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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-03-19 · 12 (19.3.1909) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
12 (19.3.1909)
Date
1909-03-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 214 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 12 wahren (vor Verleumdungen und unheiligen Reden) und seine Lippen vor trügerischen Reden, der weiche vom Bösen (studiere die Thora), tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach!" Aus dieser auf der Kabbalah, besonders aber auf dem kabbalistischen Buch Sohar beruhenden Auslegung der heiligen Schrift, die man noch durch zahllose andere Stellen stützen könnte, ergibt sich wohl zur Genüge, daß gerade ein verständnisvolles Studium der Kabbalah, des Sohars, geeignet ist, das Leben der Israeliten zu vergeistigen und sie mit einer Heiligkeit zu erfüllen und ihnen so reichen geistigen und materiellen Segen zu bescheren, daß sie wieder eine allgemein geachtete Stellung unter den Kulturvölkern der Erde einnehmen. Auf Grund eines solchen Studiums wird man auch zu der Ueberzeugung kommen, daß alle die wunderbaren Erlebnisse, die reiche Fülle des Segens, die so viele Sabbathgaste der sogenannten „Wunder-Rabbiner" Galiziens und Polens als eine Folge ihrer Teilnahme an' der Sabbathfeier eines solchen Rabbiners bezeichnen. eben dieser Sabbathheiligung im Kreise frommer Männer zuzuschreiben sind. Es wird sich wohl jeder vorstellen können, welche ungeheure Macht, welcher Reichtum sich gewinnen läßt, wenn man die auf Grund der kabbalistischen Vorschriften am Sabbathausaange gewonnene prophetische Gabe, die einen genauen Einblick in die kommenden Ereignisse der nächsten sechs Wochentage ermöglicht, in verständiger und frommer Weise benützt, sei es, daß man diese Inspirationen als frommer Jude selbst empfängt, sei es, datz man ihre Ergebnisse auf dem Wege freundschaftlicher Mitteilung seitens solcher in der Kabbalawohl bewanderter Männer erhält. Ich habe mich durch unleugbare Tatsachen davon überzeugt, welche ungeahnten Erfolge auf diese Weise zu erlangen sind und welche Bedeutung daher auch heute noch der aus längst vergangener Vorzeit stammenden kabbalistischen Weisheit beizumessen ist. Vielleicht wird es mir möglich sein, in dieser Zeitschrift selbst oder an anderer Stelle auf nähere diesbezügliche Darlegungen einzugehen, und sollte sich jemand mit Zweifeln oder mit dem Wunsche, sich selbst zu überzeugen,, durch Vermittlung der Redaktion dieser Wochenschrift an mich persönlich wenden wollen, so bin ich bereit, die allergenauesten^Aufschlüsse zu geben. _ Professor I. N. gtttfirtav. Ewige Weisheit. Spruchpoesie des Talmud und der rabbinischen Literatur nebst Fabeln, Parabeln und Sagen derselben, übersetzt von Max Weinberg. Halle a. d. S. Verlag von Otto Hendel. Das erste grundleaende Werk über die rabbinische Spruchweisbeit besitzen wir von Fürstenthal, dessen „Rabbinische Antholopie" im Jabre 1834 erschienen ist. Fsirstentbal wagt sich in seinem Werke nur schüchtern bervor, er alaubt sich erst über den „abschreckenden" Titel „Rabbinische Antbologie" entschuldigen zu müssen Er will in seiner Schrift, wie er in seiner Vorrede sagt, den Nachweis liefern, daß die Schreier gegen den Talmud in ihrer Bosheit die hohen Wahrheiten und Lebren zu entstellen suchen. Mit mehr Selbstbewußtsein tritt Leopold Dukes in seinen streng wissenschaftlichen Schriften „Rabbinische Blumenlese" (Leipzig 1844) und „Zur rabbinischen Spruchkunde" (Wien 1851) auf. Er stellt sich;ur Aufgabe, einen Beitrag zur allgemeinen Sprichwörterkunde zu liefern, welche einen wichtigen Teil der Kulturgeschichte ausmacht. Der Leser soll durch diese Schriften einen festen Standpunkt bekommen, sich ein Urteil über die Talmudisten zu bilden, ohne genötigt zu sein, auf Eisenmenger, die einzige Stütze und Rüstkammer aller christlichen Gelehrten in diesem Fache, allein zu vertrauen. Diesen grundlegenden Werken auf diesem Gebiete ist seitdem eine größere Anzabl von Schriften gefolgt, die Kenntnis der rabbinischen Spruchweisbeit hat dadurch eine wesentliche Bereicherung erfahren, dach noch immer ist die Arbeit nicht ganz getan, es ist noch au8 den Tiefen viel reines Gold zu holen. Als ein tüchtiger Schatzgräber dieser Art hat sich der Verfasser der oben angeführten Schrift bewährt, und zwar nach zwei Seiten hin, nach der Auswahl und Anordnung des Stoffes und dann nach der Form, in welcher er diesen Stoff bearbeitet hat. Das Buch besteht aus zwei Teilen: A. Sprüche (147 Seiten), 8. Fabeln, Parabeln, Sagen, Erzählungen (56 Seiten), dazu Quellennachweis (XI S.). Die Sprüche sind nach Schlagwörtern geordnet, in 27 Nummern, wodurch eine gewisse Systematik der rabbinischen Spruchwcisheit geboten ist und der Leser in der Lage ist, sich ein klares Bild über den Gedankenreichtum der alten talmudischen Lehrer in einzelnen Lebensfragen zu bilden. Ganz besondere Anerkennung verdient der Verfasser durch die Form der Bearbeitung der Sprüche; er hat, wie ein berufener Fachmann es rühmend hervorhebt, die alte Volksweisheit im modernen anziehenden Gewände wiedergegeben, ein Meisterwerk der Uebersetzungskunst geliefert. Die Uebersetzung ist durchwegs eine poetische, dabei so treffend und zwanglos, daß die Gedanken wie aus einem Gnße erscheinen. Das Buch verdient in vollem Maße die weiteste Verbreitung, es eignet sich ganz besonders als wertvolle Lebensbegleitung zu Geschenken für die reifere Jugend. Inhalt, Form und Ausstattung sichern dem Buche einen großen Leserkreis. Prag, 5. März 1909. Prof. Dr. N. Grün. Erez Israel (Das jüdische Land) von I. H. K a n n. Köln, Jüdischer Verlag. In der umfangreichen Palästinaliteratur nimmt dieses Buch eine besondere Stellung ein. Kein wissenschaftliches Werk, auch nicht lediglich eine Reisebeschreibung, vielmehr die anspruchslosen aber interessanten Aufzeichnungen eines Reisenden, der Palästina unter dem besonderen Gesichtswinkel des modernen Juden betrachtet. Der Verfasser, selbst eia Mitglied der obersten Leitung der zionistischen Weltorganisation, die bekanntlich ein Wiederaufleben des jüdischen Volkes in Palästina bezweckt, hat das Land auf einer größeren Reise kennen gelernt und gibt uns in diesem Buche seine Eindrücke von Land und Leuten und Schilderungen insbesondere des jüdischen Palästinas. Er ist dem Leben und Treiben seiner Volksgenossen im heiligen Lande mit großer Liebe nachgegangen, hat sie beobachtet in ihrer Armut, aber auch in ihren Hoffnungen, in ihrer Niedrigkeit, aber auch in den neuen zukunftsreichen jüdischen Kolonien, Industrien und Unternehmungen. Das ganze Buch atmet eine warme Liebe zum jüdischen Volke und eine aufrichtige Ueberzeugung, daß Palästina berufen sei, das zerstörte jüdische Volk wieder in alter Blüte neu auferstehen zu lassen. Eingehend wird die' zionistische Bewegung behandelt und die Fragen, die mit ihr in Beziehung stehen, die jüdische Kolonisation, die Eignung des Landes u. s. w. Das vornehm ausgestattete und mit zahlreichen Abbildungen geschmückte Werk, dessen Holländische Originalausgabe in Holland großen Anklang fand, wird zweifellos auch in der vorliegenden deutschen Ausgabe viele Freunde finden. Ginsburger M. Der israelitische Friedhof in Jungholz, Gebweiler 1904. I. Dreyfus. 133 Seiten und ein Plan. Der um die Geschichte der Juden im Elsaß verdiente Verfasser bietet in dieser sorgfältigen Monographie zugleich einen Ueberblick über die Geschichte der Juden im Ober-Elsaß, der bis in das 13. Jahrhundert zurückrelcht. Graf von Hoensbroech. Das Papsttum in seiner sozialkulturellen Wirksamkeit. Volksausgabe. Leipzig, Breitkopf u. Härtel. 1906/7. 2 M. Das berühmte Werk wird bei diesem billigen Preis gewiß rasch zu einem Volksbuch werden. Für unseren Leierkreis werden die Stellen, die von den Juden handeln, (II. 45 u. s.) von besonderem Interesse sein. Groß H. Die Satire in der jüdischen Literatur. Augsburg 1908. Komm.-Ver. I. Kauffmann, Frankfurt o. M. M. 1.50. 63 S. Separatabdruck aus der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums". Eine übersichtliche Zusammenstellung satirischer Stellen jüdischer Schriftsteller von der Bibel an bis auf die polnischen Darschamm. Im Xenien-Verlag zu Leipzig sind soeben erschienen: 1. HansHolger: Ueber meinem Hause die Sonne. Ein Roman mit Buchschmuck von G. Bachem. Geheftet Mk. 3.—, in Seidenleinen Mk. 4.50 gebd. Ein Kenner der Frauenseele, versucht Holger in seinem neuen Werke die Aufgabe zu lösen, das von schweren Fesseln unterdrückte Weib zu befreien und der Persönlichkeitswerdung entgegenzuführen. Eine selten schöne Sprache verleiht dem Romane noch einen eigenartigen Reiz, so daß er sicher nicht ohne Wirkung bleiben wird. 2. Prof. Otto Jahn: Goethe und Leipzig. Mit einer Steinzeichnung Karl Bauers: Goethe als Student. Auf alldeutschem Bütten.In elegantem Pappband ca.Mk. 2.— ord. Nicht allein dem literarischen Leipzig, dem „Klein-Paris", das für den Dichterjüngling von so großer Bedeutung sein sollte, wird der Verfasser gerecht, vielmehr werden wir hingeführt an die Vergnügungsorte in und um Leipzig, wo es so ausgelassen lustig zuging, wie auch die Szene im Auerbachskeller im Faust, als Erinnerungsblatt an jene Tage zeigt. Dann führt uns der Verfasser in das Haus von Christian Gottlob Schönkopf, in dem;a Goethe so heimisch werden sollte, wie in dem Kreis, dessen Mittelpunkt die Familie Breitkopf war. Auch Oesers gastfreies Haus schildert das lesenswerte Büchlein. 3. Neue deutsche Gedichte: Eine Anthologie zum Besten der Richard Wagner-Stipendienstiftung. Herausgegeben von Hermann

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