Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 10 (6.3.1908)
- Date
- 1908-03-06
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Mocb's MocbenscbrlN. Tev« 19 L Nr. 10 Hrirfkaste«. „Lueea". Am 4. Jänner 1891 starb in Wien, IX., Hahngasse 9, der Arzt Dr. Samuel Benedikt Lueca aus Prag gebürtig. Derselbe pflegte häufig von der berühmten P a u l i n e Lucca, der Tochter seines frühzeitig verstorbenen Bruders, zu erzählen. Vielleicht ist einer unserer Leser in der Lage, über diesen Mann und seine Familienverhältnisse Näheres mitzuteilen? K. F. Vor der Schnorrindustrie kann nicht genug gewarnt werden. Die Washingtoner. Generalpostdirektion hat mit Rücksicht darauf, daß die amerikanischen Juden in jüngster Zeit mit Bettelbriefen aus Jerusalem geradezu überflutet wurden, dieser Angelegenheit eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Besonders häufig waren in letzter Zeit Schnorrbriefe von einem gewissen Jensamer nach Amerika gekommen, in welchen erzählt wurde, daß der Bittsteller vor längerer Zeit erblindet und daher die Last der Erhaltung der Familie auf die Frau Jensamer gefallen sei, die jedoch in der jetzigen kulischen Zeit, die in Jerusalem herrsche, nichts verdienen könne. Die Generalpostdirektion wandte sich an den amerikanischen Konsul in Jerusalem um Informationen über die Familie Jensamer. Die Auskunft des Konsuls war eine verblüffende. Hiernach sind sämtliche Angaben des Bettelbriefes unwahr. Jensamer ist auf die wichtigsten jüdischen und nichtjüdischen konfessionellen Journale abonniert, aus denen er die Adressen der größeren Wohltätigkeitsveieine und Kultnsgemeinden erfährt. Unter irgend einer Deckadresse läßt er sich dann die Jahresberichte dieser Organisationen kommen, in denen die Namen der Mitglieder verzeichnet zu sei» pfl gen. Das ist das Adressenmater^al Jensamers. Der Konsul hebt in seinem Berichte besonders hervor, daß Jensamer gar nicht Jude, sondern ein deutscher Protestant sei. Auf Grund dieser Auskunft hat die Washingtoner Generalpostdirektion den Briefsendungen Jensamers den Postdebit entzogen und hievon sämtliche amerikanische Postämter verständigt. „Sephardt". Der erste Jude, der sich seit der Vertreibung der Juden in Portugal durch König Manuel den Großen niedergelassen hatte, war Moses Levy, ein äus Gibraltar eingewanderter englischer Untertan, trotzdem der Utrechter Vertrag vom Jahre >713, durch welchen Gibraltar an England abgetreten wurde, im Artikel X ausdrücklich bestimmt, daß die jüdischen Untertanen Englands in Portugal kein Wohnrecht besitzen sollen. Die Behauptung Thiers' in seiner „Histoire du Konsulat et d'Empire", daß die französischen Truppen bei ihrem Einzug in Portugal im Jahre 1807 von 20.000 Juden begrüßt, wird von der „Jewish Encyclopedia" mit Recht als eine arge llebertreibung angesehen, ebenso die spätere Behauptung, daß im Jahre 1825 es in Portugal 2000 bis 2500 Juden gegeben habe. Nachgewiesen ist jedoch, daß die Juden von Lissabon bereits im Jahre 1801 einen Platz im dortigen englischen Friedhofe angekauft hatten. Der älteste erhaltene Stein auf dieser jüdischen Abteilung trägt das Datum 1804. Ein von Josef Ferrav am 26. Februar 1821 im Kortes eingebrachter formaler Antrag auf Zulassung von Juden in das Land wurde abgelehnt und die Konstitution vom Jahre 1826 erklärt wohl den Katholizismus als Staatsreligion, gewährt jedoch auch den Anhängern anderer Konfessionen die Freiheit der Religiönsübung, sofern, diese nicht in einem Hause erfolgt, das die äußeren Symbole eines öffentlichen Bethauses an sich trägt. S. B. in F. Wenden Sie sich an Herrn Sekretär Adolf Braunfeld in Holleschau, Mähren. Venedig. Die Juden besaßen bereits 1366 ihren eigenen Friedhof auf der Lido-Insel in Venedig. I. K. in Z. Er darf einen neuen Grabstein setzen, nur soll der alte nicht profaniert werden. Ch. „S. A." Wenden Sie sich an die Firma Josef Schlesinger, Buchhandlung, Wien, I. Seitenstettengasse 5. Notiz. Gisela-Verein, Lebens- und Ausftener-Verficherungsanstalt ans Gegenseitigkeit. Dieses die Aussteuer-, Lebens- und Volksversicherung betreibende Unternehmen hat sich auch im Jahre 1907 mächtig weiterentwickelt. Neuzugang und Geschäftszuwachs waren die größten seit Bestand der Anstalt, die wichtigsten Gebarungsziffern sind wesentlich gewachsen und so ist der Gisela-Verein nach dem Stande vom 3!. Dezember 1907 an die Spitze der heimischen, die Lebensversicherung kultivierenden Gegenseitigkeitsanstalten getreten. Im Folgenden seien die belangreichsten Geschäfsziffern der Jahresrechnung angeführt: Neuproduktion 27.006 Polizzen mit X 33,612 000 Versicherungskapital, Schlußstand 154.187 Polizzen mit K 193,965.000 Versicherungskapital. Fälligkeiten des Jahres 4373 Polizzen mit K 4,493X00 Versicherungskapital. Prämieneinnahmen K 8,524.000, Zinseneinnahmen K 3,295.000, Stand der Prämienreserven und Ueberträge X 66,355.000, Gesamtaktiven K 70,824.000, Reingewinn K 450.000. Für die seit drei Jahren Versicherten wird eine Gewinstquote von 6 Perzent der Jahresprämie im Dividendenfonds hinterlegt. Dieser Fonds verfügt damit über K 1,539.000 Seit Bestand der Anstalt sind den Versicherten an fälligen Kapitalien, Dividenden rc. X 32,075.000 zugeführt worden. Aus dem im Rahmen der Anstalt bestehenden Fonds zur Ausstattung armer Mädchen wurden 124 Bräute, welche einst bei dem V.'reine versichert waren und deren Versorger verarmten, mit Stipendien beteilt. Somit entschädigt der Verein auch diejenigen, für welche der Versorgegedanke nicht durchgeführt werden konnte. Das Wachstum der Anstalt erhellt aus folgenden Vergleichsziffern: Zahl der Versicherten 1898 89.579. 1907 154.187, Versicherungsstand 1898 113 4 Millionen Kronen, 1907 >93-9 Millionen Kronen; Prämienreserven und Ueberträge 1898 26 2 Millionen Kronen, 1907 66 3 Millionen Kronen. Vorstand der israel. I^ultusgemeinde VCüen. Z. 2500 ex 1908. Konfirmanden-Unteirieht. Der Vorstand bringt zur Xenntnis, dass der alljährlich in den Gemeindetempeln stattfindenden Konfirmation der israelitischen Mädchen ein Konfirmandennnterricht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterrichte steht solchen Mädchen frei, welche das 14. Lebensjahr bereits erreicht haben oder dasselbe bis September 1903 erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäss eingeladen, ihre Töchter, bezw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer wegen Teilnahme am Konfirmanden unterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Unterricht geniessen und üier Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind im Sekretariate der Israel. Kultnsgemeinde bis spätestens 10. März d. J. anzumelden. Wien, im März 1908 Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Andrychau gelangt die Stelle eines der zugleich p*im vNiv sein muss, per 15. März 1. J. zur Besetzung. Bewerber, die das 30. Lebensjahr noch nicht überschütten haben, verheiratet sind und über eine angenehme Stimme verfügen, zeitgemäss vorbeten können, haben ihre Gesuche nebst einer nbap vom Rabbinate in Krakau an den gefertigten Vorstand einzusenden Gehalt X 100o jährlich nebst Nebenemolumenten. Durch Privatunterricht im Hebräischen ist ein weiteres Nebeneinkommen gesichert. Nur Berufene werden zum Probevortrage zugelassen und der Akzeptierte erhält die Reisespesen vergütet. Andrychau, den 3. Februar 1908. Oer Vorsteherstellvertreter 586 Samuel Schnitzer. Konkurs. Bei der israelitischen Knltusgemeinde in RZ68Z0W gelangt die Steile eines Kantors welche mit einem Jahresgehalt von K 2000 verbunden ist, zur Besetzung. Bewerber sind gehalten, über Aufforderung des Gemeindevorstandes behufs Abhaltung einer Probe in Rzeszow zu erscheinen, ohne Anspruch auf Entschädigung für Zeitverlust und Ersatz der Reisespesen. Gesuche, mit den nötigen Dokumenten versehen, sind bis spätestens 1. April 1908 einzubringen. Später eingelangte Gesuche bleiben unberücksichtigt. Kultusobmann 592 Dr. Hock fei d. ■ Hann Agent und Beamter, wäre WMWMMlWU» geneigt, ein Mädchen im Alter bis 24 Jahren, ev. auch älter, welche tüchtige Damenschneiderin ist und auch eine bare Mitgift von 10.000 X besitzt, zu ehelichen; mit jenem Betrage wäre ein Landhaus (Eckhaus, guter Geschäftsposten) zu erkaufen und darin ein Geschäft in land- und hauswirtschattlichen (gangbaren) Bedarfsartikeln etc. 2U errichten. Auch wäre ein Kleidersalon am Platze. Kundenkreis, sowie Eingeweihtheit im Orte und Umgebung zugesichert. Der kleinliche, unhaltbare Posten wird aufgegeben. Vermittler kein Gehör. Beste Referenzen. Nur ernstgemeinte und unter „voller“ Adresse (welche diskret behandelt wird) mit letzter Photographie gefl. Anträge erbeten unter: „Es prüfe, WSS Slcfc bindet“ en die Administration dieses Blattes.