Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-11-13 · 46 (13.11.1908) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
46 (13.11.1908)
Date
1908-11-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021764-3021811--17818-3042713
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 46 Dr. Mocd's MocdenscdrM. Seite 811 Und Gustav sagte darauf: Amen! Abends ward die Verlobung abgehalten, und zwar im engen Familienkreise. Nur Dr. Schwarz als Gemeindepräses und Nachbar samt Frau und Tochter waren geladen. Während des Mahles erhob sich Dr. Schwarz, um auf das Wohl der Verlobten sein Glas zu leeren, und sagte unter anderem: „Was Gott tut, ist wohlgetan. Ich leugne es nicht, selbst in diesem Kreise nicht, daß es mein sehnlichster Wunsch gewesen wäre, Dr. Seemann als unfern Rabbiner zu sehen; aber Gott hat es anders gefügt und — gut gefügt. Umsomehr freut es mich, ihn dennoch als den Unsrigen begrüßen zu können. Er hat es verstanden, sich wenn auch nicht zum Rabbiner, so doch — zum Schwiegersohn der Gemeinde zu machen, denn Jlka gehört uns, sie ist die Tochter der Gemeinde, die für ihre standesgemäße Ausstattung sorgen wird. Der Schwiegersohn und die Tochter der Gemeinde, sie leben hoch!" „Bcla", sprach dann Frau Schwarz flüsternd zu ihrem Manne. „Siehe einmal dieses junge, glückliche Paar und schau auf unsere bleiche Tochter, die in stillem Gramme sich verzehrt. Sie ist ja unser einziges Kind!" „Liebes Kind! Du weißt, ich mag keinen Rabbiner zum Schwiegersöhne". „Papa", sagte Risa, die die geflüsterten Worte gehört hatte, „lieber Papa! Sei nicht hart! laß mich nicht unglücklich sein mein Lebenlang!" Und dabei lehnte sie sich weinend an seine Schulter. Dr. Schwarz, mächtig ergriffen, sagte laut: „Nun denn, in Gottes Namen! — wenn er dich mag". Hochbeglückt sprang Gustav auf und küßte ihm die Hand. „Maseltow, Maseltow!" riefen alle freudig bewegt. „Aber, meine Kinder, ich bringe ein großes Opfer. Morgen in aller Früh höre ich auf, Präses der Gemeinde zu sein". Ende. Briefkasten. G. St. Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Rö'ckon bei Lützen geboren. Er erkrankte das erstemal schwerer im Jahre 1876 und mußte den Winter bis 1877 in Sorrent verbringen. Im Jahre 1879, als er ordentlicher Professor der klassischen P. ilologie an der Universität in Basel war, befiel ihn ein schweres Augenleiden, das mit Ueberreizung des Gehirns verbunden war; Nietzsche führte dann ein Wanderleben nnd wohnte abwechselnd in der Schweiz, in Turin, Genua. Nizza, Venedig, aber auch in Leipzig und Naumburg. Im Jahre 1889 wurde er infolge übermäßigen Gebrauches von Schlafmitteln geisteskrank, wurde zuerst in eine Heilanstalt nach Jena gebracht und dann zu seiner Mutter nach Naumburg. Frau Elisabeth Nietzsche-Förster hat nach seinem Tode viele interessante Daten und Briefe veröffentlicht. Fred 84. Der 18. Cheschwan 5637 war am 5. November 1876 (nicht 1872), der 6. Tischri 5832 war am 21. September 1871 (nicht 1867). Das Jahr 5639 war kein Schaltjahr, somit hat es in jenem Jahre einen 2. Adar nicht gegeben. „Selbsthilfe", B. Wir empfehlen Ihnen zur Erledigung der erwähnten Eveangelegenheit an den Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Marcell Hoffmann in Wien, I., Salztorgasse 1, sich zu wenden. Die gewünschten weiteren Adressen sind: Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, I., Werdertorgasse 17; Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, XVIII., Edelhofgasse 36 und Hofrat Dr. Max Burkhardt, IX., Porzellangaffe 48. „Statistiker." Auf dem internationalen Tuberkulosekongreß in Washington har kürzlich Dr. Maurice Fisbberg (New-Aork) einen höchst interessanten Vortrag über die „Tuberkulose bei den Juden" gehalten. Er weist auf die erstaunliche Tatsache hin, daß trotz schlechtesten Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen, die bekanntlich unter der ärmeren Klaffen der Juden vorherrschen, statt einer größeren eine viel geringere Sterblichkeit der Juden an Tuberkulose nachzuweisen ist. Es sterben jährlich an Tuberkulose pro 10.000 Seelen: Juden Christen Berlin 9-81 2166 Wien 17-9 36-7 Budapest 21-93 46-01 Krakau 20-49 66-41 Lemberg 3«--64 63 51 Rumänien 25-6 38-7 London 13-3 17-9 New-Aork 17-24 2394 A. H. L. Auf Ihren Wunsch teilen wir Ihnen gerne mit, daß der Nachruf über Dr. Dobschütz s. A. in der letzten Nummer aus der Feder unseres sehr geschätzten Mitarbeiters Herrn Dr. Max G r u nw a l d stammt. In der Rede des Vorstehers Herrn Emanuel Spitzer ist durch Versehen ein sinnstörender Fehler entstanden. Es soll richtig heißen: ... und will versuchen, im Namen Deiner trauernden, verwaisten Gemeinde, der Du ein halbes Mewchenalter ein treuer Hirt gewesen, Worte des Abschiedes, Worte des Dankes zu sprechen. Es ist uns leider nicht vergönnt gewesen, Dir auf heimatlichem Boden... K. Jesus sprach, wie allgemein angenommen wird, aramäisch, also eine semitische Mundart. Damit ist ja die Frage, ob er ein Arier war, im Grunde erledigt. Ließe sich Nachweisen daß er griechisch gesprochen habe, so wäre er freilich ein Arier, aber eben nur in dem einzig exakten, sprachwiffenschastlichen Sinn. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die znr Enthebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zn wollen. Die Administration. Danksagung. Für die mir so wohltuenden Beweise inniger Anteilnahme anlässlich des schmerzlichen, unersetzlichen Verlustes meines teueren Mannes sage ich allen lieben Freunden und Bekannten, insbesondere aber Herrn I. Vizepräsidenten Dr. Gustav Lohn, der Chewra-Kadiscba Wien, dem Vorstande der Gemeinde Skotsehau und den Herren Bahbinen, die mir durch ihre schönen Worte Trost zusprachen, auf diesem Wege meinen herzlichstes nnd aufrichtigsten Dank. Skotsehau (Oesterr.- Schlesien). Frau Dr. L. Dobschütz Babbinerswitwe. Jüdische Tcynbee-Halle, Wien, XX , Othmargasse 46. Beginn der Vorträge: An Wochentagen Uhr, an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für ieden Erwachsenen. für die Zeit vom 14. bis 22. November 1908. Samstag, 14.: Konzert. Arrangement: Frau Elsa Freund—Funk. Sonntag, 15.: „Weltschiffahrt und Seewesen“ Schriftsteller Jacques Jäger. Montag, 16.: „Bilder aus der Volkswirtschaft“ Dr. H. Reiss. Dienstag, 17: Elternabend. Lehrer Rafael Lßw. Mittwoch, 18: „Ein jüdischer Geistesheld vor 800 Jahren“ Prof. M. Antscherl. Donnerstag, 19.: Thema vor den alten. Umv.-Professor Dr. Jos. Pollak. Freitag, 20.: Bibelvortrag Lehrer Leopold Weiss. Samstag, 21.: Orchester-Konzert. Dirigent Adolphe Winter.! Durch besondere Umstände veranlasste Aenderungen Vorbehalten. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen hei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. J Samuely, Wien, I. Bezirk, Fischerstiege 6, gelangen lassen. In meinem Verlage erschien: Die Inden in Kadylonie« 200-500 von Rabbiner Dr. S. Funk (Boskowitz). Zwei Teile. — Mit einer Karte von Babel. Preis: brosch. Mk. 6.—, gebunden Mk. 7.—. „Durch das ganze Buch geht der ehrlich begeisterte Ton eines gründlichen Kenners talmudischer Tradition, der sich selbst mit Recht als Träger und Jünger der uralten Lehre fühlt. Bei der vollständig schiefen und entstellten Art. in der Talmud und Gesetz bei den nichtjüdiichen Gelehrten unserer Zeit in ihren historischen Werken zur Darstellung gelangen, muß Funks ebenso gelehrtes wie geschmackvolles Buch herzlich vegrüßt werden." (Aus „Israelit") M. Moppetaner, Snchhandlnng» Kerli«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.