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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-08-17 · 16 (17.8.1908) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
16 (17.8.1908)
Date
1908-08-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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«rite 300 wv. Llocb's Mocbenscbrrre. Nr. 16 Reiß 6, Melder °5, Back zun., Gap 6, Alfr. Schreyer 4, Berth. Langer 2, Wallifch 4, Kaufmann 4, Leop. Spira 10, Wottiz4, Michel Chameides 4, Hugo Wassermann 10, Th. Roubitschek 6, Muckenbrunn 5, Spojovaca 10, Sch. Neumann 5, Dora Stein 10, Teltscher & Weidholz 10, Moritz Deiches 6, Jost Halporn 6, Fried 6, Weiß 6, Familie Fischer 5, Familie Teichtner 6, Hch. Spitzer 6, Sigm. Gleisinger 5, Max R. v. Guttmann 10, Dr. Alfr. Lederer 10, Borges L Herschmann 3, Jakob May 15, Heinr. Fanto 5, Amalia Löwenheck 2, Johann Karst 1, Herrm. Feiler 2, Karl Hirsch 10, L. Eppinger L Söhne 2, Leop. Sachs 10, Carl Heiringer 5, Heinrich Franks Söhne 6, St. Fernolendt 2, Mark. Feldner 4, Otto Deutschendorf 10, Jakob Schwarz 2, Dr. Johann Sobelsobn 6, Em. Robitschek 4, Franz Sommer 2, Rudolf Taussig 2, S. Wolkenfeld 2, Kraus L Stern 2, Johann Koleny 2, Mark. Feldmann 4, Seidl 2, Pollak L Neuron 6, Underin 4, Reich 5, Königstein 8, Saudor Schwarz 5, Karl Rosner 5, Hartl 4, Gutramsdorf 10. Eisfabrik 5, Ehrlichhof 10, Bäljky 10, Jakob Wolfer, Moritz Schick 10, Jakob Kohn, Jg. Körner, Em. Lustig, Moritz Rotier 6, Ed. Süß 10. Jakob Mund 10, Beruh. Beck 10, Oposchinsky 10, Sigm. Frommer 10. Jg. Barcheles 6, Jg. Feit 10, Feutl 2. Gem.-Rat Urban 6, C. Karvel 8, Breicha 10, Tauski 5, Vielgut 8, Sigm. Politzer 4. Doktor Nathan Weinstein 4, Dr. Carl Weißenstein. Zahnarzt 10, Dr. Max Weißenstein, Advokat 20 und Herr Adolf Löwy, XX., Brigittaplatz, Kronen 10. (Wird fortgesetzt.) Disziplinarverfahren gegen Dr. Porzer. Der Disziplinarrat der Advokatenkammer hat in der letzten Sitzung einstimmig beschlossen, gegen den Vizebürgermeister Dr. Josef Porzer das Disziplinarverfahren einzuleiten. Gegen Dr. Porzer ist vor einiger Zeit die Anzeige erstattet worden, er habe als Advokat eine durch das Gesetz verbotene Doppelvertretung geführt und dabei eine der beiden von ihm vertretenen Personen in ihren Rechten geschädigt. Dieses Verfahren, - wie es nun gegen Dr. Porzer geführt wird, kann nach dem Gesetz nicht sofort nach Einlauf der Anzeige eröffnet werden. Die Anzeige muß erst vom Kammeranwalt und von einem eigens dazu bestellten Referenten geprüft und es können auch Vorerhebungcn gepflogen werden, was in dem Falle Porzers zweifellos geschehen ist. Erst nach Entgegennahme des Berichtes, der dem Disziplinarrat erstattet wird, beschließt dieser, ob Grund zur Disziplinarbehandlung des beschuldigten Advokaten vorhanden ist oder nicht. Im Falle Porzer hat nun der Disziplinarrat gefunden, daß Grund zur disziplinären Verfolgung Porzers vorhanden ist. Austritte aus dem Judentum vom 5. biß 11. April 1908. Brüll Arthur, Baukommissär, geb. 1876, Wien, IX., Sechsschimmelgasse 25. Fantl Karl, Müller in Königstadtl. Karp Arnold, Privat-Angestellter, geb. 1873, Wien, IX., Sechsschimmelgasse 22. KOhn Ernst, Dr., Chemiker, geb. 1883, Wien, II., Czerningasse 7. Kohn Gustav, Ingenieur, geb. 1872, Prag, IX., Rothe Löweng. la. Kulka FrltZ, stud. jur.. geh. 1884, Wien, II., Ob. Donaustr 47. LustlQ Erwin, absolvierter Jurist, geb. 1884, Wien, IX., Hahng. 9. Margulies Leon, Hilfsarbeiter, geh. 1881, Husyatin, II., Blumauergasse 7. Pick Charlotte, Private, geb. 1882, Pressburg, III., Hauptstr. 114. Prlbram Hans, Dr., geb. 1874, Wien, I., Parkring 18. Hanzenhofer Elvira Karollne, geb. 1876, Wien, X., Schrötterg. 56. Rossauer Anna Marie, geb. Beck, Private, geschieden, geb. 1874, Wien, IX., Sobieskigasse 25. Sternbacb Marcelllne, Private, geb. 1872, Wien, II., Kaise Josefstrasse 35. Steiner Aron Arnold, geb. 1884, Stanislau, XVI., Schinaglgasse 9, Theumann Valerie, Konzertsängerin, geb. 1875, Wien, II., Praterstrasse 8. Austerlitz. (Todesfall.) Herr Johann Mandl, Sekretär der isr. Kultusgemeinde, hat einen schweren Verlust erlitten durch den Heimgang seiner Gattin, Frau Rosa Mandl, die am 5. April im 51. Lebensjahre verschieden ist. Die Beerdigung fand am Dienstag den 7. April in Brünn statt. Rewnitz. In einer der Nummern des letzten Jahrganges dieser Zeitschrift wurde berichtet, daß Herr Katz aus Chomle bei Radnitz zuw siebentenmale zum Gemeindevorsteher von Chomle gewählt wurde. Heute obliegt mir die traurige Pflicht, von dem Ableben dieses Mannes zu berichten. Er war durch mehr als dreißig Jahre Mitglied des Vorstandes der Kultusgemeinde Radnitz, Tempelvorsteher und Borsteher-Stellvertreter. Mitglied des Ortsschulrates in Radnitz, Vizepräsident des Handelsgremiums in Radnitz und vieler anderer Vereine. Was wir an Karl Katz zu beklagen haben, das ist der Verlust nicht bloß eines musterhaften Gatten und Vaters, eines edlen Menschen, der willig und gern Jedem mit Rat und Tat geholfen, sondern eines wahrhaft frommen Juden, wie sie leider jetzt so selten zu finden sind, ein genauer Kenner des Hebräischen und der Religionswissenschaften. Durch viele Jahre betete er das Mtnchagebet am Versöhnungstage, jedes Wort zeigte von einer Innigkeit des Gefühles, das jeden Zuhörer erbauen mußte. Während seiner Krankheit war es stets seine Sorge, wie er am wird in den Tempel kommen können bei seinem Leiden, er wollte es durchaus nicht gelten lassen, daß er krank sei, um seine Gattin und Kinder nicht zu betrüben. Er starb wie ein wahrer rtDa ohne jeden Todehkanipf, stand am Fenstrr und schaute hinaus, da befiel ihn ein Anfall, das Herz, das kranke, versagte den Dienst und er starb in den Armen feines ältesten Sobnes, sanft wie er gelebt. Von seiner großen Beliebtheit bei Alt und Jung, ohne Unterschied des Glaubens, deß war sein Begräbnis (26. März) beredter Zeuge. Eine solches Geleite eilem toten Israeliten hat Radnitz noch nicht gesehen, nicht bloß die große Zahl der Verwandten und Freunde, sämtliche Ortsbewohner — Groß wie Klein — die sämtlichen Mitglieder der Kultusgemeinde Radnitz und der umliegenden Gemeinden, Deputationen des Stadtrates mit dem Bürgermeister, des Ortsschulrates mit dem Pfarrer P. W. Dvorak, des Handelsgreminms, der Feuerwehr und eine nnüberseh''are Schrr anderer Trauergäste aus Pilsen, Klattau, Neuern, wo er Verwandte hatte. Im Trauerhause hielt ihm Rabbiner A. Stein einen tief empfundenen Nachruf, indem er dessen musterhaftes, streng frommes Familienleben, seine strenge Rechtlichkeit, seinen Biedersinn, seine Tätigkeit als Tempelvorsteher usw. in unserer Gemeinde nnd insbesondere seine Bescheidenheit schilderte. Am Friedhofe nahm er Abschied vom toten Freunde und kein Auge blieb tränenleer. Jägerndorf. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hat vorige Woche einen schweren, herben Verlust erlitten. Dienstag den 8. d. M. ist eines ihrer ältesten und würdigsten Mitglieder, Herr Adolf Markus Buber. nach langem schweren Leiden verschieden und, hat die ganze Gemeinde in tiefe Trauer versetzt. Der Verblichene dürfte mit Recht der Vater der Gemeinde genannt werden. Denn schon vor 10 Jahren war er Vertreter des damaligen Kultusvereines und hat durch sein eifriges Streben und rastloses Bemühen einen schönen Tempel erbaut und einen Friedhof errichtet, somit alle Bedingungen erfüllt, welche die Gründung einer selbständigen Kultusgemeinde möglich machten. Als diese 1877 erfolgt war, widmete er sich mit stillem Eifer, mit Bescheidenheit, Klugheit und Friedensliebe den Verwaltungsgeschäften, so daß alle Gemeiudefragen sich glatt und ruhig, ohne Widerstand und Opposition abwickelten. So ist mit ihm ein Mann aus dem Leben geschieden, der zu den Zierden des Judentums gezählt werden kann, der bei seiner reichen, allgemeinen Bildung ein tiefes, jüdisches Wissen besaß, der hilfreich und gütig jedem Armen und Bedrängten jederzeit seinen Beistand gewährte, der mit seltener Pflichttreue und Opferwilligkeit seine Ehrenämter verwaltete, bis ihn körperliches Siechtum zwang, die Führung der Gemeinde niederzulegen, bei welcher Gelegenheit er einstimmig zum Ehrenvorsteher und Ehrenmitglied der Chewra-Kadischa ernannt wurde Die Trauer um ihn in der Gemeinde ist eine tiefe und allgemeine, denn er war ein edler Mensch und ein vornehmer Jude. A. A. Lobositz (Leichenbegängnis.) Am 5. d. M. wurde hier Herr Rabbiner Heinrich Brock im Alter von 42 Jahren zu Grabe getragen. Nach dreizehnjähriger, pflichttreuer Tätigkeit in Bilin war es dem so früh Verstorbenen kaum ein Jahr gegönnt, in der hiesigen Gemeinde zu schaffen. Das Leichenbegängnis, an dem alle Kreise der Stadt und Umgebung, die Schuljugend voran, teilnahmen, zeigte von dem kurzen, aber nachhaltigen Wirken des Verblichenen. Am Friedhofe würdigte der Rabbiner der Nachbargemeinde, Herr Dr. Morgenstern aus Leitmeritz, in ergreifender Rede die Verdienste des Verklärten, worauf der Kultusgemeindevorsteher Herr Dr. Gläfiner, Lobositz, und Herr Rabbiner Löwy, Bilin, in ehrenden Nachrufen dem verehrten Seelsorger den Dank aussprachen für seine hingebungsvolle Tätigkeit an den beiden Orten. Galgoez, April. (Brudermahl der Chewra- K a d i s ch a.) Die gräflich Emerich Erdödhsche Herrschaft gab der Galgoczer israel. Kultusgemeinde einen höchst erfreulichen Beweis ihrer humanen und liberalen Denkweise, indem sie auf Ansuchen des Präses der Chewra-Kadischa, Herrn Moritz Zweig, den schon seit mehr als anderthalb Jahrhunderten in Verwendung stehenden jüdischen Gottesacker, welcher bisher das Eigentum der gräflichen Herrschaft bildete, der Gemeinde schenkungsweise überließ. Dadurch fiel jedem hiesigen Israeliten ein Alp vom Herzen, da die Gefahr einer Expropriierung immerhin zu befürchten war. Aus diesem freudigen Anlasse wurde auf Initiative des Vereinspräfes eine Chewra Sude am Erew Rosch Chadesch Nissan veranstaltet, welche den Teilnehmern Zeit ihres Lebens zu den angenehmsten Erinnerungen dienen wird. Es nahmen fast alle Mitglieder : es Vereines an der Sude Mizweh, welch ähnliche schon seit 23 Jahren unterblieben war, teil. Dem Bankette ging ein feierlicher Gottesdienst mit ausgezeichneter Gelegenheitspredigt Sr. Ehrw. Herrn Oberrabiner Josef Rösenfeld voran. Beim Mahle hielten noch geistvolle Reden mit Dibreh Torab, Witz und Humor gespickt die Herren Oberrabbiner Rösenfeld, Moritz Zweig, welcher auf Se. Majestät das Glas erhob, Direktor M. L. Eisler, Bernhard Deutsch, Gemeindepräses Jakob Fuchs, Adolf Hirschfeld, Sekretär N. Vajda u. a. Natürlich fehlte es auch nicht an Danksagungen für den edlen großmütigen Spender Grafen Emerich Erdödy und seinen Güterdirektor Herrn Peter v. Bodo, welcher das Ansuchen des Herrn Präses Zweig warm befürwortete. Triest. Rabbiner Dr. Brettholz ist einstimmig mit den Rechten und-dem Gehalt eines Oberrabbiners hier gewählt worden.

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