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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-05-22 · 21 (22.5.1908) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
21 (22.5.1908)
Date
1908-05-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Rr. 21 Dr. Wlocb's Mocbenscbrlrr. Sette 383 Ci« «euer Kehrplan für den Religionsunterricht a« Kolksunk Klirgerschnle« i« Mir«. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien veröffentlicht hiermit. in Ausführung eines Plenarbeschlusses den Entwurf eines neuen Lehrplanes für den Religionsunterricht an den Volks- und Bürgerschulen zu dem Zwecke, daß den sich für denselben interessierenden Kreisen (Eltern und Fachmännern) Einblick in denselben geboten und die Gründe für die Ausarbeitung dieses Entwurfes dargelegt werden. Schon im Jahre 1900 trat der Vorstand an die Konferenz der Religionslehrer an den Volks- und Bürgerschulen mit der Aufforderung heran, einen Lehrplan, gestützt auf die gewonnene Erfahrung, auszuarbeiten. Der aus dieser Körperschaft gewählte Ausschuß und das hiezu bestimmte Komitee haben ihr Bestes getan, um die mit großen Schwierigkeiten verbundene Aufgabe auf Grundlage des alten Lehrplanes zu lösen. Allein der so ins Leben gerufene Lehrplan zeigte bei vielen Vorzügen mancherlei Mängel. Es wurde nämlich das praktische Moment weniger berücksichtigt, so daß die israelitische Schuljugend die Vertrautheit mit dem Gebetbuche und der Liturgie nicht in jenem Maße erlangen konnte, das zur Teilnahme derselben an dem öffentlichen Gottesdienste unbedingt notwendig, aber bei der geringen wöchentlichen Stundenzahl sehr schwer zu erreichen ist. Wenn auch nicht zur gänzlichen Behebung dieser Schwierigkeit, so doch zur möglichen Verminderung derselben hält der Vorstand den gegenwärtigen Zeitpunkt umso geeigneter, als auch das hohe k. k. Ministerium, für Kultus und Unterricht einen neuen Lehrplan für Bürgerschulen herausgegeben hat. Wie der nunmehr in Kraft getretene Normal-Lehrplan des k. k. Ministeriums geht auch der vorliegende Lehrplan- Entwurf von dem Gesichtspunkte aus, daß den Anforderungen des praktischen Lebens mehr Rechnung getragen werden müffe. Der pädagogische Grundsatz, daß Lehre und Uebung Hand in Hand gehen müssen, gilt wie bei jeder Disziplin auch beim Religionsunterrichte, zumal in Bezug auf die anzubahnende Teilnahmsfähigkeit der Jugend am öffentlichen Gottesdienste. Daher strebt der vorliegende Entwurf in erster Linie an, daß die israelitischen Schüler schon in der Volksschule die technischen Schwierigkeiten im Hebräischlesen überwinden sollen, so daß der Bürgerschule eine breitere Basis für den Unterricht in der jüdischen Geschichte und den Bibelunterricht im Urtexte (für Knaben) in der deutschen Bibellektüre (für Mädchen) geschaffen werde. Damit aber auch das notwendige Verständnis für die Liturgie angebahnt werde, müssen zunächst schon von der dritten Klasse der Volksschule angefangen die wichtigeren Gebetstücke nach Maßgabe der Aufnahmsfähigkeit der Schüler übersetzt, bis zur Vertrautheit mit denselben eingeübt und, von Klaffe zu Klasse fortschreitend, bei steter Wiederholung der bereits in den vorangehenden Klassen übersetzten Gebete diese zum geistigen Eigentum der Schüler gemacht werden. Da beim Religionsunterricht das erziehliche und gemütbildende Moment in den Vordergrund zu treten hat, müssen auch der Geschichtsunterricht, die deutsche Bibellektüre, die Religions- und Pflichtenlehre sorgfältig behandelt werden. Bei der Behandlung des Geschichtsunterrichtes soll insofern eine Aenderung eintreten, daß an Stelle der systematischen Geschichte die Vorführung von Geschichtsbildern gewählt werde. Diese haben den Vorzug, daß sie mit Hinweglassung des Nebensächlichen nach allen Seiten abgegrenzt und in sich geschloffen auf das kindliche Gemüt bester einzuwirken vermögen. Wenn dann die Hauptfaktoren der Erziehung, nämlich Elternhaus, Lehrer und Schule, einträchtig Zusammenwirken, dann ist wohl der erwünschte Erfolg zu erhoffen. Die Heranwachsende Jugend wird nicht nur in ihrem religiösen Empfinden einen festen und sicheren Halt für den späteren Kampf im Leben besitzen, sondern sie wird sich auch durch Glaubenstreue und Hingebung für die angestammte Religion als eine feste und sichere Stütze des Judentums bewähren. Entwurf des Lehrplanes für den israelitischen Religionsunterricht an de» Volksschulen für Knaben und Mädchen in Wien. A) Volksschulen für Knaben. Erste Klasse. a) Erzählungen aus der bibl. Geschichte: 1. Schöpfungsgeschichte (n-i?); 2. Adam und Eva; 3. Kain und Abel; 4. Noa—Sintflut; 5. Abraham (Berufung, Friedensliebe, Tapferkeit, Gastfreundlichkeit). b) Hebr. Lese n: Nach dem II. Quartal ungefähr die Hälfte der in der eingeführten Fibel enthaltenen Buchstabenübungen. o) Uebersetzen und Memorieren: nnsbisvvv. Zweite Klasse. a) Erzählungen aus der bibl. Geschichte: Wiederholung der für die I. Klaffe vorgeschriebenen Erzählungen und Fortführung der Geschichte Abrahams (Uneigennützigkeit, Menschenliebe. Sarahs Tod, Jsak). b) Hebr. Lesen: Bis zum Ende des III. Quartales vollständige Kenntnis aller Buchstaben mit einschlägigen Leseübungen. Von da ab Lesen in der Fibel TW»' bis j?ow, Tisch- und Nachtgebet je 1. Absatz. e) Uebersetzen und Memorieren: T1^ bis sw- . ä) Benediktionen (ncrc): Brot-, Baum- und Erdfrüchte. Tritte Klaffe. a) Bibl. Geschichte (Geschichtsbilder): Wiederholung und Fortführung bis Josef in Egypten. 1. Abraham; 2. Sarahs Tod; 3. Eliesers Pflichttreue; 4. Jakob und Esau; 5. Jakobs Traum; 6. Jakob bei Laban; 7. Jakobs Heimkehr; 8. Jakob erhält den Namen Israel; 9. Josef und seine Brüder; 10. Josef wird nach Egypten verkauft. b) Hebr. Lesen: Wiederholung der Buchstaben und Lesen rnrp masr ,-p-ijnsei bis §22?; Tischgebet 1. Absatz. Nachtgebct 1. Absatz, Jugendgottesdienst. e) Uebersetzen und Memorieren: §vw bis -prwai, Tischgebet bis Nachtgebet bis '2§2§ °7§. Vierte Klaffe. a) Bibl. Geschichte (Geschichtsbilder): Wiederholung und Fortführung der Geschichte Josefs bis einschließlich Offenbarung. 1. Josef im Kerker; 2. Josef vor Pharao; 3. Reise der Brüder Josefs nach Egypten; 4. Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen; 5. Jakob zieht nach Egypten; 6. Jakobs und Josefs Tod; 7. Die Israeliten werden in Egypten bedrückr; 8. Mose; 9. Mose und der brennende Dornbusch; 10. Mose und Ahron vor Pharao; 11. Die zehn Plagen; 12. Auszug aus Egypten; 13. Züge durch die Wüste (Marah, Elim. Sm, Rephidim); 14. Sinai Offenbarung, die zehn Gebote. Festtage. d) Hebr. Lesen: nanw : rv-inw nbsn ,-p-iw bis §av bis new1? Jugendgottesdienst. e) Uebersetzen und Memorieren: Wiederholung. Ferner: rnvinp ..*mnn rann ,'rr§ nsm .sm new ».t je» -p-o wnpn bis n’ima i:n;m .-pbo' .rnaa -p-:: »wnp wnp wnp -ins tawi bis “ibab *n ".ni -sin. Fünfte Klaffe. a) Bibl. Geschichte (Geschichtsbilder): Wiederholung und Fortführung bis zum Tode Moses. 1. Das goldene Kalb; 2. Die zweiten Tafeln; 3. Das Stiftszelt; 4. Nadab und Abihu; 5. Gräber der Lüsternheit; 6. Die Kundschafter; 7. Korah; 8. Mirjams Tod, Haderwafser, Ahrons Tod; 9. Eroberung des ostjordanischen Landes; 10. Balak und Bileam; 11. Josua wird zum Nachfolger Moses bestellt; 12.. Moses Tod.

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