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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-10-16 · 42 (16.10.1908) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
42 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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N? 42 f^Seir« 740 Dr. LLocd'S erhebenden Anlaß, wie bisher, ihrer Tradition eingedenk in Liebe und Treue und glühender Begeisterung zu Thron und Reich zu halten. Der Allmächtige erhalte Euere Majestät noch ungezählte Jahre in ungeschwächter Kraft und Gesundheit und Gottes reichster Segen begleite den gnadenvollen Herrscherakt zum Heile dieser Länder." Nach dieser Festsitzung begab - sich eine achtgliederige Deputation des Vorstandes zu Seiner Exzellenz dem Landeschef und kommandierenden General FML. Edlen von W i n z o r, wo Ehrwürden Rabbiner Doktor W e s z e l eine der Feier entsprechende Ansprache hielt, auf welche Seine Exzellenz erwiderte. Samstag 10 Uhr vormittags fand im israelitischen österr.- ung. Kultustempel ein feierlicher Dankgottesdienst anläßlich der Annexion Bosniens und der Herzegowina statt. In einer schwungvollen Festrede hob Rabbiner Doktor Weszel die Bedeutung des vollzogenen Staatsaktes hervor und schloß seine Rede, indem er Gottes Segen auf Se. Majestät den Kaiser und König und das Haus Habsburg herabflehte. Die Synagoge war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Se. Exzellenz der Landeschef und kommandierende General FML. von.W i n z o r in Begleitung seines Personaladjutanten Oberlieutenant Klar, Ziviladlatus Baron Benko, die Sektionschefs Hörmann, Passini und von Sch ek, Generalmajor Kromer, Regierungsrat Dr. Kohner, Platzkommandant Oberstleutnant Beneevie und viele andere Vertreter der Militär- und Zivilbehörden wohnten der Feier bei. Rumänien und der Berliner Vertrag. „Daily Graphic" in London schreibt: „ . Außerdem sollte Grey bedenken, daß, wenn andere als die vom bosnischen und bulgarischen Streit unmittelbar berührten Fragen dem Kongreß unterbreitet werden, es ungerecht sein wird, die Beratung über die anderen Rechtsverletzungen des Berliner Vertrages auszuschließen, wie beispielsweise die skandalöse Herausforderung des Artikels 44 durch Rumänien seit 30 Jahren. Heute ist der einzige Fleck, im nahen Osten, wo die befreienden Bestimmungen des Berliner Vertrages nicht beobachtet sind, Rumänien, mit dem Resultat, daß, während die Bevölkerungen aller anderen Staaten, die Türkei inbegriffen, frei sind, die Juden Rumäniens, einige 250.000 Köpfe, noch immer unter grausamer und barbarischer Bedrückung leiden. Soll diese Frage dem Kongreß unterbreitet werden, und wenn nicht, warum nicht? Europas Ehre hat ein größeres Interesse, darauf zu sehen, daß Rumänien die religiöse Freiheit, zu der es sich 1880 gegen sehr substantiellen Gegenwert verpflichtete, praktisch durchführe, als darauf, Verletzungen des Vertrages hinzunehmen, für die nichts spricht als eine gewisse großzügige Kleptomanie." Eingeseudet. Geehrter Herr Redakteur! Im Anschluß an einen in der vorletzten Nummer der „Oesterr. Wochenschrift" erschienenen, sehr interessanten Bericht über das Altersversorgungs- und Siechenhaus der Wiener Kultusgemeinde sei eine kurze Bemerkung gestattet. In einer Zeit, in der man durch eine uneigennützige, aufopferungsvolle Tätigkeit im öffentlichen und speziell im öffentlichen jüdischen Leben zur Zielscheibe persönlicher Anrempelungen wird, ist es Pflicht aller, die diese Wechselwirkung für noch anderes als unlogisch halten, den Beweis dankbarer Anerkennung jenen Männern nicht vorzuenthalten, die in rastloser Arbeit für die arme jüdische Bevölkerung segensreich wirken. Deshalb soll, wenn vom Versorgungshaus die Rede ist, auch des Mannes gedacht werden, dessen tatkräftiger Initiative und umsichtiger Fürsorge die beiden Greisenasyle so manche Verbesserung und Neuschöpfung verdanken. Es ist der Vertreter der Kultusgemeinde, Herr Hosrat Dr. Rappaport,der als Referent für diese beiden Gemeindeinstitntionen seine ganze Kraft in den Dienst der guten Sache gestellt hat. Es ist der in Mocbensebrm. der letzten Zeit soviel verlästerte Dr. Rappaport, der auch als Obmann des Vereines „Osten" soviel Ersprießliches, besonders für die östlichen Juden leistet, derselbe Dr. Rappaport. dem jetzt zum Dank dafür eine geistreiche Journalistik des Epitheton eines „Kirchenvaters" verliehen hat, was im Dreschflegeljargon soviel heißen soll: Dr. Rappaport ist der Vater eines zu einer christlichen Kirche übergetretenen Kindes. Nun ist aber der Witz schon deshalb schal, weil ihm jede Basis fehlt und das sei hier ausdrücklich konstatiert: Kein Kind des Dr. Rappaport ist getauft und keines ist aus dem Judentum ausgetreten, wovon sich jeder, der guten Willens ist, beim Wiener Magistrat und im Matrikenamt der Kultusgemeinde überzeugen kann. X Y. Ehrung eines jüdischen Kommunallehrers. Der Lehrkörper der städtischen Knabenschule, II., Kleine Sperlgasse' 2, veranstaltete am 9. Oktober d. I., 11 Uhr vormittags, im Turnsaale der Anstalt anläßlich des siebzigsten Wiegenfestes seines Kollegen, Herrn Samuel P o l l a k, eine interne Schulfeier, die in ihrem Verlaufe zeigte, welch hoher, allgemeiner Wertschätzung sich der Jubilar allseits erfreut. Wiewohl die Feier nur als intime, interne Ovation des Lehrkörpers für den Jubilar gedacht war und keinerlei Einladungen erfolgten, fanden sich trotzdem Vertreter der Schulbehörden und Korporationen, sowie zahlreiche Kollegen und Freunde des Jubilars ein. So erschienen der k. k. Bezirksschulinspektor Professor Karl Schwalm, Schulinspektor Professor Kanitz, der Obmann des Ortsschulrates Gemeinderat Ferdinand Klebinder, Ortsschulrat Josef Fuchs, der Vizepräsident der israel. Kultusgemeinde Dr. Alfred Berger mit den beiden Sekretären kaiserlichen Rat Dr. Lieben und Dr. Adler, der Obmann des Vereines „Palme" Dr. Langfelder, der Obmann des Lehrervereines im II. Bezirk, Lehrer Hermann Ascher, die Bürgerschuldirektoren Schwenk und Holzer, Oberlehrer Weber u. a. m. Die Feier nahm folgenden Verlauf: Nachdem Herr Oberlehrer Kappelmacher die Festgäste herzlich begrüßt und für deren Erscheinen gedankt hatte, begründete er die Veranlassung des Festes. Mit tiefempfundenen, bewegten Worten würdigte er sodann das segensreiche Wirken des Jubilars, seine außergewöhnlichen Erfolge als Lehrer, den mustergültigen Charakter, die unentwegte Kollegialität. Hierauf nahm Herr k. k. Bezirksschulinspektor Schwalm das Wort. Er stellte dem Jubilar ein glänzendes Zeugnis seiner Lehramtstätigkeit und Berufslreue aus und versicherte ihn feiner vollsten Anerkennung. Er schloß mit den Worten: „Sie haben, Herr Jubilar, wohl das siebzigste Lebensjahr zurückgelegt, doch sind Ihre Leistungen und ^hr Wirken im Lehramte die eines Jünglings. Bleiben Sie im Lehramte, so lange es Ihnen freut und so lange es Ihre Gesundheit gestattet. Sollten Sie aber freiwillig aus dem Lehramte scheiden wollen, dann werden wir uns wieder einfinden und dann erst wollen wir von Ihnen Abschied nehmen. Heute gebe ich aber dem Wunsche Ausdruck, daß Sie noch lange bei guter Gesundheit dem Lehramte erhalten bleiben." Die herzliche Ansprache machte auf alle Anwesenden tiefen, bewegten Eindruck. Hierauf beglückwünschte der Obmann des Ortsschulrates, Herr Gememderat Ferdinand Kl e bind er, den Jubilar namens des Ortsschulrates. Mit beredten.Worten, die wir an dem Redner gewohnt sind, rühmte auch er die großen Verdienste des Jubilars um die Schule und betonte, daß es allgemein bekannt sei, wie sehr sich Herr Pollak auch in humanitärer Richtung große Verdienste erworben. In ungewöhnlich anerkennenden Worten gedachte sodann Herr Schulinspektor Kanitz der Verdienste, die sich der Jubilar um die Pflege des Religionsunterrichtes erworben, und schloß seine formvollendete Rede mit den Worten: „Ich habe in meiner langjährigen Praxls die Ueberzeuguug gewonnen, daß die alten Lehrer unverhältnismäßig Besseres in der Schule leisten. Vor wenigen Tagen erst hatte ich neuerlich Gelegenheit, mich hievon zu überzeugen, als ich dem Unterrichte unseres Jubilars beiwohnte. Mit jugendlicher Elastizität, mit heller, kräftiger Stimme, mit blitzenden Augen wußte er die Schuljugend an seinen Vortrag zu fesseln, mit sich fortzureitzen. Sä loß man die Augen, mußte man glauben, ein kräftiger Jüngling stehe vor seinen Schülern. Bleiben Sie, Herr Jubilar, in Ihrem Amte! Sie sind noch ein Jüngling als Lehrer, wirken Sie fort zum Segen der Schule, zum Glücke Ihrer Schüler und zur Freude Ihrer zahlreichen Freunde!" Herr Ortsschulrat Fuchs rühmte sodann die Bescheidenheit des Jubilars, der trotz seiner Verdienste und vorgeschrittenen Alters jede Konzession, jede Erleichterung im Lehramte stets zurückwies. Er schloß mit den Worten: Ich danke Ihnen, daß Sie diesmal Ihre übergroße Bescheidenheit zurückdrängten und es uns ermöglichten, Ihnen dartun zu können, wie sehr Ihre hervorragenden Leistungen allerorts gebührende Anerkennung finden. Nachdem Herr Religionslehrer Moritz Antscherl ein zu Ehren des Jubilars selbstverfaßtes Gedicht, das allgemeine, große Anerkennung fand, zur Verlesung gebracht hatte, übermittelte Herr Schnlinspektor Dr Langfelder die herzlichsten Glückwünsche namens des Vereines „Palme", worauf der ybmann des Lehrervereines in;

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