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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-04-24 · 17 (24.4.1908) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
17 (24.4.1908)
Date
1908-04-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr- 17 Nr. Mscv's MlocvensLvrui Seite 313 Gewählt erscheinen in der Reihenfolge der Stimmen von Moslims: Essad Efendi Kulovic, Dr. Helidbeg, Hrasnica, Essad Efendi Uzunic, Sulejmanbeg Sulejmanpasic. Rizabeg Rapetanovic. Hamdibeg Mutevelic, Mujaga Svrzo und Muhamed Efendi Curcic; von Serben: Dr. Diogen Petrovic, Jovo Mitricevica, Nikola Rajkovic und Kosta Dimitrijevic; von Katholiken: Jvfef von Vancas, Dr. Nikola Mandic, Ivan Matifevic und Peter Zelenika; von Israeliten: Salamon I. Salom und Josef Z. Danon. Feuerbestattung. Ueber „Feuerbestattung im Judentum" schreibt die neueste Nummer der Zeitschrift zur Förderung der Feuerbestattung „Die Flamme": „Der Erfurter Verein für Feuerbestattung hat auf die Frage, welche Stellung die dortige Synagogengemeinde zur Beisetzung der Asche auf ihrem Friedhof und zu der Feuerbestattung überhaupt einnehme, folgende Antwort des Vorstandes der Synagogengemeinde erhalten: „Erfurt, den 22. Februar 1908. Auf das gefällige Schreiben vom 1. Dezember v. I. erwidern wir ergebenst, daß wir die Beisetzung von Aschenresten bezw. Aschenurnen auf unserem Friedhofe unter der Bedingung gestatten wollen, daß in jedem Falle eine Grabstätte erworben und die Verpflichtung zur ordnungsmäßigen Pflege derselben übernommen wird. Was die religiöse Feier betrifft, so ist der derzeitige Rabbiner bereit, diese vor der Verbrennung entsprechend im Hause des Verstorbenen oder in der Leichenhalle abzuhalten. Wir werden auch in allen Fällen, in denen dies beantragt werden sollte, gestatten, daß bei der Beisetzung eine uns genehme Person das auch in Berlin und Breslau zugelassene Gebet verrichtet." Ein Interview mit Alfred Dreyfns. Aus Rom wird uns berichtet: Ein Mitarbeiter der „Interparlamentarischen Revue" hatte eine Unterredung mit Alfred D r e y f u s, der sich seit einigen Tagen in Rom aufhält. Major Dreyfus erklärte, seine Reise nach Italien und seine Zusammenkunft mit Björnsterne Björnson hängen durchaus nicht mit der ihm zugeschriebenen Absicht zusammen, weitere Schritte zu seiner Rehabilitierung zu unternehmen. Er sei mit seiner gegenwärtigen Lage vollkommen zufrieden, da die Gerechtigkeit ihm Alles gegeben habe, was sie ihm schuldete. Seine Zusammenkunft mit Björnson sei seinerseits ein Akt der Dankbarkeit und der Freundschaft. Auf die Frage, was er über , den Rassenhaß, dessen Opfer er in so furchtbarer Weise geworden, denke, sagte Dreyfus: „Ich bin überzeugt, daß die Menschheit einer besseren Zukunft entgegengeht und daß eine Zeit kommen wird, in der es keinen Rassenkampf mehr geben wird. Er beschäftigte sich gegenwärtig mit soziologischen Studien. Dreyfus fügte hinzu: „Wer so viel gelitten hat, wie ich, und wer so viel Beweise der menschlichen Solidarität erhalten hat, der kann nur in dem Triumphe der sozialen Solidarität die Zukunft erblicken. Gefragt, ob der lange Aufenthalt auf der Teufelsinsel seinen Gesundheitszustand nicht untergraben habe, sagte Dreyfus, es seien ihm aus der Zeit seiner Drangsale nur periodische Fieberanfälle zurückgeblieben. Neue Pogroms? Russische Ostern, die klassische Zeit der Pogroms, steht vor der Tür, und Meldungen aus den großen russischen Städten, die der „Ruff. Korr." zugehen, berichten auch von einer Reihe beunruhigender Symptome, die auf den baldigen Ausbruch neuer Judenhetzen hindeuten. Der Ton in der Presse des Echtruffischen Verbandes wird täglich aufreizender. Die Ermordung eines jüdischen Kaufmanns in Odessa durch einen Verbändler wird als erste Warnung bezeichnet. Infolge der von der Linken eingebrachten Interpellation über die Tätigkeit des Gouverneurs Dumbadse in Jalta droht das Verbändlerorgan „Rußkoje Snamja" Rache. Es schreibt drohend, die Rächer seien am Leben. Im Verbände finden geheime Konferenzen statt, in denen angeblich patriotische Kundgebungen für die Osterseiertage vorbereitet werden. Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet, daß in einer der letzten Nächte Aufrufe folgenden Inhalts vom Verbände verbreitet wurden: „Es naht die Bartholomäus-Nacht; die Stadt ist in Viertel eingeteilt. Nachts, sobald Revolversalven ertönen und die Häuser in Flammen aufgehen, dringet in die Wohnungen der Juden und ermordet alle." Die Lage ist besonders ernst, weil die Regierung durch täglich neue Maßregeln gegen die Juden die Tätigkeit der Verbändler ermuntert. Aus einer Reihe von Städten kommen Meldungen über Ausweisungen von Juden. Die Regierung geht so offen mit dem Verbände Hand in Hand, daß im offiziellen Regierungsblatte die Verleumdungen der Verbändlerpresse mit wohlwollendem Kommentar abgedruckt werden. So zum Beispiel eine Fabel über Vorbereitungen, die Miljukow treffe, um eine Deputation amerikanischer Juden zu empfangen. Eine hämische Bemerkung, daß Miljukow von den Juden als der moderne Moses der russischen Juden angesehen werde, wird vom Regierungsorgau folgendermaßen zurechtgestutzt: Miljukow sei ein ganz eigentümlicher Moses, er strebe mehr danach, jüdisches Geld zu bekommen, als der Retter der Juden zu sein. So wird die Erfindung, daß Miljukow nach Amerika gegangen sei, um von den Juden dort Geld zu erhalten, von der Regierung selbst verbreitet. Kein Wunder, daß durch solch offenes Handinhandgehen der Regierung mit den Verbändlern die echten Russen immer zuversichtlicher werden. Die Begnadigungen der Verbändler, die wegen Verbrechen verurteilt find, dauern fort.. Die russische Regierung und die Der „Pester Lloyd" erhielt folgendes Telegramm: Petersburg, 15. April. Der Direktor der jüdischen Kolonialgesellschaft in Paris, Meyersohn, ist auf Berufung der Regierung zu dreiwöchentlichem Aufenthalte hier ein getroffen. Es handelt sich um die Massenansiedlung von Juden, welche die Regierung mit Hilfe der Kolonialgeseüschaft organisieren will. Dieses Projekt wurde einst von dem seither verstorbenen Baron Hirsch der russischen Negierung unterbreitet; jetzt soll auf dasselbe zurückgegriffen werden. Wohin der Auswandererstrom gelenkt werden soll, ist noch nicht festgestellt. Hiezu sei bemerkt, daß die russischen Blätter wohl die Meldung von der Berufung des Direktors Meyersohn nach Petersburg verzeichnen, aber von dem im Telegramme des „Pester Lloyd" erwähnten Plane nichts wissen. Hingegen hebt die Petersburger „Rjetsch" die interessante Tatsache hervor, daß die Regierung Herrn Meyersohn über die Zeit der Konferenzen ein „dreiwöchentliches Wohnrecht in Petersburg zusicherte". Das neue englische Ministerium und seine jüdischen Mitarbeiter. Englische Tageslätter melden, daß der neue englische Premier Mr. Asquith den gewesenen Untersekretär Mr. Herbert Samuel eine höhere Stelle in seinem Kabinet angeboten habe. Mr. Samuel, habe jedoch gebeten, ihn in seiner bisherigen Stellung zu belassen, um das neue Kinderschutzgesetz, das e n Werk Samuels ist und demnächst ins Unterhaus gelangen soll, endgiltig vorbereiten und vertreten zu können. Ministerpräsident Asquith habe nun diese Argumente gewürdigt, sich jedoch Vorbehalten, nach Durchführung dieses Gesetzes die wertvolle Kraft, als welche Mr. Samuel sich erwiesen, für einen höheren Posten in Anspruch zu nehmen. Dieselben Blätter melden auch, daß Mr. Asquith das jüdische Parlamentsmitglied Hon. E. S. Montagu zu seinem Privatsekretär ernannt hat. Mr. Montagu war zur Zeit, als Asquith Schatzkanzler war, dessen parlamentarischer Sekretär. New-Aork. Wie „Newyork Herald" meldet, ist in New-Orleans Congreßman General Adolf Meyer im Alter von 66 Jahren gestorben. General Meyer wurde im Jahre 1842 in Natchez (Mississippi) geboren, absolvierte die Universität, in Virginia und trat im Jahre 1862 in die konföderierte Armee ein, wo er es durch seine Tüchtigkeit allmählich •.uni Range eines Generaladjutanten gebracht hatte. Nach Beendigung des Krieges wurde er das Oberhaupt einer großen Baumwoll- und

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