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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-11-13 · 46 (13.11.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
46 (13.11.1908)
Date
1908-11-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46 Br. Llocb's Mocbensevrm, Seite 809 Mt Spiro Frieda. Private, geb. 17. Dezember 1884, Krumau (Böhmen), 1., Schottenring 3. Valkuny Rudolf Paul, Privatbeamter, geb. 22. Febrnar 1881, Wien. IX., Wasagasse 52. Weinmann Bernhard, Vertreter, geb. 14. August 1876, Mödling, 111., Löwengasse 29. Zitter Dinora, Private, geb. 12. März 1876, Wien, III.. Fasangasse 49. Uebertritt zur katholischen Kirche. Die Klerikalen „Neuen Tiroler Stimmen" schreiben: In der äbtlichen Kapelle der Stiftskirche Wilten bei Innsbruck wurde am Samstag Fräulein Ernestine Marie Sabl. Private, gebürtig in B i s e n z in Mähren, mosaischer Konfession, durch die heilige Taufe in die katholische Kirche ausgenommen. Die Spendung des heiligen Sakramentes vollzog Herr Bernhard Linser, Stadtpfarrkooperator in Wilten, welcher der Konvertitin auch den Religionsunterricht erteilt hatte. Baden. Herr Sigmund Rausnitz, der hochverdiente Vizepräsident der israelitischen'Kultusgemeinde und Vorsteher der Cbewra- Kadischa Baden hat einen schweren und unersetzlichen Verlust erlitten; seine edle und wahrhaft fromme Gattin, Frau Jenny Ransnitz, ist Montag den 9. d. M. nach kurzem schweren Leiden gestorben. I i der Verblichenen, welche die Tochter des bekannten und gelehrten Rabbiners Josef Landesmann s. A. war, verliert nicht nur der Gatte und die nächsten Anverwandten die treueste Stütze und schönste Zierde des Hauses, sondern auch die Armen ohne Unterschied der Kon fession betrauern in ihr die humanste und edelgesinnteste Wohltäterin und Almosenspenderin. In ihrem Hotel hat kein Armer vergeblich um Speise gebeten und ist diese Bitte stets mit einer extra geheimen Geldgabe erfüllt worden. Ihr Leben war von gesegnetem Wirken ausgefüllt und wird ihr Andenken in der Gemeinde Baden unvergeßlich bleiben. Prag. Am 2. November verschied hier die wegen ihrer fast sprichwörtlich gewordenen Wohltätigkeit hochgeschätzte Frau Charlotte Angel, Witwe nach dem bekannten Menschenfreunde, Herrn Angel. Sie war nicht nur durch eine Reihe von Jahren Vorsitzende des israelitischen Frauenvereines „Noschim ZidkoniaS", sondern auch teils Mitglied, teils Vorstandsmitglied der meisten hiesigen jüdischen Wohltätigkeitsvereine. Die Beliebtheit, deren sich die Verewigte in allen Kreisen erfreute, fand ihren Ausdruck in der großartigen Beteiligung bei der Donnerstag am 5. stattgefundenen Beerdigung. Nicht nur alle Rabbiner und Kantoren, sondern auch Vertreter der Gemeinde und der jüdischen Vereine und eine nach Tausenden zählende tief bewegte Menschenmenge begleiteten die edle Frau zu ihrer letzten Ruhestätte. Im Badhofe trug Oberkantor Herr Leo Mirsky unter Assistenz des Tempelchores die üblichen Trauerpsalmen vor, worauf der Rabiner Herr Dr. Schwarz in ergreifender Rede ein Lebensbild der Entschlafenen entrollte. Auf dem Friedhofe hielten der Oberrabbiner Herr Dr. Ehrenfeld, ferner Herr Dr. D u s ch e n e s namens des israelitischen Nächstenliebevereines und Herr David Lieben namens der Beerdigungsbrüderschaft warmempfundene Nachrufe. Ehre ihrem Andenken! Pohrlitz. (Orig.-Korr.) Bei der am 10. November 1908 stattgehabten Neuwahl des Kultusausschuffes wurden nachstehende Herren gewählt. Zu Mitgliedern des Kultusausschusses die Herren: Hermann Schnabl Lazar Haas, Wilhelm Bader, Carl Seidl, Heinrich Bauer. Jakob Wollner, Moriz M. Schnabl, David Donnebaum, Max Haas, Ludwig Schnabl. Sigmund Nassau» Moriz Spitz. Als Ersatzmänner die Herren: Dr. Gustav Pick. Dr. Adolf Dux, Elias Wollner, Salomon Spitz, Heinrich Pollak, David Schild. Als Vertrauensmänner des verstärkten Kullusausschusses wurden gewählt die Herren: Moriz S. Schnabl, Julius Adler, Josef Goldschmied, Moriz Ellinger. Moriz Weiner, Moriz Wollner, Max Maunaberg. Eduard Mayer, Jakob Zweig, Gabriel Frankl, Sigmund Langer, Bernhard Haas. H. A. Brüx. (Trauung.) Sonntag den 15. November l. I. um 1 Uhr nachmittags findet im hiesigen israelitischen Tempel die Trauung des Fräulein I d a Black, Tochter des Herrn kais. Rates Ludwig Black, mit Herrn Emil K oh n, Revident der Buschtiehrader Eisenbahn, statt. Wohltätigkeitsakt. Der Brünner Hausbesitzer Joachim Jellinek hat anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiiäums des Kaisers für Arme israelitischer Konfession in Damborzitz eine Stiftung errichtet und hierfür ein Kapital von rund 50.000 Kronen gewidmet. Die Stiftung tritt nach dem Ableben des Stifters in Kraft. Der Vorstand der Kultusgemeinde in Damborzitz hat beschloffen, Herrn Joachim Jellinek für dessen hochherzige Widmung den Dank auszusprechen, und eine Abordnung des Kultusvorstandes hat bereits dem Stifter das Dankschreiben überreicht. Budweis. (Silberne Hochzeitsfeier.) Am ' 30. v. M. beging der Vorsteher der Budweiser israelitischen Kultusgemeinde, Rechtsanwalt Herr JUDr. I. K o h n, mit seiner Gattin Frau Julie Kohn die Feier der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse wurde dem Jubel-Ehepaare seitens der Kultusgemeinde durch eine viergliederige Deputation, mit dem Vorsteherstellvertreter k. u. k. Hoflieferanten Herrn Ludwig Lederer an der Spitze, eine von sämtlichen Vorstandsmitgliedern und den Mitgliedern der Repräsentanz gefertigte, künstlerisch in Aquarellmanier ausgeführte Adresse mit einer entsprechenden Ansprache überreicht. Die Adresse selbst ruhte in einer aus havannabraunem Ecraffo-Kalbleder gefertigten Enveloppe, welche mit galvanoplastischem Beschlag und reicher Handvergoldung in modernem Stil versehen war. — Außer dieser Ehrung kamen dem Jubel-Ehepaar als Ausdruck der allseits genießenden Verehrung zahlreiche Beglückwünschungen zu. Budapest. (Berufung jüdischer Richter an die königliche Kurie) Bei den am 10. d. M. stattgefundenen Richterbeförderungen wurden drei jüdische Richter an die königliche Kurie berufen. Es find dies Ignaz Neuberger und Hugo Beck, die zu Senatspräfidenten, und Dr. Ignaz D e v a i, der zum Richter an der Kurie ernannt wurde. Feuilleton. Eine Kabbmerrvahl. Ein Kulturbild der Gegenwart von Dr. Armin Schnitzer, Oberrabbiner in Komarom. XIV. Kapitel. Weber arbeitete an seiner Rede, die er am „Sabbath des Trostes", d. i., der Sabbath nach dem 9. Ab, dem Jahrestage der Zerstörung des zweiten Tempels, hielt. Da trat Risa Schwarz in sein Arbeitszimmer. „Entschuldige, lieber Gustav, daß ich dich störe: aber ich muß dir sagen, was mich beängstigt. Von dem Erfolg dieser Rede hängt unser Glück ab. Ich zweifle nicht daran, daß dieselbe gedankenreich, stilgerecht entworfen und gut vorgetragen sein wird; was mich besorgt macht, ist, daß du deinen Konservatismus allzusehr herauskehren wirst. Ich bitte dich, stoße den Vater nicht vor den Kopf, du weißt, daß mir im besten Falle noch ein harter Kampf bevorsteht." „Du kannst ruhig sein, meine Risa! Ich werde nicht schroff sein, werde mich aber nicht verleugnen. Unser Geschick ruht in Gottes Hand. Er wird unsere Sache zum Guten lenken. Der „Sabbath des Trostes" war gekommen und mit gespannter Erwartung sah die Gemeinde dem Vortrage Webers entgegen. Wohl hatten sie ihn an der Bahre seines Vaters gehört, aber das waren nur tränenerstickte Worte, war ein Auffchrei des schmerzerfüllten Herzens gewesen und der Schmerz hält keine Reden. Nun aber sollte er auf den Plan treten, um den Wettkampf mit seinen Vorgängern autzMehmen, und sollte nun zeigen, was er in der stillen Werkstatt des Geistes in sich ausgenommen hat. Er betrat die Kanzel ohne jedwede Pose, ohne Furcht, selbstbewußt und doch bescheiden. Sein Organ war ein angenehmes, modulationsfähiges. Er begann mit dem Prophetenworte der Haftara: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht Euer Gott." Er entwarf ein Bild der traurigen Zustände in Jerusalem. „Was Zions Veste zu Falle brachte", sagte er, „was Juda's Volk in die Gefangenschaft getrieb.n, war nichts anderes als der Zerfall und der Parteikampf i n n e r h a l b der Mauerns Jerusalems. „Von außen wütete das Schwert des Feindes und von innen die Furcht (V. Buch Mos. XXXII, 25) die Furcht vor den eigenen gegnerischen Parteien, die ihre beste Kraft im Bruderkampfe vergeudeten." i i j. a

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