Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-05 · 6 (5.2.1909) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021818-3021825--18059-3042966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr 6 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite -107 Osias Atlas, Przemysl, M Bernstein in Z. und Jakob Zwicker, Nikolsbnrg. Zur Frage des hebräischen Tpr. chunternchles iverden w:r nächstens selber das Wort ergreifen. ' Dr. S. Die Anekdote stammt aus einem französischen Journal. Dort hieß es wörtlich: ,^Ein Beamter der Stadtverwaltuug hat die Bemerkung gemacht, daß, wenn eine einzige Maus einen Sack mit Mehl, angenagt und halb verzehrt hat, von Beobachtern des L chadens gesagt wird: „Das waren Mäuse". Aber wenn ein Dutzend- Katzen über einen Napf mit Milch hergefallen sind und denselben geleert haben, so wird auf die Frage, wer die Milch getrunken habe, geantwortet: „Das war die Katze." Im ersten Falle beschuldigt man eine ganze Gattung wegendes Fehlers des Einzelnen, im zweiten einen Einzigen wegen der Tat Mehrerer. Dasselbe ist heute bei der Geschichte mit den Juden der Fall. Für einen Juden, der die Hand an den S.ck gelegt, würde man gern alle Juden steinigen. Und wenn irgend ein schlechter Streich von mehreren Schluckern einer anderen Gattung gemacht wird, beschuldigt man nur Einen. Ich konnte Zuge wahrer Wohltätigkeit, Großmut, selbst Verschwendung von gewissen Juden meiner Bekanntschaft erzählen und Züge von Geiz, Gier, Raubsucht von gewissen Christen, die ich gleichfalls kenne. Es ist 11 Uhr abends. Eine Frau, die in ihren Armen ein zweijähriges Kind hält, ist auf eine Bank der Avenue Lamotbe-Piquet niedergesunken. Ein junger Mann geht vorüber, ein Angestellter einer Buchhandlung. Er steht still. „Was macht Ihr da?" „Mein Herr, ich will mein Kind in die rue de Sevres tragen und will danach ein Nachtasyl für mich suchen. Ich habe seit diesem Morgen noch nichts gegessen und habe mich gesetzt, um ein wenig Kraft zu sammeln!" „Hier sind 30 Sous, es ist Alles, was ich bei mir habe! Gebt mir Euer Kind, ich will es tragen." Er begleitete die Frau und trug das Kind, das für ihre Schwäche zu schwer war. Dieser junge Manu war ein Jude. Wenige Tage darauf will ein reicher Mann, der vom Theater zurückkehrt, nachdem er seinen Fiaker bezahlt, in sein Haus cintreten. Es ist 12 Uhr Nachts. Er stößt mit seinem Fuße einen auf dem Trottoir ausgestreckten Greis. „Was macht Ihr hier?" „Mein Herr, ich bin vor Müdigkeit und Hunger hingefallen." „Hier sind 2 Sous." „Mit 50 Centimes würde ich essen, mit 50 mehr würde ich schlafen —." „Um dann wieder auf's Neue zu beginnen." Er trat in sein Haus. Das war ein Christ." Kundmachung. In der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgen:einde Wien, IX.. Seegasse 9, ist an einen armen oder gebrechlichen und den im Organisationsstatute dieser Anstalt festgesetzten Bestimmungen entsprechenden Verwandten des am 18. Oktober 1907 in Wien verstorbenen Herrn Donat Tauszig ein Freiplatz, eventuell an Stelle dieses Freiplatzes ein Jahresbetrag per K 320 bis auf weiteres zu verleihen. Als Verwandte des Herrn Donat 'lauszig sind in Hinsicht auf diesen Freiplatz, diejenigen Personen anzusehen, welche nicht über den 6. Grad hinaus mit dem genannten Erblasser verwandt sind. Bewerber um diesen Freiplatz bezw. um den ausgeschriebenen Jahresbetrag haben ihre mit den erfordei liehen Beilagen belegten Gesuche bis 15. März 1909 iin Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgeueinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Sachdienliche Auskünfte werden im Stiftungsamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, II. Stock, während der Amtsstunden erteilt. Wien, 1. Februar 1909. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Jungverheirateter, musikalisch, mit prachtvoller Stimme, begabter Kantor praktischer tarn» ktcti und Reilglonslehrer österreichischer Staatsbürger, in ungekündigter Stellung, wünscht seinen Posten zu verändern. Gefällige Zuschriften unter an die Administration des Blattes. Heiratsantrag. Es wird gesucht für ein 29 jähriges hübsches, fesches Mädchen vom tadellosen Bufe, einige tausend Kronen Mitgift, nebst schöner Ausstattung, ein passender Bewerber, am liebsten ein besserer Angestellter. Unter der Adresse T. 8. an die Expedition dieses Blattes. Jüdische Toynbee-Halle, Wien. XI, Otliniarguse 40. Beginn der Vorträge: An Wochentagen 7*8 Uhr, au Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für j ' den Eiwachsenen. V ortrags - Programm für die Zeit vom 5. Februar 1909 bis 12. Februar 1909. Freitag, 5. Bibelvortrag. Lehramtskandidat Löwirger. Samstag, H : Konzert. Arrangement: Professor M. Storch. Sonntag, 7.. „lieber das Seelenleben des Kindes“ Direktor Alexander Hecht. Montag, 8.: „Das Strafrecht“ (II), Dr. M. Heiss. Dienstag, 9.: „Jaroslaw Vrchlieky und seine Dichtung n“, Direktor Urbach. Mittwoch, 10.: „lieber Hygiene“ (Zyklus), Dr. J. Samuely. Donnerstag, 11.: Vorletun; ein;n;r Geschichten und Gedichte, Schriftsteller Ludwig Fürst. Freitag, 12.: Bibelvortrag, Lehramtskandidat Pick. Durch besondere Umstände veranlasste Aenderungen Vorbehalten. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wollen an den Obmamann Herrn Dr. J. Samuely, Wien, L Bezirk Fischerstiege 6, gelangen lassen. KONKURS Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Aussig (Böhmen) gelangt die Stelle eines Rabbiners nnd Predigers » Besetzung. Mit dieser Stelle sind nebst einem nach Uebereinkommen zu bestimmenden fixen Gehalte nnd freier Wohnung, resp. Wohnungsheitrag die Bezüge aus dem Unterrichte an den k. k. Mittelschulen sowie der Matrikenführuug verbunden. Bewerber wollen ihre Gesuche nebst dem Nachweis der philosophischen und theologischen Studien innerhalb 4 Wochen vom Tage der Konkursausschreibung an den Vorstand der Israel. Kultnsgemeinde in Aussig richten. Aussig den 20. Jänner 1909. Der Kultusvorsteher: Dr. Wittenberg. UnentgeltlicherStellennachweisdeiweibl.Fürsorge für isr. Frauen u. Mädchen. (Hausu. Geschäftspersonal.) ln Frankfurt a M., Langestrasse 30 p. ist täglich, mit Ausnahme des Samstags, von 3—5 Uhr geöffnet Telephon 3728. Sonntags von 973—11 Uhr. Telephon. 3728 Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, II., Taborstrasse 59 Am 23. Jänner 1909 standen in Vormerkuug: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 5 Anstreicher 3 Bäcker 2 Branntweinverschl. 3 Buchbinder 1 Buchdrucker 3 Goldarbeiter 2 Hausknechte, Geschäfts¬ und Bureaudieeer 40 Hilfsarbeiter 2 Kellner 4 Kutscher 2 Laufburschen 4 Magazineure 4 Monteure 15 Schlosser 6 Schneider 2 Schuhmacher 4 Spengler 4 Tapezierer 6 Tischler 2 Zimmermaler Tüchtige und verlässliche Hausbesorger. II. Klasse: Kaufmännische Angestellte. 10 Buchhalter u. Korrespondenten 8 Kanzlisten und Schreiber 42 Kommis 4 Manipulanten und Expedienten 10 Komptoiristen u. Strazzisten 4 Platz-Agenten und - Vertreter 4 Inkassanten , .2. Reisende Weibliche 42 Kontoristinnen u. Kanzlistinnen 83 » Anfängerinnen 8 Expedientinnen u. Manipulant. 2 Hilfsarbeiterirnen 2 Kassafräuleins Abteilung. 4 Praktikantinnen- 18 Verkäuferinnen 5 Wirtschafterinnen und Stütze der Hausfrau. ' Das Bureau des Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1898 bis inklusive 23. Jänner 1909 24483 Vermittlungen durchgeführt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.