Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 194 Nr. 11 Sr. Mocv's Mocvenscdnn. gab, waren sozusagen die Vortruppe, Plänkler und Pioniere der aus der Wüste anrückeuden nomadischen Hebräer. Sie gingen über die nächste Grenze, einige von ihnen blieben als Spione im Land (Rahab), die schönste aber wirft sich jbern ahnungslose« Königssohn an den edlen Hals (Dina) und verschafft dem jüdischen Volke eine Einladung, ins Land zu kommen. „Was ist der Dank dafür?" fährt Vergani in flammender, warnender Entrüstung fort; „einmal nachts überfallen die Juden die einheimische Bevölkerung, morden und würgen alles, plündern die Stadt aus und ziehen davon." So waren und blieben nach Angabe des hochgeehrten Referenten die Juden immer, siehe Buch Moses 34, Buch Josua Seite 8, Zeile 24. Dem Dirnentum ihrer Weiber haben die Juden stets die größten geschichtlichen Erfolge zu verdanken. Auch in Persien war es nicht anders, wo der selige Freund des Herrn Vergani, der hochgeschätzte Herr Haman gehängt wurde. Natürlich nur, weil es damals kein „Deutsches Volksblatt" gab, sonst hätte man wohl eher diesen Mordechai aufgeknüpft, der mit einem höchst anarchistischen Ritualmordgesicht um den Königspalast herumschlich. So aber wurde es möglich — wir zitieren jetzt wörtlich — „daß es einer jüdischen Dirne, namens Esther, gelang, sich an die Stelle der wegen ihrer Schamhaftigkeit verstoßenen Königin Vasthi zu setzen, den König trunken zu machen und von ihm nicht nur die Hinrichtung des gerechten und weisen Ministers Haman zu erlangen, sondern sogar die Einsetzung ihres Verwandten Mordechai. an seine Stelle." 75.000 medische und persische Antisemiten wurden damals umgebracht, erzählte der Referent seinen erblassenden Zuhörern. Schöne Zustände wurden durch den Liberalismus des Ahasveros herbeigcführt, sie wären bei der Niedertracht der Juden heute noch möglich, wenn Schneider und Vergani nicht aus Wache stünden. Bei der Gefährlichkeit der semitischen Raffe sollte aber doch jedenfalls der Minister Geßmann ein Panzerhemd tragen und im Parlamente sollte man umso gewisser den Antrag stellen, alle Jüdinnen namens Esther umzubringen, als nach dem unumstößlichen wissenschaftlichen Beweisen des Herrn Historiographen Vergani die Stammväter der Juden und Jüdinnen, Patriarchen genannt, nichts besseres waren als Zuhälter ihrer Weiber, die sie für Landkonzessionen den regierenden Fürsten gerne überließen. Das sind verhältnismäßig Spielereien gegen die Betätigung der Juden als Herren ihres eigenen Landes. Wörtlich: „Den Raubmord an den besitzenden Einheimischen machten die Juden zum Gottesgesetze, die Vertilgung ihrer Nebenmeuschen war ihre unablässige Beschäftigung." Der Referent hat offenbar die Werke des berühmten russischen Wahrheitssuchers Juagrew nicht gelesen, welcher über diesen Punkt ausführlich schreibt: „Die hervorragendste Volksbelustigung im alten Palästina war der Ritualmord. Zu diesem Zwecke wurden um Ostern eigene Menschenfänger ausgeschickt, dilsueri genannt, welche mit Hilfe einiger Dirnen etliche Nachbarvölker einfingen und sie zu den großen Märkten für alte Kleider schleppten, zu deren festlicher Erinnerung heute noch die Juden ihre Feiertage begehen. Dort ständen schon eigene Oefen bereit, in denen neben dem landesüblichen Scholet. dem eine ausgiebige Zutat von Knoblauch nicht fehlen durfte, die mit Christenblut gebräunten Mazzes in Massen gebacken wurden. Zum Schluffe fanden Wettkonkurrenzen der Jugend im Stehlen und Betrügen statt." Das ist eine Sprache, die öffnet auch dem Blindesten die Sinne! Was ist dagegen der schwächliche Vergani, der nur mehr zu erzählen weiß, daß die Juden stets arbeitsscheu gewesen sind, den Ackerbau verachteten, nur Handel, Schwindel und Wucher betrieben, jedes Volk brandschatzten, selbst die, bei denen sie in Kriegsgefangenschaft waren, daß man sie in Rom wegen ihres Schmutzes, Gestankes, Eigendünkels haßte, daß sie sich selbst wegen ihrer Intoleranz nicht leiden Linnen, aber gegen die Gojim solidarisch Vorgehen, daß dieses Schmarotzervolk weder in Spanien, noch Frankreich, noch Deutschland unterdrückt wurde, aber durch seine Gemeinheiten endlich Schutzmaßregeln hervorrief. Diese Schutzmaßregeln waren allerdings. ausgiebig, wie der Referent schmunzelnd hervorhebt. Achtzig Judengemeinden wurden vollständig ausgerottet.. Aber was nützte das? Das Ungeziefer war nicht auszurotten, es kam sogar nach Wien. Auch hier nützte kein Pech und Schwefel, die man in den Folterkammern und auch anderweitig fleißig anwendete. Es nahm sogar derart überhand, daß es in Mitteleuropa um 1870 herum in den öffentlichen und Verwaltungskörpern ein unerträgliches Uebergewicht erhielt. Der Vortragende vergaß hier hinzuzufügen, daß die Namen einiger damals eingesetzter Balkanfürsten eine merkwürdige Aehnlichkeit mit altjüdischen Familiennamen haben (vergleiche Abram-Obrenowicz, Batteuberger-Bamberger u. a.) Glücklicherweise konnte er aber seinen vor Entsetzen über diese Juden schon atemlosen Zuhörern mitteilen, daß momentan die Gefahr gebannt sei, denn die endgiltige Ausrottung der Juden begann mit der wichtigsten geschichtlichen Tatsache aller Zeiten; dem ersten Geburtstag von Ernst Vergani, dem Patriarchen der antisemitischen Bewegung, Judenfresser auf wissenschaftlicher Grundlage. Leider hat er in seinem Vortrage auf die allergrößten Sünden der Juden vergessen. Wie konnte es einem so gewiegten und ehrlichen Geschichtskenner entgehen, daß die Juden schon durch die Erfindung des monotheistischen Prinzipes den damaligen Völkerschaften ihren reichausgestatteten Götterhimmel vollständig ausraubten und daß sie durch die sogenannte Bibel schon im Altertum den größten Einfluß auf Literatur und Presse gewannen? Bis auf diesen kleinen Mangel muß der Vortrag jden Gebildeten erschüttern. Es sei denn, daß letzterer kein Zwerchfell mehr hat. Aber keine Dummheit ist so groß, als daß sie nicht von noch größerer Dummheit geglaubt wird.. Und so hat denn der zauber- und wissensgewaltige Vergani sich mit seinem gediegenen Vortrag um die Sache des Antisemitismus erworben, die Sache des Rückschrittes, der Gemeinheit und der Lüge. Wir wissen nicht, welcher Nationalität der Referent eigentlich angehört. Er stammt unseres Wissens aus Galizien und der Klang seines Namens deutet auf die Abstammung von Armeniern hin. Momentan aber bekennt er sich zu schwarz-rot-gold, zu der Nation, deren Stammvater nach altgermanischer Göttersage dadurch entstand, daß ein Ochs einen salzigen Eisblock beleckte. Wir halten es unter der jüdischen Würde, einem Vergani den Flavins Josephus, die historischen Tatsachen zur Antwort zu geben. Er mag immerhin in den oberen Klassen der Wiener Antisemiten historische Lüge vortragen, nachdem er sich in den unteren Klassen als Professor des Ritualmordes hervorgetan hat. Aber eines müssen wir ihm, Chamberlain und allen zur Antwort geben, die den germanischen Größenwahn auf Kosten anderer Völker pflegen: sie sollen und müssen ihre Angreiferstellung verlassen, weil sie genug zu verteidigen haben. Vor einigen Jahrzehnten noch galt es für pöbelhaft und gemein, sich als Deutschen zu bekennen. Man wollte so Franzose sein, wie ein Stolz des Deutschtums, wie Friedrich der Große. Vor den Augen der Kulturwelt stand die Figur des Deutschen als die eines schlafmützigen, unsauberen, pöbelhaften und schmutzigen Pfeifenrauchers. Das stammte noch aus der Zeit her, wo die Zensur des Schriftums und des ganzen Lebens von einer Handvoll Serenissimi über einen submissest ergebenen Bürger und einen Bauernsklaven wie eine Peitsche geschwungen wurde, während im ganzen Süden reichstes Kulturleben herrschte und in Deutschland auch im Sommer der Dünkel und die Beschränktheit nicht auftauten. Das Rad der Welt hat heute die Deutschen nach oben gebracht und ihre Geschichte wird jetzt pompös und mit der Suggestion des Erfolges vorgetragen. Aber in letzterer liegt viel, viel, das einer Verteidigung bedarf.