amerika überhaupt nicht das Recht, eine solche Forderung zu stellen, denn auch in den Vereinigten Staaten werden nicht die Pässe aller Ausländer respektiert, indem auch dort für bestimmte Kategorien, so z. B. bezüglich der Chinesen Ausnahmsbestimmungen bestehen. vermLscbtes. Kranzabtöfungsfpendeu zugunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Drab: Von Hermann Beck K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Karl Fantl: Von Josef Fantl K 2.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Bosser: Von Bosser K 5.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Therese Singer: Von Siegfried Singer K 5.—, Bertha Singer K 5.—. Zusam. K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Charlotte B o s ch a n: Von Karl Lemberger K 10.—, Sigmund Bo sch an 200.—, Heinrich Boschan 10.—, Maxim. Schweiger 30.—, Morgenstern 20.—, Max und Emmy St.'rn 20.—, Moritz und Marie von Engel 20.—, Ernst und Alice Klinger 20.-, L. Goldschmidt 10.—, Charlotte Klinger 50.—, kais. Rat Paul Lemberger K 20.—. Zusammen K 410.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Rosenthal: Von Familie Sittig K 10. — , Herrn. Sprinzel 20.—, Emil Frankl 30.—, Gustav Frankl 20.—, Heinrich Rothschild, München 10.—, Ing. Jakob Frankl K 40.—. Zusammen K 130.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon Roß: Von 5. Simon für den Verein „Trenvund" K 20.—, Otto Bondy 20.—, Dr. Oskar Blau 10.-, Adolf Blau K 10.—. Zusam. K 60.-. Anläßlich des Ablebens des sel. E manuel Feuer st ein: Von Bertha Fried K 20.—, Frau Dr. Anna Berg 20.—. Dr. Ignaz Stiedry 20.—, Alfred Stiedry 10.—, Julius Hirsch K10.—. Zusam. K 80.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Seeger: Von Richard Heller K 10.—. Tempelspenden: Im Tempel II., Tempelgasse: Von Herren Rober, Bella! Kronen 40.—, Alois Theumann 100.—, Wilhelm Herzog 30.— Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl 20.—, Hermann Witrofsky 100.—, Dr. Elias Münz 100.—, Bernhard Grosner 50.—, Rektor Dr. Adolf 'schwarz 30. , Siegmnnd Spiegl 100.—, Adolf Weiß 20.— , Max Fischer (Direktor) 20.—, Franz Katz 20.—, Regierungsrat Dr. Schlag 20.—, Michael Giogau 50.—, Martin Rosenberg 60.—, Dr. Ignaz Ehrmann 20—, Siegmuud Löwy 75.—, Leopold Weinwurm 30—, Simon Menzeles 70—, Leopold Otto 200.—, kais. Rat Ignaz Fluß 50.—. Im Tempel XVI.. Hnb erg asse: Von Herren Fischer Samuel Kronen 14.—, Glücksmann Markus 20.—, Steigl Hermann 26.—, Dr. G. Höst ch 90.—, Posamentier Jakob 35.—, Schöngut Moriz 20.—, Drub G. 36.—, Drab I. 23.—. Kramer 20.—, Freund Jonas 11.—, Reichmann zQ—, Dr. Pohl 25.—, Kohn Jakob 3.—, Mandl Wilhelm 4.—, Schreiber Samson 12.—, Kohn Salomon 2.--, Mandelbaum Bernhard 24.—. Drab Gottlieb 44.—, Drab I. 15.—, Dr. Deutsch Jakob 10.—. Mandl Wilhelm 8.—, Herzl Moriz 8.—, Hortstein 5.—, Lüstschitz Josef 18.—, Stein Siegfried 96.—, Holzer Jakob 125.—, Klein Moriz 30.—, Kohn Salomon 6.—, Winterstein Alois 4.—, Kornmehl Heinrich 23.—, Stärk Max 23.—, Blau Ph. 6. —, Feldsberg Gustav 60.—, Lampel Rudolf 12.—, Kraus 1.12.—, Hajek 70.—, Weizmann Salomon 100.—, Neumann Jakob 29.—, Pollak Hermann 6.—, Zlmmer Ph. 10.—, Gans Karl 15.—, Kohn Adolf 38.—, Kütz Ottomar 22.—, Trebitsch Leopold 60.—, Schmidek Bernhard 30.—, Lehr Franz 45.-, Pick Moriz 35.—, Sommer Ph. 12—, Freiberger Eduard 35.—, Politzer Eduard 10.—, SchmidekB. 10.—, Schöntal 15.—, Spiter N. 15.—. Wien. Am 28. v. M. beging der Gründer vieler humanitärer Vereine Herr Edmund Beer im Vereinssaale des Vereines zur Bekleidung armer alter Männer, dessen Mitbegründer der Gefeierte ist, seinen 80. Geburtstag. Von dem Präsidium dieses Vereines herzlichst begrüßt, regte Herr Obmann I. Schwarz eine Beer-Stiftung an, welcher sofort viele hundert Kronen ergab, und hielt der langjährige Chef des Jubilars kais. Rat Wilhelm Pollak erhebende und begeisternde Worte an seinen getreuen Mitarbeiter. Hierauf sprach der Verwandte Beers Herr Oberfinanzrat S. Berstl und nach dem launigen Schlußworte des Professors Nascher dankte der Gefeierte dem großen Kreis der Festgäste.

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