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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-03-05 · 10 (5.3.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
10 (5.3.1909)
Date
1909-03-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 172 Er gehörte zu den ältesten Mitglieder» der Breslauer Dichter-Schule. Jahrzehntelang stand er als Vorsitzender an ihrer Spitze, bis er sich im Jahre 1894 aus Gesundheitsrücksichten von der Leitung zurückzog. Der Verein ernannte ihn in dankbarer Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden. Mit ihm ist tatsächlich ein Stück Alt-Breslau geschieden, eine Persönlichkeit, die unseren älteren Mitgliedern eine bekannte und vertraute Erscheinung war." Auch die „Schlesische Zeitung" widmete Freyhan's Bedeutung eine eingehende Würdigung. Sie berichtet von seiner Arbeit im öffentlichen Leben der Stadt Breslau, in der er jahrzehntelang das Ehrenamt eines Schiedsmannes bekleidet hat, dankt chm für die Mitbegründung der jetzt ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiernden „Breslauer Dichter-Schule", für die Schaffung des Demokratischen Handwerkervereines, den er jahrelang leitete, und charakterisiert seine Persönlichkeit zum Schluß mit den Worten: „Was ihm aber im Kreise seiner Freunde und Bekannten außerordentliche Verehrung eintrug, war neben seinem aufopfernden Pflichtgefühl die Bescheidenheit, mit der er sein eigenes Schaffen betrachtete, und die ideale Neid- und Selbstlosigkeit, mit der er das Schaffen Anderer würdigte und zur Geltung kommen ließ. Es hing das mit seiner Milde und Herzensgute zusammen, die er auch durch zahlreiche Wohltätigkeitsakte bewährte." Wenn ein Mensch seine Begabung und seine Kräfte in den Dienst seiner Mitmenschen stellt, so ist dies immer anerkenn mswert; wenn dieser Mensch überdies Jude und sogar gesctz:streuer Jude ist, ohne seine Ueberzeugung zu verhehlen, und sich im Verkehr mit den Andersgläubigen der größten Wertschätzung erfreut, ohne auch nur ein Haarbreit von seinen Ueberzeugungen abzugehen, dann ist dies ein Kiddusch Haschern im wahrsten Sinne des.Wortes, ein Ehrenzeugnis für das Judentum, das solche Persönlichkeiten hervorbringt. Adolf Freyhan zog sich nicht von seinen frommen Glaubensgenossen zurück, als? er auf der Höhe seines Lebens stand und auch seine christlichen Mitbürger um seine Gunst sich bemühten. Er war durchdrungen von echter, wahrer Herzensfrömmigkeit, die er mit dem gesetzestreuen Judentum für unzertrennlich verknüpft hielt, und förderte es seiner Ueberzeugung gemäß überall, wo man seine Mithilfe erbat. Königin Leonore in einer jüdischen Schule. Königin Leonore von Bulgarien, die wegen ihres guten, mildtätigen Herzens von der gesamten Bevölkerung geradezu vergöttert wird, gab dieser Tage dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde von Sofia den Wunsch kund, die jüdische Schule zu besuchen, um den in derselben eingeführten Freitisch für arme Schüler in Augenschein zu nehmen. Tags darauf fuhr die Königin vor der Schule vor. Nach einer Begrüßung durch den Oberrabbiner begab sich Ihre Majestät in die Mädchenabteilung und folgte mit großem Interesse dem Unterricht. In der Knabenklasse wurde die Königin mit einem hebräischen Chor: „Baruch Haba" begrüßt, der vom Direktor der Schule ins Französische übersetzt wurde. Nach Schluß des Unterrichtes begab sich die Königin und ihre Suite in den Speisesaal, inspizierte eingehend die Küche und kostete von den Speisen. Die Königin sprach über das Gesehene und Gehörte ihre besondere Zufriedenheit aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es bald gelingen werde, eine eigene Speiseanstalt für die Schulkinder zu errichten, anstatt, wie das jetzt geschieht, einen Lehrsaal als Speiseraum zu benützen. Auf die Bitte des Oberrabbiners übernahm die Königin das Patronat über einen Ball, der zu Gunsten einer eigenen jüdischen Speiseanstalt demnächst stattfinden soll. Mit großem Interesse hörte dann die Königin dem hebräischen Tischgebete zu, das ein Schüler laut rezitierte. Unter enthusiastischen Hochrufen verließ die Königin die Anstalt. Nr. 10 permlsehtes. KranzablösuugSspenden zugunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 - für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Eugen Wolfner: Von Rosalie Drach K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. E Manuel König st ein: Von Geza Schönberg X 10.-r, Karl Radnay und . Frau, Budapest 30.—, Frau Adolf Rosenfeld, Nagy-Kanißa 30.—, Vilma und Heinrich Grünhut, Nagy Kanißa 20.—, Sigmunv und Gusti Eißler *0.—, Hugo Steiner (Dameknomitee des Kinderhortes) X 10.—. Zusammen K 120.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Sali Tauber: Bon Familie Morgenstern K 10.—, Rudolf und Hermine Friedl 10.—, Adolf Schrame! und Frau X 10.—. Zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fanny Kappelmacher: Oberlehrer Jak. Kappelmacher X 20.—, Ortsschulrat Josef Fuchs 10.—, Norbert Ullmann 20.—, Alois Theumann 10.—; Personal Norbert Ullmann 20.—, Dr. Alfred Kappelmacher X 10.—. Zusam. X 90.—. , Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Broch: Von Ludwig Tausky und Frau X 10.—, S Kurz X5.—.Zusam. X15.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Stern: Von Familie Welleß X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Irma Neustadt: Von Rumpler & Oser X 10.—, Sigmund Popper 20.—, Dr. S. Kien 10.—, Edmund Schack 10.—. Alfred Grün 10.—, Adolf Klimont 10.—, David und Rudolf Fleischer X 10.—. Zusam. X 80.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Melanie Krumholz: Von Eff.-Abt. , d. Wr. Bankverein X 20.—, M. Ullrich X 4.—. Zusammen X 24.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Cäcilie Liebel: Von Sigmund Liebel X 4.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Feder: Von Jakob und Bertha Steigelfest X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Franziska Samuel: Von Hugo Samuel X 50.—. Mark Antokolski. Aus Anlaß der 50sten Jahreswende des Tages, an welchem das erste Kunstwerk Antokolskis erschien, wird der berühmte Schüler des verstorbenen Meisters Bildhauer I. Günsburg in Wilna einen Vortrag halten über: „Die Bedeutung M. Antokolskis und der Kunst für die Juden." Günsburg wird seinen Vortrag durch Vorführung von Lichtbildern illustrieren. Wien. (Auszeichnungen.) Der Kaiser hat den Industriellen Mar Duschnitz und Paul Lemberger in Wien den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse verliehen. Wien. Donnerstag, am 25. Februar, fand in der Zeremonienhalle des Iofefstädter Tempels, um 4V2 Uhr nachmittags, im Beisein des Vorstandes, des Herrn Rabbiners Dr. Bauer, Herrn Oberkantors Quartin und eines hierzu berufenen Minjan die Beschneidung des neugeborenen Söhnchens des Herrn Georg Ritter von K l a r v i l l statt. Die Beschneidungsoperation führte Herr Dr. Adolf Herzfeld mit gewohnter Präzision aus. Wien. (Ausstellung des „Bezalel" im Jüdischen Museum.) Die Kunsterzeugnisse des „Bezalel" in Jerusalem haben in der letzten Woche ein überaus zahlreiches und kunstsinniges Publikum in den Räumen des „Jüdischen Museums", II., Praterstraße 28, versammelt. Die geschmackvollen Gegenstände aus inkrustiertem und silbertauschiertem Kupfer, die reizenden Silberfiligranarbeiten, die schönen und sinnreichen Teppichmuster, endlich die zahlreichen Holzrahmen mit Perlmutter eingelegt, haben den einstimmigen Beifall der Besucher gefunden und sind zahlreiche Bestellungen auf Grund der ausgestellten Muster bereits gemacht worden. Die Ausstellung bleibt auch diesen Samstag und Sonntag zu den üblichen Besuchsstunden von 11—1 Uhr , mittags für den Besuch des Publikums geöffnet. Dr. Blochs Wochenschrift

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