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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-03-20 · 12 (20.3.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
12 (20.3.1908)
Date
1908-03-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr 12 Dr. Vlocv s Mocvenscvrln. Hebräischer Konversationsklub. Bei der nächsten Zusammenkunft, Samstag den 21. März, präzise 7 Uhr abends (Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1), wird Herr Rabbiner Dr. K. Kupfer einen Vortrag über „M. Lazarus und seine Beziehung zum Judentum" halten. Gäste herzlich willkommen. Akademischer Verein „Jüdische Kultur". Die Chargenwahlen für das laufende Schulsemeiter ergaben folgendes Resultat: oanä. teedn. A. Singer, Präses; eauä. phil. M. S cho r, Vizepräses; eanä. ing. I. Gottlieb, Schriftführer; «and. ing. B. Schajowicz, Bibliothekar; cand. ing. I. Diamant, Kassier. Jüdische Toynbee-Halle XV., Herklotzgasse 21.. In seinem am 14. d. M. vor einem zahlreichen Auditorium gehaltenen Vortrage „D i e Wahrheit im Rechte" entwickelte der bekannte Rechtsanwalt Dr. Schneeberger in ebenso geistreicher wie gemeinverständlicher Weise die Grundlagen des Rechtes und bewies, mit welchen Schwierigkeiten selbst im modernen Rechtsleben die Erforschung der Wahrheit verbunden bleibt. Seine Einstreuungen, den Fall H i l s n e r betreffend, fanden verständnisinnigen Beifall. Namens der Vereinsleitung dankte Herr Oberrevident Strach dem ausgezeichneten Redner. Eine gegebene Zusage einlösend, trug sodann Fräulein Ellenbogen wieder eine Anzahl inniger Lieder vor und sowohl sie als ihr trefflicher Begleiter Herr Part konnten abermals aus dem reichen Beifall entnehmen, wie dankbar ihre wirklich hervorragende Kunst ausgenommen wurde. Samstag den 31. d. M. wird Herr S. Strauß ..I u n g j ü d i s ch e Dichtungen" zum Vortrage bringen. Nachher sollen gewissermaßen als Nach-Purimfeier Musik- und heitere Vorträge eines bekannten Wiener Humoristen folgen. Toynbeehallen-Konzerte. Allsamstaglich zieht Musik und Poesie in jene Räume ein, die an den Abenden der übrigen Wochentage der populär-wissenschaftlichen ernsten Belehrung dienen. Kopf an Kopf gedrängt harren an diesen Tagen Jene des Einlasses in die Toynbee-Halle, denen die Mittel fehlen, sich anderweitig Kunstgenuß zu verschaffen. Bereitwilligst stellen sich die Künstler in den Dienst dieser guten Sache und freuen sich des herzlichen Beifalls der Armen, denen sie frohe Stunden bereiten, oft mehr als dessen eines zahlenden Publikums. Und oft können die Mitwirkenden wahrnehmen, daß ihre Zuhörerschaft nicht nur aufrichtig dankbar, sondern auch durch das häufige „Hören" sachverständig ist. Die Konzerte der letzten Wochen brachten ebenso abwechslungsreiche als interessante Darbietungen. An einem Samstag war es ein Dilettanten-Orchester, das, von Frau Wodniansky zusammengestellt und von Herrn Adolphe Wilner mit Routine dirigiert, in klassischen und modernen Piecen durch die Exaktheit des Zusammenspieles überraschte. Ein vom Bassisten Solo Lemberger des Stadttempels arrangierter Konzertabend brachte nebst wirkungsvoll vorgetraaenen Buffo-Liedern des Arrangeurs Klavierviecen, die der elfjährige Felix Lemberger mit erstaunlicher Geläufigkeit und Empfindung spielte und schließlich einige köstliche humoristische Kauserien des Schriftstellers Professor Nascher. — Zwei Samstag-Konzerte arrangierte die bekannte Gesangsmeisterin Frau Else Freund-Funk mit ihren Schülerinnen. Man konnte an diesen Abenden der Meisterin sowohl zum Schülermateriale als auch zu den Unterrichtserfolgen herzlich gratulieren. — Die Liedervorträge des Fräuleins Friedmann, die Duette der Damen Fräulein Pinko und Fräulein Fischbein, sowie Fräulein Fischbein und Frau Dr. Hryneweeka, die Koloratur-Arien des Fräuleins Gnnzburg und nicht minder die Klaviervorträge des Fräulein Liebscher boten reife, treffliche Leistungen, die berechtigten lebhaftesten Beifall fanden. — Stürmische Ovationen wurden der Arrangeurin dargebracht, als diese selbst im Vortrage der großen Arie aus „Ä i d a" ihr reiches Können und thre prächtigen Stimmittel zu zeigen Gelegenheit hatte. Es ist ein wahrhaft schönes und edles Unternehmen, wert aller Anerkennung, würdig der kräftigen Förderung aller Besitzenden. I. Wiener jüdischer Turnverein. Das am 14. d. M. im Kursalon stattgehabte Vereins-Schauturnen nahm seinen programmäßigeu Verlauf. Etwa um halb 10 Uhr hielt die Männerabteilung, 60 Turner, ihren Einzug, vom Publikum stürmisch begrüßt. Unter Leitung des I. Turnwartes Herrn Rudolf Pollak gelangten die Freiübungen zur Durchführung. Geübt wurde nach dem Takte der Musik. Die Ausführung war eine exakte und gab zweifellos Zeugnis von dem großen Ernst und der Ausdauer, mit der jeder Turner sich seiner Aufgabe gewidmet hatte. Der Fahnenreigen, ansgeführt von 24 Turnerinnen der Damenabteilung bildete unbestritten einen Glanzpunkt des Abends. Tie korrekte Durchführung stellte ganz bedeutende Anforderungen an das turnerische Geschick und die Aufmerksamkeit, denen jedoch die Damen im vollen Maße gerecht wurden. In dem darauffolgenden Gerätturnen leistete die I. Riege auf dem Barren ganz Hervorragendes. Die durchgeführten Hebungen gehörten zu den schwierigsten, die an diesem Geräte überhaupt in Betracht kommen. Außerdem turnten: die Herrenriege am Reck, eine Riege am breitgestellten Pferd, eine Riege am Bock in Verbindung mit Pferd lang und schließlich eine Sprungriege am elastischen Sprungbrett. Den Abschluß bildeten Freiübungen mit gegenseitiger Unterstützung und eine Muster, rege am breitgestellten Tisch. Nach Beendigung der Freiübungen hielt der Vereint obmann Herr Dr. Ludwig Werner eine kernige Ansprache vor der im geschlossenen Reihenkörver ausgestellten Männerriege. Dr. Werner streifte die gedeihliche Entwicklung dcs Vereines, der aus eigener Kraft und ohne Unterstützung von außen in der Ausbildung seiner Mitglieder es bis zu den Leistungen des Schauturnens gebracht hat. Mit der Uebersiedlung in das neue Turnlokal, IX., Liechtensteinstraße 20. das in jeder Beziehung geeigneter ist, beginne eine neue Epoche für den Verein, und es sei zu wünschen, daß die jüdische Oeffentlichkeit demselben mehr Aufmerksamkeit widmen möge. Eing sendet. Wir erhalten folgende Zuschrift: An die Herren Mitglieder des „Vereines für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten in Wien". Bezugnehmend auf die in der Generalversammlung vom 10. d. M. geführte Debatte und meinen Antrag zur Bildurg eines engeren Komitees zur Werbung neuer, jüngerer ordentlicher Mitglieder für den Verein lade ich jene Herren Mitglieder unseres Vereines — die sich der dankenswerten Aufgabe widmen wollen — ein, sich bei mir melden zu wollen. Hochachtungsvoll Nathan Pollak, Wien, I., Börsegasse 7. Tcllphvn 15.754. Kranken Unterstützungsverein „Selbsthilfe". Dieser Verem hielt seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab und wurde zur Feier des 60jährigen RegierungsjubiläumS des Kaisers ein außerordentlicher Nnterstützungsfond für obne Verschulden verarmte Mitglieder errichtet. In den Vorstand wurden gewäh'l: Obmann Sigmund Feldbauer, Obmann-Stellvertreter Ignaz Schuster, Kassier Ignaz Paschkes. Schriftführer Tobias Emer, Schrinfühier-Stellvertreler Philipp Rosenbaum, Kontrollor Karl Kaiser, Kontrollor Sigmund Gutmann. In den Ausschuß die Herren Moriz Glückselig. Ludwig Hirscbfeld, Jakob Löwinaer, Moriz Grünhut, Max Kaiser, Gustav Breuer. Albert Schulhof, Max Ehrenfest, Sigmund Weiß, Samuel Glaser. Zu Revisoren wurden die Herren Dr. Max Weiß und Sigmund Jedlinsky berufen. Im Witwen- und Waisenfond wurden gewählt: Obmann Sigmund Feldbauer, Obmann-Stellvertreter Ignaz Schuster, Kassier Ignaz Paschkes. Schriftführer Tobias Emer, Schriftfüh ei- Stellverireter Philipp Rosenbaum. In den Ausschuß: Max Kaiser. Karl Kaiser, Eduard Fischer, Samuel Pollak, Hermann Epstein, Sigmund Eisler und Jakob Löwinger. Zn Revisoren: Sigmund Marcus und El. Sagt. Ein Doppeljubilänm feierte am 8. März d. I. der langjährige Badearzt in Königswart Herr LlvDr. Adolf K o h n, indem er in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag und die 50. Wiederkehr des Tages seiner Promotion beging. Kaiser Jubiläums-Wohltätigkeits-Vorstellung im Deutschen Volkstheater. Für die am 2^. d. M. im Deutschen Volkstheater stattfindende Kaiser Jubiläum -Wohltätigkeits-Vorstellung, welche der „Verein zurHebung der Gewerbe" veranstaltet und deren Erträgnis der vom Vereine gegründeten Kaiser Jubilä ims-Wohltätigkeits-Stiftung zugeführt N nd. gibt sich namenllrch in industriellen Kreisen lebhaftes Interesse kund. Außer dem beliebten Volksstücke „Onkel Toni" kommt noch ein vom Vorstandsmitgliede Franz Frankl verfaßtes Festspiel in Versen: „Des kleinen Meisters Kaiser-Jubelfeier" zur Aufführung. Nachdenk bereits eine große Anzahl von Logen und Sitzen vorgemerkt wurden, so ersucht die Vereinsleitung die Gönner und Freunde des Vereines, ihre Kartenanmeldungen el.emöglichst vorzunehmen. Kartenanmeldungen nehmen entgegen: Der Präsident des Vereines S. Brod, I, Wipplingerstraße 25. der Obmann des Exekutive>mitees Leopold Gnlt mann, VI., Marmhilferstraße 1b, sowie die Vorstands» itgliedr r Franz Frankl, V.. Schönbrunnerstraße 125 und S. Friedmauu, 1., Weihburggaffe 26.

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