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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-01-01 · 1 (1.1.1909) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
1 (1.1.1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Gr. Mscd'L Mocdenscdrtktnächsten Jahres wird am „Bezalel" auch eine Abteilung für Korb- und Kunstmöbelflechterei eingerichtet, für bic J die nötigen Entwürfe von der Kunstabteilung des„Be-H zalel" geliefert werden. Außerdem sollen im nächsten ' Semester besondere Werkstätten für Damaskus-Möbel eingerichtet werden. Das mit dem „Bezalel" verbundene Museum erfreut sich bei der Jerusalemer Bevölkerung eines lebhaften Interesses. Die aus der Anstalt bis jetzt hervorgegangenen Arbeiten, sowohl Teppiche wie Bilderrahmen, Gold- und Silberfiligran-Arbeiten usw. zeigen deutlich den Fortschritt, den die Schule seit ihrer Begründung gemacht hat. Besonders die Teppiche finden das Interesse und die Anerkennung aller Fachleute, von denen sie bisher geprüft wurden. Ueber den Absatz seiner Produkte hat der „Bezalel" nicht zu klagen. Er hatte im Gegenteil mehr Aufträge, als er im letzten Jahre effektuieren konnte. Es ist aber unbedingt' nötig, den „Bezalel" soweit pekuniär sicher zu stellen, daß er in der Lage ist, größere Quantitäten von Rohmaterialien auf einmal und dadurch erheblich billiger zu kaufen, als es ihm jetzt möglich ist. Bis jetzt hat der „Bezalel" bewiesen, daß er lebensfähig ist und daß er wahrscheinlich nicht mehr allzu lange der materiellen Unterstützung bedürftig sein wird. Gerade deshalb aber verdient er sie jetzt in reichstem Maße, denn hier ist der Grundsatz der edelsten Wohltätigkeit verwirklicht worden, der fordert: nicht Almosen, sondern Arbeit! In der in der letzten Woche in Berlin unter Vorsitz des Prof. Dr. Marburg stattgehabten Generalversammlung wurde dem Vorstande, besonders auch den rührigen Schatzmeistern des Vereins. Berthold Israel und Bertrand Hamburg mit Dank Entlastung erteilt und der Vorstand wiedergewählt. Die Chachambaschi-Frage in Jerusalem verursacht von Tag zu Tag größere Erregung; die Agitation der einzelnen jüdischen Parteien für ihre Kandidaten nimmt immer größere Dimensionen an. Auf direkten Befehl von Konstantinopel sollte Chachambaschi Heskia Sabetai aus Haleb (Mesopotamien)nach Jerusalem kommen, um als Wakil (stellvertretender Chachambaschi) die Wahlen zu leiten. Die Nachricht dieser Ernennung wurde von der palästinensischen Bevölkerung mit Beifall ausgenommen, da sich Sabetai eines guten Rufes erfreut. Die Partei des früheren Chachambaschi P a n i g e l übte nun auf den Chachambaschi Sabetai einen solchen Einfluß aus, daß er sich weigert, nach Jerusalem zu kommen, trotz einer wiederholten telegraphischen Aufforderung des Paschas von Jerusalem. Es ist eigentlich Sabetai, der jetzt ruhig in Haleb wirkt, nicht zu verdenken, wenn er sich nicht zum Mittelvunkt der unerquicklichen Wirren und Zwistigkeiten in Jerusalem in dieser Angelegenheit hergeben will. IlermLscbtes. Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 7. Jänner, präzise halb 8 Uhr abends findet im Festsaale des Jngenieur- und Architektenvereins, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Kustos Dr. S. Frankfurter statt. Thema: „Das altjüdische Erziehungswesen im Lichte moderner Bestrebungen." — Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Verlobung.) Dr. Friedrich Neurath, Gesellschafter der Firma Michael Neurath, hat sich mit Fräulein Olga Kramer, Tochter des Herrn Gustav Kramer, Privatiers, verloht. t Wien. Der allverehrte Vizepräsident der israelitischen ^Kultusgemeinde Wien. Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, war ^infolge fast vierwöchentlicher Krankheit außerstande, irgend ^welchen Veranstaltungen während dieser Zeit beizuwohnen. Dessen ^Befinden hat sich nun soweit gebessert, daß er sich in kürzester!{- Zeit wieder seinem unermüdlichen Wirken widmen wird können,! was wir mit lebhafter Genugtuung zur Kenntnis bringen. Wien. (Kinderbekleidung.) Am vergangenen Dienstag wurden sämtliche Schützlinge des Knabenhortes XX., Othmargafse 46 des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien aus Anlaß des Chanukafestes mit warmer Wäsche und Kleidungsstücken beschenkt. Die Verteilung nahm das Vorstandsmitglied Herr Karl Freund vor. Der Anssichtsturm im Hanse der Kultusgemeinde. H«rr "Dr. Tarn. Schwarz schreibt ans: Ein Aufsatz von Alfred Sitte im letzten (41.) Bande der „Berichte und Mittei- 1 unsren des Altertums-Vereines in Wien“ über „Streittürine“ enthält einen Passus über den Anssichtsturm im Hanse Seitenstettengasse 2. der auch in weiteren Kreisen bekannt gemacht zu werden verdient. Es heisst in diesem Aufsatz Seite 15: „Die Tradition hat uns ein anschauliches Bild eines solchen Turmes in Wien überliefert, und zwar »erade dort, wo die meisten dieser Streittnrme des XU. und XIII. Jahrhunderts im ältesten Stadtkern standen, nämlich zwischen St. Ruprecht, St. Peter, Hoher Markt. Es ist das Haus Seitenstettengasse 2 (das alte Nr 495, Innere Stadt, späteren Konskr. - Nr. 1180. Kultusgeraeinde), erbaut nach 1329. Als um diese Zeit der Architekt K ornhäusl alte Häuser zum Neubau in dieser Geerend ankaufte, mag ihm. vielleicht war noch einer der Streittnrme vorhanden, dieser die Anregung gesehen haben, nur dass der Turm nicht mehr zu strategischen Zwecken zu dienen hatte, sondern als Aussichtswarte bestimmt war. Dieser Aussichtsturm gruppiert sich interessant zur Spitze der Ruprechtskirche und ist vom Franz Josefs-Kai (Morzinplatz) aus zu sehen. Gegen einen geringen Obnlus an den Hausmeister ist es auch möglich, auf die Plattform des Turmes zu gelangen. Das mühevolle Klimmen wird reichlichst gelohnt. Vom Stephansturm ans ist nur eine teilweise Aussicht möglich, während hier alles ringsherum frei und offen ist und Wien wie von einer Zinne Davids (das Haus gehört nämlich der israelitischen Kultusgemeinde) aus in einem herrlichen Panorama daliegt — einzig schön. Man steht da oben von der Schönheit dieses Bildes so überrascht und von Bewunderung so überwältigt, dass man sich nicht trennen kann. Kein Höhepunkt gewährt eine so entzückende Rundsicht, und es nimmt einem nur Wunder, dass solche Punkte erst entdeckt werden müssen Geradeso, wer Augsburg sich nicht vom Perlachturm angesehen, hat Augsburg nicht gesehen, könnte man sagen, wer Wien von diesem Turm nicht gesehen hat, hat Wien nicht gesehen.“ Wie wäre es, wenn man. wie dies bei dem Stefansturm der Fall ist. diesen so enthusiastisch geschilderten Rundblick gegen ein kleines, wohltätigen Zwecken zuzuführendes Entgelt der Oeffentlichkeit zugänglich machen würde? Wien. Die Kaiser - Jubiläums - Akademie des Wien e r Synagoaensänger-VereineS fand vor einem großen Auditorium am 26. Dezember v. I. im Festsaale des „Hotel Post" statt. Von einem schönen Proloa (des Obmannes Herrn S. Lemberger), gesprochen von Herrn Wieland, eingeleitet, fanden die Darbietungen der Chöre unter der tüchtigen Leitnna des Herrn Leon Erdstein, obenan die Bolkshpmne, großen und rauschenden Beifall. Die Solisten Herr Hecker-Gold mit seinem trefflichen Bariton, die herrlich gesungenen L'eder des Herrn Don Fuchs, das virtuose Spiel des kleine» genialen Felix Hnpka und Vorträge des Herrn Wieland fanden ungeteilten Beifall. Ein Begrüßungstelegramm an Se. Majestät, das einen mächtigen Widerhall weckte, gab dem Abend das feierliche Gepräge. Beth-Hamidrasch „Morrtefiore 11., Tabarstraße 38. Sonntag abends halb 5 Uhr Vortrag des Herrn Rabbiners Schönfeld: Midrasch-rabba. Mittwoch abends halb 5 Uhr: Psalmen. Wien. Der „Jüdische Bürgerverein für die westlichen Bezirke Wiens" veranstaltet am 10. Jänner 1909, in den Balltäten des Hotel Savoy, VI., Mariahilferstraße 81, eine Makkabäerfeier. bei der Herr Reichsratsabgeordneter Professor Dr. Artur Mahler die Festirde halten wird. Hierauf mustkal-deklamatorische Vorträge, zum Schluß Tanzkranzchen. Beginn 8 Uhr abends. Entreekarten K 1.50, Familienkarten (gültig für 4 Personen) K 4.—.

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