Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 17 (24.4.1908)
- Date
- 1908-04-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 17 Dr. Blocb’s Mocdenscdrltt. «fit» 319 gebürtig, ist aus dem Judentum ausgeschieden und Dissident geworden. Seine Frau ist nicht Dissidentin, sondern dem Christentum treu geblieben. Die rituelle Aufsicht aber führt ein Rabbiner Dr. Salo Stein, Prediger im Synagogenverein Ahawas Scholaum. Notizen. Wiener Versicherungsgesellschaft. Unter dem Vorsitze des Verwaltungsratspräsidenten Herrn Paut Ritter von Schoeller hat die Wiener Versicherungsgesellschaft am 4. d. M. ihre 27. ordentliche Generalversammlung abgehalten. Vor Erledigung der Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem mit Tod abgegangenen verdienstvollen Verwaltungsratsmitgliede Herrn Friedrich S u e ß, welcher seit der Gründung der Gesellschaft der Verwaltung derselben angehörte, einen ehrenden Nachruf. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß das Jahr 1907 sowohl in der Feuerals in der Hagelversicherungsbranche äußerst schadenreich war, daß aber die Gesellschaft dank den bedeutenden Erträgnissen ihrer Fonds nichtsdestoweniger in der Lage ist, ein Ergebnis auszuweisen, welches es ermöglicht, nicht nur die verschiedenen Reserven entsprechend zu dotieren, sondern auch den Aktionären eme gleich hohe Dividende wie im Vorjahre zu bieten. In der Feuerversicherungsbranche sowie in den Nebenbranchen wurden Werte im Belaufe von K 2.074,511.356 versicliert und eine Prämieneinnahme von K 10,849.530 erzielt, wogegen die Schadenzahlungen unter Berücksichtigung der pendenten Schäden K 7,194 339 betrugen. In der Transportversicherungsbranche wurden nach einem Versicherungswerte von K 81,849.591 zuzüglich der Polizzengebühren K 617.570 an Prämien vereinnahmt, dagegen beliefen sich die bezahlten und reservierten Schäden auf K 346.851. Die Versicherungssumme in der Hagelversicherungsbranche betrug K 49,687 016, die Prämieneinnahme K. 1,406.963, während für Schadenzahlungen K 1,678.312 verausgabt wurden. DaS Portefeuille der in späteren Jahren fälligen Prämienscheine bezifferte sich Ende des Jahres 1907 auf K 23,337.914. Die Fonds der Gesellschaft betrugen mit Schluß des Jahres 1907 K 8,584.622 und erscheinen durchwegs in erstklassigen Werten plaziert. Nach Erteilung des Absolutoriums wurde beschlossen, von dem Reingewinne pro K 453.859 nach Kürzung der statutenmäßigen T antiemen an den Verwaltungsrat und Vorstand a) dem allgemeinen Kapitalreservefonds K 50.000 zuzuwenden, wodurch derselbe die Höhe von K 1,000.817 erreicht; bi dem Pensionsfonds der Beamten und Diener der Gesellschaft die laut Statut zugesicherte Beitragsleistung, welche pro 1908 K 48.770 betragen würde, auf K 50.000 abzurunden und zuzuwenden, wonach sich das Vermögen dieses Fonds aus L 656.029 beläuft; e) K 260.000 als Dividende zu verteilen, mithin den Koupon Nr. 87 mit K 26 ab 6. April a. c. zur Einlösung zu bringen und den Rest von K 60.994 auf Rechnung des Jahres 1908 vorzutragen. Bei der vorgenommenen Wahl wurde Herr Karl Ritter v. Rasp, königlich bayrischer Regierungsdirektor und Generaldirektorder Bayrischen Versicherungsbank-Aktiengesellschaft, in den Verwaltungsrat neu- und die Herren Rudolf Durst, Max Chavanne und Stephan Ritter v. Galatti zu Mitgliedern des Revisionsausschusses wiedergewählt. (Wiener Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt.) Die (26.) ordentliche Generalversammlung der Wiener Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt wurde am 4. d. M. unter dem Vorsitze des Verwaltungsratspräsidenten Herrn Paul Ritter v. Schoeller abgehalten. Der vorgelegte Bericht des Vorstandes gedenkt zunächst in warmen Worten des Ablebens des Herrn Friedrich Sueß, welcher dem Verwaltungsrate der Anstalt seit deren Gründung angehört hatte, und weist sodann darauf hin, daß sich die Anstalt im Berichtsjahre 1907 in befriedige der Weise weiterentwickelt, ihren Geschäftsstock erheblich vermehrt und die Reserven und Rücklagen um ein Bedeutendes vergrößert hat. Die Neuproduktion des Jahres 1907 beträgt Kr. 16,032.511 versichertes Kapital und Kr. 75.934 Rente; der Reinzuwachs beläuft sich auf rund 4 Millionen Kronen versichertes Kapital und Kr. 5100 versicherte Rente, so daß Ende 1907 der Gesamtversicherungsbestanb 35.114 Polizzen über Kr. 127.510.484 versichertes Kapital und Kr. 391 669 umfaßt. Die Gewährleistungsfonds der Anstalt betragen Ende 1907 Kr. 37,732.319. Von dem Gewinnfonds der Versicherten pro Kr. 557.425 gelangt ab 15. Juli 1908 ein Gewinnanteil in der Höhe von 40 Perzent der Jahresprämie an die bezugsberechtigten Parteien zur Verteilung. Die seitens der Anstalt bisher geleisteten Auszahlungen beziffern sich auf Kr. 27,414.447. Nach Erteilung des Absolutoriums wurden die Vorschläge bezüglich der Verwendung des Reingewinnes pro Kr. 474.008 genehmigt und wird der Koupon Nr. 26 ab 6. April d. I. mit Kr. 30 eingelöst. Von den nach Abzug der 7'/,prv',entigen Dividende pro Kr. 225.000 und der statutarischen Dotationen pro Kr. 28.003 verbleibenden Kr. 221.004 werden Kr. 40.000 dem Fonds der mit dem Gewinnanteil Versicherten überwiesen, Kr. 20.000 dem Pensionsfonds der Beamten und Diener der Anstalt zugeführt und Kr. 36.000 in die Hauszinssteuer und Jmmobilienreserve hinterlegt, während der verbleibende Restbetrag von Kr. 125.004 auf Rechnung des nächsten Jahres vorgetragen wird. Bei der vorgenommenen Ergänzungswahl wurde Herr Leopold Pollak Edler von Parnegg in den Verwaltungsrat der A istalt neugewählt. Am 19. April ist in Frankfurt a. M. unser hochverehrter Freund Charles L. Hallgarten Mitglied des Zentral-Komitees und Vize-Präsident der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle nach kurzem Krankenlager dahingegangen. Wir geben von diesem schmerzlichen Ereignis in tiefer Ergriffenheit Kenntnis. In dem Entschlafenen verlieren wir den treuesten Berater, den tatkräftigsten Förderer. Sein Wirken aber wird in unserem Erinnern und in der Geschichte unserer Gemeinschaft fortleben und für alle Zeit vorbildlich bleiben. ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE Paris Berlin NARCISSE LEVEN LUDWIG MAX GOLDBERGER Aufruf! Der humanitäre Verein zur Unterstützung Jüdischer Kurbedürftiger in Wien hat es sich zur Aufgabe gestellt, der Not und dem Elend, welches unter den jüdischen Glaubensgenossen herrscht, dadurch Abhilfe zu schaffen, dass er den Aermsten der Armen, den mittellosen Kranken, das Aufsuchen eines Kuioites ermöglicht. Trotz des erst zweijährigen Bestandes ist es dem Vereine gelungen, aus seinen bescheidenen Mitteln 35 Kranken den Aufenthalt in Karlsbad und 2 Armen die Kur in Gleichenberg zu ermöglichen. Ueberdies wurden während des zweijährigen Bestandes an Unterstützungen für solche Personen, welche laut ärztlichen Attestes zur Erlangung ihrer Gesundheit eines Aufenthaltes in einem Kurorte dringend benötigen, insgesamt K 2575 ausbezahlt. Durch die Tätigkeit des Vereines wurde eine grosse Anzahl von Existenzen gerettet und vielen Familien der Ernährer erhalten. Bei den beschränkten Mitteln des Vereines müssen jedoch alljährlich Hunderte von Gesuchen solcher Fersonen, welche einer Unterstützung würdig wären, abgewiesen werden. Die Vereinsleitung hat nun in ihrer Sitzung vom 2. April 1908 beschlossen, aus Anlass des 60 jährigen Regierungsjubiläums Seiner kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät des Kaisers Franz Joseph I. eine Stiftung zum Zwecke der Errichtung einer Kuranstalt in Bad Hall ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke hat der Verein aus seinem aus K 40.000 bestehenden Reservefond einen Betrag von K 2000 festgelegt. Dieses Kapital soll durch freiwillige Spenden auf eine entsprechende Höhe gebracht werden, um Gedeihliches schaffen zu können. Die gefertigte Vereinsleitung erlaubt sich nun an alle Wohltäter die Bitte zu richten, zur Unterstützung seiner Zwecke einen entsprechenden Beitrag widmen zu wollen, welcher zur Vermehrung dieser Stiftung dienen soll und ist jeder, auch der kleinste Beitrag willkommen. Spenden werden von dem Obmanne des Vereines, Herrn Dr. J. Braun, II., Taborstrasse 52 a entgegengenommen und dankend quittiert. Human. Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger Protektor: Lektor M. Friedmann Wien, II., Josefinengasse 7. Schriftführer : Obmann: Sam. Sperling Dr. J. L. Braun Bank-Beamter Wien, II., Gr. Stadtgutg. 7 II., Rembrandtstr. 19 Jakob Heber Schirmfabrikant Wien, II., Glockengasse 25. Dr. Oscar Jacobini M. R. Salzmann Hof- und Gerichtsadvokat k. k. Professor II., Taborstrasse 11. II., Taborstrasse 51 Moritz Rosenblatt Bankbeamter Wr. Giro- und Kassen-Verein.