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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-12-04 · 49 (4.12.1908) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
49 (4.12.1908)
Date
1908-12-04
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 868 Nr. 49 NT. Lweb's Mscdenscvrm. Diesem Trinkspruch folgte allgemeiner Beifall. Zuletzt beleuchtete Herr I. Hoffman«, Oberlehrer i. R. in anregeuder Weise die Obliegenheiten der Mitglieder der Beerdigungsbrüderschaft. Jungbunzla«. Anläßlich des Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers wurde unser Vorsteherstellvertreter, Herr Friedrich Eisler, infolge seines ersprießlichen und bumanitären Wirkens als Mensch, Bürger und Industrieller mit dem Titel „kaiserl. Rat" vom Kaiser ausgezeichnet. . In Nermkircheu erschien n im Tempel Bezirkshauptmann Cäsar Schikich Ritter von Vellebit, Landtagsabaeordneter Sämling er, Postoberverwalter Keibl, Vizebürgermeister Dittrich und viele andere Honorationen. Herr Rabbiner Wilhelm Reich aus Baden hielt die Festpredigt. Karlstadt. Durch die Bemühung unseres Kantors Herrn Isidor Groß wurde hier ein Schachklub gegründet, zu dessen Präsidenten Herr Kantor Groß einstimmig gewählt wurde. Temesvar. Unter militärischen Ehren wurden hier die irdischen Ueberreste des vkrstorbenen k. u. k. Hauptmannes Alexander Hofbauer zu Grabe getragen. An dem Begräbnisse beteiligten sich die Generalität mit dem Korpskommandanten FZM. Liborius Frank an der Spitze, sowie das Offizierskorps der Garnison, soweit es nicht durch den Dienst davon abgehalten war, und zahlreiche Leidtragende aus Zivilkreisen. Die Trauerzeremonie vollzog Oberrabbiner Doktor Bernhard S ch ü ck. Die Beisetzung erfolgte im israelitischen Friedhofe. Das Offizierskorps des Infanterie - Regimentes Nr. 61 gab aus Anlaß des Ablebens seines Kameraden eine separate Parte aus und legte auch einen prachtvollen Kranz an dessen Bahre nieder. Zvaim. Am 6. v. M. wurde der hier als Privatier seit vier Jahren wohnhafte Herr Moses Reich unter zahlreicher Beteiligung von Glaubensgenossen und Andersgläubigen aus den vornehmsten Kreisen zu Grabe getragen. Der Verblichene — aus der alten Talmudschule Leipniks noch hervorgegangen — vereinigte in sich tiefes hebräisches Wissen mit moderner Bildung und wirkte in seiner Jugendzeit in bedeutenden Gemeinden erfolgreich als Lehrer. Nach seiner Verehelichung mit seiner nun verwitweten, an Geist und Herz wohlgebildeten Gattin Frau Jeannette begann er in M.-Budwitz mit geringen Mitteln ein Ledergeschäft und erwarb sich auf redlichster Basis während einer nahezu vierzigjährigen Tätigkeit, sowohl das größte Vertrauen seines Kundenkreises, als auch die Hochachtung seiner Mitmenschen. Vor sechs Jahren zog er sich aus Gesundheitsrücksichten von dem Geschäfte ins Privatleben zurück und wurde zu gleicher Zeit anläßlich seines 70. Geburtstages von dem ehrwürdigen Bezirks- und mährischen Landesrabbinate, ob seiner Gelehrsamkeit durch den Morenuritcl ausgezeichnet. Zu dem Leichenbegängnisse erschien .auch eine Abordnung aus M.-Budwitz, um den verdienten, langjährigen Mitgliede die letzte Ehre zu erweisen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. K a h a n schilderte in tiefempfundenen, ergreifenden Worten die Vorzüge und Verdienste des Verewigten. Den Heimgegangenen betrauern dessen Gattin, fünf Töchter und vier Söhne, alle in geachteter Lebensstellung, unter diesen der bestbekannte, hochachtbare Ingenieur Isidor Reich, Bauobeikommissär der O. N. W. B. in Neubydzow. Derselbe hat auch aus diesem Anlasse der hiesigen neugegründeten Chewra-Kadischa in M.-Budwitz einen namhaften Betrag gespendet. Nikolsburg. Die Mitglieder des Kaiser Franz Joseph- Brkletduugtzvereines, der vor zehn Jahren anläßlich des 50jährigen Jubiläums unseres Kaisers ins Leben gerufen wurde und der es sich;ur Aufgabe gemacht, arme israelitische Kinder mit Kleidungsstücken zu versehen, versammelten sich am 29. November, um die 60jährige Regierunaszeit unseres Monarchen zu feiern im „Hotel Schaffa", woselbst sich auch die zu beteilenden Kinder befanden. An diesem Feste nahmen u. a. teil: Bürgermeister Moritz A b e l e s, Kultusvorsteber Philipp K o h n, Kultusrat Gustav P i s k, Nathan O s e r, Obmann der Chewra-Kadischa. Auch mehrere Frauen waren erschienen, darunter Frau Eugenle A b e l e s, Bürgermeistersgattin und Frau Johanna Deutsch, welche die Kinder in der liebenswürdigsten Weise bewirteten. Herr Franz D e u t s ch, Obmann des Bekleidungsvereines, -“uftte die anwesenden Gäste, worauf Rabbiner Dr. Lew in eine vom patriotischen Geiste durchhauchte Rede hielt. Nachdem die Kinder Gedichte patriotischen Inhaltes deklamierten, trug Lehrer Jakob Zwicker ein von ihm selbst verfaßtes, auf das Jubiläum bezughabendes Gedicht vor, worauf dann die Kinder verköstigt und mit Winterkleidung versehen wurden. Ueber Vorschlag des Herrn Franz Deutsch wurde beschlossen, ein Huldigungstelegramm an den Kaiser abzusenden. Jakob Zwicker stellte den Antrag, es möge zur ewigen Erinnerung an dieses seltene Jubiläum, damit dieses nicht dem Gedächtnisse der Nachwelt entschwinde und damit auch dargetan werde, wie dieses von der hiesigen Bevölkerung gefeiert wurde, ein Schriftstück verfaßt werden, welches den ganzen Verlauf der Feier schildert und dieses möge, unterzeichnet von allen Anwesenden, dem Gemeindearch ve einverleibt werden. Dieser Antrag wurde unter lebhaftem Beifülle angenommen und mit dem Vollzüge dieser Aufgabe der Antragsteller betraut. Prag. Am 27. November verschied hier im hohen Alter von 89 Jahren Frau Anna Fischt, geb. Popper. Die Heimgegangene gehörte einer hochgeachteten einflußreichen Familie an und genoß durch ihre persönlichen Herzens- und Geisteseigenschaften in den weitesten Kreisen ungeteilte Verehrung. Ihr Gatte war viele Jahre hindurch Vorsteher des neuen israel. Tempels und zahlreicher Humanitätsvereine. Auch die Heimgegangene selber förderte alle gemeinnützigen Unternehmungen und war bestrebt, als treue Tochler des Judentums alle jüdischen Institute nach Kräften zu unterstützen. Israelitische Kultusgemeinde Leipnik. Herr Bernhard Z e r k a w i tz, Chef der Firma Brüder Zerkawitz, Fabrikant in Leipnik und Erien, hat zu Ehren des 60jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers seine in Leipnik befindliche Hausrealität, die ein ziemliches Jahreserträgnis abwirft, für eine Waisen- und Armenstiftung für die Leipniker Israelitische Kultusgemeinde gewidmet. Dem Herrn Zerkawitz, der auch sonst seinen Wohltätigkeitssinn in hervorragender Weise bekundet hat, wurde in der am 26. November stattgefundenen Sitzung des Kultusausschusies, über Antrag des Kultusvorstehers Herrn David Spitzer für diese hochherzige Widmung einstimmig der Dank votiert. Zlabings. Am 25. November verschied hier plötzlich der im 70. Lebensjahre stehende, allseits geachtete, langjährige Kultusvorsteher Herr Samuel A l l i n a, Seniorchef der Fabriksfirma S. A l l i n a und Sohn. Das Leichenbegängnis, welches Freitag den 27. v. M. um 10 Uhr vormittags von hier aus stattfand, gestaltete sich, in Anbetracht der allseitigen Beliebtheit des Verblichenen, zu einer imposanten Kundgebung. Im Trauerhause fanden sich ein, sämtliche hiesige Gemeindemitglieder, die israelitischen Schulkinder, der Männergesangsverein Zlabings vollzählig, eine Abordnung des Gemeinderates mit Herrn Bürgermeister Anton P l o s ch, Herr I. Kaufmann, Bürgermeister der politischen Judengemeinde Piesling, u. v. A. Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Ludwig Schap hielt dortselbst einen tiefempfundenen ergreifenden Nachruf, worin er die besonderen Tugenden, Frömmigkeit, Herzensgüte und Opfersinn, des edlen Verblichenen schilderte und des großen unersetzlichen Verlustes erwähnte, den die Gemeinde durch das plötzliche Hinscherden ihres pflichteifrigen Vorstehers erleidet. Hierauf wurde das Joschew beseser vorgetragen und der Leichenzug, welchem sich fast alle Bewohner der Stadt anschlossen, setzte sich in Bewegung. Die Leiche wurde nun nach der benachbarten Gemeinde Altstadt in Böhmen überführt, wo der Vater des Verblichenen, Herr David A l l i n a s. A., ein berühmter Schüler des Chasan Sofer, lange Jahre als Rabbiner wirkte. Die Mitglieder der Altstädter Gemeinde, an der Spitze Stadtarzt Dr. Eckstein, empfingen den Leichenzug am Eingang der Stadt und geleiteten ihn zum Friedhof, wo Herr Rabbiner Schap vor Beisetzung der Leiche noch einige kurze Abschiedsworte hielt. Die „Oesterreichische Wochenschrift" verliert in den Verstorbenen einen seiner ältesten Leser und treuesten Abonnenten. Aus der territorialiftischen Bewegung. Dem letztausgegebenen Communiqus der „Jewish Territorial Organisation" entnehmen wir, daß die Jto-Expedition ihren Bericht verzögern mußte, weil der landwirtschaftliche Experte seine Erdreich- Studien noch nicht beendet hat. Es steht jedoch zu ei warten, daß die Erstattung des vollständigen Berichtes an die Mitglieder der „Geographischen Kommission" ehestens erfolgen w.rd. * * Mr. Daniel Guggenhei m-New-Iork stiftete dem Jto-Werk 1000 Dollars jährlich Mr. Maurice Fels-Philadelphia, der sehr viel zur Entwicklung einer der jüdischen Kolonien beigetragen hat, ist dem amerikanischen Jte-Rate beigetreten.

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