Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 48 (27.11.1908)
- Date
- 1908-11-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 850 Nr. 48 m* Lloeb's Mocdenscvritt. seits behauptet, daß sich unter den 339 Darlehenswerbern doch sicher mehr als sieben befunden haben müssen, die ihren Verpflichtungen nicht dem Schuldvertrag entsprechend nachgekommen sind. In allen übrigen Fällen wird es statt des aussichtslosen Prozesses zu einem billigen Ausgleich gekommen sein. Und selbst in den Fällen, wo das Pfandobjekt dem Gläubiger zugesprochen wurde, war dieses sekundäreBefitzrechtandem immobilen Pfandgegenstand nur ein fiktives, denn, wie wir aus anderen Quellen wissen, mußte der jüdische Gläubiger, das ihm angefallene Objekt innerhalb eines bestimmten Termines einem Christen Weiterverkäufen. Daß aus diesem Zwang der Verhältnisse für den jüdischen Geldgeber nur selten ein vorteilhafter Handel resultierte, ist klar. Für die Familiengeschichte des Wiener Ghettos sind die Eintragungen des Judenbuches von großer Wichtigkeit. Sie bereichern das bisher bekannt gewesene Namenmaterial mit einer Fülle von neuen Daten, darunter solchen, die hier zum erstenmal und oft nur hier austauchen. Es würde zu weit führen, im Rahmen dieser Besprechung auf das reiche Ergebnis, das aus diesem Teile der Goldmannschen Edition für die Geschichte der Wiener Judenstadt resultiert, hinzuweisen. Tatsache ist, daß das Judenbuch mit seinen zahlreichen Namen eine der bedeutendsten Quellen für die Geschichte der persönlichen und Familienverhältniffe der Bewohner der Wiener Judenstadt bildet und die Aufstellung von Stammbäumen einzelner Familien mit Zuhilfenahme anderer, wenn auch bisher nicht gedruckter Quellen wesentlich erleichtert. Es war ein glücklicher Gedanke des Herausgebers, dem „Judenbuch" die sogenannte „Wiener Geserah", sozusagen den Schlußakt der Pässionsgeschichte der Wiener Juden im Jahre 1421, anzuschließ n. Von den vier bisher bekannten Redaktionen des Berichtes über die Judenverfolgung liegt uns hier der, wie es scheint, auf eine verläßliche gleichzeitige Quelle zurückgehende, jüdisch-deutsche Text (nach dem einzigen bekannten Drucke der Oxforder Bodleiana) vor. Ein doerunent burnain, von packender Wirkung, verdient der Bericht, für dessen Glaubwürdigkeit „der schlichte, fast objektive und jede Uebertreibmig vermeidende Ton der ganzen Darstellung" spricht, als Quelle für die . Geschichte der Wiener Judenverfolgung im Jahre 1421 vollste Beachtung. So bietet denn die Goldmannsche Publikation, außer den handelsgeschichtlich interessanten Momenten, eine Reihe wertvoller Gesichtspunkte, die zusammen mit weiteren Forschungsergebnissen einmal für eine Gesamtgefchichte der Wiener Judenschaft mit Erfolg verwertet werden dürften. Eine solche Arbeit wird dann auch den Beweis erbringen, daß eine Geschichte der Wiener Juden nur auf Grund neu zu unternehmender Urkundenforschungen möglich ist und daß — so unerfreulich vielleicht die Konstatierung der Tatsache ist — alles, was bisher über die älteste Geschichte der Juden in Wien geschrieben wurde, eigentlich nur ein Konglomerat von Fehlern und Jrrtümern jeder Art -«stellt. Aus dem kritisch gesichteten Stoff wird sich im Laufe der Zeit das bisher verschwommene Geschichtsbild in seiner reinen Gestalt rekonstruieren lassen; die kleinen, auf den ersten Blick unbedeutend erscheinenden Bausteine werden dann zu einem Baumaterial anwachsen, das über seine scheinbar partikularistische Bedeutung hinaus auch der allgemeinen Geschichte und der Würdigung ihrer einzelnen. Phasen nützlich werden wird. Den ersten wertvollen Stein zu diesem Zukunftsbau in einer voll befriedigenden Form ans Tageslicht gefördert und meisterhaft bearbeitet zu haben, Ist und bleibt das Verdienst des Herausgebers. Dr. I. 8cd. Kriefkafterr. I . . k, F ..... bei, Olmiitz. Die Namensänderung in Ungarn können nu r ungarische Staatsbürger erlangen, bei zeitweiligem oder längerem Aufenthalt in Ungarn kann man die Namensänderung nicht erreichen, weil dafür lediglich die Behörden des Staates zuständig find, wüchem der Gesuchsteller als Bürger angehört. O. S., Biseuz. Rauschchodesch Kislev war diesmal am 24. und 25. November. Der Kalender der „Union" ist leider ungenau und gibt irrtümlich imr 1 Tag als Roschchaudesch an, daher die fehlerhafte Verzeichnung im Umschlag. Zur gefälligen Beachtung! Wirersnchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die ziir Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Aufruf an edle Menschen! Ein nach einer schweren Operation erwerbsunfähiger Vater von 6 kleinen Kindern, der einen Erholungsaufenthalt im Süden benötigt, richtet an edle Menschen die innige Bitte, ihm zur Wiederherstellung seinerGesundheit behilflich zu sein und gütige Spendan für ihn aa die Administration dieses Blattes zu richten. Feierliche .. aus Anlass des 60 jährigen Regierungsjubiläums Sr. Maj. des Kaisers. B e t b au s I., Seitenstetteng. 4 II., Tempel- I gasse 3 J II., Malzg. 16 | III., Untere Viaduktg. 13 | V., Marga- J j rethenstr. 73 | j VI., Schmalzj ' hofgasse 3 1 VIII., Neu- | deggerg. 12 J IX. , Müllnerf gasse 21 1 X, Humboldtl gassse 27 ( XI, Braunhubergasse 7 XIII., Pen- | zingerstr. 132 | XV. , Turner- / gasse ^2 | XVI. , Huber- I gasse 8 \ XVIIL, Schopenhauer < strasse 39 ( XIX Dolliner- J gasse 3 \ XX. , Klucky- | gasse 13 \ XXI, Holz- | meisterg. 12 \ Schüler kategorie Tag Stunde Volks-, Bürger-, Lyzealu. fiyronasialscliü erinnen 28. Nov. 11h 20 m Volksu Bürgerschüler 2. Dez. 8h frh. Mittelschüler 1. » 3 h nch. VolksschOlerinneo 28. Nov. Ilh20m Bürger u. Lyzealschülerinnen 3h nch. Mittelschüler 1. Dez. 3 h nch. Volksii Bürgerschüler 2. „ 8 h frh. Volksschü erinnen 28. Nov. 2h ncb. Volksu. Bürgerschüler 2. Dez. 8 h frh. Volksu. Bürgerschü erinnen 28. Nov. 11h 20 m Mittelschüler und Lyzealschülerinnen 1. Dez. 3 h nch. Vo ksu. Bürgerschü’er 2. „ 8 h frh. Volksu. Bürgerschulerinnen Vo ks-, Bürger- und Mitie!- 28. Nov. 2. Dez. 3h 30 rn nch. 8 h frh. schüler Vrlksu. Bürgerschülerinn:n 28. Nov. LI h 20 m Mittelschüler und Lyzeal- 1. Dez. 3 h nch. Schülerinnen Volks- und Bflrgerschüler 2. „ 8 h frh. Mittelschüler und Lyzealschülerinnen 1. , 3 h nch. Volks-, Bürgerschüler und Schülerinnen 2- „ 8 h frh. Volksii. Bügerschülerinnen 28. Nov. llh 20 m Mittelschüler u.Lyzealschülerinnen 1. Dez. 3 h nch. Volks- und. Bürgerschül r Volks-, BDrgerschOter und 2. „ 2. „ 8h frh. 8 h frh. Schüler nneo and Mittelschüler dto. 2. „ 7,6 h abends Volks-, BOrgerschQ'er und Schülerinnen Mittelschüler u.Lyzealsch'lerinnen 28. Nov. 3h nch. 2. Dez. 8 h frh. Volks-, Bürgerschüler und Sch lerinnen o. Mittelschüler 2. „ 8 h frh. Volksn. Bürgerschülerinnen 28. Nov. 3h 15 m Volks-, Bürgeru. Mittelschüler 2. Dez. 8 h frh. Volks-, Bürgerschüler und Schülerinnen, Mittelschüler und 3. ,, 8 h frh. Lyzealschüleri nen Mittelschüler 1. „ 3 h nch. Volks-, Bürgerschüler und Schülerinnen 2. „ 8 h frh. Volks- und Bürgerschül rinnen 28. Nov. Ilh20 m Mittelschüler 1. Dez. 3 h nch. Volksu d Bürgerschüler 2. ,, 8h frh. Volks-, Bürgerschüler und Schülerinnen und Mittelschüler 2. * 4h nch. Aus Anlass des sechzigjährigen Eegierungs-Jubiläums Sr."] des Kaisers Franz Joseph I. findet Hlttwocü den 2. Dezember 1908 ein feierlicher Gottesdienst in den Bethäusern der israelitischen Kultusgemeinde statt, und zwar in den Tempeln: I., Seitenstettengasse 4 um iJil2 Uhr vormittags, II., Tempelgasse 3 um 10 Uhr vormittags, XV., Turnergasse 22 (Fünfhaus) um 10 Uhr vormittags, XVI., Hubergasse 8 (Ottakring) um 8 Uhr früh, XVIII., Schopenhauerstrasse 39 (Währing) um 10 Uhr vormittags, XXI., Schindlerg. 12 (Floridsdorf) um 4 Uhr nachmittags. Ein der deutschen und böhmischen Sprache vollkommen mächtiger Kommis aus der Spezereibrauche wird iür das flache Land sofort aufgenommen, bei Wilhelm Haas Söhne, Osoctiman bei Bisenz, Mähren. / D87C 58