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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-04-23 · 17 (23.4.1909) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
17 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 17 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 399 fern genieren sich nicht, auch in solche englische Magazine zu gehen, wenn sie ein besseres Stück Ware zu finden hoffen, als bei den jüdischen Kleinkrämern. Besser als den Krämern geht es jenen, welche eine Handelskvnzeffion bekommen bei den Minen, fern von der Stadt und der Eisenbahn, weil eben dort die Buren und Kaffern kein anderes Geschäft haben wo sie kaufen könnten. So eine Konzession ist sehr schwer zu bekommen. Die Krämer, welche das Glück haben, eine solche Konzession zu bekommen, nehmen auch gleich die Erlaubnis, eine Restauration für Kaffern zu eröffnen. Weiler beschäftigen sich viele mit dem Verkauf von Getränken und mit eigenen Schänken oder sie verdingen sich auch bei anderen als Schänker. In Südafrika befinden sich sehr viel jüdische Handwerker: Schneider, Schuster, Tischler. Schlosser, Sessler, Seiler usw. Die meisten Handwerker leben in Vorstädten. Am besten stehen sich Schuster und Schneider. Cs sind aber ihrer so viele, daß für Neuangekommene kein Platz mehr ist. Viele haben in der letzten Zeit sich deshalb mit Landarbeiten und Viehzucht zu beschäftigen angefangen. Letztere trägt gute Einnahmen, nur kann ohne Kapital man nicht damit anfangen. Merkwürdigerweise bewähren sich die anscheinend schwächlichen Juden bei Landarbeiten verhältnismäßig recht gut. Mit liberalen Berufen beschäftigen sich in Südafrika nur sehr wenig Juden. Im ganzen Lande befinden sich nicht mehr als zwölf jüdische Aerzte. Von ihnen ist die Mehrheit angekommen, ebe das neue Gesetz herausgegeben wurde, daß in Afrika nur Doktoren mit englischen Divlomen praktizieren dürfen. In letzter Zeit vermehren sich auch jüdische Juristen und Pharmazeuten. Die „Juristen" sind aber eigentlich Leute ohne juristische Bildung und sie haben nicht das Recht, vor höheren Gerichtshöfen zu plaidieren, sondern sind eine Art Sollizitatoren. Aus dem ganzen läßt sich ersehen, das; jetzt Südafrika eines der unpassendsten Länder für Emigranten ist. Tausende Emigranten wollen aus Südafrika zurück, nur bietet sich ihnen keine Möglichkeit dazu. Es ist daher wichtig, datz neue Emigranten gewarnt werden. Vermischtes. KranzablösuugSspenden zugunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Professor Moritz Benedikt. Anläßlich des fünfzigjährigen Doktor- und vierzigjährigen Profefforemubiläums des Professors Dr. Moritz Benedikt erhielt der Jubilar eine große Anzahl von Glückwünschen, so vom Dekan Professor Doktor Schattenfroh namens der Wiener medizinischen Fakultät, Hofrat Professor Dr. Monti namens der Allgemeinen Poliklinik, sowie von zahlreichen Professoren und wissenschaftlichen Vereinigungen. Von feite der Wiener Ani versität. in deren Namen der Rektor Professor Einer gratulierte, wird das Doktordiplom des Jubilars erneuert werden. Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien. Am Montag den 26. April d. I. um halb 8 Uhr abends findet in Kuhners Restauration, Adlergasse 6, die XIX. ordentliche Generalversammlung des Vereines mit folgender Tagesordnung statt. 1. Bericht des Präsidenten. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Kassarevisoren. 4. Wahl des Präfident.en. 5. Wahl von 14 Vorstandsmitgliedern. 6. Wahl des Schiedsgerichtes und der Kassa- Revisoren. 7. Anträge und Interpellationen. 8. Diskussion über „Die Belehnung von offenen Buchforderungen" eingeleitet von Herrn Professor Richard Singer. SonnenthalGedenkfeier der Jüdischen Toynbee-Halle. In würdiger und imposanter Weise wurde am 17. d. M. im Vortragssaale der Toynbee-Halle, XX.. Othmargaffe 46, eine Gedenkfeier für Adolf Ritter von Sonnenthal abgehalten. Nebst den vollzählig erschienenen Vorstandsmitgliedern dieser jüdischen Bildungsstätte hatten sich mehrere hundert Hörer, die im abgelaufenen Jahre an den populär-wissenschaftlichen Vorträgen der Halle teilgenommen haben, eingefunden und lauschten in wehmutsvoller Stimmung den Ausführungen des Schriftstellers Adolf Gelber, der in tiefempfundenen Worten Sonnenthals künstlerische Individualität, sein Verhältnis zur Zeit, in der er gewirkt, seine ausgezeichneten persönlichen Eigenschaften eingehend würdigte. Schauspieler Leo Conn ard las hierauf — gleichsam zur Illustration für die Gedenkrede eine ergreifende, dem Andenken Sonnenthaks gewidmete Dichtung des jugendlichen Schriftstellers Edgar Byk, die Parabel van den drei Ringen aus Lessings „Nathan", eine Dichtung Mosenthals, die Sonnenthal mit Vorliebe vorzutragen pflegte, und zum Schluffe die wirkungsvolle Dichtung Paul Wilhelms „Sonnenthals Tod". — Die inhaltsreiche. formvollendete Gedenkrede G e l b e r s und die von künstlerischer Reife erfüllten Rezitationen Connards gaben der Feier eine Weihe und lösten lebhafteste Dankeskundgebungen des Auditoriums aus. Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold P e r I ch a k: Von Heit-Treulich X 20.—, Dr. Heinrich Eisenmann 5.—, F. St. 20.—, Jakob Jurim 6.—, Stenau 10.—, Franz Felix Schwarz X 10.—. Zusammen K 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alfred G o l d st e i n: Von Felix Rosauer X 10.-, Brandeis-Weikersheim 10.-. Zusammen X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Janaz Furcht: Von Familie Herzka X 20.—, Emil Pollak 10.—. Zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Therese Knopp: Von Dr. Qu. X 4. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Bernstein: Von David Bernstein und Frau X 10.—, Dr. Jonas Bernstein und Frau 10.—, M. Bernstein und Frau ö.—, Bertram Kahn-Hut 10.—. Zusammen X 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund Klug: Von Heinrich Gratzer X 20.—, David Gratzer 20.—, Friedrich Gratzer 20.-. Zusammen K 60.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Ritter v. S o n n e nt h a l: Von Max Feilchenfeld X 100 —, Josef Simon 30.—, Alexander und Emmh Pollak 30.—, Max Duschnitz 50.—, Philipp Fleisch! 40.—, Julius Zettel 30.—, Major Grünebaum 50.-, Isidor v. Löti 30.—. Zusammen X 360.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emil Fischer: Von Anna Albahary X 10. Anläßlich des Ablebens des sel. N. P l a ch t e: Von Leopold Frommer X 3.—. Wien. Herr Rabbiner M. Mayersohn feiert am Samstag den 24. April d. I. in der Synagoge ..Beth Israel", II., Leopoldsgasse 29, die Barmizwah- Feier seines Sohnes Isaak. Hilfsverein für die notleidende jüdifche Bevölkerung in Galizien Wien, IX., Berggafie 4. Kürzlich fand in Floridsdorf eine Versammlung zum Zwecke der Konstituierung der Ortsgruppe Wien VII. (XXI. Bezirk) des Galizischen Hilrsvereines statt, der ungefähr 30 Mitglieder beiwohnten. Den Vorsitz führte Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Von der Bereinsleitung waren erschienen die Herren Bankier Hugo Tugendhat und der Sekretär des Hilfsvereines, Magistratssekretär i. R.. Herr Doktor Wilhelm L ö w y. Letzterer hielt einen Vortrag über die Ziele und die Tätigkeit des Hilfsvereines, der von den Anwesenden mit Beifall ausgenommen wurde. In den Vorstand der Ortsgruppe Wien VII, wurden folgende Herren gewählt: Doktor M. Rosen mann, Rabbiner, zum Obmanne, Ignaz Buchwald, Kaufmann, zum Obmann-Stellvertreter, Beny Deut s ch, Kaufmann, zum Schriftführer, Hugo Schwarz, Beamter der

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