Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 47 (10.11.1908)
- Date
- 1908-11-10
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021764-3021812--17839-3042735- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 47 Dr. Llocd's Mocbenscbrirr Seite 431 die Erinnerung an dieses seltene Jubiläum festzuhalten für alle Zeiten, hat den Unterzeichneten Verein gemeinsam mit den gefertigten israelitischen Frauen-Wohltätigkeits-Vereinen zu dem Entschlüsse gebracht, ein Werk zu vollsühren, das wie kein anderes den Intentionen des erlauchten Jubelkaisers voll entspricht. Ein Haus der Barmherzigkeit soll erstehen für die Aermsten aller Armen, ein Zufluchtsort für jene Unglücklichen, denen im zartesten Alter ein grausames Geschick das Beste, die Eltern, geraubt hat. In dem freundlichen Kurorte Baden bei Wien soll ein Waisenhaus erbaut werden, in welchem nach Maßgabe der einlaufenden Spenden elternlose jüdische Kinder aus: Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol und Vorarlberg, Küstenland, Dalmatien, Bosnien und Herzegowina liebevolle Ausnahme finden und in welchem fie zu brauchbaren Menschen, zu treuen Staatsbürgern erzogen werden sollen. Braucht es da vieler Worte, um jeden guten Menschen zur Mithilfe zu veranlassen? Wen noch die Tränen eines verwaisten Kindes rühren können, wem noch der Jubelruf eines geretteten Unglücklichen der schönste Dankeslohn bedeutet, an den richten wir — wohl nicht vergebens — hiemit die tiefinnigste Bitte, unser Vorhaben durch hochherzige Spenden oder durch Beitritt zu unserem Vereine als „Gründer", „Stifter" oder „Mitglied" kräftigst zu fördern. Gründer wird jedermann, der mindestens 1000 Kronen, Stifter derjenige, der mindestens 500 Kronen spendet. Allfällige Spenden können auf das Postsparkassen-Konto des Vereines Nr. 21753 eingezahlt werden. Die Spenden werden öffentlich ausgewiefen. Spenden, sowie Beitrittserklärungen mit dem Vermerk: „Für den Jubiläums-Hilfsverein in den österreichischen Alpen- und Karstländern" nehmen an: Die israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereine in Amstetten, Baden, Graz, Korneuburg, Neunkirchen, Wiener-Neustadt, St. Pölten, Salzburg, Triest, Waidhofen a. d. Thaya; ferner die israelitischen Kultusgemeinden in Wien, Amstetten, Baden, Horn, Korneuburg, Krems, Mistelbach, Mödling, Neunkirchen, Ober-Hollabrunn, St. Pölten, Tulln, Waidhofen a. d. Thaya, Wiener-Neustadt, Groß-Enzersdorf, Linz, Steyr, Graz, Hohenems, Innsbruck, Meran, Salzburg, Ragufa, Spalato, Triest, Görz, Klagenfurt, Laibach, Serajewo, Banjaluka, Dolja-Tuzla, Bjelina, Wisegrad und Zenica. Jubiläums-Hilfsverein für Waisen in den österreichischen Alpen- und Karstländern. vermisebtes. Wien. Unmittelbar vor Schluß des Blattes erhalten wir nachstehende Zuschrift: Die „Monatsschrift der österr.-israelit. Union" enthält in der heute ausgegebenen November-Nummer eine von mir angeblich dem Präsidium dieses Vereines abgegebene Erklärung, betreffend die Slufstellnng eines Programmes für die Kultusvorstandswahlen. Ich erkläre hiemit ans das Bestimmteste, daß die von der „Union" publizierte Darstellung vollständig unwahr ist. Die bei der stattgehabten Unterredung anwesenden Herren Doktor Winternitz, Gottlieb Bettelheim. Dr. K. Kraus, kais. Rat Lichten st adt haben den Herren Vorstehern der ..Union" bestätigt, daß die vom „Nnion"-Sekretär Herrn Siegftied Fleischer, welcher bei der fraglichen Unterredung gar nicht anwesend war, verbreitete Darstellung vollständig unrichtig ist. Ich werde Anlaß nehmen, dem Kultnsvorstand, dem ich für alle meine Aktionen verantwortlich bi«, in einer der nächsten Plenarsitzungen den vollen Sachverhalt, so wie er sich zutrug, wahrheitsgemäß darzulegen. ^r. Alfred Stern. Maler Isidor Kaufmann. Der bekannte akademische Maler Jfidor Kaufmann begeht am 39. d. M. mit seiner Gattin Juliette, geb. Bauer, das Fest der silberne« Hochzeit. Spendenliste. Bethausspenden im Leopoldstädter Tempel: Josef Fuchs K 20.—. Bernhard Großner 50.—, Dr. Hermann Löwi 250.—, Dr. Josef Winternitz 200.-, Josef B. Böhm 100.—, Jakob Ripper 250.—, Ludwig Herschmann 300.—, Michael Glogan 100.—, Salomon Herzl 225.—, Friedrich Karbach 200.—. Wilhelm Herzog 60.—, Rabbiner Dr. T avid 30.—, Salomon Stein 200.—, Zacharias Korner 120.—, Julius Herzog 300.—, Karl Lemberger 400.—, Rudolf Kohn 400.—. Rabbiner Dr. Schmied! 50.—, Friedrich Fauto 700.—, Ludwig Herzfeld 200.—, Jakob Kann 500.—, kais. Rat Wilhelm Pollak 390.—, Julius Figdor 400.—. Berthold Kuschnitzky 250.—, Bernhard Weiß 120.—, Hermann Spiegln 50.—, Wilhelm Rosenberg 10.—, Franz Katz 40.—, Theodor Eißler 220.—, Bernhard Grünfeld 150.—, Alois Theumann 150.— , Rektor Dr. Schwarz 20.—, Heinrich Pollak 60.—, Leopold Bunzlau 40.—, Josef Flesch 100.-, Seligmann Kohn 5.—, Hugo Popper 60.—, Max Wiener 10.—, I. Weiß 10.—, Siegmund Löwy a0.—, Leovold Piowatti 300.—, General-Stabsarzt Dr. I. Zuckermann 20.—, Oberstleutnant W. Hufferl 10.—, Moritz Deutsch 80.—, Simon Memzeles 75.—, Josef Kowanitz 100.—. Regierungsrat Dr. Jul. Schlag 60.—, Moritz Ornstein 201.—, Micjae! Neurath 60.-, Gustav Planer 40.—, Julius Blum 20.—, Daniel Wiener 20.—, Rubin Nathansohn 10.—, Moritz Kann 30.—, Dr. Emil Adler 10 —. Baurat Wilhelm Stiaßny 40.—, Dr. Elias Münz 125.—. Summe L 7960.-. Bethausspenden im Gemeindetempel Ottakring: Moritz Edler von 5kuffner 600.—, Adolf Kohn 47.—, Samuel Fischer 60.—, Dr. G. Tritsch 160.—, Moritz Pick 30.—. N. Königstein 45.—, Dr. Weiner 40.—, Rudolf Pollatschek 70.—, H. Deutsch 23.—, Litschitz jun. 40.—, Dr Wölfler »«'.—, Adolf Schneider 12.— , Diamant 20.—» Jonas Weiß 20.—, Lazar Leipen 22.—, Weis Sen. 20.—, Adolf Schneider 30.—, Arthur Unterberg 25.—, Adolf Hahn 55.—. Stern sen. 55.—, Siegfried Stein HO.—, Adolf Sachsl 70—, B. H. Löwy 19.—, N. Schneider 8.—, N. Hitzky 6.—, in Summa K 1677.—. Wien (Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag den 26. November 1908, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und . Architektenvereines. I., Eschenbachgaffe 9 , ein Bortrag des Herrn Morris R o s e n f e l d statt. Thema : „Rezitation eigener Dichtungen." Eintritt frei, nach Maßgabe des Raumes. Wien. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus, Wien, II., Castellezgasse 1, veranstaltet Samstag den 21. November 1908, halb 8 Uhr abends, im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I, Efcheubachgaffe 11. einen Vortrag des Schriftstellers Herrn Heinrich Jork-Steiner über Arthur Schnitzlers Roman „Der Weg ins Freie". Gaste willkommen! Vor dem Vortrag wird der Delegierte des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus in Berlin Schriftsteller Herr Otto Strauß aus Frankfurt a. M. über einen Anschluß beider Vereine referieren. Beth-Hamidrasch „Talmud-Thora" Wie». II., Malzgaffe 16. Mit Beginn des Winter-Semesters werden außer den allabendlichen Vorträgen, auch solche für junge Leute — die meist dem Kaufmannsstande angehören, auch andere intelligente Zuhörer schließen sich an — jeden Sonntag von 11 — 12, Dienstag von halb 9 bis halb 10 Uhr abends und Samstag von 11—12, von Herrn Vereinsrabbiner Schenk abgehalten und rege frequentiert. Ein besonderes Verdienst hierbei gebührt dem Bethaus- und VereinSobmann Herrn Simon B u ch w a l d, der sich zur Aufgabe gestellt hat, unsere erwachsene Jugend unserer hl. Thora zuzuführen. Seiner Initiative find auch die „Jüdisch-literarischen Freitag- Abende" zu danken, von denen als Versuch bereits zwei abgehalten wurden und eine überaus günstige Aufnahme gesunden haben. Dieselben finden von halb 8 bis h a l b 9 am obigen Betb-Hamidrafch statt. Anl ersten Freitag-Abend sprach Herr Rabbiner L. Goldstein über Rabbi Lipman Heller, den Verfasser des Mifchna-KommentarS ..Toffafot Jomtow". Das Lebensbild dieses großen Gelehrten wurde trefflich entworfen und gefiel sehr. — Am vergangene» Freitag sprach Prof. Mor. Antscherl über die Sabbatfeier im altjüdische» Hause und über die geistige Würze der Sabbatmahlzeiten, die herrlichen hebräischen „Semirot". Daran knüpfend las und erläuterte der Vortragende neuhebräische Gedichte aus Rabbiner Dr. I. I. UngerS »Higgajon b'chinnor", die eine begeisterte Aufnahme fanden. Dem verdienstvollen großen Gelehrten, und Dichter, der in seiner großen Gemeinde zu Iglau als Seelsorger schon durch fast ein halbes Jahrhundert segensreich wirkt, wurde — in seiner Abwesenheit — vom großen jugendlichen Wiener Auditorium und den „Alten" eine begeisterte Ovation gebracht.