Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-06-12 · 24 (12.6.1908) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
24 (12.6.1908)
Date
1908-06-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021764-3021789--17428-3042301
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 24 Dr. Llocb's Mocvenscbrtn. Sette 445 Haas, besprochen von Lego. Die Juden in Oesterreich von Dr. I. Thon, besprochen von G. Literarische Monatsschriften, besprochen von L. S. Makebeth. — Rundschau: Resolution Schmid. Eine jüdische Hochschule in Palästina. Anerkennung der jüdischen Nationalität. K. Furrer gestorben. — Korrespondenzen: Berlin. Agram. — Briefkasten: Preßfonds rc. C Ben Johouda. Thesaurus der hebräischen Sprache. Gesamtwörterbuch der alt- und neuhebräischen Sprache von Elieser Ben Johouda in Jerusalem. III. und IV. Heft. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung. Berlin-Schöneberg. I. Tennenbaum. Liturgische Gesänge für Synagoge, Schule und Haus. Erste Abteilung. Für Freitagabend undSabbath. Preis 60Pfg. I. B. Metzlersche Buchhandlung, Stuttgart. Kriefkasteu. Raffenfex. Vollblut-Deutsche, Mitglieder des deutschen Schulvereines, sind: Chiari, Husak, Piston, Maresch, Wotawa, Twerdy, Steppan, Janiczek, Turczynski, Skoda, Pawlacky. Caurariry, Hrdliczka, Pastree, Hlanaczek, Savicka. Kuzel, Bords. Stransky, Fiala, Ben- Jary, Stodolowskv, Jgnjaiovics, «edlaczek, Holub, Kowarzik, Tichy, Muschka, Wozelka, Klimosch, Kudielka, Szongott, Perasso, Prazak, Proksch, Lassy, Ciculer, Bistritschau rc. K. F. lieber einzelne Predigten zu berichten, war bis nun in der „Oest. Wochenschrift" nicht üblich und für solche Gepflogenheit würde auch der Raum unseres Blattes nicht reichen. Dr. H. in Z. Der 2. Juni 1884 war am Montag den 9. Sivan 5644. „Teut." Nach dem Berichte des „Deutschen Volksblattes" sagte Herr Bielohlawek in seiner jüngsten Rede: „Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich als Deutscher anders als deutsch handeln könnte; ich bin deutsch durch und durch, und wer den Deutschen nahetritt, der wird schon den christlichsozialen Furor kennen lernen!" Und nach einer kleinen Pause ruft der durch und durch deutsche Bielohlawek emphatisch aus: „Mein Vater war Tscheche! Ich sage es offen!" Von diesen seinen Ahnen spricht Redner in der folgenden Weise: „Worin liegt denn die Hauptkraft der Slawen? Doch nicht in ihrer kulturellen Ueberlegenheit? Sie liegt ip ihrer Expansionskraft. Man frage die Doktoren und Professoren und sie werden sagen: Die deutsche Frau gebiert nicht mehr. Die Kulturnation hat sich auf das Ein- und Zweikindersystem zurückgezogen. Und die Herren Slawen — man entschuldige das Wort — betreiben das noch fabriksmäßig. Natürlich gibt es dann mehr Tschechen als Deutsche auf der Welt." . . . Sollte jemand darüber nicht im klaren sein, wieso die Herren Slawen etwas fabriksmäßig betreiben können, was die deutschen Frauen Unterlasten, so muß er bei der Parteileitung anfragen. . . . Gleich nachher versichert Redner: „Aber von der Regierung kann man nicht Dinge verlangen, die sie nicht machen kann!" Nein, allerdings — das kann die Regierung noch nicht; Herr Bielohlawek gibt das auch — loyal wie immer — zu. Stud. F. Die antisemitischen Parteiorgane sind dermalen aller, dings in eine arge Zwickmühle geraten, können nicht mehr zurück, fürchten sich, vorwärts zu gehen, und versuchen es deshalb, seitwärts durchzubrechen — die Juden die Zeche zahlen zu lassen. Darum stellen sie den klerikalen Eroberungszug gegen die Universitäten als einen jüdischen Ansturm dar, die klerikale Hetze gegen Dr. Marchet als eine jüdische Jntrigue. Im Lager der deutschnationalen Studentenschaft erscholl zuerst der Ruf nach dem Streik, dort wurde der Streikplan gefaßt, ohne daß — in Wien wenigstens — die liberale Studentenschaft die Möglichkeit einer Einflußnahme auf die von den Vertretern der deutschnationalen Verbindungen gefaßten Beschlüsse gehabt hätte. Die Führung der Wiener Studentenschaft haben die Deutschnationalen an sich gerissen, die, in vielen Punkten ebensowenig freisinnig und ebenso reaktionär wie die Klerikalen, es bekanntlich ablehnten, mit ihren — jüdischen Kommilitonen auch nur in Versammlungen beisammen zu sitzen. Und daß es anderwärts nicht anders war. das beweist die nachstehende Prager Meldung des „Deutschen Volksblatt": „Die Vertreter der jüdischnationalen Studenten an den hiesigen deutschen und tschechischen Hochschulen erklärten, sich dem Streik ihrer freiheitlichen Kollegen anzuschließen, protestierten jedoch gleichzeitig dagegen, daß die jüdischnationale Studentenschaft zu den Vorberatungen für die Streikbewegung nicht herangezogen wurde." Die „jüdischen Rädelsführer" haben also an der Streikberatung überhaupt nicht teilgenommen. Und trotzdem wagt es die christlichsoziale Presse, ihren Lesern die faustdicke Lüge vorzusetzen, der Studentenstreik fej em Werk der Juden! A. L. Von einer „Jüdischen Profefforenklique", welche den Studentenstreik fördern, sprechen, ist eine schamlose antisemitische Lüge. Der Wiener Rektor Professor Ebner entstammt einer alten Tiroler, Familie, der Grazer Rektor Professor Hildebrand ist Nord-L deutscher, beide Herren sind also hoch erhaben über den „Verdacht",'' daß jüdisches Blut in ihren Adern rollt und daß sie jüdische Interessen vertreten. „JndänS." Das Judentum und feine hervorragenden Männer verleumden und verunglimpfen zu laffen ohne nachdrückliche Zurückweisung — aus Angst, den Feind noch mehr zu reizen. — das war das Merkmal der alten Ghettopolitik, welche nunmehr neuerstandene Judenführer als höchste politische Staatsweisheit proklamieren. Man lernt immer zu. Max Ritter von Pfeiffer’scüe Stiftung. Am 18. Oktober 1908 gelangt das obengenannte von Herrn Josef U. Ritter von Pfeiffer, kgl. wärt. Hofrat, zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn Max errichtete Stipendium per K 370.— zur Verleihung und werden in Wien zuständige Bewerber in erster Linie berücksichtigt Die Bewerber haben ihre Gesuche mit dem Nachweise, dass sie mosaischer Religion und mittellos sind, ferner dass sie ihren Studien an der juridischen Fakultät der k. k. Wiener Universität als ordentlicne Hörer im II. oder einem höheren Jahrgange obliegen, eventuell mit dem Nachweise ihrer Zuständigkeit nach Wien bis längstens 15. Juli 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht und im Falle eines solchen Bezuges die Höhe desselben. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Josef Spltzer'sGbe Stiftung. Aus den Zinsen der Josef Spitzer-Stiftung gelangt ein Betrag von zusammen K 252— an vier in Wien wohnhafte, arme, des Ernährers beraubte jüdische Familien zur Verteilung. Die Bewerber, bezw. Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise darüber, dass der Ernährer, sei es durch Tod oder sonstige Umstände der Familie entzogen ist, sowie mit einem Armutszeugnisse versehenen Gesuche bis 80. Juni 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche weiden nicht berücksichtigt. Fanny von Hofmannstnai-Dormitzer'Stiftung. Aus der obigen Stiftung gelangen die Erträgnisse per K 840 — an höchstens vier verarmte israelitische, der Unterstützung würdige, in Wien domizilierende Witwen zur Verteilung. Die mit dem Geburtsschein der Bewerberin, dem Totenscheine des Gatten und einem Armutszeugnisse belegten Gesuche sind bis 30. Juni 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Rosalia Pollak Bllnden-Stlftung. Aus der obengenannten Stiftung gelangen die Zinsen im Betrage von K 80 — an eine erblindete oder durch schwaches Sehvermögen erwerbsunfähige Frau oder an ein derartiges Mädchen israelitischer Konfession für das laufende Jahr zur Verleihung. Gesuche um die genannten Stiftungszinsen sind mit einem Armutsscheine und einem Zeugnisse des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde über die Erblindung oder das schwache Sehvermögen und über die Erw rbsunfähigkeit der Bewerberin versehen, bis längstens 30 Juni 1908 im Emreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasae 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angare der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Andreas Felgl’sclie Witwen-Stiftung, Am 21. Elul, d. i. am 17. September 1908, werden aus obiger Stiftung acht arme, in Wien wohnhafte israel. Witwen je ^mit dem Betrage von K K 100.— beteilt. Die Bewerberinnen haben “ihre mit dem Nachweise ihrer Armut und des Witwenstandes ver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.