Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 39 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Nr 39 Sette 694 Dr. Moed's MocvenscdrLtt. Solo Lemberger Obmann des Wiener Synagogensänger-Vereines Tempel-/nspeJctor Ignaz Hahn und Frau Josef Nossig Anstreicher-Meister Familie Brüder Goldmann 11., Schmelzgasse 7. II., Ferdinandstrasse 11 XVIII., Kreutzgasse 45. I., Adlergasse 3 Rabbiner Dr. D. Rudolf er und Frau Weingrosshändler Edm. Baek und Frau Chordirigent Julius Heimann und Frau Rudolf Heimann Quartettsänger Jägerndorf (Oest.-Schl.) Königsfeld. II., Praterstrasse 43. II., Praterstrasse 43. JfuMus. Singer II., Praterstrasse 43. Hotelier J. Guth II., Stefaniestrasse 14 Restaurateur S. Kunstadt und Frau II., Gr. Schiffgasse 6. Der Vorstand des jüdischen Schulvereines des IX. Bezirkes beehrt sich, seinen Mitgliedern und Gönnern innigsten rQ'rO ,N21V HÖTini zu übermitteln. LsmukI 8ü88krmsmi'8ed8 LtlktMg lür ale Beförderung des Stadiums der Bibel und des Talmuds. Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, dass einStiftplatz der oben genannten Stiftung im Betrage von K 200 an einen Schüler einer hiesigen Mittelschule „welcher sich beim Unterrichte in der Bibel und im Talmud durch Fleiss und besondere Erfolge hervortut“ auf die Dauer der Mittelschulstudien zu verleihen ist. Unter den Bewerbern um dieses Stipendium hat jeder Mittelschulbesucher, welcher aus der Talmud-Thora-Vereinsschule in die Mittelschule übergetreten ist, bei übrigens gleichen Umständen den Vorzug. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, eventuell wie hoch sich der Betrag dieses Bezuges beläuft. Die diesfälligen Gesuche, mit den nötigen Zeugnissen versehen, sind im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 4, HI. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 vormittags, bis längstens iS. Oktober 1908 zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Dr. Adolf Jeliinek-WIdmuno für Bibelnnd Talmud-Schüler. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien verlautbart hiemit, dass aus den Zinsen der obigen, von Herrn David Bitter von Gatmann am 8. Juli 1891 za Ehren des seither verstorbenen Oberrabbiners der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Herrn Dr. Adolf Jellinek, begründeten Widmung ein Stipendium ä K 100 an Bibel- und Talmudschüler des Wiener Bet-ha-Midrasch zur Verleihung gelangt. Die mit dem Geburtsscheine, dem Armutszeugnisse, sowie mit den Studienzeugnissen und dem Nachweise des erfolgreichen Besuches der obenbezeichneten Bibel- und Talmudschule versehenen Gesuche sind bis 15. Oktober 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, HI. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Ein altrenommiertes Restaurant mit Delikatessengeschäft Isr. Humanitäts-Verein für die westlichen Bezirke Wiens „Nachlat Jesehurun“. Wien im Mai 1908. 733 P. T. feinster Kundenkreis Wiens, auch für Juden geeignet, ist wegen Zurückziehung vom Geschäft zu verkaufen. Anträge an Herrn Wilhelm L., Wien, L, Postgasse 11. Es ist ein schöner Brauch, Vorkommnisse von hoher Bedeutung — mögen diese nun im Leben der Gesamtheit oder des Einzelnen eine Rolle spielen — vor der Vergessenheit dadurch zu schützen, dass irgend eingute Tat, ein Werk der Nächstenliebe mit diesem Ereignis verbanden wird, um es herauszuheben aus dem nivellierenden Strome der Zeit, auf dass es, auf den Altar der Menschlichkeit gestellt, der Mit- und Nachwelt als Wahrzeichen diene. Je bedeutungsvoller nnn der Anlass ist, dem man ein weit über Raum nnd Zeit dauerndes Gedenken sichern will, desto würdiger und segensreicher in der Wirkung muss die Tat sein, die Gegenwärtiges festhalten nnd noch zu unseren Kindern als lebendiger Ausdruck dankbarer Erinnerung sprechen soll. In diesem Jahre nun gilt es, eine Feier zn begehen von seltener Bedeutung, das 60 jährige Regierungsjubiläum unseres erhabenen Monarchen, bei der wohl in erster Reihe die Stadt Wien ihre Liebe und Verehrung für ihren Kaiser in der von ihm selber , gewünschten Weise zum Ausdruck bringen wird. Im Wohltnn, im Ersinnen nnd Ausführen von Liebeswerken jeglicher Art soll jede Körperschaft und jeder einzelne ihre Huldigung darbringen. Ein goldener Regen soll sich in den Ländern der österreichischrungarischen Monarchie über die Armut ergiessen und Not nnd Elend, Kummer und Sorge hinwegschwemmen. Wie im Prisma die Regenbogenfarben, so sollen im Gefühle der Freude sich alle schönen, alle guten und grossen Empfindungen der Menschenseele vereinen in dem starken Wollen, andere aufzurichten und zn beglücken. Dieses schöne Recht aller Landeskinder will sich auch der Verein „Nachlat Jesehurun“ nicht entgehen lassen, umso weniger, als er auch noch eine spezielle Veranlassung zur Festesfreude in seinem 40 jährigen Bestände hat. Wenn das Wohltun auch den Lohn in sich trägt, so darf der Verein im Jubeljahre unbeschadet seiner sonstigen Bescheidenheit vor seinen Freunden und Mitgliedern laut sich dessen rühmen, dass es ihm in diesen vier Dezennien möglich war, manche Träne zn trocknen, viel Not zu lindern nnd manchem wirtschaftlichen Niedergange erfolgreich entgegenzuarbeiten. Seine segensreichste Tätigkeit aber bestand Jahr um Jahr in der täglichen Ansspeisnng von 30 armen Kindern. Wer sich im Kampfe des täglichen Lebens noch ein warm mitfühlendes Herz bewahrt hat, begreift die Wohltat, die in diesem stillen, gleichmäßigen Wirken liegt. Freilich, dass dies dem „Nachlat Jesehurun“ bei seinen geringen Mitteln möglich wurde, verdankt er der aufopferungsvollen Fürsorge seiner Freunde. . Auf diese erprobten Freunde eben hofft nnd vertraut er auch jetzt, wo er daran geht, zn Ehren seines Herrn nnd Kaisers ein segenreiches Werk ins Leben zu rufen. Es soll eine „Koch- und Haushaltungsschule für jüdische Mädchen“ gegründet werden! Damit wird und soll Hilfe geschaffen werden für jene, die weitab vom Strome jedes Wissens und Könnens in geistiger und materieller Armut dahinleben. Es soll ihnen die Möglichkeit ge-