Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 4 (22.1.1909)
- Date
- 1909-01-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 4 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 6# fried Dusch ak, Tetschen. Bruno Felix, Derschen, Atoritz Frankl. Bodenbach. M.-U.-Dr. Josef Salus. Bniseu, Alois Strauß, Böhm.- Kamnitz. Sigmund Veit, Letschen, Alois Zirkl. Bodenvach. Ausschuß-Mitglieder. b) Ersatzmänner: Die Herren: Arthur Adler, Letschen, Moriz Koralek, Topkowitz, Ludwig Neumann, Bodenbach, Max Pollatschek, Bodenbach, Hugo Weinberg. Tetschen. II. Kassa-Reviioren: Die Herren: Gustav Gumpl, Booenbach, Jg. Lewitus, Tetschen. III. Umlage-Rommission: Die Herren: Jur.-Dr. Ed. Griinbanm, B.-Kamnitz, Jur.-Dr. Hugo Hosscr, Bodenbach, Sigmund Kantor, Bodenbach, Atoriz Koralek, Topl,.- witz, Josef Neumann. Bodenbach, Heinrich Schwarz, Tetsche--. IV. Jnipektor des Religionsunterrichtes und Beirar im k. f. Bezirksschulrat: Herr Adolf Pächter. Bodenbach. V. Vertreter der israet. Konfession: Im Ortsschulrat Bodenbach: Herr Ad. Pächter, Bodenbach; im Orrsschulrat Bensen : Herr M.-U.-Dr. Josef Salus. Ben'en; im Ortsschulrat B.-Kamnitz: Herr Jur.-Dr. Eduard Grünbaum. B.-Kamnitz; im Ortsschulrat Tetschen: Herr Sigmund Brauner, Tetschen. VI. Mitglieder des Schiedsgerichtes: Die Herren: Moritz Frankl, Bodenbach, Israel Herschmann, Bodenbach. Bernard Steiner, Tetschen. VII. Arwenwese» : Referent: Herr Moritz Frank-, Bodenbach; Zahlstelle: Herr AdolfPächter» Bodenbach. XIII.Synagogen-Borsteher -Stellvertreter: Herr Moritz Frankl, Bodenbach. IX. Hausinspektor: Herr Josef Neumann, Bodenbach. X. Inventar- Verwalter: Herr Sigmund Duschak, Tetschen. XI. Friedhofs-Inspektor: Herr Gottfried Pick, Booenbach. XII. Kassier-Stellvertreter: Moritz Reiner, Bodenbach. Ein Rabbiner als Gemeinderat. In der Stadt Kaposvqr, Ungarn, fanden vergangene Woche Ersatzwahlen in den dortigen Gemeinderat statt. Unter den 28 Gewählten befanden sich auch neun Juden, an erster Stelle der Kaposvarer Oberrabbiner Dr. Emanuel Herzog, der von den 370 abgegebenen Stimmen 353 erhalten hat, da ihn alle drei kämpfenden Parteien, selbst der „katholische Klub" an erster Stelle kandidiert haben. Schwindel mit Israelsbildern. Wie wir in der „Deutschen Wochenschrift für die Niederlande" lesen, beschwert sich Josef Israels bitter über den Schwindel, der in Amerika mit seinen Gemälden getrieben wird. Kürzlich wurde ihm ein Gemälde zur Beurteilung vorgelegt, das man in Amerika als eine Kopie erkannt hatte. Aber das Original war auch nicht von ihm. Niemals hatte er den betreffenden Vorwurf behan!delt gehabt. Feuilleton. Der geheilte Patient. Von Dr. F. Rich. Heinschel. Der Rabbi von Belz, kurzweg der Belzer genannt, war in schwer krankem Zustande in Wien angelangt und hatte im „weihen Wolf" Absteigquartier genommen. Der Rabbi sollte sich einer schweren Operation unterziehen, die vorzunehmen ein hervorragender Wiener Chirurg sich bereit erklärt hatte. Von Nah und Fern eilten die Freunde und Verehrer des ebenso durch seine tiefe Frömmigkeit und große Gelehrsamkeit, wie durch seine Herzensgüte berühmten Rabbi, herbei, um ihm ihre Aufwartung zu machen. Der Rabbi war durch ein Leben reich an Entbehrungen und heiliger Aszese frühzeitig gealtert, aber auch das schwere körperliche Leiden hatte in seinem Antlitze tiefe Furchen gegraben, nur das hellstrahlende Auge glänzte noch in jugendlichem Feuer. Itsche (Isak), der treue Meschores (Diener), oder „mein Mensch", wie der Rabbi ihn nannte, hatte sich im Vorzimmer postiert und lieh nur die bewährtesten Freunde des Rabbi in die interimistisch eingerichtete Studierstube des großen Belzer. Die Anwesenheit des Rabbi in der Residenzstadt wurde viel bemerkt und viel besprochen, und die Neuigkeit drang auch in die Redaktionsstube einer viel gelesenen Tageszeitung. Der Redakteur Dr. B., ein Jude, der längst alles von sich geworfen, was zu diesem Ehrennamen berechtigte, spöttelte über die vielgerühmte Weisheit des göttlichen Mannes. Nach des Tages Mühen erzählte Dr. B. im Stammkaffeehause von den Wunderkuren, die der Rabbi angeblich vollbracht haben soll und schimpfte recht weidlich über den heillosen Schwindel dieser Gauner, die nur auf die Dummheit der Leute spekulieren, um ihnen das Geld aus den Taschen zu stehlen. Daß aber der Rabbi von Belz unzählige Wohltaten übe, oft keinen Heller sein eigen nenne, darüber schwieg er wohlweislich. Von einigen Freunden animiert, ging Dr. B. eine Wette ein, daß er am nächsten Tage beim Rabbi cat'erochen vorsprechen und diesen zum besten halten werde. Am anderen Tage begegnen wir Dr. B. im „weißen Wolf". Itsche wollte den bartlosen Journalisten, der mit keinem Zuge den Juden verriet, nicht vorlassen, auch dann noch nicht, als er schweres Kranksein simulierte: der wohlgenährie Mann mit dem selbstzufriedenen lächelnden Gesicht machte durchaus nicht den Eindruck eines Leidenden. Allein in dem einen Punkte sind sie sich ja gleich die Dienerseelen, ob sie Lakaien an Fürstenhöfen oder Diener der Gefürsteten des Geistes, nämlich im Nehmen: Geld öffnet Sammetportieren und schmierige Holztüren. Ein reiches Trinkgeld machte Itsche gefügig und er führte den sonderbaren Bittsteller in des Rabbi Cheder (Zimmer). „Was ist Euer Begehr", fragte der Rabbi den Eintretenden, den er mit sanftem aber durchdringendem Blick von Kopf bis zu Fuß musterte, als wolle er in seinem Herzen lesen. „Weiser Rabbi", begann jener, „doppeltes Leid führt mich an die Stufen Eures Rabbithrones. Ich habe von Eurer Weisheit, von Euren Wunderkuren soviel Rühmenswertes gehört, daß ich, bei allen Aerzten der Welt vergebens Hilfe suchend, nunmehr zu Euch meine Zuflucht nehme. Auf Euch, hochherziger Rabbi, lenkt sich meiner Hoffnungen letzter Strahl: o,. rettet mich vor sicherem Untergange. Körperlich und seelisch Leid drückt mich zu Boden: ein zwiefacher Schmerz macht mir das Leben zur Hölle. Meine Seelenqual: Kein wahres Wort entschlüpft meinem Munde, und wenn der Rabbi das von mir redigierte Blatt lesen würde, könnte er gar bald die Ueberzeugung gewinnen, daß diese meine Lügenhaftigkeit allein auf Wahrheit beruht. Doch meine Wahrheitsfeindschaft ist das kleinere Uebel nur, zumal sie mich so reichlich nährt. Viel elender macht mich mein körperliches Leiden. Alles schmeckt mir schal und fade, den feinsten und erlesensten Tafelgenüssen kann ich keinen Geschmack mehr abgewinnen, mein Gaumen ist unempfindlich für alle Freuden des edlen Lucullus." Der Rabbi blickte eine Weile sinnend vor sich hin, dann sprach er gelassen: „Kommt nachmittag zu mir: Euch soll geholfen werden." Itsche öffnete die Tür, und der Rabbi gab ihm den Auftrag, den Poriz (hohen Herrn) nachmittag wieder vorzulassen. Mit einer tiefen Verbeugung verabschiedete sich Dr. B. vom Belzer. „Das wäre gelungen", begann Dr. B. beim Nachmittags-Schwarzen, und erzählte, wie er den Rabbi