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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-26 · 9 (26.2.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
9 (26.2.1909)
Date
1909-02-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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3t r. 9 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 155 dentinnen; Helene Jacob, Schriftführerin; Adele Heller, Kassierin; Minna Baad, Franziska B i r m a n n, Helene H e r tz k a, Eugenie H o f m a n n, Jos fine K a h a n e, Regine K u n e r, Cäcilie S m e t a n a, Marie Steinberger, Sofie Wolf. Wien. (H u m a n i t ä r e r Verein der Eisenstädter.) Das durch das Ableben des Herrn Oberrabbiners S. Kutna s. A. verschobene Elitekränzchen findet Samstag den 27. März 1909 im Prachtsaale des „Bayrischen Hof" statt. Zu diesem Kränzchen sind Entree- Karten : X 2.—, Familienkarten X 5.—, so lange der Vorrat reicht bei Herrn Alex. Pollak, Wien, II, Im Werd 3 oder im Vereinslokale I. Hirsch, Restaurateur, II., Kaiser Josefstraße 15 zu beziehen. Austritte aus dem Judentum. Vom 7 bis 13. Februar 1909. Berger Ida, Private, geb. 12. Dezember 1881, Wien, I, Gonzagagasse 1. Fasal Wilhelm, Nordbahnbeamter, geb. 22. November 1872, TescheD, IH, Obere Weissgärberstrasse 10. Hiss Max, Hilfsmonteur, geb. 24. März 1889, Wien, II., Untere Augartenstrasse 1. Münch Julius, Fabrikant, geb. 11. Mai 1873, Triescb, Bez. Iglau, (Mähren), XIII., Hietzinger Hauptstrasse 33. Neumann Adolf, Buchdruckergehilfe, geb. 20. Juli 1879, Wien, III., Krieglergasse 14. Heger Franziska, geb. 31. Dezember 1869, Spitz a d. Donau, (Niederösterreich), XIX., Kahlenbergerstrasse 7. Zwilling Bertha, geb. 1. August 1894, Wien, derzeit Chrzanow. Kremfier. Das von Dr. Ad. Frankl-Grün verfaßte Buch „Zur Geschichte der Judenemanzipation in Oesterreich 1848—1908" wurde laut Zuschrift des Oberstkämmereramtes vom 10. Februar 1909 von Sr. Majestät dem Kaiser m t Allerhöchstem Danke angenommen, mit dem Beifügen, daß dieses Buch der k. u. k. Familien-Fideikommiß- Bibliothek ein verleibt werden wird. — Der k k. Bezirkshauptmann bemerkt in einer Zuschrift an den Verfasser: Es gereicht dem hiesigen Amte zur Freude, diesen Auftrag zur Ausführung zu bringen. Prag. Der Leiter des Ministeriums für Kultus und^. Unterricht hat dem israel. Religionslehrer am StaatsgymneMm mit deutscher Unterrichtssprache in Prag-Neustadt, Salomon Knöpfelmacher, und dem israel. Religionslehrer an der dritten deutschen Staatsrealschule in Prag Dr. Aladar Deutsch den Titel Professor verliehen. Prag. (Jüdisch - nationale akad.-techn. Verbindung „Barissi a".) Die Chargenwahl für das 8. 8. ergab folgendes Resultat: phil. Heinrich Wittmann* (** F *, *), jur. Otto Stern**F*, ehern. Leopold Fischt ***. Pilsen. (Auszeichnung.) Dem Religionslehrer an deutschen staatlichen Mittelschule, Herrn Rabbiner phil. Doktor Ludwig G o l i n s k i wurde das Jubiläumskreuz verliehen. Olmütz. Bei der am 14. d. M. stattgesundenen konstituierenden Kultusgemeindefitzung wurde Dr. I. Eben zum Präsidenten, kaiserl. Rat Sigmund Zweig zum Vizepräsidenten und die Herren Bernhard Kaufmann, Eduard T h a u s s i g, Jakob K i r s ch n e r und Friedrich Fischet zu Vorstandsbeiräten wiedergewählt. Auffig. Der hiesige Kohlengroßhändler Herr Ignaz Petschek und seine Frau Helene feierten am 1«. Februar ihre silberne Hochzeit und zugleich die Konfirmation ihres jüngsten Sohnes, aus welchem Anlasse ein feierlicher Gottesdienst abgehalten wurde, bei welchem der hiesige Rabbiner Herr S. Baß das edle Wirken des Jubelpaares besonders beleuchtete. Der Konfirmand trug die Haftara in exakter Weise vor. Wie wir erfahren, haben Herr und Frau Petschek zur Feier des Tages eine große Zahl von Wohlfahrtseinrichtungen mit Spenden bedacht — und der Stadt Aussig behufs Förderung der von der Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge geplanten Errichtung eines Fürsorgeheimes in Aussig den Betrag von X 100.000 und für die beabsichtige Errichtung einer Blindenschule in Ausiig den Betrag von X 10.000 zur Verfügung gestellt. Die Stadtarmen, die humanitären und gemeinnütztgen Vereine. Institution, n rc. erhielten gleichfalls namhafte Beträge, so daß die gesamten Spenden einen Betrag von weit über X 200.000 ergeben. Dieser neuerliche Akt humaner Gesinnung seitens der Spender, deren Wohltätigkeitssinn sich bekanntlich bereits in so vielfacher Richtung betätigt hat, wird gewiß auf dr s Sympathischeste berühren. Das Jubelpaar wurde von der Stadtgemeinde, der Kultusgemeinde-Repräsentanz. Chewra-Kadischa, Frauenverein und zahlreichen anderen Körperschaften, Vereinen und Privatpersonen in herzlichster Weise beglückwünscht. Herr Ignaz Petschek hat aus Anlaß der Feier seiner silbernen Hochzeit mit seiner Gemahlin Frau Helene Petschek der Stadtgemeinbe Aussig für humanitäre und gemeinnützige Institutionen X 200 0r 0 zur Verfügung gestellt, hat der israelitischen Kultus gemeinde in Prag eine Sp nde von X 30.000 zugehen lassen. Hievon werden K 10.0<><* für den Fond zur Errichtung eines neuen israelitischen Spitals, X 5000 für den israelitischen Nächstenliebeverein gewidmet. Der restliche Betrag ist für verschiedene andere Wohlfahrtseinrichtungen, so für den Freilischverein usw. bestimmt. Für sämtliche Vereine der israeliti'chen Kultusgemeinde in Aussig, so für den Frauen-, Brautausstattnnas-. Nächnenliebe- und Chorverein und für die Ferienkolonie fp.nd-te Herr Petschek bedeutende Beträge. Für den Fond zur Errichtung emeS neuen jaouchen Gemeindehauses daselbst X 10.000. Zabloeie ad Saybusch. Zum erstenmale seitdem die hiesige israelitische Gemeinde besteht, schritt der jetzige rührme Vorstand unter energischer Leitung des Präses Herrn Dr. L. Broder daran, den Posten eines Rabbiners zu besetzen. Die Wahl fi--l auf Se. Ehrwürden Herrn Dr. H. Bau. Am 2». Februar d. I. erfolgte die feierliche Installation des gewählten Seelsorgers. In dem Tempel fand ein feierlicher Gottesdienst statt. Nach kurzer Begrüßung von Seiten der Vorstände der Kultusgemeinden Zablocie und Milawka hielt der Rabbiner seine Antrittspredigt. Salomon Fantl. Am 14. Januar starb in Staab, wo er an 30 Jahre lang als Religionslehrer und Rabbiner gewirkt hat, Salomon Fantl: einer von den vielen, die schweigsam und unbemerkt, wie sie gelebt, dahingehen, und einer von den wenigen, deren Leben nicht der glänzenden, aber rasch vergehenden Spur der Kometen, sondern der tiefen Furche im steinigen Erdreich gleicht, die mit dem Schweiß des rastlosen Pflügers gedüngt ist und nie spurlos verschwindet. Gunst des Glückes hat er nie gekannt, er lebte ein hartes Leben von Jugend auf, aber er ertrug es mit der leichten Gelassenheit des Weisen, der. erfüllt von der sein Dasein beherrschenden Idee, größer i^als fein Leben, alles Irdische überwindet und mit der "absoluten Sicherheit des Lebenden durch Nacht und Greuel dahinschreitet. So lebte dieser seltene Mann ein Leben der Mühe und entsagungsvoller Arbeit, nicht um äußeren Lohnes, nicht um der Ehre willen, nicht einmal aus innerem Triebe — sondern nur um Gottes willen, Arbeitwar eine von den Arten wie er Gott diente, indem er andere zu ihm hinführte. Ganz und gar erfüllte ihn der Glaube an Gott, an seinen Gott, den Gott seines.Volkes, der lohnt und straft, Missetat vergilt und Sünden vergibt, das Gebet seiner Frommen erhört und sein Volk zu Sieg und Ruhm führen wird: in ihm lebte und webte er, er bedeutete Inhalt und Zweck seines Daseins. Ein Heros des Glaubens war er in einer glaubensschwachen und zweifelsüchtigen Zeit. Wir in unserer bornierten Alltagsklugheit mögen lächeln über solche Beschränktheit ohne Ahnung, welcher Heroismus der Seele, welche Selbstzucht und Entsagung, welcher Idealismus und Mut zu einem solchen Leben gehören. Wie eine aufrechte Säule, ein Denkmal vergangener Jahrhunderte, ragte der Name in unsere andersgeartete Zeit, und niemand, der mit ihm zu tun hatte, blieb unberührt von der ihm eigenen, persönlichen Größe, und jedem seiner Schüler hat er etwas eingehaucht von der Kraft des Glaubens, die ihn beseelte. Fern von der Heimat war es mir verwehrt, ihm die letzte Ehre zu erweisen: heute aber habe ich die Stätte seiner segensreichen Wirksamkeit besucht, und so möge dieser bescheidene Gruß von der Dankbarkeit künden, die ich, wie alle seine Schüler, ihm ewig bewahren werden. Staab, 20. Februar 1909. Dr. Arthur Salz, Privatdozent der Heidelberger Universität. Budweis. (Todesfall.) Allgemein betrauert wird in unserer Gemeinde der Heimgang des Herrn Adolf Bulla ty. der am 11. Februar nach kurzem Leiden im 71. Lebensjahre sanft entschlummert ist. Der Heimgegangene. ein treuer Sohn des Judentums, erfreute sich wegen seiner ungeheuchelten Religiosität und seiner hu-

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