Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 21 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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eette i88 •m. jßiocD'g Mocvenscvnn. Rr. 21 trauten gegenüber und seiner Wirksamkeit vermochte erst die unaufhaltbare Erschöpfung seiner Kräfte Schranken zu setzen. Nach zehnmonatlichem Krankenlager verschied er am 7. d. M. zur tiefen Trauer Aller, die er sich zu bleibendem Danke verpflichtet. Das Leichenbegängnis gestaltete sich denn auch zu einer unvergeßlichen Kundgebung der tiefsten Pietät und Rabbiner Doktor Steinherz aus Szekes-Fehärvär hatte allen Grund, als Text der Trauerrede die Worte aus dem Wochenabschnitte zu Ivählen: „Entweihet nicht meinen heiligen Namen, geheiligt will ich sein inmitten der Kinder Israels." Leben und Wirken des Heimgegangenen war ein Xiääused haschem und das zeigte sich auch bei der Leichenfeier, zu welcher Abordnungen des Komitates und der Südbahn-Gesellschaft, wie Vertreter der politischen und konfessionellen Nachbargemeinden sich eingefunden hatten. Auch die israelitische Gemeinde und Schule in Boglür beklagt den Verlust eines ihrer Hauptstützen, denn der Hingeschiedene hatte ein glühendes Herz für jüdische Interessen. Mögen dem Judentume Männer solcher Gesinnung und Tatkraft zahlreich erstehen zur Beschämung unserer Feinde und zum Heile der Menschheit! Große Ehrung eines jüdischen Militäroberarztes in Rußland. Fast zur selben Zeit als die schwarze Bande in der Duma den Versuch unternahm, die Juden vom russischen Militärdienste auszuschließen, fand im Offizierskasino zu Kremenetz ein großer Abschiedsabend zu Ehren des nach 28jähriger Dienstzeit in den Ruhestand tretenden jüdischen Oberarztes Dr. Samuel Rotmann statt. Obgleich Dr. Rotmann in dieser Garnison erst seit 1'/, Jahren stationiett war, hatte er sich dennoch die Liebe und Anhänglichkeit seiner Offizierskameraden in dem Maße erworben, daß sie ihn nur ungern aus dem Dienste scheiden sehen. Dr. Rotmann begann seine Karriere beim Minsker Regiment, das in Kischenew steht. In diesem Regiment verbrachte Dr. Rotmann 26 Jahre seiner Dienstzeit. Interessant ist der Brief, den der Landsmann der berüchtigten Krupenski und Peruschkewitsch, Regiments--- kommandant Baron Neiknig an die Kremenetzer Garnison anläßlich deffen Scheidens vom Militärdienste richtete. Der Brief lautet: „Dr. Rotmann wurde von seiner Stelle als Oberarzt Ihres Regimentes befreit. Während der 26 Jahre, die der Herr Doktor in unserem Regimente verbrachte, verstand er es, sich die allgemeine Wertschätzung und Liebe sowohl der Offiziere, als auch der leidenden Kranken zu erwerben. Zu jeder Stunde, am Tage und in der Nacht, war Dr. Rotmann stets bereit, dem Kranken zu Hilfe zu eilen. Aber nicht nur seine Kenntnisse stellte er in den Dienst der Leidenden, sondern auch sein gutes Herz. Stets fand er ein Wort des Trostes und der Aufmunterung für seine leidenden Kranken. In den Offiziersfamilien unserer Garnison war Dr. Rotmann als der ausgezeichnetste Arzt unserer Garnison hochgeachtet und als Mann von großer Herzensgüte und Mildtätigkeit in allen Kreisen der Bevölkerung geliebt. Ich, der ich 26 Jahre lang mit Dr. Rotmann zusammen gedient habe, kann Euch versichern, daß viel Zeit verstreichen wird, ehe wieder ein so guter opferfähiger Mann zu uns kommen wird, wie Dr. Rotmann einer ist. Jetzt, da unser treuer Kamerad, der gute Mensch und ausgezeichnete Arzt aus dem Dienste scheidet, spreche ich ihm im Namen der ganzen Garnison unseren tiefempfundenen Dank aus und fühle mich verpflichtet, Euch auf den großen Verlust hinzuweisen, den Ihr durch sein Scheiden von Euch erleidet. Ich spreche die Hoffnung aus, daß Dr. Rotmann seine „Minsker Familie" nicht vergeffen werde, so wie ich die Ueberzeugung habe, daß jedes' einzelne Mitglied unserer Garnison, klein und groß, stets mit Stolz des schweren und ehrenvollen Dienstes ihres Kameraden und Freundes Dr. Rotmann gedenken werden. Baron von Neiknig Regimentskommandant." Vermisebtes. - Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Franz Dukes: Von Ludwig, Anna Plachk, Warasdin K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Max B u n z l: Von Hermine und Julius Zettel K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Markus Eisen st ein: Bon Jakob Kann und Frau L 20.—, Gottlieb Bettelheim 20.—, kais. Rat W. Anninger 20.—, Jg. Simon 10.—, Josef Sommer L. 10.—. Zusammen K 80.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Pauline Wollheim: Von Ing. Speydel K 15.—, Emil G. Pick 20.-, Otto Pick 20.—, Ludwig und Helene Kraus 20.— ,. Anna und Arthur Lob 20.—, Gertrud und Gustav Mautner 20.—, Esther und Arpad Reib 10.—, Ignaz und Therese Schneider 10.—, Therese und Berthold Spitzer 10.—, Julius Bunzl K 10.—. Zusammen K 155.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine Abeles: Von Gabriele Pollak K 20.—, Dr. Ludwig Deutsch K 10.—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Mandl: Von kais. Rat Bernhard Pollack von Parnau und Frau K 100. , Ab. M. Opper 20.—, Therese Schwarz, Brünn 30.—, Rudolf Kahler 20.—, Otto Pick 40.— , Alfred Winter 30.—, Familie Kohnberger 50.— , Jeanette Schnek 20.—, Verw.-Rat der k. k. allg. priv. Verkehrsbank 100.—, Direktion der k. k. allg. priv. Verkehrsbank 100.—, Theodor Reitlinger 20.—, Ing.. Sigmund Brunner 20.—, Dr. Armin Brunner 20.—, Dr. Julius Brunner 20.—, Dr. Alfred Fisch! 20.—, Isidor Mautner 20.—, I. Philippsohn 20.—, Tobias Dasche 20.—, Bruno von Pollak 50.—, Sigmund und Louise Mandl 50.-, kais. Rat Leopold Sachs 30.—, Maximilian Sachs 20.—, Eduard Schweinburg und Frau K 50.—. Zusammen K 870.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Eisler: Von Juda Mautner K 30.—, Verein der Möbeltransporteure K 20.—. Zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Hermann Steiner: Von Nathan Grünwald K 10.—, Verein der Kassenärzte Wien X 20.-^, ZüsämMeU 1 30.—• ' i.‘■ ".rr /1 v• >.<; •sHu.r hjü Kaiserlicher Rat Adolf Lichtblau. Unter großer Beteiligung ist Freitag den 15. d. M. auf dem Zentralfriedhofe die Leiche des am 10. d. M. in Abbazia Plötzlich verstorbenen Präsidenten des Oesterreichischen Fachschriftstellerverbandes und Herausgebers des „Gambrinus", kaiserlichen Rates Adolf Lichtblau, bestattet worden. In der Zeremonienhalle der israelitischen Abteilung hatten sich außer den Angehörigen eingefunden: der Vizepräsident des Journalisten- und Schciftstellervereines „Concordia" Dr. Ehrlich mit dem Obmann des Pensionsfonds Dr. Steinbach, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit den Mitgliedern des Vorstandes Dr. Markus Spitzer und S. Steiner sowie dem Sekretär kaiserlichen Rat Dr. Lieben, die Vizepräsidenten des Oesterreichischen Fachschriststellerverbandes Dr. G. Ad. Ungar-Szentmiklosy und Dr. Geza Winter mit den Schriftführern Robert Kulka und Wettendorfer, den Vorstands- und Vereinsmitgliedern, als Vertreter des Syndikats der österreichischen Zeitungskorrespondenten kaiserlicher Rat Stephan Skrein, der Präsident des Verbandes der Wiener Zeitungskorrespondenten Alfred Pappenheim, der Obmann des „Concordia"-Klubs Bernhard Münz, namens des Deutschen Schriststellerverbandes Doktor Ludwig Karell, die Schriftsteller Fery Ascher, Siegfried Löwy, Friedrich Herrnfeld, Eugen Freiherr d'Albon, Siegmund Spitz, Rolleder, Edmund Mayer, Karl Julius Pappenheim, dann Direktor Stromer von der Samenversuchsstation, Theaterdirektor Müller, Dr. Ferdinand Kronawetter, Kommerzialrat Hacker, in Vertretung des Brauherrenvereines Direktor Erhardt und Sekretär Dr. Sonndorfer, die Brauherren Viktor von Mauthner und Leopold Löwy, Direktor Schuster vom Pilsner bürgerlichen Brauhaus, Direktor Dr. Karl Metzer der mährischen Lokalbahnen, Rabbiner Dr. Feuchtwang, Dozent Dr. Heinrich Neumann, Primararzt Dr. Latzko, Architekt Gärtner, Dr. Goldberger, die kaiserlichen Räte Engel v. Janofi, Wortmann, Ruczizka und