Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-07-10 · 28 (10.7.1908) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
28 (10.7.1908)
Date
1908-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021764-3021793--17486-3042363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 28 Jahrgang XXV '4 44*2, Dr. Bloch’s Ulli Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Zudentums. WicH. LrscDeLnl jeden Freitag. Brief-Wreffe: Wien, IX/i, Hahngaffe 15. Telegramm-Adresse: Bloch s Wochenschrift, Wien. K. kl. Pofisparkrassenarnt Slesring-VerKebr «r. 810.976. RedaMon und Administration: Wien IX/i, Hahngaffe Nr. 15. Telefon Nr. 14.847. 0(7 Bezugspreis für Veflerreieh: Halbjährig 8 Kronen: Einzelexemplare 50 Heller. Für's Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 „ Anzeigen: Die 4mal gespaltene Petitzeile 24 Heller. Q Inhalt: Leitartikel: Der Frauenbund für Kulturarbeit in Palästina. — Nachrufe und Zwischenrufe. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Eberhard Schräder. Die samaritauische Ausgabe des Buches Jofua. Lelmonle. Kongreß der Esperantisten. Eine jüdische Familie von Marineoffizieren. Die Jnaugurierung des Dropsie-Kollege. Die Christlich-Sozialen in Amerika gegen den Antisemitismus. Die Langlebigkeit der Juden. — Ein Brief des Papstes an eine jüdische Dame. — Korrespondenzen: Antisemitismus in der Hutbranche. Klosterneuburg. Karlsbad. Leipulk. Oderberg-Bahnhof. Berlin. Generalversammlung der Jewisch Colonitiation Association. Paris. Schauspieler und Komponist. Der Chederjunge aus Rußland. Jüdische Wachleute in Kanada. Die Inden und die englisch-russische Entente. Konstantinopel. Jüdische Opfer des Mädchenhandels. Auszeichnung eines galizischen Chederjungen. Emigration aus Argentinien. Aus der territorialistischen Bewegung. — Vermischtes: Austritte aus dem Judentum. Lundenburg. Jägerndorf. Brünn. Tarnow. Lobositz. Karolinenthal. Lauenburg. Keszthely. Zablocie bei Saybufch. Hamburg. Ein jüdischer Tauschprofessor in Paris. Rom. London. — Feuilleton: Tiergestalten des Teufels. — Neue Bücher. — Briefkasten. — Inserate. Der Frauenbund für Kulturarbeit in Palästina. (Ein spezieller Appell an die Juden in Oesterreich-Ungarn im Jnbiläumsjahre.) Wie sich der Leserkreis der „Oesterreich. Wochenschrift" erinnern wird, hat der Unterzeichnete Schreiber dieser Zeilen schon vor mehr als Jahresfrist auf Bitten und in Uebereinstimmung mit allen Aerzten in Jerusalem, ohne Unterschied der Nationalität und Konfession, den dringenden Ruf für Aussendung weiblicher Hilfskräfte für die Hospital- und Privatkrankenpflege, sowie Verbesserung der hygienischen, sanitären, sozialen, häuslichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Jerusalemer und palästinensischen Bevölkerung ergehen lassen. Er hatte es damals bei seinen Artikeln, welche in der „Oesterreich. Wochenschrift" und anderen jüdischen Blättern erschienen sind, nicht bewenden lassen, sondern zur Ausführung seiner Vorschläge fich auch mit einigen jüdischen Hilfsorganisationen direkt ins Einvernehmen gesetzt, dabei aber anfänglich und von Seite des Präsidenten Geheimer Rat Goldberger und des Bureaus der deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Jsraälite Universelle in Berlin aufmerksameres und entgegenkommenderes Gehör gefunden; obwohl allerdings auch von dieser Seite die zeitweilig gepflogenen Unterhandlungen zu keinem bestimmten Ziele führten, umso mehr und umso freudiger wird es jetzt hier von Allen begrüßt, besonders von den Aerzten und von den zahlreichen Kranken, die fich in ihrer Verlegenheit und Not oft nicht zu raten und zu helfen wiffen, daß den edlen, mitfühlenden und hilfsbereiten, zionistischen, jüdischen Frauen und Jungfrauen der aus Jerusalem und Palästina erschollene Notruf ins Herz und in die Seele gedrungen ist, so daß sie fich zu einem „Verband jüdischer Frauen zur Kulturarbeit in Palästina" zusammengeschlossen haben, um auf einem Gebiete philanthropischer und sozialer Betätigung, welches allerdings der weiblichen Natur und Bestimmung am nächsten liegt und am meisten Zusagen muß, ihre Kräfte, Zeit und Erfahrungen in den Dienst allgemeiner, wohltätiger Nächstenliebe und Humanität zu stellen. Zweck dieser Zeilen soll es sein, einerseits wiederholt auf die dringende Notwendigkeit der von dem Frauenbund in Aussicht und in Angriff genommenen Hilfsaktion hinzuweisen und andererseits die allgemeine Oeffentlichkeit für das nur rein humane Zwecke und keinerlei politische oder religiöse Ziele verfolgende Unternehmen zu intereffieren, damit mit schnell und ausreichend gewährten Mitteln das geehrte Komitee des Frauenbundes, mit Fräulein Prof. O. Marburg in Berlin als Präsidentin an der Spitze, in den Stand gesetzt wird, seine so höchst notwendige, heißersehnte und überaus wichtige und segensreiche Tätigkeit so bald als möglich in umfassender Weise durchführen zu können. Zunächst in bezug aus die hier herrschenden, traurigen und beklagenswerten Zustände auf dem Gebiete der Hospitalünd Privatkrankenpslege haben die von dem Unterzeichneten früher darüber veröffentlichten Artikel heute an ihrer Aktualität noch nichts eingebüßt, ja die Dinge find mittlerweile noch viel schlimmer geworden und die allgemeine Notlage hat fich noch bedeutend erhöht und verschärft. Wir haben hier in den letzten Tagen, namentlich infolge der unsicheren und bedrohten Lage der Juden in den osteuropäischen Ländern durch eine ziemlich bedeutende und noch anhaltende Einwanderung einen beträchtlichen Bevölkerungs- und Einwohnerzuwachs zu verzeichnen. Unter den Eingewanderten befinden sich erfreulicherweise viele junge, gesunde und intelligente Elemente, welche fich in eigener Kraft mit Mut und Ausdauer durch körperliche oder geistige Arbeit auf die verschiedenste Weise eine neue Existenz und einen Lebensunterhalt zu verschaffen suchen und zur materiellen und kulturellen Hebung des Landes und zum allgemeinen Fortschritt außerordentlich viel beitragen. Daneben kommen aber auch, durch die gleichen beklagenswerten politischen und religiösen Verhältniffe aus dem Heimatlande vertrieben oder bewogen, von einem im Herzen eines orthodoxen, osteuropäischen Juden besonders lebhaft empfundenen Drange, in der „Heiligen Stadt" und im „Heiligen Land" die letzten Lebenstage zu beschließen und in geweihter Erde bestattet zu werden, viele alte, arme, zum Teil schon ganz schwächliche, gebrechliche und kränkliche Personen, welche das im merbeträchtliche, an Ort und Stelle befindliche Kontingent von Invaliden und Kranken leider noch bedeutend vermehren, ohne daß die vorhandenen Hospitäler imstande wären, den an sie gestellten vielseitigen Ansprüchen zu genügen oder daß auch nur im geringsten für eine Privatkrankenpflege durch geschulte und für den Krankendienst speziell vorgebildete Kräfte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.