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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-04-10 · 15 (10.4.1908) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
15 (10.4.1908)
Date
1908-04-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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belle 280 L»r. Lloev's VSocvenscbrltt. Nr. 15 8re>er Mathilde Johanna, Private, geb. 1874, Mannheim, I., Salzthorgasse 1. Helblihg Susanna, Friseurin, geb 1869, Makala (Bukowina), IX., Rflgergasse 16. Just Karoline, Schneiderin, geb. 1874, Bukarest, II., Klosterneuburgerstrasse 82. Knödl Rosa, Verkäuferin, geb. 1880, Wien, IX., Nussdorferstr. 4. Reitzes Hans,Baukier, geb. 1877, Wien, I., üniversitätsstr. 5. Stern Sophie (Szari), Private, geb. 1888, Gross-Kanisza, XVIII., Schöpenhauersträsse 29. Witrofsky'Egon, Br., Hof- und Gerichts ad vokat, geb. 1873, Brünn, I , Rathausstrasse 17. WohlStefanie, Private, geb. 1877, Wien, III, Salesianergasse 23. Zablocie b. Saybufch. (Fest des Israel. Frauen- Wohltätigkeitsvereines aus Anlaßdes Regierungs- Zu b i l äu m s.) Am 14. März d. I. fand hier im Lokale des Kasinovereines ein feierlicher Abend aus Anlaß des Regierungs-Jubiläums statt. Einqelettet wurde der Abend mit einem Vortrage des Schuldrrettors Schütz, in welchem er die Geschichte der «Ojährigen Regierung schilderte. Hierauf folgten musikalische und patriotische Deklamationen. Zum Schluffe wurde vom ganzen Publikum die Volkshymne stehend «esungen. Den festlich dekorierten Saal — in dessen Mitte die Büste des Monarchen in einem Haine von Blumen aufgestellt war — füllte das Publikum, in welchem sich unter anderem auch der Bürgermeister Schrötter und Knttusvorsteher Dr. Broder befanden — bis auf den letzten Platz Das Hauptverdienst am Gelingen des Festes gebührt der Präsidentin des Frauenvereines Frau Katharina Kohn. Der Franenverein hat im Sinne des vom Monarchen geäußerten Wunsches einen Betrag von 8000 Kronen als Jubiläumsfond zur Erhaltung von Waisenkindern gewidmet. NachOrrf. In Emu«ndiMen i. B. starb am Purim der dorttge Kantor und ReligionSlrhrer Moritz Goldberg im besten Mannesalter. Er verdient eS wohl, daß ihm einige Worte der Erinnerung gewidmet werden. Er war einer von jenen sanften. Wesen einer absterbenden Generation, die still und geräuschlos durchs Leben gehen, deren Wirken und Beispiel aber sich tief in die Umgebung einprägen und deren Lebenswerk erst nach Gebühr geschätzt zu werden anfängt, wenn ihr Verlust beklagt wird. Er besaß ein reiches ialmudisches und profanes Wissen, daS er von Tag zu Tag mit bewunderungswürdigem Eifer mehrte, bei liefe? ungeheuchelter Frömmigkeit einen freien Blick für die Bedürfnisse der Gegenwart, und obwohl wit Kenntnissen äuSgestattet, die eine wett höhere Stellung beanspruchen durfte, als diejenige war, die er bekleidete, war er doch in seiner settenen Bescheidenheit mit seinem enge« Beruf zufrieden, den er freilich wie kein zweiter ausfüllte, ihm eine höhereWeihe verleibend. Ich hatte seine Bekanntschaft inKarlsbad gemacht, wo ihn Wissensdurst drängte, mich aufzusuchen. Aber ich kann sagen, daß ich ebensoviel von ihm gelernt, als er von mir, daß ich in seinem Umgang weit mehr als je von Leuten seines Standes gelernt, und daß es immer eine reine Freude für mich war, von ihm Briefe zu erhallen, die schon durch ihre bloße Fragestellung den wissenschaftlich Strotzenden verrieten und anregend wirtten. Was Wunder, daß er als Mensch ünd Als "Lehrer der Berater seiner Gemeinde und Kollegen geworden, die ihn verehrten und ihm seltene Anhänglichkeit zollten. DiesetzroßeVerehrüng kam dann auch bei seinem Leichenbegängnis zum glänzenden Ausdruck. Nicht bloß die Bürger der Stadt, sämtliche Beamten, auch die Kollegen von nah und fern waren herbeigeströmt, um den wackern Menschen und Lehrer, der durch neunzehn Jahre in feiner Gemeinde segensreich gewirkt, das letzte Geleite zu geben. Seine tiefe Bescheidenheit kam noch mit seinem letzten Atemzuge zum Ausdruck: Er, verbat sich jeglichen Nachruf an feinem Grabe. Der gütige HimiNel tröstt feiste'Witwe mit den zurückgebliebenen vier unmündigen Kindern! Sein Andenken wird in seiner Gemeinde gesegnet bleiben. F. Nerrhaus ^Böhmen)! Fräulein Elsa Singer, Tochter des Hevcn Sigmund Singer, Fabrikanten und Kultusvorstehers in Nenhaus, hat sich mit Herrn Dr. Edwin Kohn, Frauenarzt in Wien,' verlobt. AmMten. (Kultusgemeindewahlen.) Am 24. März d. I. hat die Wahl der Vertretungsorgane unserer Kultusgemeinde stattgeftmden und wurden hiebei in den Ausschuß die Herren Dr. B. Kohn Eman. Schulz, Eman. Wozasek, Sigm. Mahler, Sigm. Mautner uud Adolf Porges wieder- und die Herren Bernhard Heimer, Mor. Greger, Leopold Sommer' neugewäblt. Als Ersatzmänner dieHerren Sälom. Eeidler neu- und Sigmund Mahler—Hausmenning wiedergewählt. Als Vertrauensmänner in den verstärkten Kuttusausschuß die Herren Fel. Moses, D. Kerpen, Gottl. Mahler, Alex. Deutsch wieder-' und die Herren Julius Baumgarte«, Eduard Schauzer, Ignaz M»ler, Ignaz Kraus und Sigm. Schulz neugewähll. Bei der hierauf am 1. April d. I. stattgehabten Wahl in den Kultusvorständ wurde Herr Dr. B. Kohn in Purgstall einstimmig zum KulluSvorsteher wiedergewählt. Zum Kultusgemeinde-Vorsteherstellvertreter wurde Herr Emanuel Wozasek, zu Beiräten die Herren Em. Schulz und Sigmund Mautner einstimmig wiedergewählt. Pisek (Böhmen). Sonntag am 29. März wurde der hiesige Fabrikant Herr Markus Spitz zu Grabe getragen. Der Verblichene erfreute sich ob seiner hervorragenden Kenntnisse, seines liebenswürdigen Wesens und seiner großen Verdienste wegen, die er sich durch Wohlrätigkeit und uneigennützigen Biedersinn erworben, des größten Ansehens. Er war lange Jahre Vorsteher der hiesigen Kultusgemeinde, Vizepräses der Städtischen Sparkassa, Mitglied des Bezirksausschusses, der Stadtvertretung, der Landesjudenschaftsrepräsentanz und vieler humanitärer Vereine. Der gesamte Kultusgemeindevorstand, der Bürgermeister mit dem vollzähligen Stadtrate, der Ausschuß der Bezirksvertretung, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, der Gesamtvorstand der Chewra-Kadischa, Abordnungen der auswärtigen Kultusgemeinden und zahlreicher Vereine, Vertreter der Schulbehörden und eine tausendköpfige Menschenmenge gaben dem Verewigten das letzte Ehrengeleite. In den Straßen, durch welche sich der Leichenzug bewegte, brannten auf Anordnung des Stadtrates die elekrischen Lampen. An seiner Bahre widmeten dem Dahingesäiiedenen Rabbiner Dr. Wilhelm Pollak und Jur.-Dr. Leopold Bloch im Namen des Kultusgemeindevorstandes nur tiefempfundene Abschiedsworte, da der Verstorbene vor seinem Hinscheiden den Wunsch ausgesprochen, seiner Verdienste in den Grabreden nicht zu erwähnen. An seinem Grabe trauern neben der Gattin zwei Töchter und vier Söhne, von denen Herr Jur.-Dr. Rndolf Spitz Advokat und Friedrich Spitz Fabriksdirektor in Wien ist. Budapest. (Ein Akt seltener Pietät.) Vor einigen Tagen sprang der elfjährige Eugen Bermann, Schüler der Oberrealschule im Budapester VI. Bezirke, in der Station Szent-Endre von einem Bahnzuge, noch ehe dieser gehalten hatte, so unglücklich ab, daß der Knabe überfahren wurde und den erlittenen Verletzungen erlag. Als der Professor der Oberrealschule Dr Peter Gereeze, ein bekannter Kunstschriftsteller, vom Unglücksfalle Kenntnis erhielt, begab er sich mit einigen Zöglingen der Anstalt nach Szent-Endre, suchte die Mutter seines unglücklichen Schülers — eine arme jüdische Witwe, die mehrere kleine Kinder hat — auf und drückte ihr namens der Schule und des Profefforenkörpers in herzlichen Worten sein Beileid aus. Dann ging er mit den Zöglingen auf den Friedhof und hielt am Grabe des kleinen Bermann eine tiefempfundene Abschiedsrede, welcke er mit Ermahnungen an die anwesenden Zöglinge verknüpfte. In Szent-Endre hat die schöne Tat des Professors Gereeze tiefen Eindruck gemacht; über die pädagogische Bedeutung dieses pietätvollen Aktes ist wohl kaum ein Wort zu verlieren, er spricht für sich selbst. Sofia. Herr Dr. Rosenwasser, Hörer des hiesigen Hildesheimer Rabbiner-Seminars, ist zum Rabbiner und Schuldirektor der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Sofia, Bulgarien, gewählt n orden. Kattowitz. Wenn unsere geselligen Veranstaltungen den Zweck haben, Stimmung zu machen, die Ortsgruppenmitglieder einander näher zu bringen und die stets darbende Vereinskasse zu stärken, so hat unser diesjähriges Purimfest seine Schuldigkeit getan. Das Programm des künstlerischen Teiles umfaßte musikalische Darbietungen, die Herr Oberkantor Singer als Komponist, Sänger und Begleiter mit dem Glanz seines Talentes erfüllte, Rezitationen zumeist ostjüdischer Dichtungen von Frau Martha Rahmer-Nothmann und unserem bewährten, immer wieder fesselnden Ferdinand Aufricht und eine kurze, die Bedeutung des Festes würdigende Ansprache von Herrn Doktor Stahl-Tarnowitz. Dem ernsten Teil folgte ein fideler Ball, der einen großen Teil des außerordentlich zahlreich erschienenen Publikums bis in die frühen Morgenstunden in echter Purimstimmung zusammeuhielt. Feuilleton. Gras. Ein Frühlingsgedicht in Prosa. Von Morris Rosenfeld. Uebersetzt von Jacob b. Elijah. ... Gras! Wir erblicken junges Gras — und jugendfrische Freude durchzittert die Seele. Es grünt auf dem Felde, es grünt im Herzen. Frühling in der Natur, Frühling in der Brust. Ein Paradies auf Erden, ein Paradies im Herzen. Und aus den Tiefen der Seele ruft geheimnisvoll ein Kuckuck:

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