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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-05-28 · 22 (28.5.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
22 (28.5.1909)
Date
1909-05-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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S ite 392 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 22 Wien. (Verlobung.) Fräulein Johanna Weiß, Tochter des städtischen Lehrers und Religionslehrers Herrn Simon Weiß, hat sich mit Herrn Max K o h n, Beamter bei der Firma Heinrich K l i n g e r, verlobt. Wien. Der „Jüdisch-AkademischePhilosophen- Verein" hält im Sommersemester 1909 folgende Kurse ab: In der Sektion für Philosophie 1; für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1; für Geschichte und Geographie 1; für klassische Philologie 4 (darunter 2 für Realschulabsolventen); für moderne Philologie 8. Zeit, Ort und Leitung der Kurse sind aus dem Abschläge in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, Wien, IX, Hörlgasse li, ersichtlich. Beitrittsanmeldungen werden täglich von 11—12 Uhr entgegengenommen Wahlen in den Ausschuß: MI. Friedrich Frankl, Obmann; pdil. Berthold Hirschl, Obmann-Stellvertreter; phil. Manfred Lemberger, MI. Ilona Kuöpfelmacher, Bibliothekare; pdil. Viktor Spitzer, pdil. Agathe Tochten, Kassiere; pdil. Maximilian Löw. pdil. Flora Antscherl, Schriftführer. I. A. d. A.: pdil. Friedrich Frankl, dz. Präses; pdil. Maximilian Löw, dz. Schriftführer. Wie«. Unter den Wiener Täuflingen der letzten Zeit figuriert auch ein junger Realschul-Supplent, der die Ambition besitzt, ä tout prix in Wien seine Carriere zu machen. Auf eine Andeutung seiner Vorgesetzten, daß dies als Jude nicht so leicht zu erlangen sei, nahm Petent sofort die Taufe und wiegt sich in der süßen Hoffnung, seinen Wunsch alsbald erfüllt zu sehen. Die erste Bedingung eines Lehrers ist sein integrer Charakter, und kann man von einem solchen bei einem jungen Lehrer der Mathematik reden, der, um zu avanzieren, gleich bei Beginn seiner Tätigkeit seinen Glauben verkauft? Kann die Jugend einem solchen Pädagogen, der sie doch auch sittlich-religiös erziehen soll, Vertrauen entgegenbringen. Und wie wäre es, wenn der junge Herr sich doch verrechnet hätte? Verdienen würde er es. Austritte ans dem Judentum. Vom 18. bis 22. Mai 1909. Baumann Leo, Student, geb. 15. Juni 1878, Wien, VI., Gumpeudorferstrasse 72. Chiger Tobias, rekte Brück, Buchhalter, geb. 21. September 1859, Lemberg, XIX., Zehenthofgasse 5. Felter Arthur, Landwirt, geb. 6. Jänner 1887, Wien, I., Hohenstaufengasse 4. Friedl Elsa, Private, geb. 26. September 1879, Biala (Galizien), XVIII., Staudgasse 56. Fuchs Siegfried, Kaufmann, geb. 15. Juli 1877, Wien, V., Stolberggasse 11. Gentilli Guido, geb. 10. Februar 1883, Wien, derzeit Triest. Hauser Maria, Private, geb. 28. Oktober 1882, Wien, XIII., Linzerstrasse 400. Kaldi Paul, Fuhrwerksbesitzer, geb. 9. Oktober 1882, Bucsu, Kom. Steinamanger (Ungarn), XV., Wurzbachgasse 12. Kollinsky Moriz, Fiakergehilfe, geb. 27. August 1878, Wien, XX.. Gerhardusgasse 29. Lamberg Marianne, Schauspielerin, geh. 21. August 1886, Wien, IX., Bleichergasse 14. Lehrer Helene, Näherin, geb. 14. Juni 1889, Wien, XIV., Storcbengasse 11. Schuck Louis, geb. 17. Dezember 1880, Böhmisch-Leipa, VI., Haydngasse 10. Soling Karl, Einspänner, geb. 19. März 1875, Wien, VIII., Piaristengasse 58. Gkerchenberg (Steiermark). Mitte Mai 1909. (Eine humane Badedirektion.) Zufolge persönlicher Fürsprache des Med.-Dr. Adolph Steinitz, Kreisarzt in Bur.-St.-Miklos, gestattet die Gleichenberger Kurdirektion alljährlich je 200 ungarischen, disziplinierten Volksschullehrern ohne Unterschied der Konfession in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Juni (nicht Juli) und 10. August bis 30. September je 50 Perzent Er •< äßigung bei Gebrauch der Gleichenberger Quellen, bei der Kur-Jnhalations- und Badetaxe. Bedingung: Legitimation durch Original- oder Legitimationsdoknmente. In Ungarn gibt es *8.000 Lehrer, worunter 5000 israelitische Volksschullehrer. Das Benefiz bezieht sich nun auf sämtliche diplomierten Volksschullehrer ohne Unterschied der Nationalität und der Konfeffion. Prag. (Der Verein zur Beschaffung von Passabbedürfnissen.) Der einzige Verein in Prag, der es seinen Mitgliedern ermöglicht, ihren Bedarf an streng rituell bereiteten Mazzos durch wöchentliche Einzahlun.en zu decken, hielt am 16. d. M. seine ordentliche Generalversammlung ab. Der verlesene Kaffa- und Geschäftsbericht wurde ohne Einspruch genehmigt. Hierauf wurden die Herren I. Perlitz zum Obmann, Gabr. Lieben zum Kassier einstimmig wiedergewählt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren H. Rechts und JuL Schneider, wurden mit Stimmeneinhelligkeit wieder- und Jul. Roseufeld neugewählt. Als Rechnungsrevisoren wurden die Herren Emil Dewidels, Sal. Knina und Dr. N. L. Kohner per Akklamation wiedergewählt. Die Funktionäre Herr Hugo Eckstein als Rechnungsführer und I. Kornfeld als Schriftführer wurden neuerdings gewählt. Luhatschowih. Der durch seine mehrjährige Tätigkeit in unserem Kurorte bestbekannte meä. Dr. Siegfried Frankl hat seine ärztliche Praxis wieder ausgenommen. Dr. F r a n k l ist bekanntlich der einzige hierorts ansässige jüdische Arzt, dessen Etablierung auf dringenden Wunsch der Kurgäste von der Badeverwaltung bewilligt wurde. Eger. Herr Rabbiner Dr. P r o ß n i tz hat nach Vereinbarung mit dem Vorstande der hiesigen Kultusgemeinde sich entschlossen, in seiner Stellung Hierselbst zu verbleiben. Professor Dr. Leon Kellner. Der Kaiser hat den außerordentlichen Professor Doktor Leon Kellner zum ordentlichen Professor für englische Philologie an der Universität in Czernowitz ernannt. Professor Dr. Kellner, der aus zahlreichen politischen und literarischen Beiträgen auch den Lesern nnseres Blattes wohlbekannt ist, erfreut sich, wie man weiß, in den wissenschaftlichen Kreisen seit Jahren eines hervorragenden Rufes. Preran. Die ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Rabbiner Mährens und Schlesiens findet am 10. Juni in Prerau, Hotel Haas, statt. Beginn 10 Uhr vormittag. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines (Dr. Freimann). 2. Kassabericht (Dr. Tauber). 3. Stellungnahme zu dem von Vorstehern israel. Kultusgemeinden im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde Wien am 4. und 5. Mai 1909 beschlossenen, der hohen Regierung zu unterbreitenden Gesetzentwürfe bezüglich den Ausbau der Organisation der israel. Religionsgenossenschaft in Oesterreich (Dr. Resch). 4. Mitteilung der Pensionsversicherung. 5. Wahl des Ausschusses und zweier Revisoren. 6. Freie Anträge. Bei Beschlußunfähigkeit der ersten Generalversammlung findet eine halbe Stunde später eine zweite statt, die unter allen Umständen beschlußfähig ist. Die ehrw. Herren Kollegen werden hiermit herzlichst eingeladen und dringendst ersucht, zahlreich zu erscheinen. Zu dieser Generalversammlung sind die ehrw. Kollegen der übrigen Kronläuder herzlichst eingeladen. Dr. Freimann m. p., Präsident; Dr. Oppenheim m. p., Vizepräsident; Dr. Resch m. p., Schriftführer. Gin Synagogal-Korrzert in Petersburg. Vorige Woche fand im kleinen Saale des Petersburger Konservatoriums unter Leitung des Dirigenten S. Gurowitsch ein großes Konzert synagogaler Gesänge statt, das von einem zahlreichen, auch nichtjüdischen Publikum besucht war. Der erste Teil des Programmes bestand aus Vorträgen verschiedener Gesänge von Sulzer, Chunajewsky, G u r o w i t s ch rc. und übte durch die glänzende Ausführung auf die Zuhörer einen mächtigen Eindruck aus. Besonders hervorragend waren die Leistungen des als Gast in Petersburg anwesenden Oberkantors S. Kwartiu aus Wie« (Josefstadt) der mit seiner Hellen kräftigen Stimme und wunderbaren Rezitation selbst das verwöhnteste Petersburger Publikum entzückte und zu rauschenden Beifallskundgebungen veranlaßt?. Das Gelingen dieses vom Chor der Petersburger großen Synagoge veranstalteten ersten Konzertes dürfte diese Institution zu einer dauernden machen. Begräbnis eines jüdischen Soldaten in Bosnien. Aus Kalinovik in Bosnien wird uns geschrieben: Stumm und langsam naht ein trauriger Zug dem kleinen Friedhof auf der Höhe, den kleinen, schmucklosen Totenhügeln inmitten rauhen Karstgesteines der kahlen wehmütigen Zagorje. Der Feind rüttelte an den Toren unseres Vaterlandes und wie an vielen anderen Orten erklang auch in Pisek die Trommel und die braven Leute, jung und alt, ledig oder verheiratet, eilten ohne Murren, ihrem Ruf folgend, unter die Fahne. Jedem schlug da das Herz höher, wie manchem aber mag es wohl auch schmerzlich schwer geworden sein, da er von seinen Lieben, von Gattin und Kindern, Abschied nahm; vielleicht für immer. Das zweite Elferbataillon (Kommandant Major Schutte) hatte nach mehrtägiger Fahrt bosnischen Boden betreten und zog nun wieder mit schweren Fußmarsch seiner kaum vor einem Jahre verlassenen Garnison Kalinovik zn. Der Himmel zeigte sein finsteres Gesicht und der gefürchtete Nordwind, die Bora, peitschte die einsame sonst so stille Gegend. Reservekorporal Hermann Engel, der Bravsten einer, hatte auch den Hammer weggelegt, um das Schwert in die Faust zu nehmen, bald aber erlag er der Ungunst des ungewohnten Klimas und den schweren Strapazen — eine jähe Lungenentzündung raffte ihn fern der teueren Heimat dahin. Stumm standen wir an seinem Grabe und gedachten in tiefster Ergriffenheit seiner Lieben in weiter Ferne, seiner Gattin, seiner drei unmündigen Kinder, die er in tiefer Not zurückließ und die nun

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