Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 36 (4.9.1908)
- Date
- 1908-09-04
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite «42 Dr. Llseb's Msedenscdrly. Nr. 3« Kriefkastr«. „Troppau". Zu umfangreich bei winzigem allgemeinen Interesse. Abomreut, Wien. Das „Budapester Orpheum" in der Taborstraße, welches in Verspottung des Jüdischen und in Verhunzung des JrckentumL Unglaubliches leistet, wird leider Gottes noch immer von Juden besucht, während das verwandte Unternehmen „Gebrüder Herrnfeld" in Berlin seitens der Berliner Juden eine entschiedene Ablehnung erfährt. Es wäre endlich an der Zeit, daß derlei unerfreuliche Blüten auch aus dem jüdischen Leben Wiens ausgemerzt werden. M. B. Eine jüdische Kochschule existiert leider in Wien nicht. Die Errichtung wäre gewiß eine Wohltat, eine würdige Aufgabe für einen der zahlreichen jüdischen Wohltätigkeitsvereine Wiens. „Orthodox". Sie fragen an: „Ob es fortschrittlich oder orthodox sei, wenn ein Rabbiner unter Angabe, daß er krank sei, das Mussafgebet am Sabbat versäumt, dagegen am Abend desselben Tages das Theater besuche; auch am Tischebeaw ein Parkfest mit Konfettischlacht mitmache". Es will uns scheinen, als ob Sie die Antwort sich selber geben könnten. I. <£., Przemysl. Wir bedauern, diese Diskussion nicht weiter fortsetzen zu können. Jerusalem, Bad Ischl, Treuesin-Teplitz, Saucrbrunn, Prag, Lemberg und London. Die nachträglichen Berichte über die Feierlichkeiten des 18. August können wir unmöglich publizieren. Alle die etngelaufenen Berichte abzudrucken gestattet unmöglich der beschränkte Raum des Blattes. Wir müssen sie deswegen ausnahn slos abweisen. L. U. Daß die Agenten der englischen Missionsgesellichaft ihre Miffionsschriften an den Mann zu bringen trachten, ist bekannt, und wir glauben nicht, daß es einer besonderen Warnung bedarf. Kein vernünftiger Jude wird diesen Leuten „reinfallen". Rud. Bauer. Ein geschiedener Katholik, auch nachdem er zum Judentume Lbergetreten ist, kann in Oesterreich eine neue Ehe rechtsgültig nicht eingehen. F. E. Die kürzlich erfolgte Nobilitierung des Besitzers der oberfchlefischeu, aus etwa dreißig Dörfern und zwei Städten bestehenden Fideikommitzherrschaft Tost-Peiskretscham, Herrn Kurt Gmmdze, erregt bei den orthodoxen Antisemiten Magenweh. Herr von Guradze ist ein Sohn des vor etwas länger als einem Lustrum verstorbenen Oekonomierates Salo Guradze, dessen Bater Abraham Guradze (ursprünglich Gurascher geheißen), der vor etwa «0 Jahren d,e Herrschaft Tost-Peiskretscham von dem damaligen Besitzer, dem Grafen Gaschin, erstand. Die käufliche Ueberlassung dieses damals schon riesigen Besitzes an Abraham Gurascher erfolgte, wie eqählt wird, etwas plötzlich infolge eines Familienzwistes in der gräflich Gaschinschen Familie, in dem der männliche Nachwuchs den Zankapfel bildete. Aus jener Zeit datiert auch der Aufschwung der Herrschaft, die settdem das Neidobjekt der oberschlesischen Granden bildet. Von Interesse ist die Tatsache, daß der ehemalige Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, Graf Posadowsky-Wehner, zur Verwandtschaft des frisch geadelten Herrn Kurt von Guradze gehört. Die PosadowSkyS waren einst dort angesessen und Gutsnachbarn der Vorfahren des Herrn von Guradze. Der Tropfen semitischen Blutes, der w den Adern des als hervorragenden Sozialpolitikers geschätzten Staatsmannes fließen soll, ist dem Grafen von Posadowskh von seiner Matter überkommen, die, eine geborene Volkmar, dem Glauben ihrer Väter untreu wurde, um die Gattin des Vaters unseres ehemaligen Staatssekretärs zu werden. Den demokratischen Zug, den man in dem sozialpolitischen Wirken des Grafen erkennen will, hat er von seinem Vater ererbt, den seine Standesgenoffen den „Demokraten" oder den „Roten Posadowskh" nannten. Ein etwas boshaftes Wortspiel, das dessen Ehe damals glossierte, machte, aus dem Grafen Posadowskh «neu Grafen Poszydowsky. Das machte aber den also Bespöttelteten iu jener Gegend uur umso populärer. M. S> Bor einigen Jahren wurde dort ein Gottesdienst abgehalten, jetzt nicht mehr. R. i« T. Das Paroches für die neue Synagoge in Tarnow stammt aus dem Atelier Jos. Schlesinger, Wien, I. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Deputationen des Tempelvereines unter Führung des hochverehrten Obmannes, Herrn Herrmann E11 b o g e n, der internen Sektion unter Führung des hochverehrten Obmannes, Herrn Dr. Jakob Roth, des Frauenvereines unter Führung der hochverehrten Präsidentin, Frau Doktor Emilie W e i s s, des Vereines „Die Brüder" unter Führung des hochverehrten Herrn Dr. Moritz Lohn, des Vereines „Freundschaftsbund“ unter Führung des hochverehrten Herrn Schlesinger und endlich der des Unterstützungsvereines unter Führung des hochverehrten Herrn Siegmund Frommer sage ich hiemit für die mir anlässlich der Vermählung meiner Tochter erwiesenen Sympathiebezeigungen den tiefgefühltesten Dank. Jakob Kohn, Juwelier. Professor Rosa Goldenthal Seelenheil' und Witwenstiftung. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, dass an dem Sterbegedächtnistage der obengenannten Stifterin, das ist am 11. Cheschwan (5. November 1908) aus den Erträgnissen dieser Stiftung ein Betrag von K 21'80 an eine arme, alte, alleinstehende, gebrechliche Witwe jüdischer Religion, zunächst ausderFamilie undVerwandtschat'tderStifterin, im Falle des Abganges einer solchen an eine mit der Stifterin nicht verwandte, den.obigen Bestimmungen entsprechende Witwe zur Verleihung gelangt. Gesuche um Verleihung des Stiftungsbetrages sind, belegt mit dem Geburtsscheine und dem Armutszeugnisse der Bewerberin, dem Totenscheine des Gatten, sowie eventuell mit dem Nachweise der Verwandtschaft mit der Stifterin, bis 15. September 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Metriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Es ist zur Kenntnis des Kultusvorstandes gelangt, dass von Vereinen, sowie von privaten Unternehmern Betsitze für an den diesjährigen hohen Feiertagen zu veranstaltende Minjamin verkauft werden, ohne dass die betreffenden Unternehmer die gesetzlich erforderliche Zustimmung des Kultus Vorstandes zur Veranstaltung dieser gottesdienstlichen Bedungen erhalten hätten. Da unnachsichtlich mit der Sperrung aller unbefugten Betversammlungen vorgegangen werden muss, wird aufmerksam gemacht, dass es vor Ankauf von Betsitzen zweckmässig sein wird, sich zu informieren, ob der betreffende Unternehmer im Besitze der amtlichen Bewilligung des Kultusvorstandes sich befindet. Wien im September 1908. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Israelitische Knltusgemeinde Wien. Die für die Gemeinde-Tempel I-, Seltenstettengasse 4 und II., Tempelgasse 3 verfügbaren Betsitzkarten sind an der Kasse der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, links, täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags (ausgenommen Samstag und israelitische Feiertage) erhältlich. Kundmachung. Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, dass im grossen Musikvereins-Saal I. Bezirk, Kärntnerring, Dumbagasse Nr. 3 anlässlich der hohen Festtage, wie in den Vorjahren, ein Gottesdienst stattfinden wird. Parteien, welche auf die im Vorjahre gehabten Plätze reflektieren, können die betreffenden Betsitzkarten bereits vom 7. September bis 17. September a. c. an der Kasse der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, I Stock, täglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags beheben. Ab 18. September gelangen die nicht behobenen Karten zur allgemeinen Ausgabe. Wien im August 1908. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde.