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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-05-28 · 22 (28.5.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
22 (28.5.1909)
Date
1909-05-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 22 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 395 kehren wir getrost in unsere Heimath zurück und reichen dem Feinde freudig die Hand. Erbarme dich Gott! des Menschen, spende deine Güte über alle Einwohner der Erde, daß nicht länger Menschenblut wie Wasser ströme. Du bist ja doch der Gott der Barmherzigkeit, der selbst im Zorne an Erbarmung denkt. Vertilge Krieg und Hader aus des Menschen Herz und Pflanze dafür Menschenliebe. Sind wir nicht alle Brüder? Alle Kinder des ewigen Vaters? Du hast uns, geformet, du hast uns erschaffen, zu dir hoffen wir, dich flehen wir an, sei uns gnädig, Allmächtiger! Erhöre unser Gebeth, gewähre dem Lande Friede, verbreite Wohlstand unter seinen Bewohnern. Der Herrscher sitze fest auf seinem Throne und der Unterthan genieße ruhig den Schutz. Dann loben dich alle Nationen, alle Völker preisen deinen Namen. Sie sagen: Danket dem Herrn, denn er ist gut, ewig währt seine Gnade. Deine Güte, o Ewiger, walte über uns, wie wir auf dich vertrauen. Schütze unseren geliebten Monarchen, schütze, schirme und bewahre ihn, sein Heer und alles, was ihm treu ist. Beglücke ihre Schritte bey ihrem Ausgang und bey ihrer Zurückkehr, erhalte sie gesund und in Frieden! Amen, Amen. Literatur. rmn nse ps»in pSn «pnr rrn" rraitsTn -.ac p'pia« n-nn' pnr-.Tia p:i rnaz'sn p’uc.l swn p*pias piyS jn: n*ia r.-rr *ann b" n - 3iaS ♦b'Sm Die unter dem Titel rühmiichst bekannten Responsen des Lemberger Oberrabbiners Rabbi Jzchak Schmelkes s. A. haben nun mit dem von dessen Schwiegersöhne Herrn Natan Lewin, Rabbiner in Rzeschau, herausgegebenen sechsten Bande ihren Abschluß erreicht. Die früheren, noch zu Lebzeiten des sel. Verfassers erschienenen fünf Bände haben bekanntlich nicht bloß durch den in ihnen aufgespeicherten immensen halachischen Stoff, sondern auch wegen der trefflichen Auswahl der aus aller Welt, aus dem vollen jüdischen Leben geschöpften, an ihn ergangenen Anfragen und deren ausführlichen Behandlung und lichtvollen Beantwortung, den ihnen gebührenden Ruhm erlangt und eine weite Verbreitung gefunden. Der nun erschienene letzte Band dieser Sammlung reiht sich würdig jenen fünf Teilen an. Derselbe enthält ebenfalls neben den Responsen eine Reihe halachischer und agadischer Vorträge, die der Verewigte an Sabbaten, Festtagen, wie auch bei sonstigen feierlichen Anlässen gehalten hat. Rabbi 1. S ch m'e l k e s war auch ein hervorragender Redner und seine agadischen Borträge zeichnen sich durch eine schöne Sprache — was bekanntlich bei den großen Rabbinen alten Stils nicht immer der Fall war — vorzüglich aber durch einen aus dem Talmud und midraschischen Quellen geschöpften Ideenreichtum aus. Dieser Band hat aber nebst den auch die anderen Teile kennzeichnenden Vorzügen noch eine Bereicherung seitens des ehrwürdigen Herausgebers erfahren. Diese besteht nämlich in den grundgelehrten Glossen, mit denen Herr Rabbiner Lew in in pietätvoller Weise die Responsen seines großen Schwiegervaters versehen hat; ferner in einigen seiner in einem klassischen Hebräisch abgefaßten, gedankenreichen Reden nebst zwei Trauerreden auf das Hinscheiden des Verfassers der Responsen. Endlich in einer gediegenen Einleitung, worin er in eingehender und anregender Weise das Wesen des jüdischen Rechtes zu beleuchten versucht. Ein genaues, sachliches Register, wie auch die' gute Ausstattung erhöhen noch den Wert dieses Bandes, der gleich seinen Vorgängern die weiteste Verbreitung verdient. M ä h r i s ch - S ch ö n b e r g. Rabbiner Dr. G. Rosenmann. Björnson, Monogamie und Polygamie. Ein Vortrag. Autorifierte Uebersetzung von Kooy Marinus. 2. Auflage. Mit dem Bilde des Verfassers. Verlag von Bruno Feigenspan, Pößneck i. Thür. Preis 60 Pfg. — Es dürfte den meisten unbekannt sein, daß sich der bekannte norwegische Dichter auch mit dem Problem der Einehe befaßt hat und für diese in dem vorliegenden Schriftchen mit besonderer Energie eintritt. Der Verfasser will mit seiner Abhandlung nicht schrecken, nicht auf die Sinne wirken, sondern anregend belehren und dadurch überzeugen. Das Buch ist eine treffliche Waffe im Kampf gegen die Unfittlichkeit. Krirfkastr«. Dr. S. Wir nehmen an dieser Stelle Notiz von den Ihnen zugekommenen Prospekt des Neuen städtischen Warmbades in Kitzbühel (Tirol) mit dem Stampiglienaufdruck „Beschluß der Gen.-Verf. 1897: Anfragen von Juden haben unberücksichtigt zu bleiben." Die Tiroler wollen eben auch so „gebildet" sein, wie die Wiener Gemeindetäte. „Freund der Aufklärung". Wir können Ihnen nur mit nachstehendem Zitat dienen: „Was ich nicht sehe, das existiert auch nicht!" schrie die Eule aus einem dunklen Mauerloch —, „hört diesen Lehrsatz der weisesten Philosophie! Ich sehe die Sonne nicht, — folglich gibt es auch keine Sonne!" Da lachten die ungelehrten Sperlinge und balgten sich im Sonnenschein. O. B., Lemberg. Daß Sie an Professor L. W. eine Epistel gerichtet haben, scheint uns jedenfalls mehr verwunderlich, als daß er Sie ohne Antwort läßt. „Eine Waise". Wenden Sie sich an die Präsidentin Frau Dr. S. Grünfeld, I., Schottenring 2. Ch. W., Serajewo. Ihre Strafepistel für die Zionisten bedauern wir ablehnen zu müssen. M. S. in K. Samuel D e u t s ch l ä n d e r, geb. 1806, war ein Vorzugsschüler des Chaffam Szofer s. A>, dann Lehrer in Papa, Totis und darauf in Prag, lebte dann viele Jahre als Privatgelehrter in seiner Vaterstadt Pucho in Ungarn und starb im Jahre i883 daselbst als Rabbiner dieses Ortes. 1847 erschien von ihm bei Schmidt in Preßburg das interessante Werk Mar'eh Hal' wonaun, eine deutsche Uebersetzung des Schir Haschirim nebst einem ausführlichen hebräischen Kommentar. Seine Uebersetzung der Ethik des Aristoteles ins Hebräische nebst einem hebräischen Kommentar befindet sich im Manuskript in der Bibliothek des Museums der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. An dem ungarischen Freiheitskriege im Jahre 1848 beteiligte er sich lebhaft und war sogar kurze Zeit Stadtkommandant einer der Bergstädte unter General Klapka. Diesem Umstande hatte er es zu verdanken, daß er während des Krieges im Jahre 1866, infolge einer böswilligen Denunziation in der Festung Komorn interniert wurde. Notizen. XXXIX. k. k. Staatslotterie. Die Ziehung dieser Wohltätigkeitslotterie findet unwiderruflich am 17. Juni d. I. statt. Die allgemein herrschende lebhafte Nachfrage nach den Staatslotterielosen zeigt abermals, wie beliebt die von der Lottogefällsdirektion veranstalteten Staatslotterien sind. Die jetzt zur Durchführung kommende XXXIX. Staatslotterie, deren Reinertrag Zivilwohltätigkeitszwccken der diesseitigen Reichshälfte gewidmet ist, enthält nicht weniger als 18.399 Gewinnste in barem Gelde im Gesamtbeträge von 513.600 X, darunter Haupttreffer zu 200.000, 40.000, *0.000 X und viele andere namhafte Treffer. Lose ä4E sind in allen Lottokollekturen, Tabaktrafiken, Wechselstuben, Postämtern rc. zu haben. „Austro-Amerieana". Donnerstag den 29. v. M. hat in den Lokalitäten der Gesellschaft in Triest unter dem Vorsitze des Herrn Callisto Cosulich die fünfte ordentliche Generalversammlung der „Austro- Americana" stattgefunden. In derselben wurde der Bericht des Vorstandes, die Bilanz und das Gewinn- und Verlustkonto für das Jahr 1908 vorgelegt, aus denen zu entnehmen ist, daß die Abschreibungen an den Aktiven der Gesellschaft nach den gleichen Grundsätzen wie im Vorjahre mit dem Betrage von X 2,337.900*14 vorgenommen und der Versicherungsfond mit X 220.000.— dotiert wurde. Der nach Heranziehung des ordentlichen Reservefonds sich ergebende Betriebsverlust von X 382.777.30 wird auf neue Rechnung vorgetragen. Im Jahre 1908 haben die Schiffe der „Austro-Americana" insgesamt 130 Reisen in ausgehender Richtung und 150 Reisen in heimkehrender Richtung mit einem Gesamtmeilendurchlauf von 1,515.830 Seemeilen zurückgelegt, gegenüber 119, beziehungsweise 137 Reisen und 1,378.620 Seemeilen im Vorjahre. Die Grsamtbeförderung beträgt: 7,613.310 Meterzentner Waren und 51.815 Passagiere gegenüber 6,584.368 Meterzentner Waren und 55.724 Paffagieren im Jahre 1907. Der Triester Hafen figuriert in dieser Bewegung mit 2,587.663 Meterzentner und 28.287 Passagieren gegenüber 2.137.300 Meterzentner und 25.583 Paffagieren im Vorjahre. In der Generalversammlung waren 42 Aktionäre anwesend, welche 66.613 Aktien vertraten. Nach einer kurzen Diskussion wurden die Schlußrechnungen genehmigt und sowohl dem Vorstande als auch dem Aufsichtsrate das übliche Absolutorium erteilt.

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