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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-06-05 · 23 (5.6.1908) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
23 (5.6.1908)
Date
1908-06-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 428 Wr. Lloeb s MscdenscbrtN- Nr. 23 Eger. Bei der am 24. v. M. stattgehabten Konstituierung des hiesigen Kullusgemeindevorstandes wurden die nachgenannten Herren gewählt: Vorsteher Herr Jakob Zuckermann; Vorsteher-Stellvertreter und Tempelvorstcher Herr Edm. K o h n; II. Vorsteher-Stellvertreter und Tempelvorsteher Herr Bernard Kohn; Kassier Herr David Brunner; Rechnunzsführer Josef R a b e l; Beiräte Em. Fischer, Heinrich Kohn, Joses Herrmann. Die meisten dieser Herren gehören seit längerer Zeit dem Vorstande an. Der Vorsteher Herr Jacob Zuckermann wurde vor 30 Jahren zum erstenmale gewählt und widmete seine Kraft, mit Ausnahme von 2 Perioden, ununterbrochen dem Dienste der Gemeinde. Nachod. Bei der am 17. Mai stattgefundenen goldenen Hochzeit unteres verehrten Vorstehers hat auch der in der Wohnung des Herrn Jak. Pick korporativ versammelte Vorstand in Anwesenheit sämtlicher aus der Ferne herbeigeeilter Kinder des Jubelpaares, die sich alle in angesehenen Stellungen befinden, seine Glückwünsche übermittelt. Die Gefühle der Freude und des Dankes gegenüber dem unermüdlichen Eifer des Vorstehers wurden von dem hochverehrten Mitgliede des Ausschusses Herrn Leop Stransky in kurzer, aber treffender Weise verdolmetscht. Djakobar. (K a n t o r c n v e r■ f a m IN I u n g.) Auf Einberufung des Herrn Oberkanrors Josef Reudi, Agram, hielten die Kantoren der kroatisch-slavonischen Kultusgemeinden am 25. v. M. daselbst eine Landesversammlung ab. Es wurde der Landesverband der kroatischslavonischen^Kantorcn mit Herrn Jos. Nendi als Präsidenten, Herrn Jakob Hoffmauu, Ob-rkantor, Kopreinitz. als Vizepräsidenten und Herrn Meisl, Oberkantor. Karlsbad, als Schriftführer ins Leben gerufen. Dieser Verband hat sich die Wahrung der Standesinteressen und Hebung der Standesehre zur Aufgabe gemacht. Infolge eines von der hohen Landesregierung vor kurzem zur Ausgabe gelangten Musterstatutes für die israelitischen Kultusgemeinden, wird der altehrwürdige Stand des »Schliach Libur« ganz ignoriert, was nur damit begründet werden kann, daß die hohe Landesregierung entweder gar nicht oder falsch informiert wurde. Die Versammlung beschloß daher, mittelst eines wiffenschaftlich ausgearbeiteten Memorandums sowohl der hohen Landesregierung als auch den Kultusgemeinden genaue Informationen über den Beruf des Kantors innerhalb der Gemeinde zu erteilen. Außer der angeführten Angelegenheit wurden noch viele andere Standesfragen ventilürt und diesbezügliche Beschlüsse gefaßt. Nach vierstündiger Beratung, welcher Kantoren aus allen Gegenden des Landes auwohnten, wurde die Versammlung mit herzlichen Dankeswortcn für den Einberufcr für dessen gemeinnütziges Bemühen geschlossen. Nagy-Kanizsa Eine durch Einmütigkeit der freudigen und erhabenen Gesinnung seltene Feier scharte am Hl, Mai seine Gemeinde und die Bevölkerung unserer Stadt um den Oberrabbiner Dr. Nenmaun, dessen 25 jähriges Amtsjubiläum. Dr. Nemnamr, der in sehr jungen Jahren die hiesige Stellung als Nachfolger bedeutender Gelehrter und Redner vertrat, hat cs vor allem verstanden, die jüdische und christliche Bevölkerung aller Konfessionen in Eintracht und brüderlicher Gesinnung zu vereinen und durch seine Bestrebungen auf kulturellem Gebiete das geistige Niveau der Stadt zu heben. Die Erkenntnis dieser Tatsache gab dem Feste des Jubilars eine grundlegende Färbung und erhob es über die gewöhnliche Weihe solcher Tage. Schon am Vorabende brachten die Mitglieder des Literatur- und Knnstvereines der Stadt, dessen II. Präsident Dr. Neumann ist, eine feierliche Serenade, bei der sich die innige Anteilnahme der christlichen Bevölkerung bekundete. Der Festgottesdienst am Morgen, zu dem der Jubilar durch das Spalier der Schuljugend zur festlich bekränzten Synagoge geleitet wurde, brachte nach der musikalischen Einleitung die Festpredigt, über den Haftaratext: „Geh', denn der Herr hat dich gesandt!" Anwesend waren unter anderen sämtliche Behörden der Stadt, Magistrat, Gerichtshof, Geistliche aller Konfessionen, die Lehrkörper aller Staats- und konfessionellen Schulen. Die Predigt machte einen ergreifenden Eindruck, da sie so recht die wunderbare Einmütigkeit aller Strebenden und Bestrebungen in rein idealem Menschentum betonte. Dann fand eine feierliche Festsitzung im bekränzten Handelsschulsaale statt. Unter den Festreden erfreute und Ergriff die warm empfundene Ansprache der Vorsitzenden des Fraueuvereines, welche die Sympathien der Frauen für den Jubilar zum Ausdruck brachte. In seiner Antwort auf die Ansprache des Präsidenten der Gemeinde gedachte Dr. Ncmnaun seiner drei gelehrten Vorgänger Szanto, Lötv und Fasset, erwähnte in dankbarer Gesinnung seinen Lehrer im ungarischen Rabbinenseminare, deffen erster Schüler er gewesen, und unter ihnen seines verewigten Schwiegervaters Rabbiner Dr. Kayserling. Bis zum Abend war die Wohnung des Jubilars der Schauplatz unzähliger Ovationen, sehr warm gehaltener Reden der politischen- und Gemeindebehörden, der Vertreter aller Lehranstalten, Wohltätigkeitsvereine, der Geistlichen der christlichen Konfessionen mit ihren Vorständen. Abordnungen der Schulen und der interkonfessionellen Kulturvereine brachten ihre Huldigung dar. Unzählige Telegramme, unter denen das des Bischofs von Siebenbürgen besonders zu erwähnen ist, Adressen, Begrüßungsschreiben, auch aus dem Auslande, liefen ein; unter anderem kamen Adressen von der ungarischen Landeskanzlei, dem königlichen Schnlinspektorate, dem Nabbinerseminarium, der Landespräparandie, dem Landes - Lehrerverein, der Literaturgesellschaft, dem Landes-Rabbinerverband, dessen zweiter Präsident der Jubilar ist und deffen Monatsschrift er als Redakteur leitet. Abends vereinte ein solennes Festbankett die ganze Gemeinde. Der Bürgermeister der Stadt Kanizsa nahm daran Anteil, ebenso Vertreter des Gerichtshofes, der christlichen Geistlichkeit, die sämtlich ihren freundschaftlichen Gesinnungen in beredter Weise Ausdruck gaben und das innige Verhältnis der Konfessionen betonten, zu dem hervorragend die humane Denkweise des Jubilars beigetrogen habe. Der Bürgermeister sprach aus, daß er als Freund gekommen sei, und wie er betonen wolle, daß er sich veranlaßt fühle, den besonderen Dank der von ihm vertretenen Kommune darzubringen. In warmer Weise wurde der Familie des Jubilars gedacht und seines verwandtschaftlichen Verhältnisses zu dem verewigten Dr. Ludwig Philippsohn, in deffen Geiste er in Ungarn wirkt. — Dieses schöne Fest wird ein neues Band schlingen zwischen der Gemeinde und ihrem Rabbiner, zwischen jüdischer und christlicher Bevölkerung. Nagy Kanizsa. Am 7. und 8. d. M. findet hier der athletische Kongreß statt. Auf demselben wird der Verband der athletischen Vereinigungen Belgiens durch unfern ausgezeichneten Glaubensgenossen Herrn Professor Max Kahn, Direktor des weltberühmten, seit einem halben Jahrhundert segensreich wirkenden Institut International Kahn (Ecole spdciale de commerce et de tangues modernes, Bruxelles, Chaussöe d’ Etterbeck 198 —200), vertreten sein. Apatin. (Todesfall.) Am 22. Mai verschied hier im Alter von 76 Jahren nach langem schweren Leiden Herr Hermann Abraham. Die Beerdigung fand Sonntag den 24. Mai unter großer Beteiligung der zahlreichen Freunde und Verehrer des Dahingeschiedenen statt. Colloredow - Mistel. (T r a u u n g.) Sonntag den 14. Juni l. I. um 1 Uhr nachmittags findet im israelitischen Tempel zu Wien, I., Seitenstettengasse die Trauung des Fräuleins Paula Löw, Tochter der Frau Fanny L ö w, mit Herrn Robert K o l i s ch statt. Berlin. Aus dem Nachlaß des verewigten Charles L. Hallgarten sind dem Hilfsverein der Deutschen Juden, dessen Zentralkomitee der Verewigte angehört hat, 5000 Mark überwiesen worden. Indische Briefträger in Jerusalem. Die österreichische Postverwaltung hat schon vor längerer Zeit zur Probe einige jüdische Stadt- und Landbriefträger angestellt. Da sich diese Postboten ausgezeichnet bewährten, wurden sie in ihrem Amte bestätigt, außerdem wurden, wie aus Jerusalem gemeldet wird, vorige Woche weitere zwei jüdische Stadtbriefträger ausgenommen. Feuilleton. Zur Geschichte des Knftschiffes. (Eine Studien; beim Grafen Eulenburg.) Von Adolf Gelber. (Schluß ) Und jetzt erst kam er nach Deutschland, erhielt von der Luftschifferabteilung die besten Gutachten, fand das stärkste Interesse beim Chef des großen Generalstabs und hatte die Freude, daß Kaiser Wilhelm II. selbst den außerordentlichsten Anteil an.

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